Samstag, 20. September 2014

Herrlich - ein echtes Gewitter!

... glaub ich jedenfalls - mensch kann sich ja nicht mehr zu 110 Prozent (uahaha ...) sicher sein heute.
Jedenfalls eines - wie früher mal - nach dem Blitz kommt der Donner - und entlädt Überflüssiges, Angestautes aus der Atmosphäre.

Bereits gestern nachmittag gab´s so ein formidables Gewitter in der Kolonie - als ich gerade mit den "zwei Süßen" unterwegs war - die ich einmal die Woche zur Strahlentherapie des Einen der beiden fahre. Echte Freunde - der Freund kommt immer mit - zwei Monate lang jeden Tag. Neulich kam er sogar mit der Straßenbahn hinterhergefahren - erzählten sie mir gestern - weil er selbst noch einen Termin hatte. Nur einmal - ging es gar nicht - aber da hat meine Kollegin gerne übernommen - die diese Tour mit den beiden organisiert hatte für zwei Mondläufe. Ja - sie haben Glück mit uns. Und umgekehrt - dito.

Der "Strahlen-Therapie-Patient" ist ein urkölsches Urgestein von jetzt 84 Lenzen. Sechs Kinder hat er großgezogen - und mindestens eines davon bereits überlebt - wie ich gestern erfuhr - tragikomische Geschichte, die er mir da erzählte. Der Sohn starb mit vierzig Lenzen an einem Herzinfarkt - und sein Körper lag ein paar Tage nach diesem unentdeckt in der Wohnung - während er als Vater noch dachte - der könne sich ja auch endlich mal bedanken für dat Jeburtstachsjeschenk von neulich .....

Kurz darauf sei dann auch "sing Ahl gesturve" (seine Frau gestorben).
Ävver die Ahl - wor mir ejal ...... säät he noch (der Tod seiner Frau -  hat ihn wohl nicht sonderlich schmerzhaft berührt ... darf mensch über sowas lachen? Ja sischer ...... isch kunnt ja jar nit anders ....).

Diese beiden "Süßen" - die im Grunde ganz bezaubernd sind - aber manchmal ein kleines bischen anstrengend, weil sie so gerne erzählen und dabei manchmal in der Plattenrille einer längst vergangenen Vergangenheit festhängen - waren also auf der Rückfahrt erstaunlich "still" - für ihre Verhältnisse.
Hatten vermutlich Angst vorm Gewitter - haha.

Ich entnahm das ihren laut geäußerten Bedenken bei Rückfahrtantritt - als es gerade losging und richtig zu giessen, zu blitzen und zu dionnern anfing. Die maroden Straßen der maroden Kolonie - zügig vollgelaufen bis überflutet mit Wasser.
Für mich - wie oben geschruben - eine Freude - endlich mal wieder ein echtes Gewitter zu erleben - und kein künstlich erzeugtes, bei dem ständig nur "geblitzt wird" und kein Donner nachkommt.
Also meinte ich nur - was taxifahrende Menschen halt so meinen: "Das - ist nur ein bischen Wetter".
"Die nimmt einfach alles leicht" - sprachen sie sich daraufhin untereinander ab.

Stimmt zwar nicht immer - aber im Falle eines echten, natürlichen Gewitters - unterschreibe ich das sehr gerne!

Immer wieder komisch - wie einem manchmal die Gäste ans Herz wachsen können - wenn mensch sie ein paar Male fährt. Zu ihren schweren Gängen. Und eine sehr außergewöhnliche Freundschaft - die diese beiden trotz aller Unbilden immer "lustigen, fröhlichen Vögel" verbindet!

Am besten - neben seinem Spruch, den der "Patient" fast jede Woche zum Abschied sagt ("Wer weiß - ob wir nächste Woche überhaupt noch leben." - und da hat er durchaus recht .....) war gestern sein sehr warmer, kräftiger, vitaler  Händedruck zum Abschied. Eine kuzre Weile lang - verblieben wir so - Hand in Hand - uns Glück zuschüttelnd.

Dat! -  mußte erst mal hinkriegen - mit 84 und als scheinbar "schwer krank" diagnostiziert - acht Wochen "tägliche Strahlenscheiße" hinter Dich bringend  - widerständig und widerwillig - esu joot drop ze sin!
Und dazu noch sehr aufrichtig - als hochgewachsener, gestandener Mann, der schon viel durchlebt hat - keine Angst davor zu haben - über Ängste zu sprechen.
Ein köstliches - wertvolles "Gespann" - diese beiden Freunde!

Nochens op Kölsch. Die krisste nit duutjeschlaare!
("Die - kriegste nicht totgeschlagen." Herzliche Mentalität, gell.....)

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