Sonntag, 6. Juli 2014

"Homophob" bin ich immer nur temporär ....

... wenn es um dieses offizielle Zwangstoleranz-Geschwafel geht ...... freiwillig tolerant - bin ich ja von Haus aus. Aber nicht einem künstlich installierten "Conchita-Wurst-Zeitgeist" gegenüber.

Heute also mal wieder "CSD" in der Kolonie - also die "Parade". Alle Hotels brechend voll. Taxen eher leer - spätestens mit Beginn des Umzugs - nüscht mehr los.

Zuvor fahre ich zwei sehr sympathische Herren zu ihrem Ziel, ein Paar. Beide sehr nett und eine entspannte, angenehme Fahrt - mit ein paar freundlichen Witzchen und angeregter Unterhaltung. Zum Beispiel darüber, daß diese Kolonie eine derartige Menge (Groß-)Veranstaltungen in sich aufnimmt - in der Regel immer friedlich und freundlich und gewaltfrei - wie es wohl kaum eine andere Stadt in dieser Weise faßt.

Und immer wieder neue Großveranstaltungen - wie neulich noch beim Kurzbesuch vom Herrn Erdogan - oder auch bei der Gedenkfeier zu den Morden in der Keupstraße vor zehn Jahren ..... am Abend des Sturms über NRW. Ich meine zu den beiden - nachdem ich gesagt hatte, daß ja gerade in der Kolonie das Allermeiste friedlich abläuft - außer dieser Geschichte damals - aber das war auch der Verfassungsschutz - und nicht die Kölner an sich.

Daß selbst solch eine "Gedenkveranstaltung" in der Kolonie fast zu einer Art Karnevalsveranstaltung auswächst - finde ich nicht tragisch - im Gegenteil. Es nimmt einem tragischen Ereignis in gewisser Weise die Härte - und zeigt - daß es im Moment ganz anders aussieht - und die Menschen unterschiedlichster Herkunft sich freundlich zusammenfinden.

Auf der Anfahrt zu einem Halteplatz tut sich ein "Winkemännchen" am Straßenrand auf. Wenige Meter weiter holen wir noch drei aus seinem Club ab - und er muß den Vordersitz für eine zwei Meter hohe Transe räumen, die ganz heiß in Rot und viel Lack gekleidet ist ..... mit einem großen, weißen Puschelfächer ....

Etwas tuntig-überkandidelt quatscht mich diese - nachdem wir uns freundlich begrüßt haben - immer mal wieder von der Seite an. "Haaach - wo fahren Sie uns denn jetzt eigentlich hin?" - "Zu einem Umzug von lauter Ver-rückten" lautet meine Antwort. "Verrückt?" Ja - ver-rückt. Allerdings mit Bindestrich zwischen den beiden "r´s" - das sei das Wunderbare an der deutschen Sprache .... das sie so exakt sei. Ver-rückt - aus der scheinbaren Norm.

Soso - und ich sei also normal? Nein - sicher nicht - lautet meine Antwort ..... Als normal gelte einfach nur, was die Masse denkt - was richtig sei. Will der mich provozieren? Da braucht es aber mehr dazu ..... Im weiteren Fahrtverlauf habe ich einen Verbündeten neben mir - der mich entschlossen gegen lärmendes Gerede von den hinteren Sitzen schützt. Und sich für eine amüsante, nette Fahrt bedankt .... ja, dito

Wie schon öfter geschruben - ist mir das sowas von völlig wurscht - wie die ihr individuelles Sein gestalten. Und manchmal habe ich sogar Humor - und gerne Spaß dran. Ich mag viele ..... und manche eben nicht. Wie im richtigen Leben - mit allen Anderen auch.

Nur - Sexualität als "Alleinstellungsmerkmal" und "überzogenes Politikum" - finde ich völlig ungeeignet.
Da kriege ich immer das kalte Kotzen.
Ganz anders - als in der Begegnung mit den Menschen .....


Am Morgen bei langer Wartezeeit erinnere ich mich im Gespräch mit einer Kollegin an meinen ersten und einzigen Besuch auf einer "Lesbenparty" einst - gut zwanzig Jahre her - in einem Lokal, welches sie auch kennt. Ich war mit einer Frau befreundet, die "bi" und an beiden Ufern unnterwegs war - und nutzte die Gelegenheit, mir so eine Party mal anzuschauen.
Ewig hatte ich nicht mehr dran gedacht .... an diesen seltsamen Abend einst - als ich tatsächlich nur unter Frauen in der Kneipe war - und gerne eine Weile Billard spielte ...... ich hatte mich angemeldet. Den ganzen Abend über - war ich irgendwie etwa irritiert - daß da wohl echt kein Mann im Raum war - denn die verhielten sich noch viel schlimmer - als Männer und Frauen es in solchen Lokalitäten zu tun pflegen ...... sinnfreie Eifersuchtsszenen der absurdesten Art - selbst an diesem Billard-Tisch - und ich wollte doch einfach nur Billard spielen ......

Ob ich wohl gedacht hätte, das Lesben nicht eifersüchtig wären - fragt mich die Kollegin? Hmmmh - keine Ahnung. Ja - vielleicht hatte ich so eine Idee - da wäre irgendwas anders als bei den sogenannten "Heteros". In Wahrheit aber - war es noch viel "überkandidelter".   Und damit - noch absurder.

Fazit? Sexualität ist zwar die eigentliche Lebenskraft - hat aber so gar nichts mit Gruppenzugehörigkeiten, Politik, Darstellung, und lauter Zeugs zu tun. Nicht einmal was mit Sex ......

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