Dienstag, 30. Oktober 2012

Simple Lösungen bevorzugt

Kürzlich fuhr ich in aller Frühe jemanden zu einem Fernbahnhof - und sah erstmals auf meinem oft gefahrenen Weg dorthin eine Art Windrad auf einem Hochhausdach - es drehte sich lustig. Dachte kurz nach - und fragte den Fahrgast nach angenehm schweigsamer Fahrt bei erlesener Musik, ob ihm dies schon mal aufgefallen wäre? Nein - er sähe dies gerade auch zum ersten Mal. Aha!
Wir wußten beide nicht, welcherart dieses auf dem Dach befindliche "Schaufelrad" angetrieben wurde - doch es erschloß sich mir in Windeseile - daß es eine durchaus praktikable Lösung sein müsse für die raumnahe Nutzung von Windkraft.
Und ich bin weit davon entfernt, mich etwa für Physik zu begeistern. Doch - so einfach es aussah - so einfach kann es gehen. Es würde jeglichen Unsinn von Verschandelung der letzten freien Landschaften ad absurdum führen. So eine Schaufelrad-Konstruktion auf den Dächern in den Städten - mit gleichzeitiger umgebungsnaher Einspeisung der frisch erzeugten = von den Elementen geschenkten Energie - ja, hallo!!!
Entschuldigen Sie bitte - daß ich nicht Physik studiert habe - aber das erschließt sich doch mühelos jeder halbwegs normalen Ratio!
Anders gesagt - es ist an der Zeit, daß wir uns nicht mehr verarschen lassen, was die "Erzeugung" von Energie - aus in der Natur ohnehin vorhandener Energie - betrifft. Oder so: Energie benötigt keiner Erzeugung durch Menschenhand - sondern lediglich einer intelligenten Nutzung ihres naturgegebenen Vorhandenseins. Ob Solarzellen in Dachziegeln oder solche Schaufelräder auf den Koloniedächern - es gibt keinerlei triftigen Grund mehr für irgendwelche langläufigen Energie-Transportwege. Das, was uns jederzeit und überall umgibt - ist die Energie der Elemente selbst, aus denen sich Welt überhaupt gestaltet.
Diese "langen und vermeintlich komplizierten Wege" dienen lediglich den Konzernen, die daraus eine Menge Profit ziehen wollen. Und - wäre ich bösartig - auch solchen kontrollbesessenen Kretins, die uns den letzen Bezug zur Natur rauben wollen.
Es kann nur gelten: Energie vor Ort direkt nutzen. Umwandeln. Schlicht und einfach - weil sie da ist. Und übrigens: Sie ist geschenkt. Sie verschenkt sich. Nichts ist in größerem Maße auf diesem Planeten vorhanden - als Energie.
Wie geschruben - ich habe das nicht studiert - und begreife nicht mal dieses schwerwiegende Geschwurbel, welches uns da als "Wissenschaft" verkauft werden soll. Aber ich habe - immer noch - meine Sinne bei mir - die mir etwas ganz Anderes zeigen. Es bräuchte also lediglich eine kleine feine Zusammenarbeit - zwischen meinen Sinnen und jemandem, der etwas von Technik versteht - um jegliche Mär von "Energiemangel" ad absurdum zu führen. Nochmal anders - aber das ist scheinbar weit "abgehoben" in diesen Zeiten - bedürfte es nur einem Verständnis der eigenen Natur. Die sich aus nichts Anderem als der sie umgebenden Energie speist, nur aus solcher speisen kann.

Es gibt keinen Energiemangel.
Aber es gibt Gier, Mißgunst, Mangeldenken, Neid, Geisteskrankheit, zunehmenden Irrsinn ...
Und jetzt - bin ich wieder beim  "Verteilungsproblem".
Es ist mehr als genug - vom Universum gegeben. Es ist eine Frage der intelligenten Nutzung.
An dieser ist aber scheinbar niemand aufrichtig interessiert - denn nach wie vor geht es um Pfründesicherung.
Mehr als zuvor. Ich könnte auch sagen: Sowohl den Reichen wie den Armen - geht jeweils der Arsch auf Grundeis. Grundlos.

Bloggen im Laufe der sich wandelnden Jahreszeiten ...

... bringt alljährlich gewisse Wiederholungen mit sich. So gingen mir in diesen plötzlich kalten Tagen recht viele Fahrgäste mal wieder ordentlich auf die Zwiebel mit ihrem ewigen Wetter-Genöle. Freitag ein erster grauer Regentag nach dem goldenen Oktober - und schon jammern sie. Aus meiner Perspektive - herrliches Taxiwetter! Fahre soviel, wie lange nicht mehr. Etwas stören - wie immer - die vom Regen scheinbar überraschend Paralysierten, die das Anfahren und den Verkehrsfluß nicht mehr gemeistert bekommen angesichts derartigen "Unwetters". Dabei ist es noch nicht Mal unter Null, also kein Glatteis etwa. Und auf die rutschigen, bunten Herbstbaumblätter muß man halt ein wenig Acht geben.
Buähh, was für ein häßliches Wetter ... fast jeder, der einsteigt, singt das sinnlose Mantra. Noch Tage danach berichten sie davon, wie schlimm doch der Regen am Freitag gewesen sei. Ja, schlimm, ganz schlimm. An diesem Tag starben vermutlich zig-Zehntausende an Kriegen, Pest und Cholera, an Irrsinn und Ungerechtigkeit, verloren ihre Wohnungen und wurden obdachlos, verhungerten, verreckten, brachten sich um - oder wußten einfach nicht mehr weiter, was schlimm genug ist ..... aber der Regen ist ja so schlimm.
Das Regen auch ein Segen ist - wissen nur wenige - aber diese geniesse ich.
Und das wir jetzt in den November kommen und eine "ordnungsgemäße Niedergeschlagenheit" dazu gehört - wollen auch nur noch die wenigsten begreifen. Die Natur rundum scheint wie jeden Herbst zu sterben - und sie spiegelt uns. Immer noch, hallelujah! Aus der Hoch-Zeit des Sommers (ach, das war ja gar kein "richtiger" Sommer ... blablabla) geht es eben über den sich üppig und verschwenderisch verschenkenden Herbst samt segensreicher Ernte - in den dunklen, kargeren Winter. Um, wenn alles gut geht, im Frühling wieder wie aus Zauberhand in ein erneutes Wunder zu erblühen. Ich persönlich liebe diesen reichhaltigen Wechsel der Jahreszeiten - auch, wenn ich rein berufsmäßig sehr gerne auf Glatteis und Schnee verzichte.
Vier Jahreszeiten - nicht etwa nur zweie oder immer ein laues Lüftchen. Und jede hat ihre eigene Schönheit.
Nichts Kuscheligeres, als ein kalter, arbeitsfreier Wintertag in warmer Wohnung, ein Dach überm Kopf und mehr als reichlich Nahrung verschiedenster Art im Haus. Das - wünsche ich allen.
Für unsere Zunft wird´s jetzt auch ein wenig ungemütlich draußen - aber der ggf. bessere Umsatz soll uns ein Trost sein. Und schließlich hat so eine Limousine eine feine Heizung bei Bedarf. Sogar eine Sitzheizung - wie ich Spätzünderin erst nach Jahren registrierte, als meine Kollegin mir davon berichtete. Aber Vorsicht - so angenehm, wie diese ist, sie schwächt die Blase. Erfuhr ich von einem jungen männlichen Fahrgast neulich - und dachte noch, sehr interessant. Er wußte mir auch zu berichten, daß für Männer "normal-gekühlte" Hoden gesünder seien als derart angewärmte.
Ich für meinen Teil - finde es spannend, den ersten Winter hier zu erleben, draußen vor der Kolonie. Muß noch einen guten Rythmus für das Heizen finden. Und - Spätzünderin in sehr simplen Dingen oftmals, wie geschruben - kam ich erst vor zwei Nächten auf die grandiose Idee, das sehr zugige Schlafzimmerfenster mittels der vorhandenen Jalousie noch etwas dichter zu machen. So ist es morgens nicht immer klatschnass von innen. Und die temporäre Kegelbahn-Grölerei errreicht mich kaum noch. Störte mich aber eh nicht wirklich im manchmal stoischen Schlaf.

Also - freue ich mich jetzt einfach auf eine "ordnungsgemäße November-Betrübnis" ... die mir eigentlich keine solche ist. Eher die gute Gelegenheit, auch meine "Säfte" mehr zu den Wurzeln und in die Stille zu ziehen. Und mich schon jetzt auf die Perchtenflüge zu freuen. Das alljährliche, sich über wenige Wochen etwas holprig-gestaltende Gewöhnen an die einhüllende Dunkelheit ist so gut wie gemeistert.
Und ich freue mich - hier draußen zumindest in meiner arbeitsfreien Zeit nicht der kirmesmäßigen Verdrängung des Dunklen ausgesetzt zu sein - wie sie in der Kolonie so gerne betrieben wird, mittels herannahenden verkaufsoffenen Sonntagen und unzähligen Weihnachtsmärkten etc.
Freue mich sogar - auf die baldige, moderat betriebene Außen-Weihnachtsdekoration der Nachbarin. Einfach ein bischen liebevolles Ambiente. Hier drinnen verzichte ich gerne auf solche Dekoration - es ist das ganze Jahr über "heimelig" - ohne Spezial-Chichi.    
Komisch manchmal - wie sorgenfrei das Leben sich gestalten kann trotz vieler Unwägbarkeiten. Ich weiß ja nicht einmal - ob ich meinen Job weiterhin behalten werde nach der Geschäftsübergabe. Aber - es wird schon. Irgendwie - geht´s halt weiter - solange das Stundenglas noch nicht abgelaufen ist.
Neuestes, sehr überraschendes Hobby: Eisblumenfenster am Morgen fotografieren. Ganze Mythen-Landschaften zeichnen sich darauf ab. Bin gespannt auf die Bilder, die von allein und von weit weg her entstehen.
Übrigens: Regen reinigt die Luft. Und duftet.

An die Hand angewachsen ...

Eine Gruppe Jugendlicher geht vorbei, als ich die Limousine abstelle. Drei, vier Männer und eine hübsche Frau. Sie unterhalten sich lebhaft. Ich sehe, daß die junge Frau trotz der Unterhaltung ihr neues, schickes Smartphone demonstrativ in der rechten Hand hält, das Display leuchtet in der frühen Dunkelheit des Abends. Ohne geht nichts mehr ... Mein Eindruck verstärkt sich zunehmend, daß es vielen schon irgendwie an die Hand angewachsen sein muß, sie legen es nicht mehr ab.  Das erste, was viele tun, wenn sie eingestiegen sind - ist, diese Teile herauszuholen und wild drauf herumzutippen bzw. zu -streichen.  Ich weiß nicht mal, wie sich diese Bedienform nennt. Ein Mittdreißiger verfolgt während der Fahrt zum Bahnhof gespannt, wo sein Zug jetzt genau ist - und ob er ihn erreichen wird. Ungewißheit - auch in banalen Angelegenheiten - scheint den meisten völlig unerträglich zu sein.
Ich bin zu alt dafür. Zu alt, weil ich noch andere Zeiten kennengelernt habe - in denen niemand so etwas brauchte. Zeiten, in denen es noch ganz alltägliche, kleine Abenteuer und Überraschungen gab. Zeiten, in denen sich Menschen real existent an Treffpunkten zusammenfanden - ohne Mailkontakte oder SMSen. Wer kam, der war halt da. Einmal zählten wir zu ein paar wenigen, wieviele wir eigentlich waren, die sich mehr oder weniger regelmäßig einfanden am Treffpunkt im Park. Es waren über Hundert. Ich war nicht genötigt, Leute, die ich locker kenne, als "Freunde" zu kategorisieren. Freunde hatte ich maximal fünf - und das ist schon hoch gegriffen. Eher waren es zwei oder drei. Es galt noch Qualität statt Quantität.
In Gesprächen stelle ich immer wieder fest - daß der Besitz eines nagelneuen Smartphones inzwischen ein für viele  erforderliches Statussymbol ist. Als ich die Schönheit gestern erblickte, dachte ich, es scheint eine Art "Schmuckersatz" zu sein.  Ein 19-jähriger berichtete mir stolz, daß er es als einer der ersten geschafft hatte, an das neueste I-Phone zu kommen, das wäre ein Stück Arbeit und nicht einfach gewesen.
Mal ganz nüchtern betrachtet, ohne "Schwarzseherei" - es funktioniert gut. Die meisten - jungen - Leute spielen prima mit - kaufen für teures Geld freiwillig die Apparate, die es Anderen ermöglichen, jeden ihrer Schritte zu verfolgen und aus ihnen "Profile" zu machen.
Sonntags abends kann jeder inzwischen in einem banalen Tatort--Krimi sehen, daß es genauso funktioniert. Immer öfter werden "Polizei-Profiler" eingesetzt, die Mails und SMSen von Verdächtigen werden mühelos aus der Cloud abgerufen und durchgelesen. Kurz - alles, was in PC´s und Handies fließt, ist mühelos abrufbar von gewissen "befugten Kreisen". Skype ist sicher auch kein selbstloser Samariter. Eine tolle Sache - aber halt alles abgespeichert.
Das neueste sind jetzt solche Icons/Hyroglyphen, die wie Pilze im feuchten Wald aus dem Boden schießen, Du hältst nur noch das Smartphone drauf und landest in Windeseile auf der Homepage des Anbieters. Habe so ein Teil auch an der Limousinentür - muß mich wohl dran gewöhnen, in Kürze öfter derart "angeschossen" zu werden.
Meinte neulich noch zu einem Fahrgast, der mir das erläutert hatte: Ne, das wäre mir zu unheimlich. Da kommt bestimmt ein findiger Geist noch drauf, wie man das manipuliert. Und dann hältst Du mal eben mit dem Smartphone auf so ein unlesbares Zeichen - und schwups sind ein paar Hundert Euro von Deinem Konto abgebucht. Ein anderer Fahrgast klärt mich auf, daß es jetzt auch wasserdichte Smartphones gibt - damit die Verrückten diese auch noch mit ins Wasser nehmen können.
Langer Rede kurzer Sinn: Wenn ich mir die rasante Entwicklung so anschaue - also dieses Anwachsen der Smartphones an die Hände der Besitzer - bin ich sicher, daß die sich in nicht allzu ferner Zukunft auch gerne freiwillig für teures Geld chippen lassen. Und wie gesagt - das ist keine "Schwarzseherei" - sondern banale, alltägliche Straßenbeobachtung. Vor wenigen Jahren galt das alles noch als "Verschwörungstheorie". Heute ist es Alltag.
Ein Fazit dazu - habe ich nicht. Habe auch kein Smartphone. Und keine Facebook-Freunde. Bin recht konservativ, was das betrifft. Habe gerne möglichst viel Abstand von diesem Teil des Lebens - und ein billiges Handy nur wegen des Jobs in Betrieb. Zum Glück bringt der Job auch keinerlei weitere Verstrickung in diese Netze mit sich.
"Soziale Netzwerke" .... ist für mich ein Anti-Begriff. Es erschließt sich mir nicht wirklich, was daran "sozial" sein soll. Zumal der aktuelle Zeitgeist für mich eher "zutiefst asozial" ist.
Ich würde auch nicht sagen, daß früher mal alles besser war - es war nur anders. Etwas unaufgeregter. Einfacher. Und "realer", irgendwie. Habe nicht mal was gegen gute Technik - es ist halt immer die Frage, wie man sie einsetzt und wofür, in welchem Ausmaß.
Manchmal denke ich - dieser Auswuchs - wird irgendwann zerplatzen wie eine Luftblase. Es wird einen großen Knall geben - und danach herrscht Ruhe im Karton. Ein Strudel oder eine Windhose - die erst alles einsaugt, beschleunigt und dann am Ende wieder ausspuckt. Ins orientierungslose Nichts. Schöne Vorstellung.      

Neues Limousinen-Gesprächs-Phänomen

In jüngster Zeit staunte ich manchmal, daß scheinbar etwas - im Grunde sehr Offensichtliches - nun durchsickert in die Hirne und Herzen. Mit einem LKW-Fahrer sprach ich über "Verkehrsgebaren". Er meinte - es würden nur drakonische Geldstrafen helfen gegen Uneinsichtige. Ich protestiere und meine, mir reicht es mit dem Kontrollwahn. Und mit "Strafen". Ich sei schließlich kein Kleinkind und müsse nicht mehr erzogen werden - von niemandem. Bestes und gut funktionierendes Beispiel für Selbstregulation seien Kreisverkehre - da würden die Leute zwangsläufig ausgebremst im Tempo - und müßten selbst für den guten Verkehrsfluß sorgen. Und so ginge es auch - freiwillig.  Ohne Kontrollwahn. Darauf eröffnet er mir, von wegen Kontrollwahn - das wir in einem Überwachungsstaat leben würden. Schlimmer als die Stasi einst. Aha. Ich höre gerne zu - und freue mich, daß er es erfaßt hat. Seine Berufsgruppe fährt ja unter permanenter Überwachung - alles elektronisch. Ich selbst fahre auf jedem Weg zur Limousine an geschätzten 300 Kameras auf der Autobahn vorbei. Und wenn der LKW-Fahrer einen Fehler macht, wie neulich mal, als er eine verkehrte Achsenzahl ins Gerät eingab - folgt eine fette Knolle vollautomatisch nach wenigen Monaten. Obwohl es ein rein menschliches Versehen war, kein echtes "Vergehen".  Der Mann hat also nachgedacht - und sieht klar.
Ein Anderer, von dem ich es noch weniger erwartet hätte - berichtet mir ebenfalls von seiner Erkenntnis. Ich freue mich, daß es inzwischen wohl für viele ersichtlich ist und sie sich so ihre eigenen Gedanken machen. Und ich war es nicht, die das Gespräch auf solches Thema gelenkt hatte. Gestern das gleiche Thema - mit einem älteren Ehepaar. Erstaunlich.
In der Sparkasse wechsle ich einen 20er in vier 5er ... die freundliche junge Frau tippt was in ihren Computer und ich frage erstaunt "Müssen Sie das etwa verbuchen?" Nein - aber sie müsse etwas eingeben, damit der vollautomatische Safe neben ihr die Scheine freigibt - sie kommen nur noch über diese Maschine ans Geld, eine Schublade gibt´s nimmer. Ihre Mimik verrät mir, was sie davon hält. Aha - meine ich - und bei einem Stromausfall geht dann also gar nichts mehr! So ist es.
So ein temporärer Stromausfall - wäre sicher eine interessante Erhellung für uns alle.

Spendergewissen und Kreppbandkleberei

Vom "Roten Kreuz" wurde sie neulich abgezockt an der Haustür, erzählt mir die ältere Dame. Sie hatte irgedwas unterschrieben - und die überhöhte Rechnung folgte auf dem Fuß. Ich muß lachen - über soviel Frechheit. Drückerkolonnen - von Hilfsorganisationen ausgesandt. Manchmal in "Uniform", das erweckt scheinbar Vertrauen bei älteren Menschen.
Empfehle ihr, beim nächsten Mal ihr Helfergewissen direkter zu beruhigen - und lieber dem nächsten, real-existierenden Obdachlosen die Kohle persönlich in die Hand zu drücken. Der freut sich drüber - und sie weiß exakt, wo ihr Geld gelandet ist. Ist doch nicht so schwer.
Diese Welt ist schon eine komische Ansammlung von Verstrickungen und Ausblendungen. Das Elend blüht an allen Ecken und Enden - und die Leute ergötzen sich in der kommenden Wnterzeit wieder an weihnachtlichen Spenden-Galas mit schillernden Prominenten. Ein Herz für Kinder und so. Das ist etwa so, als würde man einen leckgeschlagenen Kreuzfahrtdampfer mit Kreppband zukleben wollen.
Ich sag´s ja - ein reines Verteilungsproblem.
Nicht etwa Mangel - nur Irrsinn. Global.

Montag, 29. Oktober 2012

Kalt is´woarn ... und um die Mülleimer noch kälter

Neulich sehe ich ein Kind am öffentlichen Mülleimer in der Kolonie - und bin fast schon erleichtert, daß es etwas hinein-wirft. Die meisten Leute, und es werden immer mehr, sehr viel mehr, versuchen, etwas aus diesen heraus-zufischen. Endlich sehe ich überhaupt mal wieder jemanden, der etwas hinein-gibt. In der nächsten halben Stunde werden etwa Zehne kommen - und schauen, ob´s was herauszuholen gibt.
Was für ein Armuts-Zeugnis - im Wortsinn - für dieses reiche Land. Aber ein besonderes Armutszeugnis für unsere Ein-Stellungen, Programmierungen im Geiste und in den Herzen. Kein Wunder, daß es soviele Herzinfarkte gibt - und so schicke neue "Herzzentren" - ganz ohne Herz und mit bzw. für viel Kohle - gebaut werden. 
Die Schamgrenzen sind rapide gefallen in den vergangenen Jahren - es ist quasi ein "ganz normaler Job" geworden, im Müll herumzustochern. Und es interessiert im Grunde niemanden - im "Normalbetrieb".
Die Müllsammler wachsen analog zu den Heuschrecken - über die sich ja auch niemand wundert im "Normalbetrieb". Beide Seiten ergänzen sich formidabel. Die Einen gäbe es gar nicht - ohne die Anderen.

Mich befremden immer noch - beide Seiten. Die, denen es am Arsch vorbeigeht, wenn der "Nächste" im Müll wühlt - und die, die sich herablassen, vom Müll der Anderen zu leben. Eine gesunde Mitte kann ich - noch - nicht erkennen. Die Menschheit -  hat ein echtes Verteilungsproblem. Hier - wäre ein langer Text durchaus angebracht - vielleicht schreibe  ich mal einen dazu - über "die mühelos heilende Kraft eines gesunden Ausgleiches/Gleichgewichtes" oder sowas. Simpel. Sehr simpel. Doch - je "komplexer und komplizierter" All-Es von den beschränkten Geistern gekauft wird - desto mehr Kontrast wird erzeugt, gebraucht - um mal wieder mit den Füßen den Boden zu berühren.

Heute morgen stehe ich am einstigen Hexentanzplatz der Kolonie - "Neumarkt" heißt dieser" - wir sind zu drei Limousinen am Platz. Eine recht schicke Dame schaut nach uns - ich sehe von Weitem, daß sie nicht etwa fahren will, sondern etwas fragen. Wie oftmals - geht sie an meinem Kollegen vorne vorbei, nachdem sie mich erspäht hat - sie kommt lieber zu mir, weil ich eine Frau bin. Viele Leute scheinen so zu denken - "lieber zu der Frau, die ist freundlicher". Sanfter? Manchmal täuschen sie sich.
Die Dame redet etwas gebrochen Deutsch. Sie wolle telefonieren - aber da sei ein Mann in der Telefonzelle. Ich frage nochmal nach, sage ihr - sie möge nochmal wiederholen, was sie genau möchte. Sie spreche leider nur schlecht deutsch ... Ja, kein Problem - also, was möchten Sie genau? Der Mann in der Telefonzelle - der würde gar nicht telefonieren - aber sie müßte dringend ein Gespräch führen. Sehr gebrochenes Deutsch spricht sie .... ich frage also nochmal nach: Und was soll ich jetzt bitte tun?  Nicht gut deutsch .... Sie möchten also, daß ich ihm das mitteile? Ja - genau, das ist ihr Begehr!
Ich steige also bei Null Grad aus und begleite sie zu besagter Telefonzelle. Soll bloß niemand sagen, "die Deutschen" wären nicht hilfsbereit oder gar unfreundlich. Sie ist erleichtert und bedankt sich mit ebensolcher Bezeugung - daß ich sehr freundlich wäre. Manchmal - stimmt das sogar.
Als ich zur Telefonzelle gehe - muß ich innerlich grinsen. Da steht der Wilde drin! Diesen - sehe ich immer mal wieder in der Stadt - und hatte gerade wenige Minuten zuvor noch gedacht: "Er sieht aus, wie ein Wilder. So ein Wilder, den diese Welt gut gebrauchen könnte - wenn er vital wäre." Der Wilde ist aber nicht vital - nur zäh. Ausgelaugt - aber zäh. Obdachlos, abgerissen, schmutzig ... und zäh. Hat lange, zerzauste Haare auf dem Kopf, von solchem Wuchs können so manche jugendliche Männer nur träumen. Sah ihn zuvor die Straße queren mit seinem schmutzigen, schwarzen Rucksack und dachte noch sowas wie "Was für ein Leben. Inmitten all der stets frisch-geduschten Verrückten."
Scheiß-kalt ist es in Windeseile geworden. Härtezeiten für die Obdachlosen.
Ich klopfe also höflich an die Tür der Telefonzelle - zweimal - und öffne einen Spalt. Jaja - er kommt jetzt raus. Ich sage ihm noch, daß die Dame gerne telefonieren wolle. Er - steht dort und hat sich den Hörer rücklings über die Schulter geworfen, sein Kleingeld liegt oben auf dem Apparat und mit den Händen bearbeitet er ein Stück Alufolie mit einem Feuerzeug .... sieht mir mal ganz danach aus, als wolle er sich gerade in bestmöglichster "Ruhe" einen Cocktail zubereiten. Finde seine Reaktion geradezu höflich für die Situation - und für seine Lebenslage.
Mein "Job" ist hiermit erledigt und ich gehe zurück gen Limousine.
Der Kollege an der Spitze, ein alter Hase, hat sein Fenster runtergelassen und informiert mich erzürnt: Das sei so ein Dreckschwein, dieser Typ. Der würde in die Telefonzelle pissen und scheißen. Wie oft den schon die Polizei da rausgeholt hätte ..... Ich erwidere nur: Nun, es ist arschkalt geworden. Wenn ich keine Wohnung hätte - ich würde mich wohl auch manchmal in so eine Telefonzelle stellen.
Frage mich kurz im Nachgang - wieso jemand, der nichts mehr zu verlieren hat, sich ernstlich noch an allzu viele blödsinnige und geisteskranke Regeln einer Gesellschaft halten sollte, woher nehmen all diese "normalen Menschen" - denen er völlig am Arsch vorbeigeht, eine solche Erwartungshaltung. Denke - es ist kein Wunder, wenn ihm diese seinerseits an solchem ebenso vorbeigeht.
Und wie gesagt - ich fand seine Reaktion ausgesprochen "höflich" - und sehr unaufgeregt. Manch Anderer hätte vermutlich geschimpft oder geflucht.
Sehe die Dame zügig weggehen und bin nicht sicher, ob sie ihr wichtiges Telefonat überhaupt geführt hat. Vielleicht war´s ja zu schmutzig da drin?

Vor wenig mehr Tagen kam ein anderer "Abgerissener" zu mir, als ich am Halteplatz in einem recht ungemütlichen Vorort eingebremst hatte - er sprach sehr leise und fragte mich, ob er mich etwas fragen dürfe. Ja, sicher, was möchten Sie denn  wissen? Nun, er sei bettelarm und wolle mich fragen, ob ich vielleicht etwas Geld übrig hätte, er würde sich gerne in der Bäckerei gegenüber zwei Brötchen holen.  Ein alter Mann - nur Haut und Knochen. Die Finger dunkelgelb vom Rauchen und die Nägel schon lange nicht mehr von einer Schere besucht.
Ich gab ihm kurzerhand die 1,50 - die ich als Kleingeld eben im mitgeführten Privat-Portemonnaie hatte. Er nahm sie gerne - und ich fand mich sehr geizig - weil ich gesehen hatte, daß er tatsächlich bettelarm war. Gerade wollte ich ihm noch etwas mehr geben aus anderer Kasse, als ich einen Auftrag bekam ....
Eigentlich war ich dann ganz froh, daß ich derart wegkam - denn ich kann mit meinem Salär in der Tat niemanden mit-auffangen, es hält gerade mein eigenes, dünnes Seilchen. Aber ich kann - wenigstens den "Outlaws" als Mensch begegnen - das ist ja auch schon mal was.

Wer Kohle hat - dem sei empfohlen, dem Nächsten, der ihn anbettelt, ein Fest auszurichten.
Einfach - so.
Womöglich - wird er/sie dazu eingeladen.
In "Echt" ... das ist so ein Land irgendwo .......

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Auweia - Sati hat aufgeräumt ....

Jetzt - habe ich sämtliche Kommentare auf diesem Blog gelöscht. Schade. Aber gründlich aufgeräumt.
Das lästige Anonym hatte mich inspiriert. Und nun bin ich gleich zu schnell ans gründliche Werk gegangen. 1.800 wertvolle Kommentare - futsch. Kriege sie wohl auch nicht wieder. Dachte, es wäre nur eine Art Mailbox. Bleibt mir nur ein sehr tief- betrübtes Seufzen über soviel Überaktivität ... immerhin habe ich nicht gleich den ganzen Blog gelöscht. Aber so einsilbig - gefällt er mir nicht mehr. Vielleicht ziehe ich mal um, so ein Tapetenwechsel ist nicht das Schlechteste. Das "Kind" - will einen neuen Namen. Und ohne Eure Kommentare ist es hier nun eh öd und leer. Vielleicht der rechte Zeitpunkt für einen "virtuellen Neubeginn"? Auch virtuell - muß man ja nicht den eigenen, überlebten "Rattenschwanz" hinter sich her ziehen.
Die dritte "technische Panne" seit gestern abend - recht deutliche Hinweise.

Über "Kinderkultur" und Beziehungspflege ...

... jetzt hat er mich schon zum zweiten Mal erwischt, der Partner der Freundin, mit der gleichen Frage, die er mir schon mal vor vielen Monden gestellt hatte. Als ich die beiden besuchte - war es ebenfalls schon Gesprächsthema. Vielleicht ist es sogar das verbreitetste Gesprächsthema auf dem Planeten - "Beziehungen".
Ich ließ mich also nochmal zu einer privaten Anschauung mit mir selbst inspirieren - und finde es ganz in Ordnung, wie es ist. Für mich hat ein "Alleineleben" viele gute Qualitäten. Wäre es anders - wäre ich ja auf der Suche nach einem Partner. Bin ich aber nicht. Er seinerseits - hatte damals nach einer Trennung recht zügig nach neuen Kontakten gesucht, sogar über eine Vermittlung. Die Freundin hatte auch einige Jahre alleine gelebt, aber immer mit dem Wunsch nach einem Partner. So ergab es sich dann für diese beiden. Ein Glücksfall - vielleicht ein seltener - denn sie sind beide reif genug, ihre temporären Schwierigkeiten auf "erwachsene Weise" zu meistern. Niemand macht den Anderen verantwortlich für seine Gefühle, wie es sonst so oft der Fall ist - sondern jeder weiß, daß er/sie selbst hier etwas zu lösen hat und der Andere jeweils die eigenen Knöpfe drückt. Und nur so - kann es überhaupt gehen, meine ich. Allerdings scheint mir das eher selten der Fall zu sein. Bei diesen beiden - könnte ich mir gut vorstellen, daß sie sich für den Rest ihrer Tage gefunden haben.
Was ist jetzt mit solchen Menschen, die erst gar nicht suchen? Wie ich zum Beispiel.
Nun, das ist simpel: Da brauche ich mir im Grunde gar keine Gedanken drüber machen. Und tue ich auch selten. Höchstens mal - wenn ich direkt darauf angesprochen werde, wie in diesem Fall.
Da schaue ich nochmal nach - ob mir etwas fehlt. Und - kann nichts finden. Steht einfach nicht auf dem Plan. Sollte eines Tages eine Begegnung vom Himmel fallen, gilt es, im Moment darauf zu antworten. Sich einzulassen - oder auch nicht. Ich schließe selten etwas aus. Es ist nur so: Es ereignet sich nichts diesbezüglich. Vielleicht, weil der Wunsch nicht da ist? Wer weiß das schon.
Für mich ist diese Alleinzeit - oft ein Segen. Ich hab´s auch anders gekannt, eigentlich sehr anders früher mal. Im großen Clan aufgewachsen und mit großen Freundeskreisen verbunden. Selten allein, immer die Bude voll mit Leuten. Oder immer unterwegs - unter Leuten. Habe so meine Erfahrungen machen dürfen - mit unser aller Bedürftigkeiten und Erwartungshaltungen an andere Menschen, die dafür sorgen sollen, daß es uns gut geht. Das wir nicht verletzt werden. Und der Krampf - niemanden verletzen zu wollen. Erwartungen unter Freunden, Freundinnen, sie sollten jederzeit für einen da sein, wenn es mal schlecht geht.  Habe mir das im Lauf der Jahre abgewöhnt. Kann vieles mit mir selbst abmachen, eigentlich das Meiste. Und wenn ich mal alle paar Jahre Ansprache brauche, weil´s gar nicht allein zu gehen scheint - ist es durchaus in Ordnung, wenn eine Freundin mir sagt, daß sie gerade keine Zeit habe. Früher mal - hätte mich sowas sehr empört.
Der Lebensweg führte also sozusagen - von allzu viel Verbindlichkeit in die Freiwilligkeit. Ich genieße es, wenig Erwartungen zu haben an andere Menschen. Und niemand Anderes ist für mein inneres Wohlergehen verantwortlich.
Wozu bräuchte ich einen Partner? Um nicht alleine zu sein? Um einen wohligen Wärmeaustausch mit solchem zu pflegen? Um etwas mit solchem zu unternehmen? Die besten Reisen und Ausflüge - habe ich oft alleine gemacht - und auf den Wegen auch Menschen getroffen. Als männlichen Spiegel? Keine Ahnung - es erschließt sich mir nicht.
Und so - ist es in Ordnung. Weil es eben so ist.
Für Andere - steht eben Partnerschaft auf dem Spielzettel. Und auch das - ist in Ordnung. Manchmal freue ich mich gar sehr für die, die es gut angetroffen haben.
Was m.E. nicht in Ordnung ist - ist diese "Pauschalvorstellung" der meisten Menschen, daß es eben dazugehört zum Leben, diese "eine Person" zu finden und das Leben mit ihr zu teilen. Meistens aus sehr egoistischen Motiven heraus - weil der Andere einem etwas geben soll. Was auch immer.
Anders gesagt, und durchaus zynisch: Allzu viele Beziehungen scheinen mir eher "Geschäftsmodelle" zu sein. Auch Freundschaften. Ich könnte für mich nicht mit Bestimmtheit sagen - was ich von einer Partnerschaft oder Freundschaft erwarte. Für mich bleiben Begegnungen "Geschenke" - und von solchen gibt es nichts Bestimmtes zu erwarten.
Gestern abend ereilte mich gar die Frage, ob ich an sowas wie "die große Liebe" glaube? Es erschien weit und breit kein "Ja", das war mir Antwort genug. Ein weites Feld.
Der Herr Thorwald Dethleffsen - vermag viel besser auf den Punkt zu bringen, was mich oft so befremdet. In diesem Vortrag mit Titel "Ödipus, der Rätsellöser" - beschreibt er im ersten Teil trefflichst, daß wir in einer "Kinderkultur" leben - in der jeder vom Anderen versorgt werden will. Eine Kultur, in der niemand mehr erwachsen wird. Diese "Kindermentalität" zieht sich durch alle Lebensbereiche. (ab Minute 30 etwa "legt er los" ...)
Und wenn ich mal so zurückblicke - ich hatte manchmal in vergangenen "Beziehungen" auch eher das Gefühl, ein Kind statt einen erwachsenen Mann an meiner Seite zu haben. Nicht etwa - daß ich "erwachsen" wäre - aber ich übe mich drin. Dieser Bibelspruch "So Ihr nicht werdet wie die Kinder" - trifft auf uns gar nicht mehr zu, da wir im Grunde immer Kinder bleiben.
Soweit ein paar weitere unvollständige Gedanken - die hypothetisch bleiben, da sich mir die Aufgabe einer Beziehung ja gerade gar nicht wirklich stellt. Es war aber ganz gut - mal wieder hinzuschauen - ob was fehlt?! Und welchen Vor-stellungen ich eventuell aufsitze. So wie früher mal - als ich auch noch dachte, daß eine Beziehung auf dem Programm stehen müsse. Es gibt sovieles - was in meinem Plan nicht steht - daß es schon wieder in Ordnung sein muß. Weil´s eben - so IST. 

Dienstag, 23. Oktober 2012

Zwei-einheits-lieben... und Begegnungen ...

.... der Partner der Freundin ist am Apparat - sie ist auf Reisen. Wir unterhalten uns - nach längerer Zeit - ohne sie - einfach so - aber auch über die Konstellationen. Die seine ist mir im Grunde noch näher, als die ihre - er ist ein Vertrauender, der gut fliegen kann - sie ist ein zweifelndes Erdentier. So - ergänzen sie sich- auf die für beide notwendige Weise.
Er als Himmelskreuzer ist es, der mich darauf anspricht - daß er sich wundert, wie gut ich alleine zurecht komme. Er ist ein Gesellschafts- und Beziehungstier. Er wollte nie - länger alleine für sich sein. Braucht er ja auch nicht. Irgendwann verliebte sich diese meine Freundin in ihn  - mit ihm - und seiither sind sie ein eingeschworenes Paar. Ohne Schwur - aber mit zu lösenden Aufgaben - weil diametral entgegengesetzt gepolt - in ihren Wesenheiten. Der  eine - zeigt dem Anderen - seine blinden Flecken auf - und über all dem - schwingt die Liebe dieser beiden. Die  ohnehin einzige Kraft. Beide - Gemeinschaftstiere.
Wie ich es denn derart gut "aushalten" würde - mit mir alleine?
Nun - ich muß mich wohl gut einrichten auf diese Weise.  Simpel - es entspricht meiner Natur. Und diese - kann nicht nur - sondern muß so sein.
Wo auf diesem Planeten gäbe es jemanden, der meine Unverbindlichkeit mittragen könnte? Jemanden - der wie ich nicht bereit ist - sich in Geschichten verstricken zu laasen? Jemanden, der von Haus frei ist - und nur das zu tun bereit ist - was ihn weiter auf seinen eigenen Flügeln auftreibt? Jemanden - der bekennend nicht-verantwortlich ist für die Empfindlichkeiten der Mitmenschen? Aus tiefster Seele und Überzeugung - nicht etwa aus einer Laune heraus.
Die Chancen auf einen Gleichgesinnten - stehen hier eher auf Null.
Soweit das kurze Nachdenken - zur Frage desjenigen - der Beziehung braucht, um sich darin zu spiegeln.
Ich habe keine Ahnung - wie ich es "schaffe" - weil es nichts zu schaffen gibt.
Würde eher sagen - ich habe soviel alleine geschafft und gelebt im Leben (ob mit oder ohne Menschen)- daß ich niemanden brauche - um mein Sein in irgendeiner Weise zu reflektieren. Es IST einfach. Ob mit oder ohne - was auch immer.

Der beste Ahnenspruch war dieser - höchst ergeben: Jaja ... hättste hättste ... würdste heut

.... hänge eben die Wäsche in die Sonne - später Mittag. Die Nachbarn sind draußen und stutzen ein paar Baumäste. "Hätten Sie die Wäsche heute morgen rausgehangen - wäre sie jetzt schon trocken." "Jaja" - erwidere ich - und "Hättste hättste .... würdste heut`....." Wir lachen. Ich bin mittlerweile auch für meine Ausdauer in Sachen Wäschetrocknung bekannt - es dauert eben genausolange, wie es dauert. Mit und ohne Regen. Punkt. Es wurde mir prognostiziert - daß mich diese Ausdauer im Winter verlassen würde - aber sie sollen sich nicht täuschen lassen. Ich liebe den Duft der Luft in der Wäsche.
Nachdem ich das "Hättste hättste - würdste heut´" formuliert hatte - fallen mir Abertausende solcher Stationen ein.  Übrigens - m.E. der mit Abstand beste Spruch, den ich von meinem ehemaligen Clan ererbt habe.
Irgendwie - hatten die wohl das "Jetzt - IST - was Jetzt - IST"  ganz gut erfaßt.

Gnade, Krise, Kreise ....

Es ist für mich - eine Gnade, hier zu sein. Gut ein halbes Jahr nun. Ich sitze im hellen Licht und der Sonne des Tages, oben mit weitem Blick auf Himmel und Wälder  - und nicht mehr im naßkalten Dunkel des Großstadt-Hinterhofes und im ewigen Bauschutt. Niemand außer den quicklebendigen, kleinen sangeskräftigen und munteren Flug-Dinosauriern stört hier oben meine Kreise. Manchmal erblicke ich ein Eichhörnchen in den Baumwipfeln, geschickt und deutlich hörbar Nüsse knackend.  Meine heißgeliebten Kühe - immer noch draußen auf der Weide grasend. Selten landet eine freche, von Haus aus respektlose und unerschrockene Elster auf dem Dach neben dem geöffneten Fenster und schaut neugierig hinein. 
Gut - es ist noch nicht ganz das "idyllische Paradies" - höre die vorbeirauschenden Autos über Tag, lärmende Kinder auf dem Spielplatz unten (die manchmal nerven mit Geschrei und manchmal herzerfrischend Lachen machen mit ihren "Sprüchen" ...), manchmal kreuzen viele Flugzeuge den Himmel und lassen das Haus vibrieren.  Dennoch - alles eine Gnade! Und was das "menschliche Paradies" betrifft - das findet sich auch nicht oben auf dem Berg, wo alles noch viel weitläufiger ist - so lernte ich es bei meiner ersten Runde hier - als ich ein paar Worte dort mit einem Mann wechselte und er mir, nach anfänglichem Mißtrauen mir gegenüber, über seine Schwierigkeiten mit der recht weit entfernten Nachbarschaft berichtete.
Nun fällt die Dunkelheit ein. Dachte ich anfangs noch enttäuscht - wieviel "Kirmesbeleuchtung" hier rundum im Grunde noch von der Straßenbeleuchtung herrscht - wundere ich mich nun des Morgens über eine einhüllende Dunkelheit, wenn ich aus der Tür trete. Wunderbar! Das Herbstfarbenspiel der Wälder ringsum ist ein Konzert der allerfeinsten Art. Und gerade gestern noch - war ich mehr als dankbar für die ringsum durch die Wälder gereinigte und wahrlich frische Luft, als ich aus der stickig-stinkigen Kolonie wieder hier anlandete.
Die Nachbarn lassen einen in Ruhe leben - Goldes wert. Und, was ich neulich erst "herausbekam", sie schätzen die Schätze der Natur. Ja, sie kennen ebenfalls den Genuß von köstlich-kraftvollen Brennesselspitzen als Gemüse. Und früher mal gab es im Garten jede Menge Kräuter in den Beeten - aber jetzt ist es zuviel Arbeit, weil sie ja zwei Domizile haben und über Frühjahr bis Herbst gerne ausfliegen.
Wie geschruben - eine Gnade, hier zu sein.
Keine Stadt der Welt zieht mich an.
Neben den vielen "Weltkrisen" - gibt es aktuell bzw. schon lange eine berufliche - doch ich darf mich hier immer wieder freudig und dankbar daran erinnern, wie schnell und mühelos das Leben für Veränderung sorgt, wenn die rechte Zeit dafür gegeben ist.
Die Dachschrägen - ich wohne erstmals so - erscheinen mir wie eine sanfte Umarmung des Himmels. Und sind so gemütlich. Für´s Gemüt. Die Wohnung selbst - ist einfach freundlich und sehr hübsch - jenseits von dunklen Energien, wie einst in der Kolonie reichlich vorhanden. Meine "begehbare Geheimkammer" hat mich heute morgen noch wiederholt lachen und staunen lassen - sie bleibt ein Hit. Fast freue ich mich schon auf meine nächste "Kehrwoche" - wenn ich all dieser Gnade einen kleinen, dankbaren Dienst erweisen kann.
Es ist wohl wahr - die Dinge fallen an ihren Platz, wenn die Zeit gekommen ist. Und eine Krise, kurzerhand umgestellt, ist ein Kreis.

Weiß wer was? Unsichtbare Kommentar-Dauerbefeuerung von "Anonym" auf den Blog ....

.... seit Monaten erhalte ich in meinem Maileingang Kommentare von einem gewissen "Anonym" - die aber gar keine sind. Da stehen irgendwelche Hyroglyphen in den Mails - und unter keinem der befeuerten Posts erscheint tatsächlich ein Kommentar. Früher bezog sich das jeweils auf einen uralten Post - ich änderte diesen und den Titel. Jetzt feuert "Anonym" auf mehrere Posts, auch auf frische. Ich lösche geduldig die Mails - aber ein wenig zwiebelt mich "Anonym" schon mit diesem Dauerbeschuß. Liebes "Anonym" - bitte melde Dich - nicht mehr. Ich weiß ja, daß alles in die Cloud gelangt und wundere mich auch nicht drüber ... aber ich hätte gedacht, daß Du technisch weit versierter bist. Und - ich vermute mal, daß Du nicht die Absicht hast, mir meinen Computer zu zerschiessen - denn das hätte längst geschehen können. Daher - bleibst Du mir ein ungelöstes Rätsel, bzw. Dein Anliegen.  Würde mich freuen, wenn Du mir weitere Löscharbeiten ersparen könntest. Danke, Deine Sati

Dann will ich mal sehen ...

... wie und ob es weitergeht. Zum Jahreswechsel wird das Taxi-Unternehmen verkauft - und gestern erfuhr ich, daß bezüglich unserer Jobs nun doch nichts geklärt ist. Sieben Leute - sehr gute Besetzung. Eigentlich würden sich die Neuen selbst einen Gefallen tun, wenn sie uns alle mit übernähmen, aber wer weiß, wie die sich das vorstelen ....
Einen Moment lang war mir mulmig. Andererseits - wäre es auch eine gute Gelegenheit zum Absprung. Nur - wohin?
Erst hieß es, daß der Sohn eine Limousine behält, die hätten wir dann als Tagschicht gemeinsam besetzt. Jetzt hängt alles in der Luft. Aber im Zweifelsfall - könnten wir uns auch gemeinsam als Tagbesetzung für sieben Tage um ein anderes Fahrgeschäft "bewerben". Wird schon .... Vielleicht auch alles ganz anders. Jedenfalls wieder mal eine Übung in Sachen Gott- und Lebensvertrauen.

Erwischt ...

... ha - gestern habe ich sie gesichtet. Eine große, graue Spinne. Sie hatte wohl ein trockenes, warmes Winterquartier gesucht, aber sie machte einen Fehler gestern, als sie sich zu weit ins Licht wagte. Seit Tagen schon dachte ich abends, da würde doch etwas über den Boden huschen - oder habe ich was an der Husche? Nein - nichts an der Husche. Freundlicherweise ließ sie sich sofort ins große Glas einfangen und nach draußen verfrachten. Meine Kindheits-Spinnenphobie habe ich zwar überwunden und bin inzwischen sehr mutig - aber als Dauerbewohnerin möchte ich sie doch lieber nicht hier behalten - das Huschen irritiert manchmal. Man kommt sich so verhuscht vor.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Guter Lauf - nur ein Hänger heute - mit einem Laufenden

So fängt ein Limousinen-Tag gut an: Ich logge mich auf "Zufahrt" ein - und bekomme sofort einen Auftrag. Dieser führt mich aus der Kolonie heraus, ich genieße Wälder und Herbstfarbenspiele, Felder am Wegesrand .... und traue mich, weiter an der Peripherie zu bleiben. Gute Entscheidung heute. Nicht nur ganz gute Fahrten, sondern auch kein Festhängen in Beton- und Asphaltlandschaften. Irgendwann auf dem Rückweg vom Flughafen - treffe ich eine Entscheidung, die sich als nicht so glücklich herausstellt - stehe 90 Minuten dort, nachdem meine Vorgängerin schon 80 Minuten vergeblich auf einen Auftrag gewartet hat.
An diesem Platz treffen sich die immer gleichen Obdachlosen.  Sie palavern den ganzen Tag - keine Ahnung, was es derart immer wieder zu erzählen gibt. Einmal fuhr ich eine junge Frau zum Geschäft gegenüber und diese erzählte mir, daß viele von diesen Immergleichen aus Bonn anreisen würden. Ich frage "Wie bitte?" - wir finden keine logische Erklärung dafür. Heute sind sie natürlich auch wieder dort. Männer, Frauen, Hunde .... Ein Mann läuft - 90 Minuten lang immer wieder die gleichen Bahnen in der nahen Umgebung ab. Mit einer nicht zu beschreibenen Körperhaltung und Gestik - von Armen und Fingern. 90 Minuten lang - kann ich den Kopf heben, wann immer ich will - und er wird aus irgendeiner Richtung wieder in meinen Blickwinkel laufen, unermüdlich. Manchmal hält er für einen kurzen Moment bei den Freunden - bevor er wieder seine immergleichen Bahnen zieht. Ich habe keine Ambition, seine genaue Bahn zu erforschen - es würde mich nervös machen. Aber ich registriere auch ohne Detailforschung, daß er ein System abgeht. Das wird er wohl den ganzen Tag weiter so betreiben, ohne zu merken, daß er müde ist.
So eine "Szene" rundum kann manchmal ziemlich nerven - manchmal kommen sie auch und quatschen einen an, weil sie gerne etwas Unterhaltung wünschen. Diesmal - habe ich Glück: Als ich mich gerade bei offener Tür, halb draußen sitzend, in meine Lektüre vertiefe - bemerke ich, daß sich ein Wesen angenähert hat. Ich schaue ein wenig hoch, weit brauche ich den Kopf nicht zu heben - es ist ein bezaubernder, kleiner, freundlicher Hund, der mich mit großen Augen anschaut.  Über solchen Besuch freue ich mich wirklich sehr und kraule ihne eine Weile. Weiß gleichzeitig, daß ich nun vollends meine Ruhe haben werde - denn Menschen, die von ihren Hunden begrüßt und gemocht werden, gelten in diesen Zirkeln als "in Ordnung".  Der Kollege hinter mir - kommt auch noch auf ein Schwätzchen, wird aber nicht gekrault. Derweil läuft der Läufer weiter - er läuft und läuft und läuft .... Frage mich, wohin er wohl eigentlich laufen will - aber hoffe auch, endlich hier wegzukommen, hoffe auf "Filmwechsel".
Nach 90 Minuten - ertönt eine nette, weibliche Stimme mit Akzent "Bist Du frei?" - Ohja, bittesehr - Hallelujah - es geht weiter. Zum Bahnhof und danach quer durch die Stadt zu einer Verabredung.
Mit einer weiteren "Läuferin". Genauer - mit einer Frau, die ich gestern schon fuhr - sie war dem Krankenhaus entlaufen und wollte mal eben nach Hause und wieder zurück. Wir waren für heute wieder verabredet - gerade, als ich am Krankenhaus ankomme, ruft sie mich auf dem Handy an und sagt ab. Sie sei zu angespannt. Ok ... ich fahre zum nächsten Halteplatz - und wer sitzt dort? Genau - sie sitzt auf einer Mauer in der Sonne und raucht ein Zigarillo. Dann kommt sie zu mir - und meint "Haben wir nicht eben telefoniert?" Ja - haben wir. Gut - jetzt will sie doch fahren, aber nicht so schnell. Es ist eine feine 30 Euro-Tour, ich fahre hübsch moderat. Sie ist ebenfalls eine "Läuferin" - manchmal hellwach und hier - manchmal wirr. Ich frage mich, wieviel Personen ich da gerade genau fahre - vermutlich mindestens zwei.
Ob sie ihren Pulli im Auto lassen könne? - ??? - Ob sie denn auch wieder zurückfahren wolle - und wann? - Na, so eine Stunde wolle sie mit ihrem Sohn spazierengehen. - Ich meine, dann nehmen sie den Pulli besser mit, und wenn sie zurück wollen, klingeln sie mich einfach kurz auf dem Handy an. - Gut. - Am Ziel frage ich nochmal nach. Nein nein, sie bleibt nur eine Viertelstunde, und ihren Pulli läßt sie solange im Auto. - Gut, meine ich. Ich gehe ein bischen spazieren und bin dann gleich wieder hier am Auto.
Sie kommt tatsächlich nach etwa einer Viertelstunde wieder und ich fahre sie zurück. Inzwischen habe ich in dem Viertel ganz neue, noch nie gesehene Bäume voller kleiner, praller, roter Früchte gesichtet - aber die Leute im Garten können mir leider nicht sagen, was das für Bäume sind. Da es türkische Leute waren - dachte ich, es wäre vielleicht ein Baum aus der Türkei? Nein - die Bäume wären schon da gewesen, als sie einzogen ins Haus. Ich probiere eine Frucht - köstlich und gehaltvoll. Werde es rauskriegen.
Ein verrückter Tag - und ein Tag voller vermeintlich Verrückter - die aber alle sehr harmlos sind.

Samstag, 20. Oktober 2012

Kinder- und Opferkultur ....

Fahre heute eine ältere Frau, die den Mann tagsüber im Krankenhaus betreut und sich von ihm scheuchen läßt, umso mehr, seit er pflegebedürftig ist, und die auch ihre Mutter pflegt. Frühmorgens gehr sie einkaufen für alle, sogar für sich selbst, dann zur Mutter, Frühstück machen, anschließend über Tag zum Mann ins Krankenhaus - Essen bringt sie ihm mit, er ißt das Krankenhausessen nicht - und abends wieder zur Mutter, Abendbrot machen. Dazu nimmt sie noch über Tag die Enkel zu sich, wenn der Mann nächste Woche wieder nach Hause kommt. Diesen pflegt sie seit fünf Jahren - und er sei durch die Krankheit recht aggressiv geworden, was er früher nie gewesen sei.
Ich frage sie, ob sie das Wort mit den 4 Buchstaben nicht kenne? Sie weiß, welches gemeint ist, ich buchstabiere es dennoch N-E-I-N. Ja, das würde ihre Ärztin ihr auch immer sagen. Aber Mutter wie Mann - wollten kein Pflegepersonal .... die würden immer nur sagen, sie wüßten gar nicht, was sie denn für einen Streß habe.
Ja, klar, sage ich. Die haben´s ja bequem. Und von denen wird auch nichts Anderes kommen. Empfehle ihr, heute abend mal zu üben, wenn sie endlich ihre Ruhe hat vor diesen Blutsaugern ("Blut ist dicker als Wasser" ....):
Schön laut zuhause das Wort mit den vier Buchstaben aussprechen - erstmal - ganz für sich.
Ich setze sie exakt dort ab - wo mir einst ein Mann erzählte, er könne nicht mehr - dieser pflegte schon seit Jahren seine Frau. Die - wollte auch nur von ihm bedient werden - und immer mitten in der Nacht um drei Uhr ein Spezialmenü ans Bett  Ich hatte ihn seinerzeit vom Puff abgeholt - er hatte mein vollstes Verständnis für solchen Ausflug.
Vielleicht lernen die beiden sich ja kennen - und den Rest des Lebens noch zusammen geniessen.

Verzeichne deutlichen Konsumrückgang ... und Wintervorfreude

... hier im Ländlicheren. In den Tagen des Urlaubs war ich einmal Lebensmittel einholen auf dem Markt - und dann höchstens noch irgendeine vergessene Kleinigkeit hinterher.
Gestern, am ersten Tag in der Stadt, bemerkte ich diffuse Gedanken wie "Was brauchst Du denn noch - könntest ju ja jetzt besorgen - war noch was?"  Ne - war nix. Alles prima. Alles da.
Na gut - ein paar feine Winterstümpfe noch ... aber die hole ich auf dem Markt. Und sonst? Nichts sonst. Aha!
Die Stadt mit ihren vielen Läden - suggeriert immer wieder über den Tag - bestimmt brauchst Du noch was.
Mit so ein wenig Urlaubsabstand eine interessante Beobachtung. Und in diesen Urlaubstagen habe ich sowenig Geld ausgegeben, wie selten zuvor. Daher auch der Beschluß, demnächst mal länger frei zu machen - nach vielen Jahren.
Jetzt freue ich mich schon auf den nächsten Markteinkauf und auf die nun erscheinenden Wintergemüse. Irgendwo las ich heute auf einer Restaurant-Außenwerbung was von "Grünkohl" .... und kann es kaum erwarten, mir einen köstlichen Eintopf von solchem zu machen. Wie sich der eigene Geschmack so über die Jahre wandelt - früher hätte ich sowas nicht angerührt, heute gelüstet es mich geradezu nach kraftstrotzendem Wintergrün.
Nächstes Wochenende wird die Uhr umgestellt - mir ist es sehr recht. Gehöre zu denen, deren Rhythmus sich nur ungern an diese Uhrdreherei auf Sommerzeit anpaßt.
Und jetzt noch diese letzten lauen, fast sommerlichen Tage genießen - das Farbspiel des Laubes, gerade auf seinem Zenit, prachtvollst in Gold, Silber und Kupfer schillernd.
Vermehrt gehörter Kommentar der Mitmenschen dazu: "Ach, das gibt wieder soviel Dreck!" Die spinnen, die Degenerierten .... Und von "bestem Humus" haben sie wohl auch noch nie was gehört. Der nächste, der so einen Spruch abläßt, wird von mir gefragt werden, ob Leichen ebenfalls unter "Dreck" laufen?!

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Gehirnwäsche-Erscheinungen

Erstehe im Supermarkt ein Glas köstlicher Bio-Oliven. Zwei Gläser stehen zur Auswahl - einmal kommen die köstlichen Früchte aus der Toscana und ein anderes Mal aus Griechenland. Beide - gut. Welche nehme ich jetzt mit? Und was fällt mir gerade ein, wenn ich an Griechenland denke? Genau - Euro Euro Euro .....
Besinne mich auf die Götterinnen und auf schöne griechische Landschaften und Inseln und nehme die griechischen mit. Die italienischen - sind ebenfalls köstlichst, aber die hatte ich beim letzten Male mitgenommen.
Ich finde das ziemlich erbärmlich - was mir heutzutage so spontan zu diesen beiden Ländern als erstes einfällt: Krisen und schlimmste Gängelei der Bevölkerung, Elend, Überlebenskämpfe .... da muß  man schon auf der Hut bleiben - um sich an Anderes, Wertvolles zu erinnern.

Hauspflegefreuden

Bei goldener Oktobersonne die Hausaufgaben nachgeholt: Hof und Zufahrt kehren. Stille geniessen. Wohltuender Kontrast zur Großstadt. Viel Raum. Das Haus steht allein, rundum ist viel Platz.
Die Nachbarn kommen gerade aus dem Urlaub wieder - sie fahren oft weg über Frühjahr, Sommer, Herbst. Und ich bin oft ganz allein im Haus. Gut.
Nochmal neu beginnen - ressentimentfrei. Wir - die Frau und ich - setzen uns zusammen auf die Treppe und erzählen ein wenig. Der Mann kommt auch dazu.  Nett eigentlich, so ein wenig Nachbarschaftspflege. Ich nehme hiermit die "Kontrollinstanz" zurück. Habe gelernt - daß es Sinn macht, so ein Haus zu pflegen und in Ordnung zu halten. Sogar Freude.  Es gibt etwas, was ich mit diesen Leuten teile: Die Freude an der schönen Umgebung, den Bäumen, dem vorm Fenster frühstückenden Eichhörnchen, den Vogelkonzerten .... Die große, prächtige Thuja, die der junge Mann von unten gerne fällen würde, hat auch hier Rückendeckung - kommt gar nicht in Frage. Gut - sie ist gerettet - durch klare Mehrheit.
Nach zwei netten Stündchen draußen, teils gemeinsam verbracht, halten wir eine Idee locker im Auge für das kommende Frühjahr: Einen gemeinsamen Gartentag, an dem wir zusammen die Beete pflegen - und danach vielleicht gesellig eine Flasche Sekt aufmachen. Ja, gerne. Bekanntlich geht Arbeit gemeinsam leichter von der Hand und macht mehr Spaß. Für meine Kräuter ist auch genug Raum - ich kann sie einfach in die Beete setzen, wo Platz ist und wo ich gerne möchte. Im kommenden Frühjahr.  Geht doch ...

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Aufgabe und aufgeben

Lauschte gestern - auf freundliche Empfehlung bei M. neulich - zwei Vorträgen von Thorwald Dethlefesen zur Astrologie (Astrologie als Schicksal und als - Symbolon) . Kam erstmals auf ihn - nachdem ich ein ungelesenes Buch von ihm irgendwann weggegeben hatte. Wußte nur, daß er einst mit Rüdiger Dahlke zusammen "Krankheit als Weg" herausgegeben hatte. Nun lauschte ich also - und stieg mit gemischten Gefühlen ein. Ein Mensch, der als "excellenter Rhetoriker" gilt - aber das würde nicht reichen, um derart die Dinge, die gesagt werden wollen, auf den Punkt zu bringen, wie er es tut in seinen Vorträgen - das muß aus dem tiefsten Inneren heraus klingen. Tat es auch - und klang an - allerdings auch an meine "Priester-Allergie", denn - soviel kann ich nachvollziehen - mit einer Schütze-Konstellation wie seiner und anderen Aspekten hatte er wohl auch einen gewissen Drang zum Priestertum. Doch - sei es, wie es sei - was er wie formuliert, ist sortiert und in vollkommener Ordnung. Daher überwand ich meine vorgenannte kurzzeitige Allergie zügig. Las mir gestern noch eine Kurzbiografie durch - und stieß auf Namen solcher Zirkel, die ich für mich nicht mehr konsultieren wollte (Levy, Blavatsky, Golden Dawn ... ).  Egal. Und bedenkt man die Zeit, in der er für sich lernte, studierte - so paßt es wieder. Umgesetzte "Priesterambitionen" - kommen ebenfalls reichlich vor in der Kurzbiografie. Allerdings muß ich sagen - der hatte auch was zu übermitteln. Und - wie oben angemerkt - auf trefflichste, geordnete Weise - so, wie nur jemand sprechen kann, der das, was er sagt, zutiefst verinnerlicht hat.

Was mich am meisten traf beim Anhören war seine Erörterung, was eine "Aufgabe" bedeute, beinhalte.   Jetzt, wo ich es vernommen habe - ist es scheinbar so einfach und klar: Es beinhaltet das Aufgeben von Etwas.
Ich könnte mir immer noch die Haare raufen und grundtief die Kopfhaut massieren, wie falsch ich das doch verstanden habe über soviele Jahre ... u.a., weil´s mir immer wieder von allen Seiten entgegenschallte, aber zuvorderst, weil ich´s geglaubt habe. In der Regel wird ja eine Aufgabe eher als saftige Karotte verstanden, in die man genüßlich beißen kann, wenn man sie denn endlich gefunden hat. Ein Ziel, ein Sinn, endlich die "Erfüllung" (auch ein interessantes Wort übrigens in diesem Kontext). Etwas Gücksverheißendes jedenfalls. Wer denkt schon dabei daran, daß es darum geht, etwas aufzugeben?! Aber - Aufgabe von Etwas ist gleichzeitig nur möglich, wenn es erlebt wurde. Angenommen, gelebt, erledigt = erfüllt. 
Da kann ich nur "Danke" sagen an den Herrn Thorwald, daß er mir eine der scheinbar saftigsten Karotten aus dem Visier genommen hat! Eine von denen - die immer noch da hingen.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Klärt sich alles - und bleibt unklar

Überwand den temporären Festhänger auf den allerletzen Seiten und fand es sehr amüsant, daß ausgerechnet dieser "Hänger" auf die "Archetypen" hinauslief, die ich mir als nächstes zuführen möchte. Es bleiben noch - Auszüge aus Briefen, die bei einem warmem Bade ein Genuß sein werden - und aus Zeiten künden, in denen Menschen noch Briefe schruben und sich derart anders ausdrückten, als  unsereiner heute mal eben über das Eintippen in eine Tastatur - und Verfügung über eine Löschtaste.
Was mich immer wieder zutiefst beeindruckt hat während der genüßlichen Lektüre: Hier spricht ein "berühmter Mann  mit studiertem und dekoriertem Hintergrund" immer wieder offen und ehrlich darüber, daß er nichts mit Bestimmtheit (zu sagen) weiß - sich aber durchaus auf das Nicht-Greifbare bezieht. Da gehört viel Größe dazu, Mut, sich ggf. von der Mehrheit der Ignoranten verlachen zu lassen. Also das Fehlen einer Profilneurose und von Geltungssucht. Jemand - der für sich selbst die Dinge ergründen wollte - und wie er beschreibt, auch mußte. Jemand, der über sich selbst sagt, nach einem intensiv forschenden Leben, er habe höchstens einen Hut voll Wasser aus dem unergründlichen Fluß schöpfen können. Noch ein paar unerhörte Zeilen hier aus einem erstaunlichen Lebensbericht, der meinerseits über den Solarplexus und nicht über den Verstand aufgenommen wurde, wird.

„…. Je älter ich wurde, desto weniger verstand oder erkannte ich mich.
Ich bin über mich erstaunt, enttäuscht, erfreut. Ich bin betrübt, niedergeschlagen, enthusiastisch. Ich bin das alles auch und kann die Summe nicht ziehen. Ich bin außerstande, einen definitiven Wert oder Unwert festzustellen,  ich habe kein Urteil über mich und mein Leben. In nichts bin ich ganz sicher. Ich habe keine definitive Überzeugung – eigentlich von nichts.  Ich weiß nur, daß ich geboren wurde und existiere, und es ist mir, als ob ich getragen würde. Ich existiere auf der Grundlage von etwas, das ich nicht kenne. Trotz all der Unsicherheit fühle ich eine Solidität des Bestehenden und eine Kontinuität meines Seins.
Die Welt, in die wir hineingeboren wurden, ist roh und grausam und zugleich von göttlicher Schönheit. Es ist Temperamentssache zu glauben, was überwiegt: die Sinnlosigkeit oder der Sinn. ( …….. ) Wahrscheinlich ist, wie bei allen metaphysischen Fragen beides wahr: das Leben ist Sinn und Unsinn, oder es hat Sinn und Unsinn.  Ich habe die ängstliche Hoffnung, der Sinn werde überwiegen und die Schlacht gewinnen.
Wenn Lao-Tse sagt: „Alle sind klar, nur ich allein bin trübe“, so ist es das, was ich in meinem hohen Alter fühle.  Lao-Tse ist das Beispiel für einen Mann mit superiorer Einsicht, der Wert und Unwert gesehen und erfahren hat, und der am Ende des Lebens in sein eigenes Sein zurückkehren möchte, in den ewigen, unerkennbaren Sinn. Der Archetypus des alten Menschen, der genug gesehen hat, ist ewig wahr. Auf jeder Stufe der Intelligenz erscheint dieser Typus und ist sich selber identisch, ob es ein alter Bauer sei, oder ein großer Philosoph wie Lao-Tse. So ist das Alter – eine Beschränkung. Und doch gibt es so viel, was mich erfüllt: die Pflanzen, die Tiere, die Wolken, Tag und Nacht und das Ewige in den Menschen.
Je unsicherer ich über mich selber wurde, desto mehr wuchs ein Gefühl der Verwandtschaft mit allen Dingen. Ja, es kommt mir vor, als ob jene Fremdheit, die mich von der Welt solange getrennt hatte, in meine Innenwelt übergesiedelt wäre und mir eine unerwartete Unbekanntheit mit mir selbst offenbart hätte.“

Montag, 15. Oktober 2012

Temporärer Festhänger im C.G.J- Buch und Erlösung in Träumen

Komme nicht durch eines der letzten Kapitel des Jung-Buches. Habe keinen Schimmer, was er da eigentlich genau sagen will. Muß nochmal von vorne .... das Kapitel. Und nicht im Bette - dafür ist es zu intellektuell - im Gegensatz zu den vorhergegangenen Kapiteln.
Dafür hatte ich heute morgen einen Traum, an dem er sicher seine helle Freude gehabt hätte. Staune selber. Hatte Träumen wohl nicht übermäßig Beachtung gezollt bislang. Und nicht alle erinnert. Diese Erinnerung verbessert sich nun scheinbar zunehmend - und die Deutlichkeit von diesem Traum und seinen Bildern heute ist trefflich. So trefflich, daß ich immer noch zwischen den Welten befindlich bin und nicht recht in die Tagwelt komme.  Mich frage - welche wohl "realer" ist?
Jedenfalls - trotz einem leicht verschwurbeltem Kapitel gen Ende - bin ich dem Herrn Jung sehr dankbar dafür, daß er mich scheinbar das "rechte Träumen" lehrt. Und schon gespannt auf das Archetypen-Buch. Ja, die Worte vom Herrn Jung klingen irgendwo tief in der Seele an - und bringen Licht hinein ins Dunkle. So wie in diesem Traum heute, in dem es in immer tiefere Gewölbe hinunterging.  
Vielleicht auch (aus-)gelöst durch vermehrtes, gezieltes Strömen - das ist ja auch eine Art Eintauchen in eigene bzw. weitere Gefilde, die sich nicht auf die Tagwelt beschränken. Gut, so ein Urlaub!

Sonntag, 14. Oktober 2012

Ich will gar nichts "Neues" ....

.... ich will das Alte, Bewährte. Angefangen von archaischen Rhythmen und Klängen, die uns tatsächlich in der Tiefe berühren - bis über uralte Heilkünste und Wissenschaften, die ein Mensch lebenslang ergründen kann und die ihrerseits ineinander verwoben sind.. All das "bewährte Alte" - welches von "modernen, aufgeklärten Menschen" zugemüllt, verschüttet wurde. Aber es ist ja noch hier. Und aus diesem "Alten" - gepaart mit moderat eingesetzter, sinnvoller Technik - ließe sich schon jetzt eine feine Welt gestalten.  

Hier stehen noch ein paar gefüllte Schatzkisten, die ich für einige Jahre geschlossen hatte, nachdem ich zuvor vergeblich versucht hatte, den Inhalt in eine gewisse Form zu bringen. Halbherzig. Halbherzig, weil es darum ging - mich zu verkaufen. Ich will mich aber gar nicht verkaufen, sondern behalten.
Jetzt mache ich mal die Kisten wieder auf - die schon lange bereit stehen. Es braucht nichts Neues, nur einen neuen Anfang. Und es braucht auch nicht zahllose und neue Karrotten - sondern vielmehr eine Beschränkung auf Weniges, welches sich von selbst erweitert.  Und welches schon lange ruft. Lauter geht´s kaum. Der alte, einstige Ansatz - bleibt goldrichtig: Ich lerne einfach für mich - weiter.
Der rationale Ansatz - wie kann ich am besten damit Geld verdienen? - darf ruhen. Meine Erfahrung: Wenn das Leben möchte, daß Interessenten kommen - so schickt es diese vorbei. So geschah es auch noch ein paar Mal in den vergangenen Jahren - aber es ging daneben - war halbherzig und lehrreich.
Ich bleibe also unverbesserlich - indem ich einfach vertraue, daß die Dinge gegebenfalls an ihren Platz fallen, wenn sie es sollen. Es gibt eine Menge Menschen - bei denen genau dies geschieht - obwohl es völlig irrational erscheint. Andere - rühren Werbetrommeln aller Art - und die Resonanz bleibt aus. Ob etwas erfolgt - hat für mich also wenig  damit zu tun, ob man sich auch gut verkauft und ob es auch einen Markt gibt - sondern mit dem, was geschehen soll - oder auch nicht.
Das Einzige, was wirklich zu tun ist - ist die eigene Passion zu pflegen und dieser Raum zu geben. Wie das geht, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. In den Zeiten, wo das Leben mir die nötigen Geldmittel schenkte (ohne mein Dazutun oder einen eigenen "Verdienst" - sondern, weil es sein sollte) - habe ich gerne sieben oder acht Stunden am Tag geübt auf den Instrumenten - wenn ich es gerade nicht tat, memorierte ich Rhythmen oder war einfach mit den Händen in Bewegung, und des Nachts habe ich davon geträumt. Was andere Passionen betrifft - so ging ich es ähnlich an - ließ mich ergreifen und stürzte mich hinein. Alles, was ich so anging, ist immer noch bei mir. Manchmal habe ich das Eine für eine Weile beiseite gelegt und mich auf das Andere konzentriert - aber immer, wenn etwas will, meldet es sich wieder, auch jetzt noch. Der Fehler, den ich begangen habe, war, allzu lange zu denken "Ach - das bringt doch alles nichts." Überhaupt daran zu denken - daß es etwas "bringen soll".  Das ist, wie wenn ein Geschenk zu Dir kommt, mit dem Du nie gerechnet hättest - und Du es an sich nicht wertschätzt, sondern immer noch mehr geschenkt haben willst. Vielleicht gehört das zur Krise und zum Älterwerden: Mal wieder gut hinschauen, was alles ist - und erkennen, wie wertvoll das ist. Daran hat´s mir gefehlt. Und am "Weniger ist mehr".
Las eben bei Lily drüben erfreut und beglückt vom einzig wahren Tempel: ".... der Wald die Kirche, die Musik das Gebet, das Lesen die Andacht…" Alles Andere - scheint mir eher eine Art hektische, rasende Kirmesbude zu sein.

Samstag, 13. Oktober 2012

Ach - tief seufzend - wie so oft ....

... erkennen wir doch erst das Gold im einst Gegebenen, wenn wir es verloren haben.
So erging es mir in den vergangengen Tagen allzu schmerzlich - mit meiner einst geliebten Kaffeedose voller Spax-Schrauben, als ich so nötig eine von ihnen brauchte. Der Türgriff der Haustür - mußte festgeschraubt werden - die alte Schraube fiel mir einfach entgegen und jetzt - hält´s nicht mehr recht.
Ich erinnerte mich an meine mich über Jahrzehnte schon begleitende, oft so wertvolle Dienste geleistet-habende alte und prallvolle Dose mit Spax-Schrauben. Und erinnerte mich auch dran, daß ich genau diese bereits nach dem letzten Umzug völlig vergeblich gesucht hatte. Erinnerte mich daran, was ich alles verschenkt und hinter mir gelassen hatte an Materiellem - und auch Werkzeug hatte ich am Ende gerne an die Umzugshelfer mitgegeben. Solche Dinge, die man eben über Jahre nicht mehr benötigt bzw. gebraucht hat. Eine Stichsäge beispielsweise. Also - auch diese einst so geliebte Dose mit Schrauben .... ja, so muß es gewesen sein - ich hab´ sie weggegeben am Tage des Umzugs. Da kannst Du nichts mehr dran machen .....
Schaute im Baumarkt nach - so ein mageres, sehr schlappes Sortimentchen an hübschen Schrauben - kostet viele Euronen. Sehnsucht .... nach meiner einzigartigen und vielfältigen Schrauben-Sammlung schmerzt mich nun -  unerwartet. Das - habe ich zweifelsohne von meinem Vater mitbekommen - der im Keller ein höchst interessantes Sammelsurium pflegte - Nägel, Schrauben, Muttern .... teils sorgfältigst und mit Liebe von der Straße aufgeklaubt - weils ja noch gut und brauchbar ist.  Allerfeinstens in Kästchen und ebenso fein in große Schubladen sortiert. In Erinnerung an seine Zeit als Schreiner einst vermutlich. Feine Scharniere und Beschläge fanden sich also auch - unter vielem anderem metallischem Kleinod. Bei mir fand und findet sich noch immer - erstaunlich vieles solches.
Und nachdem ich die freiwillige und möglicherweise auch leichtsinnige Aufgabe meiner geliebten Schraubendose auf die ihr angemessene Weise betrauert hatte - fand sie sich plötzlich wieder. Einfach so - ohne Suchen. Nein - ich hatte sie nicht ausgesetzt und einfach weggegeben. Plötzlich - war sie wieder hier. Und jetzt kann ich sie ganz neu wertschätzen - vielleicht so, wie jemand Anderer gerne in Gold badet. Meine Augen badeten eben in der Vielheit dieser Schrauben. Eigenlich immer noch dieses Kinderaugen-Bad - in den Kellerschätzen des Vaters. Von dem ich noch so viel mit mir trage.
Brauche neue Kreuzschraubendreher .....

Markt- und Kellerbesuch ....

Marktbesuch im kleinen Nachbarort. Kleiner, feiner Markt - alles da, was ein Mensch so benötigt - für die Ernährung, Kleidung und auch Schönheit in Form von Blumen und Pflanzen.
Für 20 Euro erstehe ich: Äpfel einer alten und vitaminreichen Sorte, Möhren, Porree, einen Blumenkohl, rote Paprika, Tomaten, rote Beeten, Fenchel, Feldsalat ... 10 langstielige, frische rote Rosen und ein Stück Kuchen - als Göttergabe, quasi der teuerste Teil des Einkaufs - sowie ein 1.000 Gramm schweres, köstlichstes Holzofenbrot aus Roggen und anderen Körnern . Das kriegst Du - schon gar nicht in dieser Qualität - in keinem Supermarkt. Quasi alles - regional hergestellt, angebaut. Ein Schlaraffenland. Mußte mich hier nochmal wiederholen - schrub ja schon öfter über den für mich mit Abstand besten und günstigsten Ort zum Einholen - Wochenmarkt eben - und meine Freude daran, was das Leben mir dort durch die BäuerInnen und HändlerInnen zuteil werden läßt. Heute - hatte ich mal Samstags frei und freute mich, diesen kleinen Markt in der Umgebung kennenzuleren. Übrigens, für mich ein weiterer vitaler und wertvoller Aspekt, auf einem Markt einzukaufen: Hier werden noch ehemals natürliche, zwischenmenschliche Kontakte in Form von Austausch gepflegt.  Es gibt nicht etwa Selbstbedienung - sondern  eine Form von Kommunikation zwischen den Menschen vor - und hinterm Tresen - und sei sie noch so banal, etwa in Form von schlichter Ansage, was gewünscht ist.  Dieses uralte Spiel machte mir heute am Gemüsestand umsomehr Freude, als das ich von einem strahlenden Wesen bedient wurde - und wir uns mehrfach breit angrinsten während des Geschäftes. Dazu - lernte ich etwas über eine alte Apfelsorte. Und an anderem Verkaufsstand wurde ich freundlich gefragt, ob ich Beratung wünsche? All diese schlichte Kommunikation - gibt es noch auf lebendigen Märkten - aber sicher nicht mehr an vielen anderen Orten. 
Ging noch ein wenig durch den Ort und kurz auf eine Art Hügel. Zwar herrschte auch im Ortskern samstägliches Treiben, aber kein Vergleich mit der Kolonie. Es ist viel  beschaulicher. Und das - tut mir sehr gut nach sovielen Jahren in der großen Stadt. Hin- und Rückfahrt durch´s erbauliche Grün - so idyllisch wie in einem Rosamunde-Pichler-Streifen ....
Manchmal fehlt es mir noch an der rechten Wahrnehmung - auch nach einem halben Jahr hier - daß ich tatsächlich nicht mehr in der Kolonie hause. Liegt auch am noch andauernden und sinnlosem  Job in der Kolonie .... der zieht zuviel Energie ab, alles viel zuviel Gewohnheit und Routine.
Gestern abend - fand ich mich plötzlich und endlich mal für eine wahrnehmende Weile in meinem "Keller" wieder. Der eigentlich gar kein "Keller" ist - sondern ein geräumiger, heller und sehr freundlicher Raum. Mit weißen Wänden, einer feinen weißen, schalldämmenden Styropor-Decke und einem freundlich-hellen Bodenbelag. Am Tage fällt reichlich Licht durch zwei Fenster und auch Sonnenstrahlen.  Jetzt ist er sogar mit neulich auf der Straße verschenktem, perfektem Arbeitstisch ausgestattet - mit weißer Arbeitsplatte. Wollte nur mal eben ein Musikinstrument raufholen ... und stand dann dort, staunend, wieviel freundlichen Raum ich noch gar nicht eingenommen habe - obwohl er mir doch hier zur Verfügung steht. Immerhin - ein Moment des Merkens und Staunens.
Tatsächlich - kann ich gerade nicht viel "tun", außer viel Geduld mit mir zu haben. Alle Vorstellungen, wie es sein sollte und was ich alles hier auf die Beine stellen könnte - sind, waren eben noch Vor-stellungen. Die Seele - fordert ihre ganz eigene Zeit. Und ganz besonders freie Zeit - wovon ich gerade glücklicherweise einige wertvolle Tage habe. Es ist und war - sehr viel zu verdauen, was so in den vergangenen Jahren geschah - wieviel Überladung, (Überlebens-) Stress und Enge sich aufgebaut haben und nachwirken, obwohl die Umstände sich schon teils geändert haben - hallelujah!  Das ist vielleicht, was unter Karma zu verstehen ist: Die Früchte der eigenen Dummheit und Ignoranz - wollen auch geerntet werden. Bzw. - geerntet sind sie - Verarbeitung und Verdauung sind not-wendig. Und hierauf habe ich offenbar nicht wirklich viel Einfluß, denn er dauert länger, als ich dachte, dieser Verdauungsprozeß.  Das Verdauuen von allem, was eher bitter geschmeckt hat oder noch schmeckt - um dann mit leerem Magen - wieder von vorne zu beginnen. "Fällst Du sieben Mal hin - steh acht Mal auf" - sagt man irgendwo im Osten. Anders - geht´s nicht. Aber was die Liegezeit auf der Schnauze betrifft - da braucht´s eben manchmal Geduld. Diese aktuelle - dauert zumindest scheinbar länger und hat eine andere Qualität: Der ehemals jugendliche Leichtsinn scheint verblasst, die Zeiten, in denen ich mich, "nach-was-auch-immer", zügig wieder auf die Beine stellte und einfach weterging. Ich bin jetzt wohl keine 20 mehr (was ich oft kaum glauben kann ...).
Jetzt - so kurz vor 50 etwa - stellt sich die Frage: "Wat soll dat allles hier - jenau? Wofür is dat - jenau - juut? Wat - willl denn dieses Leben bloß von mir?"
Was zum Teufel - soll ich hier genau lernen?"  Die alte Methode - einfach aufstehen, Staub abklopfen und weiterlaufen - funktioniert nicht recht. Für die kommenden Jahre - braucht es wohl etwas Gehaltvolleres. Das Gute: Alles, was jeh in irgendeiner Weise gehaltvoll war - ist noch bei mir. Materiell - wie immateriell.  Ruft weiter  nach Neusortierung.
Schön schon mal - daß es keinen dunklen Keller mit allzu hungrigen Geistern mehr gibt - sondern nur noch einen geräumigen, freundlichen und hellen Raum mit guten Optionen.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Segensreiches Fieber ....

... hörte heute weiter dem Vortrag von Dr. Rüdiger Dahlke unter dem Titel "Krankheit als Sprache der Seele" zu. Wurde noch hellhöriger, als er erwähnte, daß Fieber quasi ein Segen ist (meine subjektive Hörart!) - und das jedes Grad Fieber die körpereigenen Abwehrkräfte quasi verdoppelt. Hatte im vergangenen Winter etwa dreimal Fieberschübe bis zu 40 Grad und war zunächst etwas beunruhigt - wenn ich denn überhaupt wach war während dieser Schübe und nicht einfach über gut 48 Stunden lang schlief..
Irgendwann besann ich mich auf eine simple Methode, um es doch kurzzeitig wieder etwas herabzusenken, weil mir gut 40 Grad "etwas zu heiß" und eventuell einen Hauch bedenklich erschienen: Ich nutzte einen in meiner "arzneimittelfreien Hausapotheke" befindlichen Kupfer-Roller - Kupfer kühlt - und rollte mir die Waden damit. Das Fieber klang zügig um etwa ein halbes bis um ein Grad ab. Ansonsten war es mir sehr willkommen, dieses Fieber - als eine Art Entladung von schon lange latent im Körper lodernden Entzündungen, die mit seiner Hilfe ausbrannten.
Ich nahm mir alle Zeit, die ich brauchte, um ohne Pillen wieder zu gesunden.
Kürzlich fuhr ich eine sehr sympathische junge Frau in der Limousine - und irgendwie kamen wir sofort auf das Thema "Schilddrüse"  - sie hatte sich die ihre herausnehmen lassen und muß nun ständig Hormonpillen zu sich nehmen. Ich erzählte ihr, daß ich an diesem der Damenwelt gerne gereichten Kelch von seiten der Pharma-Industrie (lebenslänglich Hormonpillen) glücklicherweise vorübergegangen bin - nach kurzer und reiflicher Überlegung, Und daß alles, was mir damals der betreffende Arzt nur äußerst widerwillig auf meine sehr detaillierten Fragen geantwortetet hatte, den Körper und seine Funktionen, besonders auch die Schilddrüse, nur noch mehr durcheinander- statt ins Lot gebracht hätte. Dieser Arzt war stinksauer ob meiner unermüdlichen Detailfragen zu seiner beabsichtigten und rein routinemäßigen Vorgehensweise in drei Standard-Schritten, die keinerlei echte Erhellung gebracht hätten - und drohte mir am Ende gar sehr unpädogisch und ziemlich zornig mit den Worten "Wissen Sie - es ist kein Spaß, an Schilddrüsenkrebs zu sterben." Das war für mich das Stichwort, aufzubrechen und auf solcherart schulmedizinische Betreuung ab sofort gänzlich zu verzichten. Gehörte eh schon lange zu solcher Klientel, die nur in Notfällen schulmedizinischen Rat einholt.
Eine mir seinerzeit bekannte Heilpraktikern leistete mir weit wertvollere Dienste, indem sie mir das Fachchinesisch der "Schilddrüsen-Sintigrafie" auf eine einfach verständliche Sprache übersetzte. Fazit: Im Grunde kein Grund zur Besorgnis. Danke nochmal dafür!
Dieser jungen Frau in der Limousine - erzählte ich nun etwas, was kaum zu glauben ist, aber im Tierreich durchaus Usus ist: Organe - können auch nachwachsen. Sagte ihr - ich würde es ihr zugestehen, daß sie mich für völlig durchgeknallt halten möge, wenn ich ihr ebendies nun erzählen würde. Und ich gebe zu - daß ich bewußt derart "dick auftrug" - weil sie denkbar weit entfernt von solcher Vorstellung war - wie die meisten von uns. Tatsächlich gibt  es aber auch bei uns Menschen solche "Verrücktheiten". Hier ging´s mir nur drum - kurzerhand allzu fixe Ideen und Gläubigkeit für eine Sekunde zu sprengen.
Später unterhielten wir uns über so Lapidares wie Grippe. Ich zitierte den allseits bekannten Spruch: Mit Medikamenten dauert sie etwa sieben Tage - ohne eine Woche. Diese junge, vitale Frau erwiderte "Ja, aber - wir hätten ja keine Zeit heutzutage, um krank zu sein." Ich denke, ich weiß wohl, was sie damit zum Ausdruck bringen wollte - vielleicht, ohne sich darüber bewußt zu sein. Aber ich würde es anders formulieren: Wir nehmen uns keine Zeit mehr für den möglichen Segen einer Grippe und den Segen von Fieber, als reinigendes und auslotendes Geschehen.

Sofern ich also den wohlgewählten Worten des Herrn Dahlke Beachtung schenken möchte - hatte ich  im vergangenen Winter das Vergnügen, meine körpereigenen Abwehrkräfte um ein Vielfaches zu steigern. Und mir ist auch bewußt - daß ich mich erwischen ließ - weil ich eh schon "angeschlagen" war.
Das letzte Mal, daß ich solches Fieber erlebt hatte - war gut zwanzig und vielleicht ein paar Jahre her. Ich schaffte es gerade noch, von der Arbeit bis nach Hause zu kommen - und schlief drei Tage durch. Nach drei Tagen klingelte das Telefon - jedenfalls für mich erstmals wieder hörbar und somit zurückkehrend aus anderen Tiefen in die "Realität" - und ich meldete mich, immer noch im Fiebertrauma, mit dem Spruch, den ich in der damaligen Firma am Telefon abzulassen pflegte - vollautomatisch. Meine Mutter war dran - und fragte entsetzt, was denn los sei. Daraufhin fing ich plötzlich und spontan zu heulen an .... weil ich selbst keine Ahnung hatte, was da losgewesen war in den völlig verschlafenen Tagen. Und weil ich nicht recht wußte - wo ich gerade bin. Heute - recht lustig.
Es muß wohl schon nach einem Schlüsselerlebnis bezüglich "Antibiotika-Gaben" gewesen sein - welche Ärzte ja so gerne kurzerhand verschreiben bei einer "natürlichen Grippe" - im Sinne von notwendiger Selbstregulation des Systems.
Hatte mir bis dahin nur einmal solches Zeug verschreiben lassen - und fand es nach zwei Tagen auf Teufel-komm-raus nicht mehr. Klarer Fall - ich hatte mir nämlich sehr sorgfältig zuvor die Packungsbeilage und die Wirkungsweise dieser Pillen durchgelesen - mit wachsendem Widerstand gegen solche Abstrusität. Und vermutlich - muß ich sie unbewußt entsorgt haben - denn ich fand sie nie wieder. Und nahm auch nie wieder sowas ein seither.
Klarer Beschluß unbewußter Art war also: Friß nicht unnötig solchen Dreck - belaß´ es für einen hoffentlich nie eintretenden Notfall.
Etwa 20 oder 25 Jahre später also - erlebte ich erstmals wieder ein solches Fieber, wie ich es aus Kindheitstagen gut kenne. Da hatte ich das öfter - aber es gab noch keine Antibiotika-Hörigkeit. Ich lag einfach ein paar Tage da mit knapp 40 Grad Fieber - und das Wurzelholz aus dem Schrank der Eltern sprang mir entgegen - schuf Albträume, Bilder und Visionen ...  wurde lebendig und ließ mich in mehreren Dimensionen dümpeln. War nicht immer lustig - aber zweifelsohne sehr interessant. Ich würde also behaupten - daß Fieber auch durchaus ein Geschenk zur Bewußtseinserweiterung sein kann.  Wie auch immer - es ist sicher kein "Feind". Sondern vielmehr eine nötige Reinigung - von welchen Schlacken auch immer. Und es kriegt mich immer nur dann - wenn es mir etwas zu erzählen hat - dem ich ansonsten nicht zu lauschen bereit bin.

Ist es schon wieder Frühling?

Da läuft gerade eine mehr als angeregte Unterhaltung zwischen den über Winter hier verbliebenen Vöglein ab .... mehr Freude und Lebendigkeit sind kaum vorstellbar. Konzert - würde ich es nicht nennen, denn ihre Töne sind begrenzt. Was die Freude am Zuhören nicht mindert.
Des Morgens finde ich nun auf den Dachfenstern leicht gefrorene Eisplatten. Durch die Wälder ringsum sind die Nächte hier immer sehr feucht und die Scheiben fast jeden Morgen, auch im Sommer, mit Nässe belegt. Im Winter kann ich wohl nicht mehr durchgucken, so die Sonne nicht am Himmel leuchtet? Ne - wird schon. Habe noch keine Heizung an über Nacht - und auch am Tage nicht, da ich geöffnete Fenster liebe. Noch - immer nur für wenige Stunden am Abend, wenn es nötig ist, und dann auch nur zwei von so vielen Heizkörpern. Nach einer halben Stunde des Anwerfens - verbreitet sich eine fast tropische Hitze im Raum, das es kaum auszuhalten ist und ich wieder runterdrehe. Diese Wärme bei Bedarf - ist schon Goldes wert.  Dazu kommen angehende Wechseljahre mit Hitzewallungen - von daher lassen mich die Strompreis-Unkenrufe gerade recht kalt, bzw. warm. "Heizkosten sparen mit Wechseljahres-Hormonen" - wäre doch ein schönes Umweltprojekt  ....

Mittwoch, 10. Oktober 2012

In meiner Ahnenlinie gibt es einen wunderbaren Namen ...

... "Gutzeit" lautete dieser. Gibt es schon länger nicht mehr, dennoch bin ich eine nachgekommene "Gutzeit". Das - ist kein Kindelspiel, sondern eine wertvolle Erinnerung. An so Simples, wie, daß jeder Tag seine guten Zeiten und Seiten hat. An solches - daß in jeder Zeit jederzeit etwas Gutes zu finden ist. Oder daran, wie wichtig es ist, sich im Leben immer wieder gute Zeiten zu schaffen. Nomen est omen - heißt es ja.
Nach Gutzeit kam noch anderes Gutes - gemäß des "Nomen est omen". Und die Vornamen, die mir meine Eltern mit auf den Weg gaben - sind gewiß nicht von schlechten Eltern, ganz im Gegenteil. 
Ich bin sicher, daß was dran ist am "Nomen est omen". Die Namen klingen mit auf der Lebensreise. Die Botschaft der Ahnen mittels "Gutzeit" - jenseits aller ihrer einstigen Bürden - ist mir jedenfalls öfter eine helle Freude. Und fast ist mir so - als hätten sie eine Art "Internet" und könnten es vernehmen.
Mit einer anderen Namenslinie - bin ich nicht so einverstanden und will noch meinen Frieden finden. Einstweilen ist es wohl besser - mich wieder mehr auf die Gutzeits zu besinnen. Da steckt nämlich viel Liebe drin. Und Lebenslust.
Die Anderen - eher einem Clan von Ungeliebten entspringend - trage ich dennoch im Herzen. 

Lampen-Umerziehungs-Angebote

Erstand eben bei einem großen Discounter eine feine Lampe für schlappe 10 Euronen - genau so eine, wie ich sie zum Lesen im Bette wünschte. Inklusive zu diesem eigentlich nicht realen Preis - gab´s eine Quecksilber-Birne. Suchte auf der Packung nach einer Fassungsangabe ... finde keine - wird schon passen. Beim Auspacken und Zusammenschrauben stelle ich fest: Die gute alte warmlichtige Glühbirne soll nicht hineinpassen. Der Schirm ist gerade so eng gehalten, daß die dicke runde Birne nicht mehr passen soll - wie auch die innenliegende Beschreibung per Symbol zeigt - eine durchgestrichene Glühlampe. Mit ein bischen Behutsamkeit und Fingerspitzengefühl - kriege ich das aber doch hin. Schicke Lampe. Jetzt muß ich nur noch zur Sondermüll-Entsorgungsstelle - die Quecksilber-Birne wieder weggeben. Meine Umerziehung ist glücklicherweise gescheitert, wenn auch äußerst knapp. Hoffe - literal - die gute warme Glühlampe hält diesem Druck möglichst lange stand. Im Moment gibt es erstaunlich viele solcher Angebote in den großen Läden, inklusive mitgelieferter Quecksilber-Birne - als Umerziehungsofferte. Welcher vernünftige Mensch gibt denn schon eine geschenkte Birne zum Sondermüll?!