Montag, 30. April 2012

Brennessel- und Himmels-Delikatessen

Habe eben eine gute Portion Brennessel-Spitzen abgeräumt - direkt auf der Zufahrt zum Haus. Als der Nachbar von unten mir mitteilte, daß er diesen Streifen nicht mehr mähen würde ... es sei schließlich Sache der Stadt ... klickte es bei mir. Bevor die hier mähen - schnell noch die Delikatessen ernten. Ein wunderbarer Brennessel-Garten vorne! Gestern gab´s schon Giersch und Spitzwegerich - auf dem Spazierweg in die Jackentasche geerntet.
Hängte heute die erste Wäsche nach draußen. Vor lauter Wind und Wetter hier - herrlich! - flog das unbefestigte Zeugs teils auf der Wiese rum - weil ich gerade keine Ahnung habe, in welcher Kiste ich die Klammern finden könnte. Ging also mal einsammeln. Ein Wunder nach Jahren in der Dunkelkolonie ohne Raum: Es duftet köstlichst und ist schon fast trocken. 
Ein Wunder - der weite Himmel.
Sich mehrmals am Tage wandelnd.
Der morgendliche Duft nach feuchtem Wald.
Am Tage der Duft nach aufziehendem Sommer.
Das viele Licht.
Nein - ich vermisse das alte Köln nicht.
Werde ja eh noch oft genug dort sein - wenn mein Umzugsurlaub verstrichen ist.
Was für eine Mischung.

Die Schwalben sind da .....

... nisten hier unterm Dach. Klappern und klopfen zur Dämmerung, wenn sie einfliegen. Hektische Typen. Passen aber gut zu Zwillingssonnen.

Geliebter Mai

Im Laden heute: Haben Sie maibaumtaugliches Kreppband?

Eine erste fundierte Lektion: Es gibt auch im Paradies kein Paradies


Ging heute erstmals wieder durch den Wald und auf die höchste Erhebung hier. Traf ein vor mir flüchtendes Reh und bewunderte seine Fähigkeit, lautlos und geschmeidig durch all das Geäst zu jagen. Blieb noch eine Weile stehen, aber es kamen keine weiteren hinterher. Aus dem Wald herauskommend gibt es einen landschaftlich-paradiesischen Platz mit weiten Wiesen und einer Märchen-Aussicht auf die Hügel der Gegend. Fast wähnte ich mich im schönen Bayernland und in einem Rosamunde-Pichler-Streifen. An der ersten Kreuzung hinter Wald und Wiesen in Richtung „Zivilisation“ zurück gibt es eine Art Hof, auf dem sehr viele Tiere hausen. Die zahlreichen Hunde schlugen schon an, bevor ich um die Ecke bog. Ich registrierte wieder die anderen Tiere, die vor dem Hoftor am Wegesrand hausen. Ziegen, Schafe, Pferde, Ponies …. Beim ersten Spaziergang seinerzeit, nachdem ich die Wohnung angeschaut hatte, war es ähnlich laut und wild dort – aber da kam auch gerade das Postauto. Und ich registrierte schon den Menschen, der dort lebt. Heute – kam er wieder heraus, weil die Hunde laut kläfften, als ich vorbeikam. Ein großgewachsener Hund schoß aus dem Tor heraus mit einem Affenzahn – und lief in die falsche Richtung, was mich zutiefst amüsierte. Ich rief ihm zu „Hier, Schätzchen, hier bin ich.“ Ein nettes, weiches Streichelschaf in der Rolle einer reissenden Bestie. Er stand direkt an meinem Knie – um sich streicheln zu lassen – und hörte erst gar nicht auf den Bewohner, der ihn zurückrief, um den vorhergehenden Aufruhr zu sortieren. Ich sagte also noch zu diesem großen, freundlichen Schaf „Geh schön nach Hause jetzt.“
Dieser Hof mit den vielen Tieren hatte schon bei meinem ersten Besuch mein Interesse erweckt und ich hatte mir vorgenommen, mal nachzuhören, was das für ein Ort ist. Heute – ergriff ich die Gelegenheit beim Schopfe, den Hofherren selbst zu fragen – bevor mir fremde Wertigkeiten entgegengebracht werden.
Ich grüßte ihn also und fragte geradeheraus „Was ist denn das hier für ein Ort hier, was machen Sie mit den vielen Tieren?“ Er fragt zurück „Was geht Sie das denn an?“ Ich antworte „Gar nichts. Da haben sie ganz recht. Ich war nur neugierig“ Ja – so seien die Menschen – neugierig. Wer ich denn sei? Oh, ich wohne jetzt hier in der Nähe – und werde wohl öfter vorbeikommen auf diesem Weg. Er erzählt, daß er schon oft Schwierigkeiten bekommen habe mit den Nachbarn (recht weit entfernt !!!), weil die Hunde eben anschlagen und sich gerne ein bischen wichtig tun. Und –zig Male hat man ihm das Ordnungsamt und die Polizei auf den Hals gehetzt. Ich versichere ihm, daß ich von diesen Institutionen weit entfernt bin, wollte eben einfach gerne wissen, was das für ein Ort ist. Natürlich – ist es einer für Tiere, die ihr Gnadenbrot bei ihm erhalten. Dachte es mir schon – aber dachte auch, es sei das Beste, ihn bei dieser goldenen Gelegenheit direkt selbst zu fragen, bevor mir Andere erzählen, was das für ein „unmöglicher Ort“ oder sowas sei. Und ihn bei der Gelegenheit auch noch vorzuwarnen, denn ich werde dort tatsächlich öfter um die Kurve kommen. Sein Grund liege schließlich an einem offiziellen Wanderweg. Ja – dennoch sei es eigentlich ein Privatweg. Und es könne also sein, daß mir ab und an ein Hund begegnet auf diesem. Ich solle mich also nicht erschrecken. Nein nein, das tue ich sowieso nicht – ich mußte nur eben lachen, weil der Hund in die falsche Richtung gelaufen ist. Das scheint ihn jetzt auch ein wenig zu amüsieren.
Ich denke mir nur wieder – wie verrückt diese Menschenwelt ist. Mitten im vermeintlichen Paradies hetzen sie Dir die Ordnungsmächte auf den Hals – weil der Vorgarten nicht so steril ist, wie sie es wollen. Der Individualist – erzählt noch, daß jetzt viel Arbeit ansteht, das Frühjahr kommt und will vorbereitet werden. Ja – sage ich – das glaube ich sofort, daß es hier immer viel zu tun gibt. Ja – kein Wochenende oder sowas, meint er.
Jetzt – hat er vermutlich weit mehr erzählt, als er wollte. Einem neugierigen Menschen – der seine Tiere und diese kleine Insel mag. Und dieses schauspielernde, nette Hundeschaf.

Ein zutiefst geborgener Umzug …


Die beiden Umzugsengel brachten mich sicher und geborgen rüber mit Sack und Pack. Es war etwa so, wie ich es mir schon dachte: Sie kamen kaum an und schon ging es los. Den Mann, den ich vor ca. 25 Jahren zum letzten Mal gesehen hatte und der nun wieder auftauchte, begrüße ich mit einem sehr herzlichen „Mensch, was bist Du alt geworden!“ und er erwiderte „Ja, Du aber auch.“ Ich – war vor allem schwer geworden in den vergangenen sieben Jahren – er kannte mich noch mit federleichten 55 Kilo.
Beide Engel meinten, ich hätte super vorgepackt. Ich selbst – hatte so meine Zweifel und Bedenken, denn mein eigener Perfektionismus bringt mich manchmal um den Verstand. Ich war nicht wirklich zufrieden mit meiner Vorpack-Aktion – mit mehr Energie hätte ich das alles noch anders vorbereitet - aber es klappte viel besser, als ich dachte. Die beiden Männer haben Energie für vier und sie steckten mich sofort an. So hatte ich es mir, wie gesagt,  gedacht – und mich Mittwochs am Nachmittag völlig ausgelutscht vom alten Acker Köln gemacht.
Noch gute eineinhalb Tage – um ein wenig aufzutanken in einer recht leeren, neuen  Wohnung. Zwei Fuhren in meinem kleinen, feinen Kombi hatte ich mitgenommen, vor allem mein Lager für den Fußboden und die Nächte. Ganz schön hart, so ein Fußboden – umso weicher die erste Nacht im eigenen Bett.
Das ist ein altes Ritual von mir: In der leeren Wohnung auf dem Boden schlafen und nachspüren, schauen, wirken lassen. Und bemerken, daß im Grunde nichts fehlt – bevor die vielen Sachen nachkommen.
Den Transporter holte ich gleich ich hier um die Ecke ab – fand eine Firma in der Nähe und es stellte sich heraus, daß ich die locker zu Fuß erreichen konnte. Gibt ja keinen Zufall, dachte ich zum –zigsten Mal, als ich erfuhr, wo die genau sitzen.
Das große Auto ließ sich gut fahren – ich vertraute einfach mal auf meine Fahrkünste, obwohl ich so einen Transporter zuvor noch nie gefahren habe. Zweimal abgewürgt – die klassische Variante – und dann ließ er sich gut bedienen. Setzte ihn direkt rückwärts an hier in der Einfahrt, alles prima.
Wir mussten zweimal fahren – ich habe einen Berg von Instrumenten. Der mir bereits Vertraute kriegte sich gar nicht ein – und auch der andere Engel staunte nicht schlecht. Am meisten habe ich wohl selbst gestaunt, was sich da alles in meinen Händen befindet – jetzt, wo ein großer Proberaum damit angefüllt ist. Außerdem staunten wir noch über die vielen Büchertüten … ich hatte doch schon etwa ein Drittel abgegeben. Als ich die vielen Kartons sah, sagte ich noch inbrünstig: Das kann nicht alles von mir sein! Keine Ahnung, wem das alles gehört und was da drin ist.
Das wird ein Projekt bleiben – Dinge abgeben bzw. verkaufen. Für´s nächste Jahr. In aller Ruhe. In der Zeit wird sich auch klären, was mit dem Instrumentenschatz geschieht. Es wird sich zeigen, ob ich nochmal ein echtes Feuer dafür entfache – oder ob auch das überlebt ist.
Reduzieren ist in jedem Falle gut. Das Schöne am noch unsortierten Proberaum ist – die Wohnung ist nicht vollgestellt mit Zeug. Und so soll es bleiben. Viel freier Raum.
Beide Engel waren ebenso wie ich begeistert über die richtig gut-gemachten Einbauschränke – und als feinstes Sahnehäubchen zeigte ich ihnen meine begehbare Geheimkammer. Das war der Hit. Ist - der Hit.  Ein Engel konnte meinen Kühlschrank gut gebrauchen – so bin ich den auch schon los. Die Zeiten sind vorbei, wo ich nochmal irgendetwas „auf Vorrat“ mitschleppen möchte.
Nach weniger als sechs Stunden, trotz zweimal laden und fahren, war alles geregelt – in bester Gesellschaft und mit einigen netten Pausen zwischendrin. Wie ich es mir dachte – eine Art Spaziergang, mit solchen Menschen. Wenn mensch solche Menschen kennt – kann eigentlich nicht viel schiefgehen im Leben.
Im tieferliegenden Sinne – haben sie mich nochmal an meine eigenen „Werte“ erinnert. An meinen „Stamm“. Um solche Werte wie Geld, Reichtum, Profilierung geht es in diesem nicht. Und es war wieder einmal erstaunlich, wie uninteressant „Zeit“ in diesem Zusammenhang ist – ob man sich ein Viertel-Jahrhundert nicht mehr gesehen hat. Irgendwie – erkennt man sich wieder.  Ich war also – fühle mich immer noch – mehr als getragen durch die Bekanntschaft mit einigen Exemplaren dieses Stammes – die immer da sind, wenn mal was ist. Und die ansonsten auch sehr eigenbrödlerisch sein können und sind.
Eine schöne Kombination von Engeln übrigens: Der eine den Arsch voll Hummeln – der Andere sehr ruhig. Der Ruhige, mir noch nicht bekannte, fuhr im Transporter mit – wir unterhielten uns eine Weile … und dann durfte auch einfach Schweigen sein. Das hat nochmal eine eigene Qualität – mensch kann nicht mit jedem in aller Ruhe schweigen.
Ich erinnerte mich dieser Tage an einen erquicklichen Zen-Spruch: 70 % ist Perfektion. Ich hatte diese gerade eben noch gemeistert … erstmals „nur“, sonst visiere ich lieber 90 % an. Die beiden Engel waren sofort mit 99 % da. Das „fehlende 1 %“ - erschien am Ende in einer fehlenden Schlauchschelle für die Waschmaschine. Diese besorgte ich und versuchte mein Glück – als es nicht klappte, fragte ich den neuen Nachbarn, der sicher auch handwerklich geschickt ist und weit mehr Kraft hatte als ich für die anvisierte Aktion … ging aber nicht. Also kam der instruierende Engel heute nochmal und improvisierte – das können  nur noch sehr wenige – es klappte natürlich bei ihm. Und so sollte es dann wohl auch sein, denn ich nutzte tatsächlich die Gelegenheit, alle nochmal zum Wandern und anschließendem Essen einzuladen. Freue mich schon drauf, ein paar gute Stunden mit ihnen zu verbringen. Danke, M., für die Erinnerung – der „Organisationsengel“, der anderweitig unterwegs war in Sachen Unterstützung, ist nur schwer zu so etwas zu bewegen. Jetzt – wird er einfach „mitgebracht“ von den Anderen.
Kurzfassung: Alles lief bestens. Besser – geht nicht.

Dienstag, 24. April 2012

Tschüss erst Mal ...

... werde mich gleich deinstallieren. Vom Netz. Ansonsten - bin ich gerade so deinstalliert, wie es nur geht und in mehreren Zeitreisen aufgelöst. Weder hier noch dort noch irgendwo. Freue mich auf´s Wiederzusammensetzen. 
Und auf nachlassende Wut - über diese häßlichen Jahre hier im Hause eines Drachens, der gerne nochmal eben mit dem Installateur einen Tag vor meinem Auszug in die Wohnung möchte. Sie bekam ein deutlich ausgesprochenes "Nein" zur Antwort. Die spinnt halt ... als hätte mensch nichts Anderes zu tun an so einem Tag. Und immer mir so einer weinerlich-beleidigten Stimme vorgetragen. Was für eine Freude doch so ein Abschied sein kann.
Es wird allerallerhöchste Zeit. Merkte in den vergangenen Tagen, wie mir hier jedes Mal das Blut aus den Adern floss, wie ein vampiristisch-belebter Schwamm zieht dieser Ort mir die restliche Energie raus. Habe nur noch ein paar kleine verstreute Einzelteile zusammenzusammeln. Und müßte nochmal in den Keller - wo ich gar nicht wirklich hinwill. Aber es hilft ja nix - die letzten Stunden müssen auch noch geschafft werden. Genug gejammert, das hilft auch nix. Gut, daß der Umzugsengel mich gestern nochmal dran erinnert, daß eine gute Vorsortierung Gold wert sei. Das Rad steht im Regen, der wäscht den Bauschutt runter. Bloß nicht vergessen, hab´s schon mal vor´s Fenster gerollt. Morgen bin ich erst mal weg hier. Wünsche Euch schöne Frühlingstage und mir eine gute netzfreie Zeit, hatte ich schon lang nicht mehr.

Unfreiwillige Zeitreise

Ein verrückter Tag gestern, der mich nochmal weit in längst Vergangenes zurückkatapultierte. Erst die Dame mit ihrem Beziehungsdrama, dann der Anruf eines lange vergessenen Bekannten. Gibt ja keine Zufälle - also sollte ich wohl nochmal zeitreisen.
Schon vor dem Anruf des wieder-Auftauchenden war ich zu dem Schluß gekommen, daß das irgendwie eine "Scheiß-Jugend" war, die wir da verbracht hatten. Wildes Chaos. Aber so wollten wir es ja. Und manchmal hat es ja Spaß gemacht. Innerhalb von großen Cliquen scheint es immer eine Art zentrale Figur zu geben, die viele Leute anzieht. In diesem Fall war es ein Ex - der Hundertschaften um sich herum anzog. Ich saß oft mittendrin und staunte nur über soviel Chaos. Habe in diesem Chaos für´s Abitur gelernt ... gerade soviel, wie nötig, um den Schein zu kriegen. Der erste Videorekorder war aufgetaucht und der Geliebte kaufte einen - für satte 1.200 DM damals. Diese Kiste lief dann 24 Stunden mit 20 bis 40 Zuschauern im Salon - ein Taubenschlag - und stumpfeste, blödeste Filme. Dazu passend schlechte Musik ...

Brauchte immer wieder meine Rückzugsräume, eigne mich nicht dazu, permanent von Menschen umgeben zu sein. Manchmal zog ich aus - mit ein paar Plastiktüten im Gepäck - hatte meine eigene Wohnung behalten und wußte gut, warum. Heute würde ich durchdrehen! Aber wenn man jung ist, geht vieles. Die Wohnungstür stand immer offen und die Leute gingen alle ein und aus - auch, wenn wir im Bett lagen. Bedienten sich am Kühlschrank ohne zu fragen und lachten nur - wenn es auch ihm mal zuviel wurde. Manche brachten was mit. Andere nutzten einfach die günstige Gelegenheit aus. So - lernt man Leute gut kennen. Jahre später kamen zwei Frauen zu mir, mit denen er nach mir zusammen war, und unabhängig voneinander berichteten sie mir "Das - wollten sie nie wieder im Leben erleben!"
Ne - ich auch nicht. Dazulernen durch Ausschlußverfahren - geht auch.
Auch der Anrufer gestern hat schlechte Erfahrungen seinerzeit mit ihm gemacht. Ich denke, das macht den Ex wertvoll - er hat viele Leute ent-täuscht. Und Ent-täuschungen sind auch wichtige Erfahrungen. Er hat aber auch einiges auf die Beine gestellt, große Projekte. Und die liefen gut. Jemand, an dem man sich gehörig reiben konnte. Niemand war schließlich gezwungen, ihn auszuhalten.
Gestern sagte dann der Mensch am Telefon noch - es hat alles genauso sein sollen. Ja. So ist es wohl. Heute - bin ich froh, daß das alles lange vorbei ist und ich nicht mehr zwanzig bin.
Manchmal, wenn ich wie gestern erinnert werde, wundere ich mich - über die vielen verschiedenen Leben, die so in (m)ein Leben gewebt sind. Und wie fremd einem die Vergangenheit ist. Mir jedenfalls - manche erinnern sich ja gerne und durchaus nostalgisch. Ich sehne mich eher nach einer rückstandslosen Komplett-Verdauung von allem, was mal war. Fühle also nochmal in den Körper, was so alles übrig ist von dem alten Schmodder. Und bin immer noch überrascht über diese kmprimierte Erinnerung, die mir das Leben gestern vorbeischickte. Da gibt es wohl noch was zu sortieren.

Montag, 23. April 2012

Was gibst Du Menschen ....

... die an Geld nicht interessiert sind?
Mit denen Du - derart - niemals aufrechnen kannst?
Die sich quasi aus Prinzip - verschenken?
Hmmmmh ......
Menschen - die sich nicht kaufen und nicht bezahlen lassen.
Was kann ich denen geben?
Zurückgeben.
Um mich selbst zu erleichtern ...
Nichts.
Gar nichts.
Keine Aufrechnung  möglich.
Geschenke.
Aussen vor gedacht.
Bin da - wenn´s brennt.

Völlig verrückt - vantastisch - verwirrt

Ein Freund des Engels, der mir seine Freunde zum Umzug schickt - rief an.  Also er - nicht ich. Ich ging einfach davon aus, daß es bei der vom Engel vermittelten Terminabsprache bleibt. Unaufgeregt. Weil der Engel mehr als verlässlich ist.
Dachte ich bisher, ich würde die Jungs nicht kennen - stellt sich heraus, daß ich einem von ihnen doch schon vor vielen Jahren begegnet bin. Dieser - rief mich an - und sich in Erinnerung. Er offenbart sich - als jemand aus einer im Grunde lange vergessenen Vergangenheit.

So klein - ist die Welt.
Ich hatte vieles völlig vergessen - was damals so geschehen ist - innerhalb einer recht großen "Clique". Als wir telefonierten, fielen mir lange vergessene Dinge wieder ein - aber nur, weil er sich ihrer erinnert.. Jeder von uns  - hat ganz andere "Erinnerungs-Schwerpunkte" zu diesen längst vergangenen Zeiten und den darin enthaltenen Menschen. Darüber waren wir uns einig. Manche Erinnerung - haben wir noch gemeinsam. Doch sovieles - hatte ich einfach vergessen .... er hatte sich an mich erinnert, als der Engel ihm meinen Namen gab.

Ich erinnerte mich zwar kaum noch an die vielen Geschichten, an die er mich eben erinnerte - dafür  umso besser an seine höchst-außerordentlichen handwerklichen Qualitäten und Fähigkeiten. De facto - war er es, der mir vor Dekaden ein Hochbett baute - das stabilste und komfortabelste Hochbett auf diesem Planeten - ohne auch auch nur eine Schraube zu brauchen. An einem Nachmittag. Ein Vollblut-Handwerker. Er verkantete die Balken derart geschickt ineinander, daß die ganze Konstruktion sich ineinander festhielt. Ein Meisterwerk - und keine Sau glaubte es ihm, daß es so funktionieren würde. Am frühen Abend saßen wir bereits auf der Treppe zu diesem Konstrukt - und begossen es mit einer Flasche Sekt. Ein Genie! Nie  hat dieses geniale Konstrukt auch nur ein Geräusch von sich gegeben oder irgendwie  geschwankt - es war schlicht perfekt!

Oh - meine Götter - was für ein mehr als edles Geleit für  diesen Umzug!
Brauchte einige Zeit - um die Überraschung des Bereits-Bekanntseins zu sortieren.

Umso mehr - freute ich mich heute sofort darüber, daß zwei derart begnadete Vollblüter - die ich völlig unabhängig voneinander kennengelernt hatte - sich heute derart gut kennen und seit Jahren schon zusammen arbeiten.Woher hätte ich auch wissen sollen, daß der P. ausgerechnet dieser P. ist?  Es gibt noch einen H. dazu - HU knows - und ich kann nur noch staunen .....
Danke dafür!

Ich bin Euer Herbergsvater ...

Die Erinnerungstour heute - brachte mich auf ein Lied von Joachim Witt - mit herzlich wenig Text und reichlich Raum für Eigeninterpretation. Ironie, Sarkasmus, Zynismus - ist erforderlich.
Nein - es ist kein Lied für Katholiken und WählerInnen.
Einfach ein Lied - für Kinder, die keine Angst vorm schwarzen Mann haben.

Dieses alte Korrektheits-Strickmuster eben ... und eine kurze Reise durch die Vergangenheit

Bat meinen Limousinen-Zurverfügungsteller für heute um einen Extra-freien Tag, wegen Restarbeiten. Er bemühte sich nach Kräften, wie immer, doch fand keinen Ersatz, da derzeit eher mal Leute fehlen und manches Auto auch unbesetzt blieb in den vergangenen Wochen. Dennoch meinte er - wenn Du frei machen mußt, dann mußt Du eben frei machen. Gut, dachte ich, dann muß ich eben dennoch frei machen. Gestern abend bremste ich kurz hier vorm Haus ein und sogar auf einem ordnungsgemäßen Parkplatz. Ein Gewitter kam und Regen - ich wollte die Limousine eigentlich noch woanders einparken, wo sie bis heute abend leer gestanden hätte. Rief ihn nochmal an und machte einen spontanen "Kompromiss-Vorschlag: Ich mache heute noch einen halben Tag und nehme noch den Vormittagslauf mit." Jou, alles klar.
So ist das halt, wenn mensch mit Leuten zu tun hat, die fair und korrekt sind - die will mensch auch nicht einfach hängenlassen. Und so - hatte ich wenigstens wieder einen verbindlichen Grund, frühzeitig aufzustehen und nicht bis 10e zu schlafen.. Kann ich ja in Kürze - den ganzen Tag! Knapp zwei Wochen keine Limousine mehr, wie schön. Der letzte Fahrgast heute nach einem zähen Lauf bis dahin - war ein Routine-Trinker, den ich von der Stammkneipe nach Hause um die Ecke fuhr. Er erzählte bzw. lallte heute das gleiche Zeug, wie schon einmal zuvor. Phrasen eben. Oh, eine Frau ... Wie läuft das Geschäft ... sowas eben. Hmmpffhhh - war meine Antwort und ich dachte: Hätte ruhig auch ein netterer Abschluß sein dürfen heute.
Die Götter erhörten mich wohl - was das Monetäre betrifft - und sandten mir prompt eine der sehr rar gewordenen Winkenden, die mir erleichtert ins Auto fiel. Sie brachte ihr Beziehungs-Drama mit. Fragte mich "Wie gewinnt man einen Mann zurück?" Ich antwortete ehrlich: "Gar nicht. No way. Ziehen lassen." - und, nach kurzem Sackenlassen - "Wenn überhaupt - dann nur freiwillig."
Erfahre viele Einzelheiten und bin froh, daß ich gleich Schluß mache. Ich mag die - obwohl sie sehr anstrengend ist - aber sie ist ehrlich.  Und sie reflektiert sich auch selbst, was lange nicht jede(r) tut.
Sehr dunkel erinnere ich mich an ähnliche Dramen, lange ist es her. Sie erzählt mir Vieles, was mir durchaus bekannt war. Vielleicht hört sie deshalb auch zu, als ich meine, sie tue vermutlich gut daran, sich jetzt einmal auf sich selbst zurückzubesinnen und nicht all ihre Energie in diese Geschichte und diesen Mann zu geben - dann bleibe nämlich nichts mehr übrig für sie selbst. Füge explizit hinzu - daß das meine subjektive Erfahrung ist. Empfehle ihr, sich abzulenken mit Dingen, die sie gerne tut. Mit Dingen, die sie selbst interessieren. Erzähle ihr, daß ich gerne im Wald bin und manchmal Musik mache. Andere - machen lieber Sport. Wichtig sei jetzt wohl - einfach an sich selbst zu denken und nicht ständig an das Drama. Auf andere Gedanken kommen - diese drehen sich bei ihr nur um dieses Drama. Aber aber aber ... Jaja. Is mir klar.
Aber - sie habe auch kein Geld. Ja, sage - ich habe auch keines. Das, was ich meine - kostet ja auch kein Geld. Besonders nicht im Sommer. Ja, aber - sie habe auch keine Rückendeckung. Ja - habe ich auch nicht. Kann manchmal sogar ein Segen sein. Ich sage ihr - ohne jegliche Arroganz, sonst würde sie eh nicht zugehört oder weiter gefragt haben - ich kenne diese Geschichten gut.
Sie habe sich neulich sehr schlecht benommen. Ich lache über das, was sie zu ihm sagte. Ja - kenne ich auch. Das ist halt der Schmerz. Das ist menschlich, wenn man/frau verletzt ist.
Sie heule ihm die ganze Zeit was vor - er wohnt im gleichen Haus auf der gleichen Etage. Oohh ... das ist ungünstig, entfährt es mir. Abstand ist nötig. Wie auch immer. Damit sie bei sich selbst ankommen könne. Ob sie jetzt nicht mehr mit ihm reden soll? Keine Ahnung - das muß sie wohl selbst wissen. Ich kann ja eh nur für mich sprechen. Wiederhole mich also: Für mich scheint es das Wichtigste, daß man erst mal HIER stark wird, für sich selbst - und klopfe mir auf´s Brustbein.
Erzähle ihr eine passende Anekdote aus meiner wilden Zeit, die mir wieder einfällt.  Eine, in der ich ähnlichen Schmerz spürte. Und noch lange fixiert war auf einen Ex-Partner (nach einer Schmerzzeit mehr als Freund und Kumpel), mit dem ich ebenfalls Wand an Wand lebte. Der sich jeweils mehrere Frauen warm hielt - die Ex, die Aktuelle und ein paar Geliebte dazu. Nicht dumm, die Männer. Reden wenig, am liebsten nichts Konkretes - und halten sich derart alles warm. Nein nein - ihrer sei nicht so. Ok ....
Ich erzähle ihr, daß ich jetzt schon lange ohne Partner durch´s Leben gehe. Sie meint - daß müsse deswegen so sein, weil ich nicht mehr verletzt werden wolle.
Ich überlege kurz - prüfe die Möglichkeit - und erwidere: Ne ... - das ist mehr so, daß mich schon lange kein Mann (mehr ) genügend interessieren bzw. faszinieren würde, um mich in ihn zu verlieben.
Anders gesagt - in ihrem und dem immer noch weitverbeitet-vorherrschendem Sinne, daß eine "Zweier-Beziehung" das allein-seligmachende Glück auf Erden bedeute. Ein weites Feld .... mit allzu vielen Zäunen.

Habe mich ohnehin nur sehr selten wahrhaft verliebt in jemanden.
Nie derart, daß  ich je gedacht hätte, ich könne nicht mehr ohne den Anderen leben.
Scheint mir eher ein schlechter Rosamunde-Pilcher-Roman.
Ein einziges Mal - hat es mich nach einer Trennung "halbiert" - für kurze Zeit.
Und selbst da wußte ich, daß ich nicht dran sterben werde.

Interessante Fahrt!

Ob ich sie denn auch zurückfahren würde gleich? Ich weiche erst kurz aus - wollte eh schon abgestellt haben - aber denke, das ist eigentlich alles ok so. Wie gesagt, ich mag sie.  Und sie ist eine Art selbst-reflektierende, ins Auto gefallene Erinnerung für mich - an lange vergangene Tage. Das - schaffe ich also noch locker - und beobachte im Grunde weiter mich selbst, als junge Frau, vor Dekaden.. Sie ist jetzt vermutlich eher in meinem Alter.
Eine sehr attraktive Frau - die mir auch noch berichtet, daß die Männer ihr meistens nur auf ihre tolle Figur gucken. Ob das nicht fürchterlich sei? Nein, meine ich. Nicht wirklich. Die sind halt so gestrickt, gucken halt gerne auf den Hintern. Ich selbst - schaue mir Männer ja auch auf ähnliche Weise an. Nein - sie nicht. Ich - schon! Es sei denn, sie haben deutlich ersichtlichen Charakter, was wieder eine ganz eigene Schönheit hat.
Als sie merkt, daß sie, mit welchem Drama auch immer, kein Erstaunen hervorruft bei mir - ich kenne sie wirklich alle selbst "irgendwie" aus einer zurückliegenden Vergangenheit oder aus der Gegenwart -  wird´s alles ruhiger in der Limousine. Ich warte auf sie, sie holt sich ein neues Handy in einem Laden ab - und über dieses vergisst sie sogar für eine Weile ihre Gedanken an das Drama. Es springt erst kurz vor dem Ziel wieder an ... Ob ich das I-Ging kennen würde? Ja, sage ich. Sie ist ganz sicher keine "Esoterikerin" ...  sondern eine zähe Person, die sich in der Gastronomie verdingt.  Heute habe sie "Rückzug" geworfen. Genau. Darum geht´s.

 PS: Was für ein auf einer halben Arschbacke abgesessener Limousinen-Tag. Schlappe sieben Stunden.

Samen säen ....

Gestern nachmittag habe ich zwei jungen, volltrunkenen Männern spontan sowas wie Manieren beigebracht - gegenüber der taxifahrenden Zunft. Sie fragten zwar recht höflich beim Einsteigen, trotz geschätzter zweieinhalb  Promille, ob sie denn ihr Bier im Auto trinken dürften, aber erzählten dann zügig und sehr laut allviel Unsinn. Über pöse Taxifahrer, die mutwillig Extra-Umwege fahren. Der eine empfahl dem Anderen, auf jeden Fall besser Mietwagen zu fahren. Kurz: Viel Schlechtes über mich und meine Kollegenschaft. Ich schwieg. Bis der Kleine neben mir mich ansprach ... "Ne - das ist doch so, meinst DU doch auch." Daraufhin - nachdem ich ihm sagte, daß ich für ihn SIE bin, erklärte ich ihm im Gegenfragenmodus , wie mensch sich auch gegenüber Taxileuten höflich benehmen kann.  Das mit dem SIE fand er gut - wurde für einen Moment fast nüchtern. Fragte ihn, wie er darauf komme, daß ich in irgendeiner Form meine eigene Zunft schlechtreden wollte? Und ergänzte - ich kenne solche Kollegen nicht, nur aus absurden Erzählungen. Bin früher selbst viel Taxi gefahren (als Kundin) - und habe immer korrekte Leute erwischt. (PS: Oft mehr als korrekt - mit Nerven aus Stahl - und großen Herzen .... erzähle ich dem Kleinen aber nicht)
Fragte, ob er andere erwachsene Leute auch so selbstverständlich duzen würde im Leben?  Ob er beispielsweise in einen Supermarkt geht, dort die Verkäuferin an der Kasse duzt und dazu lauthals vor allen Leuten erzählt, daß Supermarkt-Verkäuferinnen allesamt die Kunden bescheissen und beklauen? Oder ob er in seiner Bank am Schalter auch so lockere, kumpelhafte Sprüche klopfe und dem Mensch hinterm Schalter respektlos rüberkommt "Hey, Alter, gib mir mal 50 Euro rüber"? War kurz in eine Art Zornes-Ablass-Modus geraten - aber sehr harmlos. Fügte noch hinzu - daß ich, gelinde gesagt, die Schnauze schon lange gestrichen voll von derartigen Ansprachen habe, die sich anderenorts im richtigen Leben kaum jemamd erlauben würde. Aber Taxileute gelten halt seltsamerweise als eine Art "Freiwild" für solche, die sich ansonsten nichts trauen in ihren erbärmlichen Existenzen. ES redete einfach vor sich hin. Der Kleine - schrumpfte kurz zusammen, aber er war ein Merkender. Er dachte kurz drüber nach, was da gerade alles auf ihn zukam, und meinte "Ja. Ja. Da haben Sie recht. So - habe ich das noch nicht gesehen." Aber jetzt! Ich war nicht mal zornig oder wütend - nur genervt - über gesammelte Erfahrungen dieser albernen Art. Und dachte - die sind blutjung - vielleicht lernen sie sogar was dazu.
Am Ende hieß es dann "Was? So billig bin ich ja noch nie Taxi gefahren. Gib der Frau mal ein gutes Trinkgeld."

Und nochmal: "Ja - ich gebe Ihnen in allem recht, was sie gesagt haben - auch, wenn Sie anfangs ein wenig zickig waren". Ich lache innerlich über "zickig" und erkläre ihm auch das noch, sehr kurz. Gesunde Aggressionen bei einer Frau - werden fälschlich derart bezeichnet. Jetzt hätte ich aber doch noch eine Menge dazu gesagt. Ja, stimmt. Wenn es Früchte trägt - sage ich auch mal was dazu.

Samstag, 21. April 2012

Von spirituellem Blödsinn ....

.... jetzt habe ich leicht reden - wo ich mich auf den Ortswechsel und etwas Neues freuen kann. Auf eine gemütliche Wohnung mit "eigenem Charakter". Und den Wald drumherum. Auf die Natur, auf frische, satte gesammelte Wildkräuter, auf Vogelgesang, auf gute Luft und und und ....
Ja, das freut mich, daß ich jetzt endlich mal wieder leicht reden habe. Es war zuvor so schwer geworden.
Eine von vielen verrückten "spirituellen" Ideen hatte mich einst ergriffen: Die "Hauslosigkeit", die bei Buddhistens so hoch im Kurs steht. Besonders gerne von solchen angepriesen, die selbst ihrer "Hauslosigkeit" in einer hübschen Villa nachgehen.
Dieses abgehobene "Sich überall gleich wohl fühlen können-müssen" aufgrund von "Gleichmut".
Völliger Unsinn. Ich hab´s getestet, über Jahre. Erst bin ich in die "Hauslosigkeit" gegangen - natürlich zu Budhhistens bzw. in ein solches Zentrum, wo ich auf sehr engem Raum hauste. Hat mir vom Raum im Prinzip gereicht, da ich ja ein großes Seminarhaus und ein riesiges Naturschutzgebiet als weiteren Auslauf hatte. War aber rein zwischenmenschlich alles zu eng. Engstirnig. Ein Segen - daß ich es recht schnell erleben konnte. Außerdem - gab es wohl vor mir noch nie jemanden dort, der soviele Dinge mit in die "Hauslosigkeit" gebracht hatte. Stereo-Anlage, PC, Trommeln .... eigentlich lustig, weil so gar nicht spartanisch. Dazu hatte ich noch wichtige Dinge im Keller meiner Mutter verstaut. War also sozusagen direkt wieder am Start, nachdem ich aus der eher kurzen "Hauslosigkeit" wieder zurück in die Kolonie kam. Was fehlte, fand sich.  Also - Hausstand wieder vorhanden. Nicht luxurriös - für viele eher ein Albtraum - aber für mich genügend Luxus. Kein Backofen - aber ein "Küchen-Kabuff" mit kleiner Arbeitsplatte und Spüle, darauf einen mobilen Zweiplatten-Herd gestellt. Und eine neue Waschmaschine. Waschmaschinen sind ein wahrer Segen, finde ich.
Erheblich mehr Raum als bei Buddhistens - und "mein eigener".  Kein seltsamer Gemeinschafts-Krampf und keinerlei Gemeinschafts-Gespräche mehr, bei denen sich ohnehin nur die gleichen Hierarchien und Profilneurosen zeigen, wie sonst auch üblich. Ne - danke - für mich soll das wohl nicht sein auf Dauer. Wäre vielleicht länger geblieben, hätte es nicht eine abstruse Mobbing-Konfrontation gegeben. Lange her - und heute bin ich sicher nicht traurig darüber, daß das Leben mich zügig wieder woanders hingeweht hat.
Zwar zurück in die Kolonie - aber anders als zuvor. Fand binnen dreineinhalb Wochen ein sehr günstige Bleibe in einem der heißbegehrten Viertel der Stadt. Ein sehr netter Mann vermietete mir die Wohnung - ohne viele Fragen. Eigentlich hätte sie schon längst weggewesen sein müssen - aber es gab einen Druckfehler in der Zeitung bei der Telefonnummer. Ich schaute also im Telefonbuch nach, als ich keinen Anschluß hatte ... und erstaunlicherweise waren wohl sonst kaum Leute auf diese Idee gekommen. Sie war also die meine, quasi außer Konkurrenz.  Gott sei Dank - denn ich fiel für die vorhergegangenen dreieinhalb Wochen der ehemaligen Frau meines Neffen durch meine Anwesenheit in ihrem Haus zur Last - der mich aufgenommen hatte. Er revanchierte sich auf diese Weise - nach vielen Jahren und seinerzeit glücklich über diese Option - für einen Freundschaftsdienst meinerseits, den ich ihm einst leistete. Das war die eigentliche "Hauslosigkeit" - ganz ohne Bleibe in der Luft zu hängen und ggf. eines dieser üblen Rattenlöcher in der Kolonie anmieten zu müssen. Ich hatte also - den Arsch voll Glück. Einerseits. Fand zügig eine Bleibe, genau dort, wo ich gerne hinwollte, und danach zügig einen Job und ein Auskommen - mir fiel der Taxischein wieder ein, den ich vor vielen Jahren gemacht hatte. In jedem Fall (!!!) besser als irgendein stumpfer Bürojob. Und für eine zeitlang - ein kleines Abenteuer. Ich entdeckte diese Stadt wieder einmal auf ganz neue Weise - wie schon mehrmals zuvor.
Meine verquere "spirituelle Idee" blieb mir erhalten: Eine Art Ehrgeiz, mich in jeder Lebenslage gleichermaßen wohl fühlen zu wollen. Ich dachte - so müsse das funktionieren mit diesem "Gleichmut".  Ein Witz. Und eines von diesen zahlreichen "hehren Idealen", die mir - Gött sei Dank - im Laufe der Jahre wieder abhanden gekommen sind.
Heute bedeutet mir diese hehre Vorstellung von "Gleichmut" im Grunde nichts mehr - und wenn ich sie irgendwie definieren sollte, würde ich vielleicht sagen: Gleichmut ist - wenn Du Dich ohne jeglichen Anflug von schlechtem  Gewissen oder Reue auch völlig daneben benehmen kannst - einfach, weil es gerade geschieht.
Oder anders, bezogen auf den Ratschlag eines allzuviel falsch zitierten Buddha, der, wie Jupp-Jesus, nie eine Anhängerschaft gesucht hat und auch nichts aufgeschrieben hat:  Frei sein von "Praise and Blame" - Lob und Tadel. Da gibt es in einer Personen-Beförderungs-Limousine reichlich Lektionen. Der eine sagt so - der andere sagt so!
Gestern sagte jemand zu mir: "Oh - wie erfreulich - endlich mal ein sauberes Taxi. Da möchte ich Sie aber mal loben."
In Wahrheit - wollte er wohl eher meine Kollegenschaft tadeln? Ich ging nicht drauf ein - auf sowas gehe ich möglichst nie ein. Dachte mir meinen Teil - und wie verquer das eigentlich ist.
Im Laufe der vergangenen sieben Jahre habe ich mich noch mehrere Male und oft erfolglos am "Gleichmut" versucht. Besonders auch, was meine persönliche Umgebung betrifft. Hier kann mensch sich durchaus eine ganze Weile lang selbst bescheissen. Sich erzählen, daß doch eigentlich alles in Ordnung ist und kein Mangel herrscht. Sich an kleinen Freuden wieder für eine Weile am eigenen Schopf hochziehen. Aber im Grunde funktioniert das nur solange, bis die eigenen Reserven aufgebraucht sind.
Insofern - freue ich mich jetzt einfach auf eine neue, freundliche Bleibe und "arbeite" lieber mal an meinem echten Wohlbefinden statt an irgendwelchen abstrusen "Idealen" - wenn ich auch noch nicht recht weiß, wie das genau funktioniert. Immerhin - waren die letzten sieben Jahre gut zum Sieben.

Der Beton fällt ab ...

Heute morgen hätte ich den Schlüsseltermin fast verschlafen - hatte statt der Weckzeit die Uhrzeit verstellt. Wurde rechtzeitig noch von alleine wach. Und war plötzlich sehr aufgeregt. Hatte die neue Wohnung vor fast zwei Monaten nur einmal besichtigt, und hier in meinem Stadtkabuff, wo mir die Decke immer mehr auf den Kopf fiel, schrumpfte auch die neue Wohnung in der Vorstellung, wurde immer kleiner und enger und die Decken schienen ebenfalls niedriger zu werden. Außerdem wurde sie im Geiste immer dunkler, so wie diese Hütte hier. Heute morgen dachte ich dann: Auweia - wo wirst Du jetzt wohl landen. Kämpfte erst gar nicht erfolglos gegen die Aufregung an und ging trotzdem los. Holte mein Auto und lud es schon mal voll mit nützlichen und weniger nützlichen, dafür schönen Dingen, also doch sehr nützlich. Fuhr noch neue Eimer und Putzmittel holen. Und dann endlich los. Es regnete. Den Regen - hatte ich bestellt, denn ich wollte gerne mal hören, wie er auf den beiden Dachschrägen klingt, wenn er drauftanzt.
Je weiter ich mich aus der Kolonie entfernte, desto ruhiger wurde ich wieder. Hatte noch ein wenig Zeit, mich im Dorf ins Samstagsmorgens-Einkaufstreiben zu begeben und die Örtlichkeiten nochmal zu checken. Dann ging ich noch ein paar Schritte auf der Strasse - und wurde prompt sehr freundlich von einem mich überholenden jungen Mann gegrüßt, der in der gleichen Strasse wohnt. Anderer Ort - andere Sitten. Registrierte den örtlichen Postmenschen. Lotete die Zufahrt für den Umzugstag aus - reichlich Platz.
Dann ging ich zu den  neuen Vermietern und bekam die Schlüssel. Sie ging nochmal mit rüber, ich hatte sie drum gebeten, wegen Übergabe der Wohnung und Zählerstandsablesung.
Im Haus trafen wir niemanden, was mir heute sehr recht war, denn ich hatte keine Lust, mich heute "ordnungsgemäß vorzustellen". Wollte einfach mal dort ankommen und nachspüren.
Wir gingen erstmal in den Kellerraum, der weit heller und geräumiger ist, als ich hier in meinem andauernden Stadt-Albtraum dachte. Er ist mindestens so hell, wie die dunkle Hütte, die ich jetzt verlassen darf. Und tip top in Schuß.
Oben dann - fiel mir ein Stein vom Herzen. Weit heller, größer, weiter - als ich traumatisiert hatte in meinen letzten Tagen hier. Und - ebenfalls tip top in Schuss, der Vormieter hat alles prima blankgeputzt für mich hinterlassen.
Ich lud noch das Auto aus, sortierte ein paar Sachen oben - und machte mir hungrig die mitgebrachte Pizza im Backofen - ein wichtiges Ritual. Lief immer mal von Fenster zu Fenster und schaute raus .... wer das gewohnt ist, findet wohl nichts Besonderes dran - für mich war es erstaunlich heute, den weiten Himmel mit den dunklen und dann wieder hellen, fliegenden Wolken zu sehen und die vielen schönen Bäume, vorm Haus und in der Weite. Dazu kam echtes Wetter. Das gibt es nicht im Hinterhof der Kolonie, umzingelt von 4-5 stöckigen düsteren Altbauten und/oder häßlichen 60-er Jahre Mietbunkern.
Es regnete, stürmte, ein kleines Gewitter sogar, dann ging der Himmel wieder auf und die Sonne kam. Aprilwetter, wie es sich gehört. Verzog mich wieder in die Herzküche, da ist es ein klein wenig dunkler als im Salon, wo ich fast geblendet war vom Tageslicht. Lachte über die begehbare Geheimkammer hinter der Einbauschrank-Fassade im geräumigen Flur. Genial! Was man da alles hineinstopfen könnte, wenn man wollte. Ich will ja nicht mehr.
Apropos hineinstopfen: Habe meine Einweihungspizza nicht geschafft, obwohl ich nichts gefrühstückt hatte, es schon eins war und ich Hunger verspürte. Ein gutes Zeichen! Vermutlich die ungewohnte Lichtnahrung zuvor. War ehrlich erstaunt, daß nichts mehr hineinging ... hier im Dunkelland hätte ich die locker weggeputzt. Landluft und -licht machen also hoffentlich wieder schlank. Vielleicht auch noch ein wenig Energie vom netten Vormieter - ein manischer Sportler.
Gutes Leitungswasser hat es dort auch - schmeckt prima und frisch.

Schräg vorm Salonfenster  ein schöner, hoher Lebensbaum bis zum Dach - mit Vögeln drin wohnend - und eine schöne Fernsicht gen Hügel, Tal und weiten Himmel. Vorm Schlafzimmerfenster gleich viele schöne Bäume und der Blick in den fliegenden Himmel, vom Bett aus. Jede Menge Platz drin.
Aus der Herzküche geht der Blick in die Weite des Waldes und auf eine obengelegene Lichtung. Drüber fliegen die Wolken. Zur Begrüßung flog wieder ein kleiner Raubvogel über mir und piepte.
Ein bischen viel Autorauschen von der Hauptstrasse - Samstags-Einkaufs-Verkehr - aber es störte mich nicht wirklich. Hätte sofort dabei einschlafen können. Hat eine erheblich neutralere Qualität als die vielen unruhigen Geister und Stimmen hier in der Großstadt bzw. an meinen (jetzt: ehemaligen!) Fenstern, wo mensch ungewollt jede Unterhaltung und jedes Telefonat mithört und die Menschen rein von der Akkustik fast in der eigenen Wohnung wähnt.
Ein Bad - gibt´s erst Dienstag abend. Salz und Öl sind schon bereitgestellt. Dann geht´s auch erst mal nicht mehr zurück in die Kolonie - außer für den Umzugstag. An diesem stelle ich mal lieber zwei Wecker ... das war echt ein Ding heute morgen. Seit Jahren ist mir sowas höchstens einmal passiert.
Kein Spaziergang heute wegen Regen und Wind ... und Unruhe ob der Restaufgaben in der Kolonie.
Dennoch - zutiefst gereinigt, irgendwie. Weiß nicht genau, wie. Aber merke es deutlich. Und weiß auf dem Rückweg auch sehr sehr gut, wovon.
Schon auf der Einfahrt in die Kolonie - bis an ihren Rand fahre ich nur an Wäldern entlang - prallt mir auf dem Rückweg der viele Beton quasi vor die Stirn. Dazu kommen immer mehr Plakate, Werbung, bewegliche Konsum-Animation, die niemand wirklich braucht. Die Aufmerksamkeit - wird zwangsläufig auf diesen ganzen Mist gezogen und allzu viel ins nicht-freiwillige Außen. Aktuell u.a. wieder fussballtorgroße Plakate einer Regierungspartei mit 1,2 Prozent Wählerstimmen bei der letzten Wahl und einem Kandidaten, dessen ungebrochene Arroganz mir fast Bewunderung abverlangt. Eine SPD-Mutti. Mama´s Liebling von der CDU mit Standard-Hemd und Krawatte.  Aufgestellt direkt an den Fahrbahnrändern - Wegschauen nicht möglich. Was der ganze Schrott wohl (wieder) kostet ?! Als ich wenig später in die engen Schleusen der Innenstadtstrassen einbiege - heiß begehrte, hohe Altbauten für teure Mieten zu beiden Seiten und unten auf der Strasse wenig Licht - fühle ich mich gar wie vor den Kopf geschlagen. Und im Hinterhof dann - ehemals! - halb begraben, inmitten von ewigen Baustellen und Schutt.

Die vielen Leute auf den Strassen der Stadt - ein Menschengewirr, Ausweichmanöver zu Fuß, mit Rädern und Autos.  Bei mir auch manchmal - bei Bedarf - ein hitziger Zusammenprall wie noch gestern abend auf dem Rückweg von der Limousine .... Ein junger Muselmane im schwarzen BMW kommt mir entgegen, als ich hier wieder mal  meine Runden drehe, um doch noch einen Parkplatz zu finden. Er denkt nicht dran, genügend zur Seite zu ziehen, damit wir locker aneinandervorbeifahren können in der engen Strasse -  und macht mich auch noch blöde an, wie ich denn Auto fahren würde. Hoffentlich hat er sich erschrocken über meinen spontanen Zornesausbruch und darüber, daß ich ihn übelst beschimpfte und ihm zurief, er solle bloß seine blöde Schnauze halten! Ich fahre seit 30 Jahren unfallfrei und manchen Tag bin ich 12 Stunden auf den Strassen, seit Jahren. Der kam mir gerade noch gelegen. Zuvor verbrachte ich eine Stunde an einem Halteplatz, an dem sich eine Gang von jungen Männern versammelte und mit dem Kampfhund eines Kumpels spielte. Nach einer Stunde fiel mir dann ein total dichtgesoffener Typ ins Auto und wollte für 5 Euro um die Ecke zum Polizeipräsidium. Fragte mich - ob ich mich überhaupt auskennen würde in der Stadt. Ich hielt gerade noch an mich, da ich meine und seine Aggressionen schon gut riechen konnte. Habe gestern rechtzeitig aufgepasst, mir nicht von all den Köpfen die verbliebene Energie rauben zu lassen, immerhin. Alles "Gesellschaft", die ich mir ohne den aktuellen Job nicht zumuten würde.

Dennoch lachte ich heute bei der Rückfahrt in diesen Irrsinn, den ja viele sehr lieben, wie sie sagen. Den ich ja selbst lange für völlig normal hielt. Weil ich weiß, daß ich in Kürze eine Zuflucht habe. Und - nie wieder völlig bescheuerten Parkplatz-Stress.  Und - einen herrlichen Wald vor der Tür. Und und und ....  und weil einfach Freude in den Zellen zu spüren war.

Jetzt - bin ich sehr müde. Ich glaube,. vorwiegend aus sich endlich einstellender Erleichterung. Akuter Spannungsabfall. Ein bischen Anspannung brauche ich noch, für die Restarbeiten. Aber heute ist nichts mehr drin hier - die Erleichterung will schließlich auch genossen werden, wenn sie sich schon mal einstellt.
Gleich gibt´s noch ein Stück Pizza zum Abendessen - von zuhause.

Donnerstag, 19. April 2012

Dünnhäutig

Ließ mich doch noch verunsichern vom Nachbarn und seiner Anmerkung gestern abend, es sei eher zu früh, die Sachen für den Sperrmüll rauszustellen. Tatsächlich - wuchs der Haufen in Windeseile an. Kartons, Katzenkorb, Wäscheständer und ein sperriger Lattenrost. Auweia. Was steht da erst morgen früh alles? Die Mitnahme für einen Termin ist offziell auf 3 Kubikmeter begrenzt. Der vorherige, freudige Schwung beim Rausstellen ließ nach. Heute morgen gegen zehn schaute ich mal vorsichtig um die Ecke .... alles noch da. Aber der häßliche Lattenrost weg. Neue Kartons dazugekommen.
Dachte - hoffentlich war das nicht derart angewachsen über Nacht, daß die jetzt meine Sachen stehengelassen haben. Diffuse Ängste. Aufgrund von derzeitiger Dünnhäutigkeit. Rief bei der Stadt Köln an und fragte mal nach, ob ich mir jetzt Sorgen machen müsse? Die freundliche Frau sah nach - und beruhigte mich. Die sind bis 16 Uhr unterwegs. Danke.
Am Mittag war das ganze Zeug weg - kein Staubkörnchen mehr übrig. Danke danke danke - was für ein wunderbarer Service!

Wachte bereits sehr dünnhäutig auf.
Von außen betrachtet ist das alles sehr irrational - denn eigentlich ist längst alles gecheckt und geregelt. Dennoch - tauchen diese diffusen Befürchtungen immer mal wieder auf. Traf die Nachbarin seit längerer Zeit im Hausflur, wir unterhielten uns. Sie ist auch am Anschlag, kann nicht mehr. So ein Nichtgelittensein und Endlos-Baustellen können einem mit der Zeit gehörig an den Nerven zehren. Bei ihnen kommt noch erschwerend hinzu, daß sie auch nachts keine Ruhe finden - weil die Vermieterin drüber die ganze Nacht mit den Füssen scharrt und scheinbar Möbel rückt.
Ich sage "Ich kann hier nicht mehr. Drehe durch." Es geht ihr ebenso.
Für mich - das Ende in wenigen Stunden absehbar, wenn ich neue Schlüssel habe. Hallelujah. Wir lachen noch drüber, daß ich vermutlich nächste Woche erst mal eine Art "Ruheschock" bekommen werde im neuen Domizil. Es tut gut, mit einer "Wissenden" zu sprechen. Ich erzähle ihr, daß mein neues Domizil so gelegen ist, daß keinerlei Baustellen weit und breit in Sicht sind. Außer - wie ein Freund "aufbauend-scherzhaft" meinte - das Dach muß neu gemacht werden. Aber auch hier lachen wir nur - denn das wäre nach diesem jahrelangen Horrortrip eine leichte Übung. Ergänze, daß ich alleine auf der Etage sein werde - keine Nachbarn neben und über mir. 
Ich wünsche ihr und ihrem Gefährten von Herzen viel Glück bei ihrer weiteren Suche - und daß es schnell gehen möge.  Bin gewissermaßen beruhigt darüber, daß mein lange erreichter Anschlag nicht einfach an (m)einer subjektiven Überempfindlichkeit liegt - sondern schlicht menschlich ist.
Ja - es gibt weit Schlimmeres auf dem Planeten. Höchst bedauerlicherweise.
Aber - wenn man geschreddert ist, ist man halt geschreddert.
Wodurch auch immer - aus dem Lot geraten. Da, wo man gerade ist. Mit der eigenen Geschichte.
Bei der meinen ging es allzu oft um "Grenzüberschreitungen" und sinnlose Ausdauer, Ausharren in Lebenslagen, die nicht sonderlich fruchtbar sind. Zutiefst gedrillt durch das grausige Kindheitsmantra, welches die Erwachsenen mir immer wieder sungen, wenn ich mal empfindlich und nicht pflegeleicht daherkam : "Stell Dich nicht so an."
Anstelle von Zuspruch oder Trost gab es ein knallhartes "Das bist Du selbst schuld - Du hättest besser aufpassen müssen." Ich bin ihnen nicht böse - rein objektiv mögen sie recht gehabt haben. Es ist nur so - ich würde ein blutüberströmtes, unglücklich-verunfalltes Kind wohl erst mal in den Arm nehmen - bevor ich es auch noch gnadenlos auf seine Eigenverantwortung zurückwerfe. Manchmal denke ich - es war zweifelsohne eine gute Schule. Und manchmal - bin ich eben dennoch dünnhäutig.
Wie mensch es für sich selbst besser und weit tröstlicher macht - möchte ich gerne noch lernen. Eine Aufmerksamkeit, die beizeiten einsetzt, bevor die Batterie allzu sehr angezapft ist. Sich selbst in gesunder Harmonie halten. Inmitten dieser Welt und dem Toben. Eine uralte, tiefe Sehnsucht nach Frieden. Der mich glücklicherweise mehrmals am Tag ereilt - trotz allem. Ich habe Glück - denn ich vergesse, besser: selektiere schnell. (Anders: Ich vergesse ich nie auch nur irgendetwas in meinem Elefantengedächtnis  - aber es sortiert sich von selbst aus, nicht alles wird gleichzeitig erinnert). Gerade jetzt - ist es sehr friedlich hier. Und ich habe Glück - denn ich schlafe meistens gut. Mit oder ohne Albträume. Nach einem möglichen Albtraum - drehe ich mich einfach wieder um und schlafe weiter. Bestenfalls traumlos.
In den vergangenen Monaten bin ich mir allerdings nicht mehr ganz sicher - ob der jeweils nach dem Aufwachen erlebte Tag nicht auch einfach nur ein Traum ist. Einer mit Fortsetzungs-Faden.
Wie man diesen Faden loslässt - möchte ich gerne wissen.
Und - wenn er dann für Momente tatsächlich verloren ist - kommen wieder diffuse Ängste, die ihn erneut aufgreifen.
Ein verrückter Traum, dieses Leben.
Inmitten von allem Chaos gibt es eine Art Insel, die ruhig vor sich im Meer der Erscheinungen hindümpelt. Eine unberührte Zuflucht, die zutiefst weiß, daß alles zur rechten Zeit und am rechten Ort geschieht. Die weiß, daß das Timing absolut und perfekt orchestriert ist.
Es ist wahrhaft schön, so eine Insel zu kennen.

Mittwoch, 18. April 2012

Zur punktgerechten Nährung und Wiederauffüllung des Zwillingssonnen-Herzens ...

... gibt es gleich um Neune die erste von vielen neuen Folgen auf NDR mit Tamme Hanken, dem "Knochenbrecher" - der gar nicht solche bricht, sondern im Gegenteil diese wieder ins Lot rückt. Ins Gleichgewicht bringt. Bei Tieren. Insbesondere bei Pferden. Er hat gewissermaßen Glück - denn er ist oft höher gewachsen als diese .... rückt aber auch Hunde und anderes Getier ins Lot. Hat auch Menschen ins Lot gerückt - aber diese sind ihm zu undankbar, wie ich gestern auf seiner Netzseite las. Er läßt das nun - konsequent.
Nicht schwer zu verstehen - wenn mensch für seine unschätzbaren Dienste auch noch angegangen wird.
Hoffe, er wird nicht zum Vollblut-Misanthropen. Trotz berechtigter Motive.
Und freue mich königlich auf Neuigkeiten vom Hanken-Hof im hohen Norden.
Habe ihn mal im Taxi gefahren, als er mit seiner Frau zu Besuch in der Kolonie war - ohne zu wissen, um wen es sich handelt. Sah ihn erst später im TV.  Was ich gut erinnere - war eine seltene Präsenz und Offenheit und ein herzerfrischender Hunor.
Das - ist tatsächlich eines meiner Highlights.
Ich stehe dazu. Und freue mich wie ein Kind drauf.

Sie bremsen ein ....

.... als ich den Spermüll vor die Tür stelle. Mit einem Transit. Freundliche Männer aus Osteuropa. Auf der Suche nach Beute. Nein - sage ich demjenigen, der mich anspricht  - leider nichts mehr von Wert. Alles, was von Wert war, ist bereits weg. Habe alles auf die Strasse gestellt. Wann? Oh - in den vergangenen Tagen. Jetzt ist nur noch Sperrmüll übrig.
Ok, danke. Ja, danke auch.
Sehr viele dieser Leute sind unterwegs in der Kolonie. Die letzten "Dinge von Wert", die ich heute mittag vor´s Haus stellte, waren radikal weggeputzt, kein Staubkörnchen mehr übrig. Viele Frauen sind allein unterwegs und sichten. Nehmen kleinere Dinge mit. Und dann - kommen diese Männer mit dem Transporter.
Denke - sie finden manchmal ein relatives Auskommen auf diese Weise.
Der Nachbar kommt und meint - stellen Sie das jetzt schon raus? Ja, tue ich. Habe keine Ambitionen, das morgen früh um sechs zu machen. Ja, aber ... da würden doch bestimmt viele ihr Zeug dazustellen. Hmmmhh - entscheide mich für weiteren Optimismus. Wird schon. Und meine nur - ich habe gerade genug zu tun. Bin froh, wenn das Zeug weg ist.
Er geht auf den Hof und sieht sich die neugebauten Balkone an - kommt mit einem Kopfschütteln zurück. Ich frage "Nicht schön?" und lache. Habe mir das auch schon angesehen heute und über die recht akrobatisch anmutende "Stelzentechnik" gestaunt.
Er eröffnet mir, daß er früher mal Stahlbauer war - Großprojekte mitgebaut hat - bis er die Schnauze voll hatte - und sich jetzt gerade ernsthaft fragt, wer solch einen Scheiß genehmigt habe.
Ja - sage ich - ich habe zwar keine Ahnung von sowas, aber mir sah es auch ein bischen dünn untenrum aus. Ich kann nur noch lachen über dieses Absurdistan. Wir verbleiben einvernehmlich - was interessiert uns das noch. Füge noch hinzu "Ist doch auch schön, wenn einen das alles nicht mehr interessieren muß."
Er will auch schon lange weg - hat aber noch nichts Passendes gefunden. Fühlt sich nicht minder bescheiden hier, weil - ebenso wie ich bis neulich - nur noch sehr unwillig gelitten. Das - geht irgendwann an die Substanz bzw. an die Lebensqualität. Auch bei ihm und seiner Gefährtin. Er will gerne hierbleiben, im Viertel, ist hier geboren und verwurzelt.  Kann ich zwar verstehen, aber es ist halt sehr teuer hier, weil heiß begehrt, besonders von den Immis. Doch warum - soll er nicht einfach Glück haben. So wie ich damals auch - als ich noch für mich begehrte, hier zu landen.
Das ganze Leben besteht schließlich aus Zu-fällen.
Ein netter Kerl - wenn auch oft ein wenig muffelig. Aber irgendwie auch knuffelig. In jedem Falle - gute Nachbarn, beide. Danke nochmal dafür.

Alte Socken ...

... sprach gestern mit einer Freundin über die Verrücktheit.
Die Verrücktheit- an alten Dingen festzuhalten.
Das verrückteste Beispiel sind alte Socken.
Da sagt der Verstand: Die sind doch noch gut.
Kannste doch noch brauchen.
Wirf die doch nicht weg.
Völlig verrückt.
Sie kennt das auch.
Und weit extremer noch als ich.
Hat nach ihrem Umzug vor Jahren zu ihrem Geliebten
noch den ganzen Speicher voll mit Zeug.
Wenn mal was ist ...
Sie meint - alle sind so drauf,
auf die eine oder andere Weise.
Verrückt eben.
Hat einer kein Geld, macht er sich Sorgen.
Hat einer zuviel davon, macht er sich auch welche,
es könnte ja weniger werden.
Und sie meint - es geht immer nur um die Angst vor dem Tod.
Ich meine das auch.

Habe den Keller sortiert.
Weit weniger schlimm, als ich dachte.
Weitgehend - wertvollste Rhythmusgeräte.
Kurz - fing mein Herz an vor Freude zu klopfen
ob dieser Schätze.

Habe wieder Einiges zum Mitnehmen auf die Strasse gestellt.
Zum Beispiel uralte, aber tolle Inline-Skater
und Knochenschoner-Garnitur dazu.
Fängt der Verstand an zu erzählen: Macht doch Spaß, behalt die doch ...
Jaja - weil es soviel Spaß macht, bin ich auch
die letzten x-Jahre nicht mehr drauf gelaufen.
Und gerade im Bergischen bietet es sich ja an, Witzbold.
Einen schönen, großen Hartschalen-Koffer.
Ich verreise ja derzeit nicht - und wenn doch,
sicher nicht mehr mit diesem Monstrum.
Jede Menge Bilderrahmen.
(Alles weggegangen wie warme Semmeln!)
Zeug Zeug Zeug.
Und immer wieder tönte der Verstand:
Du mußt doch nicht alles verschenken -
verkauf es doch.
Jaja, Super-Idee.
Ne!
Ich rechne immer so:
Verhältnis von Energieaufwand zu monetärem Ertrag -
und dann kommt zügig die Antwort:
Rausstellen.
Die Freude eines Passanten über die Beute -
ist mehr wert und schont meinen Energieaufwand.
Geld - kommt von woanders wieder rein.

Viele Dinge, die ich rausstellte, landeten nach wenigen Minuten wieder hier im Haus.
Einiges bei der Vermieterin - die läßt nichts umkommen.
Mir ist es wurscht, wo es landet.

Dieses alte "Könnte mensch doch noch mal brauchen" - Trauma
der Ahnen löst sich in Luft auf.

Jetzt geht es filigran weiter -
das ewig mitgeschleppte Werkzeug  wird noch gut aussortiert.
Besser - ich stelle eine Kiste einfach ungeprüft raus!
Hatte seit sieben Jahren keine Hand mehr in dieser.
Reine Prüllsammlungen.
Und "wenn-mal-was-ist" -
haben die helfenden Engel sowieso meistens ihr eigenes Werkzeug dabei.

Schaute mir heute mein neues Domizil erstmals auf Google-Maps an.
Sieht aus wie ein großer Broccoli - überall Baumkronen und drunter der Wald.

Dienstag, 17. April 2012

der sich schließende kreis

Als ich hier eingezogen war - kamen recht zügig Gerüstbauer. Sie hinterließen mir eine Begrüßungs-Botschaft der brachialen Art - als ich nach dem Limousinen-Dienst nach Hause kam, fand ich am Wochenende einen Stahlträger vor, der das Schlafzimmerfenster durchbohrt hatte und unzählige kleine, filigrane Glassplitter überall in meinem Bett und drumherum hinterließ. Nachdem der Firmeninhaber mir zunächst lapidar-lässig vorschlug, ich solle doch einfach die Jalousie herunterlassen, ließ ich mich - zutiefst erbost ob solcher Ignoranz meines Schocks - zu einem sehr zornigen  Zwergenaufstand hinreissen - und tatsächlich erfolgte noch eine solche sinnvolle Notreparatur am gleichen Tage.
Heute - kurz vor meinem Auszug - kommen wieder Gerüstbauer der brachialen Art ... und sie semmeln zum Glück keine Stange ins Fenster. Dennoch scheint es mir als eine Art "Kreisschluß" in dieser unsäglichen Geschichte des Lebens auf einer mehr als unruhigen Endlos-Baustelle.
Also in Kürze: Baustellen-Trauma-Lösungs-Therapie.

Waschmaschinen-Meditation

Noch so ein Luxus, den ich sehr zu schätzen weiß und mit dem es sich bestens haushalten läßt: Einkaufen auf dem Markt. Frischer geht´s nicht - qualitativ fast nicht zu übertreffen - und günstiger geht es ganz sicher nicht. Einen Sack voller wertvollster Schätze für nicht mal zwanzig Euro nach Hause tragen. Von hart arbeitenden Menschen vor die Haustür geliefert. In lebendiger, meist sehr freundlicher Umgebung zu erstehen.
Eine einzigartige Frau, die ich dort kennenlernte und die u.a. unsäglich köstliches, selbstgebackenes Brot verkauft - für viel zuwenig Salär! - erzählte mir jüngst, wie sie sich wieder aufbaut, wenn ihre Kräfte zu schwinden drohen:
Sie setzt sich vor die drehende Waschmaschinen-Trommel - und erinnert sich.
Sie stammt aus Kroatien und ist mit anderen Gegebenheiten aufgewachsen, als wir hier.  Als sie seinerzeit nach Deutschland kam - gab es für sie viel Erstaunliches und viel zu lernen. Am Anfang verdingte sie sich u.a. mit Putzarbeiten - und wurde manchmal schier verrückt über die Vielzahl der Wasserhähne und die Verschiedenartigkeit der Bedienung solcher Apparaturen. Manchmal dachte sie, sie müsse wohl schlicht zu blöde sein, wenn sie wieder einmal so ein Teil erforschte und nicht wußte, wie man einen solchen Wasserhahn ans Laufen bringt.
In ihrer einstigen Heimat gab es nur das auch hier ehemals verwandte Prinzip - aufdrehen und laufen lassen.
Ich lachte und sagte "Du mußt uns alle für verrückt gehalten haben!" Ja - sie hat Vieles für verrückt gehalten. Und manchmal ist es noch heute so. Sie kam eben aus einer völlig anderen Umgebung, mit ganz anderen Wertigkeiten. Daher versteht sie auch heute noch nicht immer, worüber Menschen sich hier aufzuregen vermögen.
Dank ihrer Zähigkeit ist sie wieder und wieder und nochmal auf die Füsse gefallen, trotz herber (Rück-) Schläge - und heute darf ich mich an ihrer Präsenz und an den vielen Köstlichkeiten erfreuen, die sie mit viel Liebe selbst zubereitet -  die Zutaten größtenteils mit eigener Hand gepflückt -  und auf dem Markt feilbietet. Eine quicklebendige Person. Sehr kreativ. Und alles von allerbester Qualität!
Bei meinem letzten Besuch tauschten wir dies und das aus und sie berichtete mir von ihrer ganz eigenen Therapie, wenn sie mal in eine depressive Phase gerät: Sie macht die Waschmaschine an und setzt sich vor die laufende Trommel, beobachtet diese in ihrem Lauf. Auf diese Weise - erinnert sie sich an alles, was in ihrem Leben bereits leichter geworden ist und manches Mal von alleine läuft. Nach einer Weile des Dümpelns vor dieser drehenden Waschmaschinentrommel - schöpft sie wieder neue Energie.

Samstag kriege ich (m)einen neuen Schlüssel

Ein guter Tag für Ordnung - ein Saturn-Tag. Bin gespannt, wie sich das anfühlen wird - war seither nicht mehr dort. Muß unbedingt feinstes Badeöl mitnehmen. Und eine Pizza besorgen für meinen lang ersehnten Backofen in der Herzküche.
Gestern abend war ich platter als platt - und habe gar nichts mehr bewegt. Ging gar nicht.
Die letzten sieben Jahre hier in der Kolonie waren derart zum Bersten angespannt, daß ich gestern abend beschloss, dort erst einmal eine Woche nur zu baden, zu sitzen, mal was zu essen zwischendurch, und zu schlafen. Sicher wird es wie immer ganz anders kommen.
Ich hoffe, es kommt wieder Energie. Allein schon durch das Licht. Hier - war es mehr als schwierig geworden, solche noch zu generieren. Im besten Falle - werde ich sogar wieder ein wenig Spaß haben, in die Kolonie zu fahren, im Wissen darum, daß ich abends wieder aus dieser raus komme. Aber auch all diese Vor-stellungen sind eben nur solche.
Inzwischen war es so absurd geworden, daß ich die Limousine fast als Zuflucht gesehen hatte - was natürlich auch Blödsinn ist. Aber der tiefe, seelige, traumhafte Trance-Schlaf, der mich gestern erneut mitten auf lauter, belebter Strasse überfiel, war wirklich süß. Sehe mich schon auf der Wiese am Rande der Teiche bei den singenden Unken sitzen und vor mich hindümpeln .... einfach nur dünpeln, im halbschlafenden Reptilienhirn herumdümpeln. Mich weit weg in die Urzeit und ins Wasser hineinlauschend, aus dem ich geboren wurde.
Ein langwieriger Umzug, noch nicht gekannt. Die meisten gingen zügig vonstatten und mit erheblich mehr Plan als dieser. Die krasseste Nummer war einer, bei dem ich nur zwei Tage Zeit hatte, um Sack und Pack zu sortieren (also doch auch eher planlos) - irgendwann  fand ich mich heulend vor und dachte: So - jetzt nimmst Du Deine beiden geliebten Katzen und zwei Koffer unter die Arme und läufst ganz weit weg - und ganz woanders hin.
Die zähe Zeitschleife jetzt, seit März, hat mich nochmal gelehrt, daß ein vorübergehender Besitz von Dingen (bei mir sind und waren es in Kürze vorwiegend Bücher und Instrumente) zwar für eine Weile tröstlich erschien, aber letztlich nicht von wirklicher Bedeutung sind. Hatte mich mit zuviel davon umgeben, um meine Nicht-Geborgenheit zu kompensieren. So trenne ich mich und freue ich mich schon seit Wochen auf weitere Ent-äußerung von all diesen Dingen. Auch diverse Instrumente werde ich veräußern und abgeben. Zunächst einmal müssen sie noch mit rüberschaukeln, denn rein zeitlich habe ich noch nicht alles wegschaffen können, was ich noch wegschaffen will.
Der unschätzbare helfende Engel, der selbst auf anderen Umzugs-Reisen sein wird, schickt mir seine besten Kollegen als Umzugshelfer. Die haben Nerven aus Stahl, sind mehr als geschickt und äußerst Außergewöhnliches gewohnt. Für diese wird es wohl eher ein Spaziergang. Und ehrlich gesagt - gibt es hier gar nichts Außergewöhnliches, im Gegenteil, es ist halt nur (m)ein unruhiger Geist, der kein eigenes Revier hatte in den vergangenen Jahren bzw. keinerlei beruhigenden Rückzugsort - und der nun endlich, wenigstens für angemessene Zeiten, zur Ruhe kommen will.
Es gibt eine Waschmaschine (die ich als sehr großen Segen betrachte!) und ein Bett, welches zum -zigsten Male auseinandergeschraubt und wieder zusammengebaut werden wird - und wieder mit auf Reisen geht. Ein vortreffliches Möbel, welches alle Umzüge unbeschadet übersteht. Und ein Sofa, welches ich doch noch eine Weile nutzen werde. 
Alles Andere - ist äußerst mobil.  In der neuen Wohnung - gibt es phantastische Einbauschränke, die mich von allen weiteren Möbeln entlasten. Kurz - ich kann weiter daran arbeiten, meinem ehemaligen Traum von den zwei Koffern Stück für Stück entgegenzuarbeiten. Die beiden wunderbaren und unschätzbaren Katzenfreunde - sind schon lange übergegangen ins Katzenparadies.

Denke oft an solche Menschen, die diesen Luxus eines eigenen Reviers noch nie erlebt haben. Denke auch, daß sind nicht wenige auf diesem Planeten. Denke, es wäre ein Vordringliches, jedem Menschen solcherlei (Rückzugs-) Raum möglich zu machen. Ihr ihr/ Ihm sein eigenes Revier zu lassen - um derart wieder die eigene Seele zu entdecken.
Was ich noch gelernt habe: Mich nicht mehr zu verausgaben. Mußte hier wirklich haushalten - mit Kräften und Geld. Dachte noch bis vor wenigen Monaten und bis dahin mein Leben lang - eher unbegründet, wie ich im Laufe der Monde feststellen darf -  ich könne nicht wirklich gut mit Geld umgehen. Inzwischen habe ich anderes gelernt - über mich. Es geht wunderbar. Es geht auch wunderbar, sich sehr reich zu fühlen - ohne allzu große Einkünfte. Es gibt eben eine Art von Reichtum, der über den vermeintlichen und von Natur aus temporären Besitz von Dingen hinausgeht.
Vor vielen Jahren besuchte mich einmal mein "Ex-Chef", lange nach meinem Kündigen, der bemerkte, ich "hätte ja so gut wie nichts". Er sprach von sogenannten Wertgegenständen. Das war noch zu der Zeit, als es mir monetär äußerst gut ging. Ich dachte kurz darüber nach und merkte an - ".. scheinbar brauche ich das ganze andere Zeug nicht wirklich, sonst hätte ich es mir ja kaufen können. Das, was ich hier habe - ist für mich durchaus von Wert. Es muß also vorwiegend eine Frage der jeweils persönlichen Wertschätzung sein." Denke öfter mal an diese Begegnung. Erklärte dem Mann noch - eine mental aufnahmebereite Zwillingssonne - was ich da genau alles in meinem Besitz bzw. zu meiner Verfügung habe und wie wertvoll es sei (gute alte Stereo-Anlage, Waschmaschine, Instrumente, Bücher ....) - und was für ein überschäumender Luxus das alles im Grunde sei - er dachte zügig, wie es sich für eine Zwillingssonne geziemt, seine mitgebrachten Vor-stellungen um. Als ich ihn später einmal besuchte - konnte ich meinerseits nichts von Wert finden.
Unterhielt mich neulich noch mit dem helfenden Engel darüber - ein Freund war verstorben, der sein Leben lang seine eigenen Schätze gesammelt hatte. Mit seinem Tod verloren plötzlich all diese Schätze ihren Wert - weil sie für Andere eben nichts wert waren. Aus reiner Wertschätzung für den verstorbenen Menschen haben sich die Freunde um eine gute Verwendung dieses Nachlasses gekümmert. Nicht um der Gegenstände selbst willen, sondern um der Seele willen, die diese so liebevoll angesammelt hatte.
Es geht also nicht um Dinge - und dennoch sind diese beseelt.

Sonntag, 15. April 2012

Wachstum Wachstum Wachstum ...

... so der Titel des heutigen "Interviews der Woche" im Deutschlandfunk-Radio.
Eine Art "Wochenschau", wie mir scheint - die ich zügig abdrehte, als ich vernahm, wer da teure, wertvolle Sendezeit erhält: Und zwar - Hoppla!!! - Phillip Rössler - der Führer einer Partei, die es in diesem Land auf 1,2 Prozent geschafft hat bei der letzten Wahl. Dieser Mann erhält eine halbe Stunde Redezeit in den ÖR-Medien, die teuer bezahlt werden. Kein Schw.... - will den noch hören. Auch seine Freunde will niemand mehr hören. Außer vielleicht den Herrn Schäffler, dem aber das Maul verboten wird in den ÖR´s.
Ich frage mich - rein logisch jetzt wieder - warum nicht anderen, neuen Stimmen Platz gegeben wird.
Also könnte man doch mal den "Piraten" die Redezeit geben - die überraschend viele Stimmen erhielten.
Oder innovativen Menschen bzw. Zusammenschlüssen, die sich ernsthaft Gedanken zu Veränderung und Verbesserungen machen. Es gibt viele Möglichkeiten, ein "Interview der Woche"  mit deutlich mehr Niveau und vor allem mit Inhalten zu füllen. Aber so ist es mit dem Krebsgeschwür - es arbeitet in Zellen. Die Journaille - gehört dazu. Sie "liefern" alle - die gleiche Verblödung. Und sie sind "gut aufgestellt" - durch ihre Verblödungs-Journaille dringt kein vernünftiges Wort. Ich habe fertig!

Das langsame Kneipensterben und die Kunstmesse ...

... die (EU-verhängte .... immer hält "die EU" her ...) Rauchverbotsverordnung aus 2008 beschäftigte mich heute kurz, nachdem ich drei Männer zum Frühschoppen gefahren hatte. Zum ersten Mal ging mir das ganze Licht auf, wieso das tatsächlich eingeführt worden ist. Wie das Leben so spielt, fuhr ich am Nachmittag dann eine Gastronomin, die zwei Lokale in der Stadt betreibt. In Windeseile tauschten wir einige Beobachtungen aus - und kamen sehr schnell auf´s Rauchverbot zu sprechen. Sie sagte, sie hätte in 2008 ihr zweites Lokal sicher nicht mehr eröffnet. Der Umsatz an Bier ist seither um 60 % gesunken und viele Gäste bleiben aus. Im ersten Jahr habe sie 9 Kontrollen in einem Lokal gehabt. Und sie hatte auch freundliche, nichtrauchende Gäste, die ihr drohten, wenn sie sich nicht strikt daran halte, würden sie sie anzeigen....
Der eigentliche Grund für dieses Rauchverbot ist sicher nicht die Besorgnis des "Staates" bzw. der "EU" um die Gesundheit der Bürger. Der Grund ist dieser: In Kneipen treffen sich seit ewigen Zeiten solche Leute, die sich nicht unbedingt auch privat treffen, um an den Tresen über Gott und die Welt zu sinnieren und sich auszutauschen.  Sie treffen sich in einer Art öffentlichem Raum - und es wird "politisiert" wie sonst nirgendwo. In Kneipen informieren sich die Leute gegenseitig über Aktuelles und ihre eigenen Erfahrungen. Es treffen sich "Stammtische", besonders auch themenbezogene. Kleine Gruppen, die sich engagieren. Und in Kneipen wurde seit je her geraucht beim Biertrinken. Quasi eine symbolische Friedenspfeife - sage ich mal dazu. Seit 2008 - geht das den Bach runter. Viele Wirte und Lokale sind schon pleite gegangen.Verständlich, daß ein Raucher nicht mehr wirklich Spaß hat, teures Geld für´s Bier zu zahlen - um sich einem absurden Verbot zu unterwerfen. Rein logisch und zur Zufriedenhait aller - hätte man einfach ggf. in Raucher- und Nichtraumer-Bereiche bzw. -lokale trennen können. Rein logisch! Denn - Zigaretten sollen ja weiter fleissig verkauft werden, bringen ja eine Menge Steuern ein. Ginge es tatsächlich um Sucht - dürften auch nicht, wie seit einigen Jahren, unzählige Spielhöllen aufmachen, die wie Pilze aus dem Boden schiessen in der Kolonie. Es müßte schon lange die Prohibition eingeführt sein. U.v.m.
Wir waren uns schnell einig - in Kneipen wurden seit je her auch Revolutionen geboren. Somit handelt es sich also um eine "Versammlungs-Präventions-Maßnahme" unter einem Rauchverbots-Deckmäntelchen. Dazu spaltet es die Menschen untereinander, wie soviele "Kunstthemen" - die Raucher trauten sich kaum noch, irgendwo zu rauchen, weil diskreditiert. Und es entzieht zahlreichen KneipenbetreiberInnen ihre Lebensgrundlage, macht aus Selbstständigen "Arbeitnehmer" und  "Bedürftige".  Und dies ist ja nur ein Beispiel. Ein einzelnes Bild in einem viel größeren Rahmen.
Sprach auch noch mit einem Kollegen heute über die Entwicklung der "Taxi-Gespräche" in den letzten Jahren. Sie verändern sich - die Sichtweise der Menschen verändert sich. Es geht ans "Eingemachte".
Ganz anderer Film heute: Ich fahre eine junge Kunsthändlerin aus Austria zum Museum. Die Kunstmesse steht an. Sie telefoniert kurz und erzählt, daß sie den "xy" verkauft habe. Die Leute seien sehr begeistert gewesen. Für 375.
Ich denke - natürlich in Tausendern. Und sie wollen in den nächsten Tagen entscheiden, ob sie das andere Objekt auch gleich kaufen. Ach ja, und die Familie soundso sucht ein hübsches Anwesen in Dings, aber nicht so exponiert wie das in der Soundso-Strasse. Und es soll mindestens 5000 qm Grundstück haben mit zwei Häusern drauf - eines für die Eltern und eines für die Kinder. Der Blick - wäre sehr wichtig.
Ja - mir auch!
Ich gönne ihr das gute Geschäft von Herzen. Und den besagten Leuten ihre schicke Villa mit Grundstück. Obwohl einiges verquer läuft auf dem Planeten.
Der Gastwirtin wünschte ich weiterhin starke Nerven - die braucht es in dem Metier. Ja, sagt sie - ich bin jeden Tag an der Front.

Samstag, 14. April 2012

Donnerwetter - was für ein Typ! Ralph Boes schreibt dem Amt seine eigene Wiedereingliederungs-Erklärung anhand des Grundgesetzes ....

Alle Achtung - für soviel Courage und Einsatz. 
Ralph Boes erzählt seine Geschichte und Auseinandersetzung mit Jobcenter, Bundesagentur für Arbeit und zuständigen PolitikerInnen - und bezieht sich dabei auf die Grundfesten des Grundgesetzes. "Die Würde des Menschen ist unantastbar" und "jeder das Recht auf freie Entfaltung ...". Er setzt seine Grundrechte gegen bestehende Hartz-IV-Gesetzgebung durch, mit viel Arbeit im Detail, von der er hier berichtet.

Sehr interessant und aufschlußreich. Und logisch. Allein - das Bewußtsein für den von ihm hier erläuterten und gegenüber den Behörden durchgesetzten Begriff von "Arbeit" fehlt der Masse - noch. Obwohl viele von uns es mehr als deutlich am eigenen Leib spüren könnten, daß Lohnarbeit nicht mehr unbedingt zu Existenzsicherung führt.

Ich sag´s ja auch immer: Ich brauche keine (Lohn-)Arbeit - ich brauche nur Geld. Ich habe genug zu tun!
Ob sich da was tut im morphogenetischen Felde - was die Änderung des "Arbeitsbegriffes" betrifft? Wird Zeit. Denn das alte System von (Lohn-)Arbeit (die sich lohnt) - ist schon lange überholt in unseren Zeiten. Auch der Herr Popp - im vorhergehenden Post verlinkt - nimmt darauf Bezug.

Interessanter, mutiger Bürger, der Herr Boes.
Am Anfang  zitiert er die übliche  "Wiedereingliederungsvereinbarung" der "Jobcenter" - wer diese unterzeichnet, gibt automatisch seine Grundrechte ab und auf. Zum Ende räumt er aber auch ein - daß nicht jeder seinen Weg gehen kann. Zumal nicht, wenn man nicht alleine für sich steht.
Und von mir noch angefügt: Wenn mensch sich nicht derart mit der ganzen Materie beschäftigt hat, wie der Herr Boes - der hier in einem Gespräch zum BGE (bedingungsloses Geundeinkommen) zu hören ist - und humorvoller Weise anmerkt, daß er seinen Namen nicht umsonst trägt.

Die gute Nachricht des Tages - sie setzt mich auf eine "Blacklist"

Einer dieser Anrufe, bei denen ich an irgendeiner Umfrage teilnehmen soll. Ich höre kurz zu - habe inzwischen höfliche, kurze Geduld gelernt - und erkläre dann zügig, daß ich nicht interessiert bin. Die Dame fragt noch, ob sie denn fragen dürfe, warum nicht? Ich erwidere - gute Frage. Warum? .... Einfach, weil ich weder Lust dazu habe noch  Zeit dafür aufwenden möchte - und - hat mit Ihnen persönlich nichts zu tun - es mir schlicht auf die Nerven geht, seit Jahren immer wieder angerufen zu werden. Sie meint "Ich könnte Ihnen noch anbieten ..." - ich spreche sie mit Namen an und sage - Frau Dings, Sie machen Ihre Sache wirklich gut, aber lassen Sie es einfach sein bei mir ..."
"Nein nein", höre ich, "ich möchte Ihnen anbieten, Sie auf eine "Blacklist" zu  setzen - dann werden Sie deutschlandweit  nicht mehr für solche Umfragen von Meinungsforschungsinstituten angerufen."
Ein Engel! Sie setzt mich auf diese "Blacklist" und ich bedanke mich sehr herzlich mit "Sie machen mir gerade eine große Freude!" Wünsche Ihr noch von Herzen viel Erfolg - mit Leuten, denen sowas Spaß macht. Die einzige, die es wirklich kapiert hat, akzeptiert und mir offenen Herzens großzügig weitere Wiederholungen erspart - nach Jahren höre ich zum ersten Mal von jemandem, daß es eine solche "Blacklist" gibt.  Danke, Frau Dings - bin immer wieder hocherfreut, auf solche Ausnahme-Erscheinungen wie Sie zu treffen!

Packzeit mit Informationsgehalt

Je weniger es wird, desto länger dauert es scheinbar, den Rest einzupacken. Das Brachiale gelang (oder auch nicht?)  schneller, als das Filigrane. Aber es wird, Gewürzglas für Gewürzglas geht es weiter ....
Während des Einpackens hörte ich heute schon drei Beiträge von Andreas Popp - der sich mit Kollegen in der  "Wissensmanufaktur" Gedanken macht, wie eine für alle gute Lösung nach dem kommenden Zusammenbruch unseres Finanzsystems aussehen kann. Wohlgemerkt - sie arbeiten an Lösungen. Und getrauen sich, Neues zu andenken - im Wissen darum, daß ihre eigene ehemalige "Aus-Bildung" im Bereich der Finanzwirtschaft sie selbst lange blind gemacht hat.
Soweit, so kurz - wieder inspiriert von "schnittpunkt 2012", der heute einen interessanten Vortrag vom Herrn Popp verlinkt hat - danke dafür. Titel: "Ihr lernt das, was Ihr wissen sollt, und nicht das, was Ihr wissen solltet."

Danach sah bzw. hörte ich mir ein Interview mit Herrn Popp an, bei dem es u.a. um den Appel an Herrn Gauck´s Integrität geht, den ESF nicht zu unterzeichnen. Besonders schön aber für mich die Ausführungen zu Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit. Wegführend von diesem absurden Mantra, daß Arbeit zu Einkommen führt - und nochmal hervorhebend, daß die Leute mit der meisten Kohle am allerwenigsten arbeiten, sich nicht "arbeitslos" sondern "Privatier" nennen. Er spricht klar aus, daß Arbeit und Einkommen schon lange nicht mehr in irgendeinem Zusammenhang stehen. Und daß in Europa de facto bereits Faschismus herrscht.
Eben sah ich wieder einen der DPD-Fahrer auf der Strasse, die arbeiten sechs Tage die Woche, jeden Tag mindestens 12, eher 14 Stunden - und kommen eben mal, wenn überhaupt, über die Runden. Vorm Fenster heute, am Samstag, wieder mal Bauarbeiter zugange - die arbeiten ebenfalls sechs Tage die Woche - und werden ganz sicher nicht wohlhabend dabei. Es ist gleich halb fünf - und die machen keinerlei Anstalten, aufzuhören. Das soll also ein Segen sein?
Danke auch an alle, die für Nuoviso arbeiten. In diesem Fall an den Interviewer aus den (ironisch) "Neuen Bundesländern".  Immer öfter registriere ich, daß der Wissensdrang und das kritische Hinterfragen dieser Leute durchaus ein Segen für uns alle ist - viele übernehmen nicht einfach ungefragt die "Alternativlosigkeit" von Systemen, sicher auch aufgrund der eigenen Historie bzw. Geschichte der Eltern.

Als drittes lauschte ich noch einem Beitrag zum Thema "Rechts oder links" - natürlich wird auch ein Herr Popp mit dieser Keule bearbeitet.  Ein wenig amüsiert - denn wie er hier spricht und gestikuliert, fühlte ich  mich ein wenig an Pfarrer und/oder Bundespräsidenten erinnert. Andererseits - wäre es doch eine helle Freude, wenn die Sonntags-Prediger in den Kirchen sich mal ein Beispiel an solchen Inhalten nehmen würden. Oder tun sie es schon, ich war ewig nicht in einer Kirche?

Aus den Geschichten der Anderen ...

... halte ich mich in direkten Gesprächen möglichst und weitgehend raus.  Das hat einen simplen Grund: Meist mischen wir uns mit Bewertungen ein, die aus unserer ureigenen Geschichte und Weltensicht resultieren, und diese sind für Andere ungeeignet. Jedes hat sein eigenes Los - und mag es äußerlich auch ähnlich anmuten, wird es innerlich doch jeweils persönlich erlebt - und ganz verschieden. Deswegen ist es für mich weit freundschaftlicher, den Anderen in seinem persönlichen Drama nicht noch zusätzlich mit rein subjektiven Rat-Schlägen zu prügeln, sondern einfach den Raum offen zu lassen dafür, daß er/sie die eigenen Antworten findet. Dieser Raum kann nur offenbleiben, wenn ich mich so weit es geht  jeglicher Bewertung und Beurteilung enthalte - zumindest verbal. Natürlich denke ich mir manchmal meinen Teil - in dem Wissen, daß es auch wirklich  mein Teil ist und nicht unbedingt etwas mit dem Anderen zu tun hat. Was ich mir erlaube in solchen Begegnungen ist Humor. Besonders, wenn zum Beispiel ein Fahrgast darauf insistiert, daß seine Geschichte ganz besonders schlimm sei und daher meine Betroffenheit erwartet.  Es tut gut, gemeinsam über unsere Dramen zu lachen, ist meine Erfahrung.

Was ich auch manchmal tue, gerade in diesen Tagen: Ich schaue mir diese vielen einzigarten Geschichten aus der Frage heraus an, ob wir wirklich selbst unser Leben gestalten oder ob es eher vorgegeben ist.  Schicksal, Kismet, Fatma.... und wie es bei mir damit steht. Spannend sind für mich dabei vermeintliche "Erfolgsgeschichten" - da sie mir so fremd sind.
Meist stelle ich nach kurzer Betrachtung fest, daß auch diese Menschen ihr Päckchen erhalten haben - was von außen so leicht und glattlaufend aussieht, hat seine ganz eigenen Facetten. Und viele mußten zwischendurch mehr als einmal scheitern und auf die Schnauze fallen, wie auch immer. Das sind für mich dann eher Hinweise darauf, daß es sich beim Abenteuer Leben viel mehr um Schicksal handelt, als darum, daß irgendwer irgendetwas wirklich in seiner/ihrer Hand hat. Zumindest, was den konkreten Output des Inputs betrifft. Diese Betrachtung des Lebens von Anderen - hat nur einen Grund: Mich mit meinem eigenen auszusöhnen und damit, daß ich eben vieles nicht in der Hand habe. Natürlich schmeckt mir das nicht immer, wer will schon der geworfene Stein sein?! Mich damit anzufreunden ist immer noch eine Herausforderung. Langsam, sehr langsam, muß ich es aber doch einsehen. Das Leben ist einfach viel zu verrückt, als das ich es mir ausdenken könnte.

Donnerstag, 12. April 2012

Henning Venske ... und Frauen im politischen Kabarett

... Henning Venske ist einer von denen, für die ich länger gebraucht habe, um mich über ihre Ungeschöntheit zu freuen.
Hier ein Radiogespräch mit ihm auf HR2. 
"Das (Sozialismus) ist ja noch nie ausprobiert worden." ist so ein schöner Satz von ihm in diesem Gespräch.
Zum Thema "Weltregierung": "Irgendwann wird einen Konzern geben, der die Welt beherrscht ... inklusive der genetischen Industrie ...." kurz von mir aus dem Memorandum: die sich die Leute so schaffen wird, wie sie sie brauchen wird.
Dazu synchron eine Film-Empfehlung - Titel "Work hard - play hard".  Gefunden auf den "NachDenkSeiten".
Vielleicht - gehe ich sogar mal wieder ins Kino - um über mir - Gött sei dank - fremde Realitäten einer Arbeitswelt  zu staunen, die sich mir manchmal häppchenweise in der Limousine eröffnet während der Fahrten.

Übrigens - was der Herr Venske gegen Ende des Gespräches vorsichtig - gefragt von der Moderatorin, warum er nicht mal mit einer Frau toure - über "Frauen und politisches Kabarett" anmerkt - teile ich..  Bis auf wenige herausragende Schwestern - scheint es mir allzu oft, als hätten diese einfach ihre professionelle Gesangskarriere verpaßt (Gesangsausnahme-Erscheinung hier ganz klar: Nessi Tausendschön) - und nutzen nun die Kabarett-Bühnen, um dennoch vor Publikum zu singen. Bevorzugtes Thema: Männer (Liebe, Rollenverteilung ...)  - und da ich eine erfreute Hörerin von politischem Kabarett bin, bin ich jedesmal froh, wenn diese seltsamen Einlagen vorbei sind.
Erklärte Ausnahme: Simone Solga. 
Und natürlich auch die Frau Lisa Fitz - die ich schon immer mag. 
Hier noch eine Ermutigung von ihr -
"Der lange Weg zum Ungehorsam" 

Zynismus ist auch keine Lösung - aber manchmal ein kurzfristiges Ventil - Lebenssteuer !!! - Enterhaken

Was hören wir so in den ÖR-Medien aus USA:  Meldungen, wer wo welchen sündhaft teuren Präsidentschafts-Vorwahlkampfs-Zirkus gewonnen hat - Kandidat und Gattin in Siegerposen in die Kameras winkend.
Wen - zur Federal-Reserve - interessiert denn das?
Hier ein Ausschnitt aus einer "Westart"-Sendung - Dirk Müller fasst kurz zusammen, daß die Occupy-Bewegung dort gnadenlos niedergeknüppelt wird, vom gekauftem = durch die Wirtschaftsoligarchen finanzierten "Sicherheitsapparat".  Yahoo hält E-Mails zurück, sagt er, die von Occupy-Aktivisten abgesandt wurden.
Interessant, wie grottendoofe Schmalspur-Elitäre über die doofe Bevölkerung sprechen - haben wohl noch nichts vom Internet gehört?

Auch in Spanien wird die rebellierende Bevölkerung knallhart vom "Sicherheitsapparat" bekämpft und sollen jetzt als Kriminelle angeklagt werden, wenn sie zu Versammlungen aufrufen.

Hier eine kurze und prägnante Zusammenfassung zur jungen Historie von  derartigem Vorgehen auf "schnittpunkt 2012".  Ich denke zwar, daß viele von uns das wissen - aber es nicht wirklich begreifen (können) - weil sie von Haus aus nicht skrupellos genug sind. Guter, aktueller Stoff für ein Gedicht, welches die Gemüter erhitzen sollte ...

Bei uns hat jetzt ein CDU-Politiker vorgeschlagen, für alle ab 25 eine "Lebenssteuer" = "Demografie-Steuer" einzuführen .... Ergänzungsvorschlag von mir: Wer die nicht bezahlen kann - oder die staatlich-diktatorisch-angeordneten Rundfunkgebühren demnächst - kommt einfach auf´s Schafott. Besser: Die Pharmalobby entwickelt eine Suizid-Pille, die der Steuersünder (natürlich einmalig) für sagen wir 150 Euro erwerben muß. Und vererbt wird nur noch an "den Staat". So haben gleich mehrere was davon.

Werde wohl ausnahmsweise zur Wahl gehen - obwohl ich schon lange nicht mehr an dieses Wahlsystem glaube. Dennoch: Klarmachen zum Entern ... Schließlich - sind diese Piraten noch nicht etabliert und die einzigen, die (wenn) überhaupt entwicklungsfähig sind. Und es sind, momentan jedenfalls, BürgerInnen. Dazu jung und mit anderen Visionen als die Alteingesessenen, die "Alternativlosigkeit" predigen - aus ihrer Perspektive sicher wahr, denn sie wollen ja auf ihren Posten bleiben.

So eine schöne Welt, in der für alle mehr als genug gesorgt sein kann ... was die Grundbedürfnisse betrifft. Nur ein klein wenig Änderung in der Verteilung  nötig. So - das ist besser, als Zynismus.
 "Sparen" ist übrigens geizig und arbeitet der einzig wirklichen "Pandemie" auf diesem Planeten zu: Dem  krankhaften Mangeldenken. Wir könnten es mal mit Großzügigkeit versuchen- z.B. jedem und uns selbst ein gutes, glückliches und friedliches Leben gönnen.

Google mal Georg - ganz oben steht der Herr Schramm - völlig zu recht - und somit nicht nur von mir verehrt

... ich verlinke mal einfach - er hinterläßt mich fast sprachlos - bis auf den Hinweis auf Minute 11 und ein paar wenige Sekunden, für die, denen das neu sein sollte. Tausend Dank, Herr Schramm! 

Mittwoch, 11. April 2012

Über das Suchen - und was gerade hier ist

Heute morgen suchte ich mal wieder das Netz nach positiven Botschaften durch. Ich fand keine. Bemerke immer öfter, daß das Surfen sehr schnell zu einem völligen "Overload" bzw. Überdruss führt. Eine gute Handvoll Seiten, die ich gerne besuche. Die sich wenig mit dem äußeren Gang der Welt beschäftigen. Die vielen, die sich aber auf diesen beziehen, bringen selten "Trost" oder Freude, dafür immer mehr Lärm und Hektik. Seit Jahren schon schreiben viele "Nachrichtenblogs" vom Untergang des Abendlandes und des Euros, und es gibt beides immer noch. Meine Prognose: Es war zu früh beschrien, aber vermutlich kommt es in Kürze, wenn der Maya-Kalender .... haha. Nur so eine Idee. Und wenn es kommt - was dann? Keiner weiß es wirklich. Irgendwas wird kommen. Irgendwas geht weiter. Welchen Sinn macht es, vorab düsterste Horrorszenarien herbeizuschrei(b)en?
Wirre Geister also - im Netz und allerorten. Natürlich ist es mein eigener Geist, der sich auf solche Verwirrung einläßt, statt einfach abzuschalten und sich in die Seligkeit des Simplen fallen zu lassen. Das Simple, das gerade hier ist: Ein letztes Regal abbauen und letzte Dinge einpacken. Ein letztes Mal kochen hier. Deinstallation.
Deinstallation von Dingen und von wirren, nutzlos gewordenen Gedanken und Vorstellungen, von sinnlosen Sorgen, die sich in Endlosschleifen zu wiederholen scheinen.
Eine der tiefsten Konditionierungen: Ich sollte mich für den Gang der Welt interessieren.
Die Wahrheit ist - es interessiert mich immer weniger - was in der Menschenwelt so alles Verrücktes vor sich geht.
Sehr klar wird mir das, wenn mal wieder ein kollektiver Schrei der Empörung um die Welt bzw. durch alle Medien geht, wie jüngst wegen einem "Gedicht" vom Herrn Grass - in welches ich nur bis zur Mitte hineinlesen konnte, weil ich nichts Gehaltvolles, Erhellendes finden konnte.  Vielleicht noch am Interessantesten dabei, für mich, dieses Nachkarten von uns Menschen, in der Vergangenheit eines Anderen. Dieses Nichterlauben, daß ein Mensch sich -zig Male im Leben, manchmal zutiefst, verändert und mit seiner einstigen Geschichte nur noch wenig bzw. nichts gemein hat. Ein von der linear-denkenden Masse verhängtes Entwicklungs- und Selbstläuterungs-Verbot quasi.
Fragte mich also beim Vernehmen dieses kollektiven Gejaules, ob mich das jetzt wirklich interessiert - die Antwort lautet klar: Nein. Nicht die Bohne. Mich interessieren all diese "kriegerischen Auseinandersetzungen" nicht mehr, die seit Jahrtausenden nicht aufhören. Jeder meint, er habe Recht - und keiner hat es je gehabt. Das - kann und will ich also nicht (mehr) lösen zu Lebzeiten. Irgendwie beruhigend.
Was bleibt dann? Selbst-findung?
Heute sinngemäß vernommen "Du wirst keine Wahrheit auf diesem Planeten finden - also suche nicht nach der Wahrheit, sondern nach Dir selbst?"
Auch hier - habe ich nicht viel gefunden bisher. Es änderte sich ständig ... neue Ideen kamen und lösten alte ab. Dann kamen die alten nochmal wieder. Im Moment - kommen wenigstens keine neuen mehr, weil alle nichts taugen - auf Dauer. Es scheint nichts mehr zu greifen - so wie früher einmal, als ich mich noch be-geistern konnte für derartige Vor-stellungen.
Aber immerhin wird mir in diesen Tagen des Deinstallierens klarer, was ich einst gesucht habe: Meinen Seelenfrieden. Sonst nichts. Freiheit - von der Last der Welt. Manchmal scheint es solche zu geben, wie außerordentlich süß! Bis ich mich wieder durch klitzekleine, absurde Kleinigkeiten völlig aus der Ruhe bringen lasse.
Oft habe ich nach etwas gesucht, was wenigstens magisch oder mystisch ist - "größer als ..." - weil der Gang der Welt und der meines eigenen Lebens so beschränkt, eingekastelt und machtlos zu sein scheint. Am Anfang dieser Odyssee habe ich erstmal nach dem gesucht, was Andere angeblich gefunden hatten. Nach ihren Vorgaben und Regeln, wie das zu erreichen sei.  Das - geht gar nicht. Es ist Betrug. Bzw. Selbst-Betrug. Schließlich ist der Betrüger nicht verantwortlich dafür, wenn ich auf ihn hereinfalle. Und vielleicht glaubt er/sie sogar, was er/sie predigt.

Tiefe tiefe Konditionierungen sind auch: Du mußt doch .... etwas (Sinnvolles/Gutes) tun, an etwas glauben, das Leben geniessen, etwas ereichen, Dir Ziele setzen, Dich in eine Gemeinschaft einfinden, ein soziales Wesen sein, dankbar sein, für Dein Auskommen/Überleben sorgen, eine Meinung haben, Interessen haben ... und vieles vieles mehr.
Alles - um der Deinstallation zu entkommen.
Aber auch das funktioniert nicht, weil diese einfach vor sich geht - oder eben auch nicht.
Ich kann also weder willentlich installieren noch de-installieren.
Aber eines ist vielleicht möglich: Mich an der Deinstallation zu erfreuen, statt an den von Geburt an "eingeimpften (sozial-anerkannten) Verhaltensvorgaben" festhalten zu wollen. Wer weiß schon, wohin was führt?!
Die vielen Glaubensmuster, denen ich bisher aufgesessen war - führen jedenfalls zu nichts.

So - jetzt das Regal auseinandernehmen. Genussvoll. Die wichtigste spirituelle Aufgabe für heute.
Übrigens - las ich heute in einem "Umzugsratgeber", der dem Nachsendeantrag beiliegt, mensch solle etwa 1 Karton pro Quadratmeter Wohnfläche (!!!??) einkalkulieren für den Umzug. Ich liege drunter - hallelujah.

Dienstag, 10. April 2012

Radiofeature auf WDR5 - Ross 308 - das konfektionierte Schlachthuhn ...

... wo jetzt Ostern vorbei ist - kann mensch dennoch mal nachdenken über unsere Formen der "Tier-Produktion". War ein sehr interessanter Beitrag gestern, dem ich während meiner absurden Wartezeiten lauschen durfte.
Wie es unseren Hühnern und Hähnchen ergeht ....
Danke an die "Landwirte", die sich getraut haben, ehrlich über ihre Tätigkeit zu berichten.
Mit "Landwirtschaft" - hat das aber nichts mehr zu tun.
Mit Respekt vor der Kreatur - gar nichts mehr.
Es grüßt - der "Integrator" ....

Süß und toll

Fahre am Ostersonntag-Morgen ein alte Dame zu ihrem Gottesdienst. Sie ist Ende 80 und kommt recht aufgeregt daher - ich kenne sie, habe sie schon mal gefahren vor Jahren und danach noch ein paar Mal bei den Kolegen einsteigen sehen. Sie nennt mich ihren "rettenden Engel" - süß - denn sie ist spät dran und eilig und freut sich, daß jetzt doch ein Taxi dort steht, sie hatte zuvor beide wegfahren sehen. Ich erzähle ihr nur kurz - daß die Kollegen kurz zuvor fast zwei Stunden dort gewartet haben ... schön, daß sie kommt, nach nicht einmal einer Minute am Halteplatz. So gesehen - ist sie also mein "rettender Engel" und ich freue mich, sie wohlauf anzutreffen nach ein paar Jahren.
Auf der Fahrt - erinnert sie sich und fragt mich, ob wir nicht schon mal zusammen gefahren sind? Ja, sage ich, ich erinnere mich auch an Sie. Ja, wir sind schon mal zusammen gefahren. Eine Merkende. Seltene Spezies.
Sie erzählt mir, daß sie zum Gottesdienst einer freien Kirche fährt ... dort fühlt sie sich schon seit langem gut aufgehoben, es geht ihr gut dort mit den Menschen. Und sie fügt an -  das sei aber keine "Sekte", obwohl viele es so nennen würden.
Ich erwidere nur - daß auch die anerkannten christlichen Kirchen einst als Sekten beschimpft worden seien, und all das sei Unsinn. Soll doch einfach jeder das glauben, was er/sie will - und was gut tut. Leider haben die christlichen Kirchen diese ihre Geschichte inzwischen wohl vergessen.
Diese Dame - ist süßes Balsam - voller Tatendrang - eine von den erstaunlichen Alten!
Am Tage zuvor - fuhr ich eine 90-jährige und ihren Mann - zu ihrer Geburtstagsfeier. Seltener Segen, in solch hohem Alter noch gemeinsam unterwegs zu sein.
Sie kam zuerst zur Limousine und meinte - ihr Mann käme noch. Der bräuchte seit je her länger als sie. Ich meine - erstaunliche Kombination, sonst sei es doch eher umgekehrt. Ja, das wäre schon immer so gewesen. Sie sei schon längst fertig - und er müsse sich noch sortieren.  Sie wisse auch nicht, was er für ein Problem habe.
Ich bekomme erst während der Fahrt mit, daß sie gleich Geburtstag feiern wird in einem Lokal der Kolonie - sie sind viel zu früh dran. Aber da sie die Gastgeberin ist, ist es doch völlig in Ordnung, merke ich an. Ich gratuliere ihr einfach auf Verdacht zu ihrem Geburtstag und sie eröffnet mir daraufhin, daß es ihr 90er ist. Fit wie ein Turnschuh - und sehr sehr schick dazu! Erstaunlich, wie unterschiedlich unsere Spezies alt wird. Ich frage sie noch, ob sie früher Fotomodell war - sie ist wirklich sehr schön und schick. Es freut sie, daß zu hören. Ich hab´s ehrlich gemeint.  Vermutlich - hält sie ihn mit fit - ob er will oder nicht. Er - kam nicht nur später, sondern machte sich auch Sorgen um vergessene Pillen, einen vergessenen Regenschirm und solche Dinge - worauf sie nur sagte "Jaja ...." (also: eh wurscht!)  Aber auch er, trés chique in seinem Anzug mit Fliege.
Toll - wirklich toll, solche Menschen - die den Tag feiern.

Selbstregulation

Mit dem Taxi stehe ich manchmal auf Halteplätzen vor Krankenhäusern - und danke dem Gött, daß ich noch nie in ein solches mußte. Zwei kleinere OP´s habe ich vor Jahren bestens ambulant überstanden und mich bei der letzten mit allen Vieren gegen eine krankenkassen-verordnete Regelung gesträubt, derzufolge ich hätte ins Krankenhaus gehen sollen für mindestens 3 Tage. Der mich damals behandelnde Arzt war der gleichen Ansicht und setzte sich seinerzeit politisch gegen diesen unsinnigen "Krankenhaus-Lobbyismus" ein. Die Kosten für den Krankenhaus-Aufenthalt - hätte die Kasse.übernommen, sie waren dreimal so hoch, wie die ambulante OP - die mir der Arzt quasi schenkte. Danke nochmal  Soweit offensichtlich verrückt bzw. klare Interessenpolitik.
Seither - wurden und werden die Kliniken und Krankenhäuser der Kolonie fleissig ausgebaut und erweitert, neue "Gesundheitszentren" entstehen. Gestern las ich auf einem Schild von einem weiteren Ausbau eines Krankenhauses - vor dem ich eine Stunde auf die nächste Fahrt wartete - gefördert mit Landesmitteln zur "Wirtschaftsförderung". Aha. Es geht also um Wirtschaft - nicht um Gesundheit. Da stand es sogar schwarz auf weiss.
Ja, es geht um Wirtschaft. Vor diesem Krankenhaus steht ein großes, buntes und schickes Schild, vor dem die Leute stehenblieben und es studierten: Alle privatwirtschaftlich als Subunternehmen eingemietete "Gesundheitsfirmen" stehen da drauf, und es werden immer mehr. Es ist also schon lange kein "städtisches Krankenhaus" mehr - aber der weitere Ausbau erfolgt denoch mit Geldern aus öffentlichen Töpfen.
Mensch stelle sich vor, wieviele Leute in diesem System ihr Auskommen haben - manche mehr schlecht als recht, andere ein fürstliches. Die Pharma-Industrie ein gigantisches. Und dieses können sie alle nur solange haben, wie die Menschen weiterhin krank zu sein glauben - und fest dran glauben, daß sie sich für eine Besserung ihres Zustandes in die Hände von Anderen und/oder Spezialisten begeben müssen.
Unterhielt mich mit einer studierten Ärztin darüber und meinte, die meisten Leute, die schon Montags morgens vor acht Schlangen vor den Arztpraxen bilden, seien doch nicht wirklich "krank". Sie hätten halt eine Erkältung oder eine Grippe, die ja bekanntlich mit und ohne Behandlung die gleiche Zeit braucht, um gut überstanden zu werden. Sie stimmte gerne zu.
Habe mir meine eigenen Beschwerden in jüngster Zeit mal etwas anders angesehen ... eigentlich sind es freundlich-helfende Hinweise darauf, was aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und da - helfen keine Pillen zur Regulation, sondern nur der Geist. Ist meine Sichtweise.
Sicher auch geprägt durch das Miterleben beider bereits übergegangener Eltern (und eines ehemals großen Clans) - die sich, wie es einst üblich war, dem Arzt und seinem Urteil auslieferten - und so in einen Teufelskreis gerieten, aus dem sie nicht mehr rauskamen. Beim Vater ging es recht schnell zuende - bei der Mutter hat es solange gedauert, daß sie sich selbst noch darüber klar werden durfte und eigenmächtig ihre Medikation umänderte bzw. absetzte, weil sie bewußt erlebte, daß ihr manche Pillen extrem zusetzten  und schadeten. Am Ende war sie bis oben hin mit Morphium zugepumpt - was sicher ein Segen gegen ihre Schmerzen war. 
Bei meinem letzten Arztbesuch vor Jahren ging es um eine Schilddrüsen-Unterfunktion, er wollte mich ins gängige Schilddrüsen-Programm einschleusen. Ich lehnte ab, trotz bzw. gerade wegen seiner massiven Drohung, daß so ein Tod aufgrund von Schilddrüsenkrebs keine schöne Angelegenheit sei. Er war sehr wütend. Ich auch - ob solch grobschlächtiger Behandlung. Habe meine Schilddrüse befragt, sie meinte, sie bräuchte nichts von außen, es gehe ihr gut. Immerhin - nehmen die Frauen, die sich auf das ganze Programm einlassen, anschließend lebenslänglich Pillen und lassen immer mal wieder nachschauen. Das ist eine schöne Einnahmequelle. Und nur ein Beispiel von vielen. Habe vor kurzem auch beschlossen, nicht mehr allzu oft zur gynäkologischen "Vorsorge-Untersuchung" zu gehen. Es ist alles bestens - 25 Jahre lang schon, nach einem Eingriff.in jungen Jahren, Diagnose "Gebärmutterhalskrebs". Eigentlich war es Herpes, und dies trägt jeder Mensch latent in sich. Wenn´s weiterwuchert, nennen sie es halt "Krebs". Ich habe einen Schnitt machen lassen - und einen für mich gemacht: Ich beschloss, es einfach nicht mehr so weit kommen zu lassen, daß ich krank werde. Hatte nicht gut genug auf mich aufgepasst. Wußte instinktiv, wo die Ursache für solches Ungleichgewicht liegt.
Das ist für mich Krankheit - wenn etwas aus dem Lot gerät. Und etwas kann aus dem Lot geraten, wenn das Leben nicht im Gleichgewicht ist. So einfach. Der Körper, dieses Wundertier, sendet mir dann freundlicherweise eine Botschaft, weil ich´s ohne diese nicht bemerke oder wahrhaben will, weiter funktionieren will, obwohl es nicht gut tut. Und bei der Diagnose helfen die alten Volksweisheiten gut weiter - etwas schlägt auf den Magen, die Galle läuft über, ich gehe in die Knie, das Rückgrat bzw. Rückendeckung fehlt, ich kriege einen dicken Hals vor Wut .... was auch immer.
Denke nicht einmal mehr, wie früher, daß zum Beispiel schlechte Ernährung krank machen muß. Zahlreiche Menschen beweisen das Gegenteil und erfreuen sich bester Gesundheit trotz übelster Kost. Die Einen behaupten, man solle wenig essen, die Anderen sagen, daß Übergewichtige gesünder seien usw.
Das ist die ganze Essenz: Die einen sagen so - die anderen sagen so. Und bei jedem - ist es anders.
Was ich für mich selbst erfahren habe, ist, daß von außen gestellte Diagnosen weit mehr zu Verunsicherung beitragen, als das sie helfen. Und hierbei ist es wurscht, ob es ein Schulmediziner, ein Heilpraktizierender oder ein Schamane ist, der einem eine Krankheit zuspricht. Einmal besprochen, von wem auch immer - gilt es, sich selbst gut zu sortieren.
Selbst an der durchaus nützlichen Chirurgie kann mensch zweifeln - die Aboriginies heilen Knochenbrüche mit einer Salbe und einem alten Lied, heißt es. Ich meine, daß vor allem der Glaube heilt, also der Geist. Der natürlich auch andersherum krank machen kann. Bin meinen Knochen einmal auf sehr ungewohnte Weise begegnet - und durfte erleben, daß sie alles andere als "hart" sind - im Gegenteil schwingen sie weit schneller als zum Beispiel Muskelgewebe oder die Haut, um sich in manifester Form zu halten. Das - ist in unseren Glaubenssystemen natürlich nicht vorstellbar - aber ich hab´s halt erleben dürfen.

Jetzt schaue ich mir den Rest einer über vierstündigen Dokumentation über die sogenannte "Neue Medizin" des Dr. Hamer an, der zahlreichen Verfolgungen durch die heutzutage als richtig und alleinselig-machend-erkannte Medizinlobby ausgesetzt ist. Wie alle anderen, die sich mit Paradigmen außerhalb des "anerkannten Systems" befassen und diese anwenden.  Schließlich wollen sie niemand anderen an ihre Goldtöpfe lassen. Nicht, daß ich das einfach alles so glauben würde, was in dieser interessanten Doku so präsentiert wird. Aber es hilft, sich einfach mal anderen Sichtweisen zu öffnen - um die vorgegebenen Programmierungen aufzulösen und die eigene Wahrheit zu finden. Und vieles erscheint mir einleuchtend und logisch - denn der Mensch ist eben ein uraltes Tier mit uralten Programmen wie "Flucht", "Überlebenssicherung", "Revierbedürfnissen" u.v.m. .... und reagiert heute wie einst nach diesen Programmen - die die zvilisierte Menschheit überwunden zu haben glaubt und die im Grunde nur in immer neuen Mäntelchen daherkommen und weiterwirken. Sehr interessant die Bezeichnung "Sonderprogramme" statt "Krankheit" - diese Sonderprogramme laufen an und ab, wenn etwas aus dem Lot geraten ist. Und führen laut der Neuen Medizin beispielsweise auch temporär zu erhöhtem Zellwachstum, aus sehr logischen Gründen. Wenn die Gefahr gebannt ist, regulieren sich die Zellen wieder von selbst, da kein "Sonderprogramm" mehr nötig ist. So weit - so kurz, die lange Doku erklärt sehr vieles dazu. Die in diesen Menschheitstagen für "richtig" erklärte Medizin - macht daraus gerne "Krebs", stellt zügig tödliche Diagnosen, wenn nicht mit teuren (zermürbenden) Chemos behandelt wird. Solch eine Todesdiagnose - frißt natürlich am Geist des vermeintlich an "Krebs" erkrankten Menschen.  Ich belasse es mal hierbei ... und empfehle diesen Film gerne weiter - einfach, um sich mal ein paar eigene Gedanken zu machen - besonders zu solch gigantischen Wirtschafts-Projekten wie "Krebs". Auch "Aids" wird besprochen. Und natürlich Impfungen.

Es is a rechter Wahnsinn in dera bunten Welt!!! Hilft nur - sich möglichst rauszuhalten aus diesem und dem Leben selbst zu vertrauen. Der Tod bleibt eh die einzige Gewißheit.

Noch ein schönes Zitat aus dem Film
(Urheber ist mir leider gerade entfallen):
Was bringt den Doktor um sein Brot ?
A. Die Gesundheit
B. Der Tod
Drum hält er uns damit er lebe
zwischen beiden in der schwebe.

Auf den Hinweis zum Film traf ich hier, in den Leserkommentaren (auch auf den klugen, zitierten Spruch) und freute mich, daß dies nun auch öffentlich thematisiert wird.