Samstag, 31. März 2012

Be-zeichnungen, Namen - egualito son


... vorgestern habe ich eine Art Halbmarathon hinter mich gebracht - den Sperrmüll vorbereitend und zutiefst erschüttert über mich selbst bzw. über die Glaubensmuster meiner Ahnen - die mir von je her "Erhaltung" beibrachten. Das - was ich hier entsorge - bedarf einfach des Loslassens! Trotz aller ansonsten vielleicht grundlegenden "Erhaltungsmentalität".
Ich hatte also an einem Tag mehr weggeschafft, als in vielen Wochen zuvor - und war geschockt. Geschockt aufgrund meiner - angelernten - Erhaltungsmentalität. Und erleichtert - über alles, was rausfliegt!
Gestern erkannte ich im Übergang zum Vortag, was mir eine sogenannte "Bronchitis" beschert: Es ist immer ein mentaler Schock - der mein Energie-Feld allzuweit öffnet und jedwede gesunde Grenzsetzung ad acta führt - und in welches sich dann allzu viele weitere Energie- Parasiten bequem, weil von mir unbemerkt, .übersehen, einnisten können.
Letztlich - ist es gut - diesen Mechanismus zu erkennen, egal, wie er vielleicht  in sogenannten Symptomen benannt wird ... es ist nur ein Spiel.  Und das Spiel kann nur solange weitergehen, wie der Focus auf ihm beruht.
Ziehe ich den Focus von der vermeintlichen Schwächung ab - erscheint Anderes und auch wieder viel Kraft.
Habe heute vieles erledigt und  auf dem Markt sogar noch mit mir wertvollen Menschen einen Austausch über die Schönheit des Lebens geführt. Seit vielen Stunden habe ich nicht mehr an "Krankheit"  und/oder Schwächung gedacht .... also bin ich wohl gesund! geht doch.
So - sammeln sich die Kräfte gerne wieder. Danke - für´s Sehen!
Que Palo.
Palo - bedeutet Stock - hier braucht es gerade einen Zauberstab.

Lunatic

Wenn der Mond in seinen ihm gegebenen Stunden des Tages mein Wesen streift  -  kann ich nichts tun, als still zu sein. Was für ein Segen! Nichtstunkönnen und Anhalten. Naturalmente - geht es dann irgendwann weiter ... doch nichts vermag mich derart auszubremsen wie der Mond - La Luna - in allen andern Sprachkulturen eine weibliche  Energie, die zum Anhalten aufruft. Zu recht ....

Zeitmessungen und natürliche Rhythmen ...

... sind sich mehr als fremd. Die vergangenen beiden Zeitpunkte der "Zeitmessungsumstellung" haben mich mehr durchgerüttelt, als es zuvor der Fall war. Lustigerweise verweigern einige meiner Zeitmess-Gerätschaften diese Umstellung, so daß ich immer beide Uhrzeiten ersehen kann - und daraus umso besser, daß es eh absurd bzw. nur eine Form der "Absprache" ist, zu der mich persönlich niemand je befragt hat.
Meine eigene "Zeit", besser mein "Rhythmus" als energetisches Etwas, den ich nicht einmal selbst bestimmen kann - läuft immer noch mit dem Licht der Sonne. So wie seit Urzeiten. Urzeiten - nicht Uhrzeiten.
Die letzte "Zeitmessungsumstellung" ist völlig an mir vorbeigelaufen und derart kam ich erheblich später zur Limousine, als ich gedacht hatte. Natürlich dachte ich zunächst, da würde nur eine öffentliche Uhr (ich trage keine eigene) verkehrt gehen. In der Limousine - gingen die Uhren aber ebenso "verkehrt". Bis es mir wieder einfiel ....
Früher einmal - wäre mir so etwas "nie passiert". Es gehört zum Luxus des Älterwerdens - solche Absurditäten und viele andere, die ebenfalls einer verwunderlichen Gleichschaltung von Individuen in den Lauf der Masse und der "Produktivität" dienen, an sich vorbeirauschen zu lassen. So - lachte ich nur kurz über mich selbst und meine mir gerade mehr als willkommene "Weltfremdheit" und schüttelte meine Zellen ....  um mich "neu" zu justieren.
Ein weiteres Zeitmessinstrument meiner Basisstation verweigerte mir an diesem Tag bzw. Abend die Umstellung - ich nahm es mal als weitere Botschaft des Himmels - daß das eh alles purer Unfug ist.  
Auch diese Absurditäten - sind Raumöffnungen bzw. können als solche genommen werden. "Zeit" - spielt keine wirkliche Rolle.

Dienstag, 27. März 2012

Rettungsschirme

 Seit Wochen schaue ich kein Fernsehen mehr. Hat sich so ergeben. Zutiefst übersättigt und nur noch angeekelt von den darin gepredigten Massen-Mantren - allzuvorderst das der "Schuld" und der "Schulden". Beide sind artverwandt - es predigt also der gnadenlose Mammon gemeinsam mit der "christlichen Kirche".
35 Prozent der immer noch schlafenden Wahlschafe sollen angeblich im Saarland die CDU gewählt haben. Wozu? - frage ich mich. Immer noch nichts kapiert?
Heute ein erfrischender Beitrag des Börsen-Merkurs Dirk Müller - der sich immer ungehemmter ausläßt über den Irrsinn von "Rettungsschirmen" in utopischen Höhen. Auch hier habe ich erst nach Wochen wieder reingehört - zum rechten Zeitpunkt. Der Börsen-Hermes äußert sich auch zu angeblichem "Datenschutz".
Man gewöhnt sich dran? Ne ... würde ich für mich nicht so benennen. Ich gewöhne mich aber durchaus daran, daß alles offen ist, insbesondere die Entwicklung, die sich aus dem gerade vorherrschenden völligen Wahnsinn  ergeben wird.
Solange der Mensch noch an seine "Schuld" glaubt - läßt er sich auch weiterhin bereitwillig verarschen. Das geht so - seit dem "Sündenfall", der de facto keiner gewesen ist. Immerhin heißt es ja: "An Apple a Day - keeps the Doctor away" -   und den Priester und seine Politschergen. Also - esst Äpfel, Leute. Paradiesäpfel!
Ich habe in den vergangenen Monden sowohl meine " Schuld" wie auch meine "Schulden" einer sehr reiflichen Prüfung unterzogen und komme zu dem Schluß - daß mich ein jeder und eine jede mal gehörig kann, der/die mir erzählen will, ich hätte je über meine Verhältnisse gelebt.
Bisher habe ich meine "persönlichen Rechnungen" sowohl bezahlt als auch im Zwischenmenschlichen verantwortet. Mammon, Kirche und die von ihnen erschaffene "Gesellschaft" können mich also getrost von hinten sehen.
Eines meiner obersten "Prinzipien" lautet - erst meine Verbindlichkeiten zu begleichen. Habe nie auch nur irgendwas auf Pump erstanden. Habe meistens daran gedacht, meine Mitmenschen nie schlechter zu behandeln, als ich es mir von ihnen wünschen würde. Nicht aufgrund von "Geboten eines drohenden Gottes" sondern aus normal-schlicht-empathischem Empfinden heraus. Habe als ehemalige (kurzfristig bzw. saisonbedingt agierende) Arbeitgeberin darauf geachtet, daß die Leute, die für mich arbeiten, gut entlohnt und zufrieden innerhalb der Strukturen sind.
Und so weiter. Alles - ohne heilig zu sein. Alles so, wie es soviele Andere auch tun.
Jetzt - habe ich die Faxen wirklich dicke, wenn ich noch irgendetwas von "Schuld(en) .." höre, die "ich" gemacht haben soll.  Während profilneurotische Nichtnährer Milliarden und Abermilliarden verschleudern.
Don´t blame me - Fuck you!
Und - laß mich bloß aus dem absurden Schatten Deiner "Rettungsschirme" heraus -  die Sonne wird eh weiter scheinen.

Die gleichen Fehler immer wieder zu machen ....

.... scheint mir auch ein ewiges Menschenthema. Die ersten beiden Kisten - sind schlicht zu schwer bepackt. Obwohl ich bereits daran dachte beim Packen. Sie sind genau so schwer geworden, daß ich sie gerade noch schleppen kann. Aber wozu eigentlich solche Mühe? Ich werde das System ändern. Es darf erheblich leichter werden.

Völlig unverständlich ...

... bleibt es mir, wie ich es jedes Mal wieder schaffe, derartig viel unnötiges Zeug anzusammeln. Wo doch das letzte Hemd bekanntermaßen keine Taschen hat. Ich bin hin- und hergerissen zwischen Entsetzen und tiefer Nachsicht - gegenüber meiner bisherigen Nichtlernfähigkeit. Und fest entschlossen, dies ab jetzt völlig anders zu handhaben. Immerhin habe ich keine Schrankwände, Schränke oder sonstige fest-installierten Möbel. Dennoch - hätte ich es bereits besser gelernt haben können, nach fünf Umzügen in sieben Jahren vor meiner Landung hier. Oder eben doch nicht, fehlte noch eine Lektion? Ja. Sonst - wäre es ja gerade anders, als es ist. Es gab plötzlich diesen Wunsch des "sich-Niederlassens", nach einem "Zuhause" oder wenigstens nach einer eigenen "Basisstation". Und Müdigkeit war da - schon wieder umzuziehen. Ohne diese Müdigkeit - hätte ich diesen Irrsinn der Großbaustelle hier in den letzten gut vier Jahren gar nicht überstanden - obwohl sogar ein Bauarbeiter einst zu mir sagte, das hielte doch niemand aus. Doch - jemand, der umzugsmüde ist, hält das aus. Und füllt die eigentliche Ungeborgenheit für eine Weile mit Dingen an. Umso erstaunter, daß sogar besuchende Menschen diese Ansammlungen für sehr gemütlich halten. So war es für ein paar Jahre - eine Art großer Abenteuer-Spielplatz innerhalb der angemieteten vier Wände. 
Jetzt aber ruft das "Weniger-ist-leichter". Und der uralte Menschentraum  vom ewig-glücklich-bewohnbaren-Zuhause" ist auch geplatzt. Hat sich in Luft aufgelöst, an Wichtigkeit verloren.   
Die Vorfahren sammelten gerne an - nach kargen Zeiten und heftigen Kriegen, Fluchten aus der einstigen Heimat. Sie schätzten ihre erworbene Habe entsprechend nach durchgemachten Zeiten des Mangels. Das - wurde 
mir seinerzeit wohl mit in die Wiege gelegt. Zusammen mit dem oft gehörten Spruch "Wer weiß, wofür man es noch brauchen kann." Mein Vater war ein passionierter Schraubensammler ... er hob diese sogar von der Strasse auf, um sie sorgfältig in seine Kistchen im Keller zu sortieren. Ich mochte das bzw. diese spannenden Schubladen mit unerhörten Schätzen in seinem Keller. Ich glaube, ich habe sogar noch ein paar seiner gut sortierten Schrauben und Nägel sowie seltsame, nie wirklich benutzte Stechbeitel in meinem Werkzeugkasten .... auweia!
Meine Mutter, die recht kurz vor ihrem weltlichen Ende doch noch ihre eigene Wohnung aufgeben mußte, bat mich seinerzeit, ihren Keller aufzuräumen. Ich fragte nicht nach, was sie genau darunter verstehe - es wäre sehr kompliziert und zwischenmenschlich äußerst anstrengend geworden. Ich entsorgte also kurzerhand und eigenmächtig alles, was sich in diesem Keller noch fand - den sie schon seit Jahren nicht mehr selbst betreten hatte- und kehrte den Keller zufrieden aus nach getaner Arbeit. 
Anschließend nahm ich ihren Anschiss gerne entgegen - wie, ich hätte wirklich die alte Weihnachtsschmuck-Kiste ihrer Mutter einfach weggeworfen? Ja. Habe ich. In weisester Voraussicht um ihre ansonsten fällig gewordene Korinthenzählerei. Dachte mir nur - was für seltsame Sorgen wir Menschen so um Dinge haben können, die wir jahrelang nicht mehr gesichtet haben. Und dazu noch im Angesicht von schwerer Krankheit und Tod.
Verrückt - völlig verrückt.

Crazy Dailies 3

Die letzte Tour - ich fahre Mutter und Tochter von der City in einen Vorort. Die Tochter ist knapp über 50 und füllt jeden Zentimeter des Beifahrerraumes aus, weil sie ungeheuer dick ist. Die Mutter sitzt hinter ihr. Alle zwei Minuten klingelt ein Handy, die beiden Söhne der Tochter rufen an und wollen irgendetwas wissen. Wie man die Spülmaschine anwirft zum Beispiel. Die Söhne sind Anfang bzw. Mitte 20 - und lernen dies nun. Die Unterhaltung der beiden Frauen macht mich zunächst ein wenig kirre ... sie füllt den Innenraum auf laute und äußerst nervöse Weise und ich bin erleichtert, daß ich derlei Gesprächen privat schon seit Äonen nicht mehr ausgeliefert bin. Immer wieder auch eine Erleichterung für mich, keine Mutter mehr zu haben, die mich ebenso "klein" be-halten will und sinnfreie Kontroll-Fragen stellt. Sorry, Martha ... aber so ist es. Es gibt soviele Mütter mit Kontroll-Tendenzen auf diesem Planeten.
Die sehr sehr dicke Frau neben mir weist einen ihrer Söhne telefonisch an, schon mal den Grill anzuwerfen, sie sei gleich da. Sie war zuvor beim Arzt, von Mutti begleitet, und die beiden erzählen von ihrer Krankheit ... lustige Wortverdrehungen von ärztlich-angeordneten Symptom-Bezeichnungen flappern durch die warme Luft.
Ich denke, daß ich gleich froh sein werde, wieder alleine sein zu können.
Die Mutter steigt als erste aus, ich fahre mit der Tochter ein Stück weiter. Sicher herzensgute Menschen, aber nicht meine Welt, diese Welt des übermäßigen Betuttelns von vermeintlich "Zugehörigen". Die sehr sehr dicke Frau erzählt mir sofort unaufgefordert von ihrer Krankheit und daß sie im vergangenen Jahr 40 Kilo zugenommen habe, obwohl sie auch vorher schon sehr dick gewesen sei. Das plättet mich kurz - 40 Kilo in einem Jahr ist schlicht ein Albtraum und nicht wirklich zu bewältigen. Trotz ärztlicher "Begleitung".
Diese gestaltet sich so, daß sie sich in Kürze einer OP unterziehen wird, irgendwas mit dem Magen, der wird wohl verkleinert und eine Sonde gelegt. Ich höre nicht wirklich aufmerksam zu - aber das, was ich höre, reicht mir mal wieder, um bei meiner Entscheidung zu bleiben, nur in absoluten Notfällen je wieder ärztlichen Rat einzuholen. Glücklicherweise brauche ich das bislang auch nicht. Ein Kommentar entfährt meinen Stimmbändern "Ob das mal alles so richtig ist?!"
Doch doch, sie ist sehr froh darum, daß es nun so sein wird. Ich schweige. Und es gruselt mich ein wenig vor unserem "medizinischen Fortschritt". So wie vor ein paar Wochen, als ich einen Mann zu Uniklinik fuhr, dem man den Hals quasi ausgehöhlt hatte - sein Gesicht hing schief in alle Richtungen - und der mir sein Fahrziel auf einem Zettel aufgeschrieben herüberreichte, weil er nur noch schwach krächzen konnte. Zutiefst einschneidende Erlebnisse - fällt mir nur dazu ein.

Montag, 26. März 2012

Craizy Dailies 2

Fahre mittags zum wiederholten Male einen recht großen, schweigenden Jungen von vielleicht 10 Jahren - es ist eine Grundschule ... sonst würde ich auf 11 oder  12 tippen. Fahre ihn jedesmal von der Schule zu einer weiteren Kinder-Verwahr-Einrichtung, in der er seinen Nachmittag verbringen wird. Er spricht nie. Und ich bin sehr einverstanden.
Heute juckt es mich irgendwie und ich erlaube mir einen einzigen Satz: "Du redest wohl nicht viel ?!" Seine Antwort lautet "Ja."
Köstlich!

Dem Papst auf Cuba ....












... werden alle seine Messen gestohlen werden. Von den Orishas. Obwohl - nehme ich einfach mal an, der ist ja sicher nicht unwissend, en contrario - er das wissen wird. Oder weiß er das nicht? Kaum vorstellbar. Der Auftakt zu Ehren von Oshún - Caridad de Cobre - in ihrer Kathedrale nahe Santiago de Cuba. Oshún ist Venus. Und u.a. der körperlichen Liebe ebenso wie der Promiskuität zugeneigt. Und der Papst - predigt Liebe. Was für eine schöne Kombination! (Jupiter, der Blender, mal wieder auf Missionierungs-Reise - Venus, wie immer, bei sich selbst zuhause... )
Nur sehr sehr kurz -  auf Cuba und vielen anderen karibischen Inseln sowie auf dem Kontinent Südamerika gibt es den sogenannten "Synkretismus". Die ehemals als Sklaven dorthin depotierten Menschen aus verschiedenen afrikanischen Regionen nahmen natürlich ihre Religion, die ihnen verboten wurde, im Herzen mit - und synkretisierten in ihrer Not die "christlichen Heiligen" mit ihren eigenen Göttern. Das - wird auch der Papst wissen, es ist ja nicht (einmal mehr für die Schafe) geheim. Nur ein Beispiel - wird am 04. Dezember die "heilige Barbara" verehrt - ist es in Wahrheit Changó, dem die Ehre zuteil wird. Und selbst in unseren Breitengraden - ist es ein zutiefst "heidnischer" (was für ein Unwort, um das zutiefst Ältere zu diffamieren!) Brauch, den Barbarazweig ins Haus zu holen. Was auch hier immer mehr Menschen wiedererkennen. Hier muß ich mich bremsen, um bei dem Versprechen der Kürze zu bleiben - nur soviel: Alle "christlichen Feste" sind den "Heiden" gestohlen worden .... die diese lange vor jedem sogenannten Christenmenschen  zelebrierten.

Habe heute viel gelacht beim Hören der Nachrichten über diesen Papstbesuch auf Cuba.

Ellegúa - Merkur - Hermes wird immer zuerst und zuletzt angesprochen, als Mittler, göttlicher Bote. Sein Tag ist der 01.01. eines jeden Jahres. (Für meinen Lebensgeschmack die weit geeignetere Musik, um den Göttern zu huldigen !!!)

Der Papst - muß das wissen! So gesehen - schon fast mutig, solche Reisen.
pare. pare? - ist hier als wort erschienen ..... ich hab´s nicht eingegeben. Bedeutet soviel wie - es reicht. Wir sind quitt!

Aber mal anders - unter Fidel Castro und seinen Kumpanen war auch die Santería lange streng verboten. Obwohl er selbst ein geweihter Hijo (Sohn) de Ellegúa sein soll. So sind sie, die Machthabenden - für sich selbst die Götter benutzen wollen und sie den anderen vorenthalten. Der Herr Castro, Fidel - weiß jedenfalls mit Sicherheit darum, wem genau er die Kirchen öffnet.

Crazy Dailies 1

Das erholsame und wohltuende Schweigen in der Limousine dauert an. Jedenfalls, was mich betrifft. Die meiste Zeit - bis auf ein paar eher sachliche und kurze Antworten, falls echte Fragen kommen. Sofern es den mitreisenden Fahrgästen nur um eine Bestätigung ihrer Sicht der sie gerade beschäftigenden Dinge geht - genügt auch eine schweigende Kopfbewegung meinerseits, von oben nach unten und wieder nach oben. Das deuten sie als Zustimmung und sind zufrieden.
Heute riss es wieder ein wenig ein mit meinem Schweigen - dafür gab es auch akzentuierten Spaß.
Die erste, die mich gnadenlos vollquatschte, war eine ältere Dame, die ich zum Augenarzt fuhr. Sie lamentierte laut und temperamentvoll, daß sie seit ihrer OP vor sieben Tagen nun noch schlechter sieht, alles verschwommen und der Kopf würde nur noch brummen. Kaum Luft holend - erläutert sie diverse Einzelheiten, ich höre nur am Rande irgendwas von "hineingestochen" und es entweicht mir ein "Pfui Deivel." Kurz danach - entschuldigt sie sich, daß sie mir ihre Horrorgeschichten erzählt hat. Immerhin, merkt sie noch etwas. Ich bin in diesen Tagen recht wonanders mit mir - so prallt das eh alles ab an meinem Kokon. Dann entschuldigt sie sich für die nur kurze Fahrt, das täte ihr ja oft so leid für unsereins, aber sie würde das immer durch ein gutes Trinkgeld ausgleichen. Ich erwidere, sie sei Kundin und brauche sich darüber keinerlei Gedanken machen. Ja, aber .... Ne, sage ich, alles ist gut. Hauptsache - es rollt. Sie erzählt noch ein wenig Unsinn, was die Vorstellungen von unserem Gewerbe betrifft. Habe sie letzte Woche im Fernsehen gehört. Ob ich denn auch richtig gut verdient hätte beim Streik der öffentlichen Verkehrsmittel? Nein - ich hatte frei, dieser Kelch ist an mir vorübergegangen. Eh Schmarrn - obwohl ich wenig später noch - wider ohnehin besseren Wissens und der puren Neugier wegen - einen Kollegen nach seinem Umsatz an diesem Tag fragte. Ja, ein wenig besser schon, klar. Wir reden hier von vielleicht 20, 30 oder mit Glück 40 Euro bei Schichtende - was für ein pralles, ausgelassens Fest! Ich mag diese etwas anstrengende Frau dennoch - denn sie hat unerhört viel Pfeffer im Hintern und traut sich auch bei derart schlechter Sicht ohne ihren Rollator raus. Ich erfahre am Ende, daß sie bereits 80 Jahre auf dem Planeten weilt und freue mich über soviel Temperament und Tatendrang.Stelle ihr gerne noch eine Quittung aus, die sie bei ihrer letzten Fahrt mit einem Kollegen vergessen hatte.
Auf einem meiner Wege zum nächsten Halteplatz winkt mir am Markt ein Kneipier freundlich zu, als ich langsam  um die Ecke biege. Ein großer, männlicher Kneipengast kommt um die Limousine herum, öffnet die Tür und läßt sich erleichtert in den Sitz fallen, während ich noch das Fenster herunterlasse und den Gastwirt frage, ob er ein Taxi gerufen hätte? Ja, hat er. Ich sage - das bin ich dann nicht, da kommt ein anderer Kollege, dem will ich seine Fahrt nicht stehlen. Wiederhole das gegenüber dem Mann, der bereits neben mir sitzt. Er reagiert freundlich und friedlich und steigt wieder aus, während er scherzhaft anmerkt: "Da hat man man endlich eine schöne Frau gefunden - und schon ist man(n) sie wieder los." Wir lachen alle drei - das nenne ich einen guten Lauf!
Den nächsten Fahrgast fahre ich zum Puff, gegen Mittag, eher etwas früher. Denke zunächst "Auweia - die armen Damen." aber ändere meine Meinung während der Fahrt. Er ist alt und nicht wirklich schön - aber hat eine angenehme und selten offene Art, die alles andere als schlüpfrig oder anzüglich ist. Als wir losfahren, hupe ich den  Kollegen an, der gerade auf dem Weg in ein Telecafé ist - um ihm zu signalisieren, daß er jetzt die Spitze hat. Dieser Kollege- trägt einen langen schwarzen Rauschebart und ein verziertes Käppchen der muselmanischen Art auf dem Haupt. Er sieht aus wie ein Taliban - und hat den nötigen Humor, um sich derart bei Gelegenheit auch über sich selbst lustig zu machen. Pakistani, glaube ich. Der Fahrgast auf dem Weg zum Mittagsvergnügen im Bordell merkt dies an - ich sage nur, denn es ist mir ein Bedürfnis: "Das ist ein sehr liebenswerter Kollege, mit außerordentlich guten Umgangsformen, immer freundlich und gut gelaunt." Tatsächlich traf ich  ihn auch gestern und freute mich wieder einmal über seine freundliche und humorvolle, optimistische Art.  Oder soll ich sagen: Ausgeglichen?! Dachte heute mehr als kurz daran, wie sich das wohl anfühlt, wenn Dich jeder für einen radikalen Taliban hält?  Oder zumindestens für einen "Schläfer".
Der zahlende und bekennende Beischläfer neben mir staunt über die Technik in der Limousine und eröffnet mir während der Fahrt, daß er Jahrgang 1939 sei - da hätte es sowas noch nicht gegeben. Ja, sage ich, das ist wohl wahr. Wir unterhalten uns ein wenig über die Entwicklung der Technik allein in den vergangenen Jahren. Er sagt, er braucht das alles nicht mehr und fängt es es auch erst gar nicht mehr an. Aber von schönen Frauen könne er immer noch nicht lassen. Er berichtet sehr kurz über die - für ihn - positive Entwicklung des horizontalen Gewerbes, wohlwissend, daß es für die Frauen nicht einfacher geworden ist. .

Ich laste ihm sein Laster nicht an - denke inzwischen sogar einen diametral-entgegengesetzten Gedanken zu meinem allerersten (s.o.): Scheint eher angenehm zu sein. Nicht machtlüstern, sondern dem körperlichen Vergnügen und dem Genuss verfallen. Das hat sicher nochmal eine ganz andere Qualität als so manches Arschloch, welches da aufschlägt. Er wird erst mal einen Kaffee trinken und "schauen, was heute so los ist". 
Das ist die beste Lektion in meinen Limousinenjahren - dieses Leben ist wild, verrückt, unberechenbar, oft ungerecht auf den ersten Blick, manchmal elend und verdorben, allzu oft kriegen die Dümmsten die dicksten Kartoffeln und so weiter ..... aber welcher Mensch wäre dazu befähigt, auch nur irgendetwas für einen Anderen zu entscheiden? Oder gar darüber zu richten? Jeder muß genau das tun, was er/sie tut.
Und ehrlich gesagt - habe ich das auch nicht neu gelernt, sondern "wieder" - durch das Geworfensein auf den Strassen, inmitten all dieser Menschen, die ich mir nicht aussuche, sondern die mir das Leben hereinreicht.

Samstag, 24. März 2012

Hinterhof - Parterre - Nordseite - Nachtmeerfahrt ....

... ist ein gutes Lern-Areal. Besonders - wenn sich das bewohnende Wesen ohnehin auf die fällige Nachtmeerfahrt der Seele begeben hat. Das trägt - die Nachtmeerfahrt  Für die dazugehörigen Dämonen vor den Fenstern - und im Eingemachten -  ist und  wurde - reichlich gesorgt - durch das Leben selbst.
Noch eines - zu dieser "Wohnlage" zwschen den Welten: Im Winter ist es eher angenehm warm - in heißen  Sommern angenehm kühl - aber im Herbst und im Frühling - frierst Du.
Umso mehr  freuen sich all meine Zellen jetzt - nach einer langen Nachtmeerfahrt - auf ein sonnen-aufgeheiztes Dachgeschoss - mit viel Licht.

Dás "Nichts" in der Limousine ...

.. äußert sich in den vergangenen Wochen in wohltuendem Schweigen und Nicht-Gesprächen.
Teilweise - und immer müheloser - in einer Nicht-Reaktion meiner eigenen Marionette auf mögliche Ansprachen der ewig-litaneienden Art.  Die Letzte, die es versuchte auf einer längeren Tour - der Geist völlig aufgegoren im eigenen Salat -  nervlich ein vibrierendes Bündel -  hielt inne, als ich kurzerhand das Radio lauter drehte. Es ging um Leben und Tod bzw. um Organspende ..... immerhin geeignet, um sie aus ihrer eigenen Welt des "Überleben-Müssens" in andere Inspirationen zu tragen. 
Es geht immer um Leben und Tod - in diesem kurzen Leben.
Und darum - vom eigenen Film abzulassen. Sie ließ ab.
Ich wünschte ihr alles erdenklich Gute - für ihr neues Leben - zum Abschied.
Sie predigte nur noch sehr kurz aus ihrem Weisheits-Kästchen - ich nickte ihr gerne zu - sie hatte durchaus recht, aus ihrer Perspektive des Lebens .... doch es gibt so unzählig viele.

Ca. 400 Bücher entsorgt - die Übung geht weiter

Habe im vergangenen Jahr ca. 400 Bücher entsorgt. Hatte nicht alle gelesen ... aber viele. Die, die in der "Willichirgendwannnochlesen"-Abteilung verharrten, mußten jetzt erst recht raus. Habe viele verschenkt - und einige verkauft. Jedes weggegebene Stück ist mir eine Erleichterung. Und - es herrscht wahrlich immer noch keinerlei Mangel, im Gegenteil, es sind immer noch zuviele, obwohl endlich wohltuende Lücken in den Regalen entstanden sind.  Drei oder vier habe ich zerrisen und ins Altpapier gegeben - den Inhalt muß mensch auch keinem anderen Artgenossen zumuten.

Es handelte sich fast ausschließlich um einen Fundus an Sachbüchern, Ratgebern und "esoterischen" Schriften im weiteren Sinne. Seit etwa 15 Jahren hatte ich mich mit allen möglichen Glaubensrichtungen und esoterischen Themen befasst - mal mehr, mal weniger intensiv. Fazit: Manches ist inspirierend und hatte seine Berechtigung, war für eine Weile hilfreich, um ein wenig den Horizont zu erweitern oder komplett neue Denkansätze zu geben. Sogar Weltbilder und Sichten auf das Leben. Manches war einfach grauslich und wurde daher auch nur angelesen. Besonders allergisch bin ich seit Jahren auf solche "Tun sie dies und tun sie das"- Anleitungen, die in ihrer Kompliziertheit nur für Verwirrung statt für Klarheit sorgen.
Seit einigen Monden fällt es mir schwer, überhaupt noch etwas zu lesen - eine Übersättigung hatte sich eingestellt und das ganze Zeugs mußte erstmal wieder mental entsorgt werden. Gefiltert. Entleert.
Die Essenz, die übrig bleibt, ist einfach: "Hier stehe ich nun, ich armer Tor ..." Ein sehr gutes Ergebnis, wie ich finde.

Der damals vordergründige Auslöser für meine zügig einsetzende Erkundungsreise  war ein Kumpel, mit dem ich für eine Weile quasi "zusammengewachsen" war - und der mir seinerzeit viel zunächst Haarsträubendes vermitteln wollte - so auch, daß dieses Leben in einer Art Zeitschleife stattfände und sich endlos wiederhole - und zwar simultan - in allen Zeiten und in allem, was je geschehen ist. Da ich ihn sehr gerne mochte und durchaus nicht für verrückt hielt - außer temporär auf rein menschlicher Ebene, wie wir es schließlich alle sind - wollte ich es selbst ergründen. An diesen einstigen Weggefährten habe ich nun schon viele Jahre nicht mehr gedacht -  und dafür ist Schreiben gut. Danke also heute für die Begegnung.

Die eigentliche Essenz - kann ja eh nicht beschrieben werden. Auch nicht ausgesprochen. Es ist irgendetwas sehr Einfaches und über alle Ausdrucksweise hinaus Wunderbares, welches vermutlich noch jedes Kind für eine Weile erfährt. Bei mir war das jedenfalls so, als ich Kind war. Ohne Zweifel gab es etwas hinter der Materie, was diesen Zauber hier orchestriert und dafür sorgt, daß jedes Wesen seine eigene Geschichte erlebt. Oder so ... Kein Mensch könnte sich die Welt jemals so ausdenken, wie sie erscheint und sich wandelt. Und kein Mensch wird je eine Antwort darauf finden - denn dann - wäre die Welt mit ihren Wundern nur noch eine sehr kleine, begrenzte Kiste. 
Gerade schaue ich immer mal wieder in der Limousine in ein Buch vom Herrn Balsekar, Ramesh mit dem amüsanten Titel "Wo nichts ist - kann auch nichts fehlen." - der als ein großes Advaita-Tier gilt. Und ich stelle fest, daß auch seine Worte nur noch sehr dünn bei mir anklingen, obwohl er viel Kluges sagt. Es gibt einfach keine -  und das betont er auch selbst immer wieder - Erklärung für das Unerklärliche. Immer fehlt das entscheidende "Stück" zum Himmel - sage ich. Der letzte Tritt auf der Leiter ist für einen erdgebundenen Menschen nicht aufzufinden. Und Heilige - gibt es nicht, hat es nie gegeben. Egal, wer wann auch immer welche Worte verwandt hat, um es zu beschreiben. Die allesamt gescheiterten Versuche, so brillant sie auch anmuten mögen, ähneln sich zwar in ihrem Grund, doch niemand reicht hinüber. Gott sei Dank ...
Natürlich scheitern auch alle naturwissenschaftlichen Ansätze, die nur die Erscheinungen beobachten können und diese irgendwie benennen, je nach aktuellem Glaubens- und Sprachmodell der sogenannten Wissenschaften - doch es bleibt die ewige Frage: Woher kommt das alles, was ist der Ursprung?
Sollte jemand diese ewige Frage beantworten - wäre es tatsächlich der Weltuntergang. Siehe rechts oben unter "42" das zutiefst wissende Zitat von Douglas Adams ....welches eine hervorragende Zusammenfassung der hier beschriebenen "Suche" ist.
Das derzeitige Glaubensmodell der von der Masse anerkannten Schulmedizin hat z.B. diesen eklatant-falschen Ansatz für mich: Natürlich läßt sich alles immer weiter in immer mehr kleinste Einzelteile aufsplitten und zerlegen - aber auch dieser Vorgang ist endlos und führt an kein Ziel. Besonders, wenn dabei das Ganze völlig verloren geht und keinerlei Zusammenhänge mehr hergestellt werden in einem in sich selbst perfekt funktionierenden "System", welches ohnehin niemand je überblicken kann. Das Kleinste und das Größte haben keinen Anfang und kein Ende. Es geht immer weiter ... und weit darüber hinaus, was für unsereins erfassbar ist. Es ist also auch völlig wurscht, ob vor wenigen Jahren das kleinste, entdeckte Teilchen noch "Atom" genannt wurde - oder jetzt "Quantum" oder "Nanopartikel" - es sagt an sich gar nichts aus. Es sind nur Sprach- und Modell-Krücken für alle, die Angst haben, sich ohne solchen Halt zu verlieren.

Einige Zeit hat sich also der Verstand mit der Frage nach dem "Sinn" (keiner zu finden) und nach dem Ursprung (dito) dieser Existenz beschäftigt, aus verschiedenen Gründen. Erst wollte er es einfach wissen - dann erleuchtet werden, um die Welt  und ihre temporäre Mühsal, die unerklärliche "Ungerechtigkeit" u.v.m. hinter sich zu lassen und nur noch in glückseligem Zustand zu verweilen. Hat nicht geklappt. Eine weitere Weile benannte ich "Erleuchtung" in "Erleichterung" um - auch dies ein gescheitertes Vorhaben. Also gut - dann eben "Loslassen". Natürlich auch dies nur, um etwas wie Glückseligkeit und Erleichterung zu ereichen. Funktioniert gar nicht. Und so weiter .... In Jahren von recht exzessiver Meditation einige interessante Zustände erfahren. Mal für gut 12 Tage "außerkörperlich" unterwegs gewesen und dem eigenen Körper beim Gehen zugesehen, nicht ganz abgelöst, sondern vielleicht eineinhalb Meter etwas schräg oben über der Fontanelle als beobachtendes "?" positioniert. Sehr interessant - aber anschließend ging es wieder zurück. Hier und da ist die Zeit stehengeblieben und mit ihr die Welt - kennen vermutlich sehr viele Artgenossen. Hier und da mal in goldenem Licht gebadet und bei den ersten Gedanken des Erstaunens wieder zurückgekommen.  Ganz ohne Meditation, einfach nachts im Bett liegend, von der "aufsteigenden  Kundalini" durchflutet, geschenkt und ohne Übung. Was für ein Ärger für die, die es jahrelang vergeblich versuchen - und was für eine Ungerechtigkeit! Aber immer wieder - zurückgekommen auf die anziehungskräftige Erde. Und dort festgestellt - daß es auch keinen wirklichen Unterschied macht.

Wie wäre es, doch nochmal einen Schritt zurückzugehen und es mit Magie zu versuchen? Klappt manchmal - aber niemand weiß, wieso eigentlich. Und meistens klappt es eh nicht. Außerdem soll mensch sich da mit den wildesten und kompliziertesten Ritualen und Schutzmaßnahmen befassen .... sich gegen eindringende Dämonen und andere schlüpfrige Wesenheiten sichern, bevor es ans Werk geht. Also definitiv nichts für einen schlichten Geist wie den meinen. Die beste Magie ist immer noch die, die nichts braucht als den Geist, der keinen Schutz benötigt. Und wo der herkommt, schrub ich ja bereits.
Geht es vielleicht um Akzeptanz? Wie auch viele behaupten. Also darum, daß ich als lediglich geworfener Stein den Werfer nicht zu erkennen mag? Oder geht es schlicht um Nichts?
In knapp 400 Büchern findet mensch sehr viele Modelle, Vorstellungen, Anregungen, mögliche Antworten ... die eine Weile sehr unterhaltsam sein können für den denkenden Geist, aber alle auch nichts taugen auf Dauer.

Ich glaube, es geht wirklich um Nichts. Und vielleicht noch darum, sich an diesem bestmöglichst zu erfreuen für die ungewisse Zeit, in der ich noch der geworfene Stein sein werde.
Immerhin war die Beschäftigung mit diesen vielen Theorien für etwas gut - ich glaube an keinerlei Theorien mehr. Was auch zahlreiche moraltheologische oder sonstige Vorgaben betrifft - moderne, mammonische  Glaubensmodelle wie "Klimawandel" u.a. eingeschlossen.

Das ist schon ein Stück "Befreiung" - irgendwie - auf der geworfenen Bahn. Besonders für eine Person, die einst gerne - trotz aller vordergründigen Offenheit - auf  "ihren eigenen Prinzipien" ritt (also auf der von Anderen übernommenen Konditionierung) und somit durchaus auch eine Tendenz zu Dogmatik hatte. Das Großprojekt "Entsorgung" dauert an. Es ist - besser: scheint eine lebenslängliche Aufgabe - innerhalb der Erdgebundenheit.
Simultan dazu (s.o.)  vollzieht sich vielleicht eine Öffnung von vermeintlich begrenzten Räumen?

Donnerstag, 22. März 2012

Die Kunst .....

... die dieser Trommler zutiefst beherrscht - ist, sich selber Ruf und Antwort zu sein. Traditionell besehen bedarf es zu einer solchen Konversation viele Mitspieler -  doch dieser genügt sich selbst in dem, was er tut.  
Für mich eine wertvolle Erinnerung. An die Freude am Spielen daselbst - auch ohne Mitspieler..
Und - wie hier - ggf. wertvollste Ent-Spannungs-Maßnahme .... wenn sich mal wieder was verkanntet hat.

Die Tatsache, daß dieses Leben nur ein Traum ist ...

... zeigt sich am deutlichsten in den sogenannten Übergangsphasen. In solchen ist ES weder hier noch dort - bzw. hier UND dort.
Gestern abend bettete ich mich - noch hier, dennoch - schon dort. In einem ganz anderen Raum. Die Dachschräge erblickend, die mich zunächst noch zweifeln ließ, ob das auch wirklich meines sei ... doch gestern abend war es sonnen- bzw. nachtklar. Schlief dort wohlig ein .... bzw. noch hier.
Nur eine "Wachtraum-Sequenz" von mehreren. Tatsächlich befinde und bewege ich mich bereits an beiden Orten. Je länger dieser Übergang dauert, desto klarer wird mir das - was ich in den "realiter-gängigen-Termini"  nicht erklären kann. Aber es geschieht. Beide Räune - sind offen und werden erlebt. Auch die Traumräume öffnen sich - aber das ist noch etwas anderes, hier geht der Körper nicht derart mit.
Was ich zuvor erwähnte - findet statt - auf einer parallelen Schiene, bei der alle Sinne mitreisen.  Oder so ... wie sollte ich das wohl in einer vermeintlich materiellen, festen Welt beschreiben oder bebildern können, was für diese so absurd und unmöglich erscheint? Natürlich würde ich Derartiges nie im Internet schreiben - sonst würden die Ver-rückten mich womöglich für verrückt erklären ....
Bisher haben sich diese  weit offenen Zwischenräume für mich am leichtesten geöffnet, wenn jemand "gestorben" war und den Übergang vollzogen hat.  In solchen Momenten und Tagen zeigte es sich am ehesten, daß das Leben nur ein Traum ist. Dies weiterhin zu erkennen - ist also die Aufgabe - auch ohne Übergänge. Und dazu - die Loslösung von weltlichen Räumen und Räumlichkeiten.

Ergötzlicher Gruß von Merkur, meinem Bruder: Der Opernsänger, der ein schönes Antlitz hat zu seiner Stimme, will sein Fahrrad ins Haus laborieren - ich weiß gar nicht, warum die sich das nicht einfach so einfach machen, wie ich es mir mache? - und stellt es also zunächst vor der Tür ab. Ich öffne von innen im Hinausgehen und er grüßt mich mit:  "Oh - Hermes! Wunderbar." Das - nenne ich mal eine wirklich gute Sichtung ...

Wolf Dieter Storl - Shiva - Shivamani - und Trommeln für Kinder

Hier erzählt Wolf Dieter Storl über Shiva und andere Götterinnen - aufgenommen bei seiner Reise zum  Kailash.
Ein schönes Video mit einem Gruß der lebendigen, webenden Götter, die dort wohl noch deutlich spürbar sind.
Hier aber auch ....

Liebe Kinder - Shiva ist auch der Herr der Trommeln und dieser Trommler hier nennt sich "Shivamani", weil er so trommelverrückt ist. Er hat als Kind begonnen und trommelt auch heute noch im Konzert auf Töpfen, Kanistern, Kisten, Koffern .... wenn Du also noch kein Schlagzeug hast - kannst Du trotzdem einfach jetzt anfangen - zwei Hände und zwei Stöcke, etwas zum Bespielen .... alles taugt. Viel Spaß dabei! 
Und - immer schön mitsingen, wenigstens leise innen-drinnen - denn Trommeln ist eine Sprache! Und ein Tanz - mit dem ganzen Körper - kann man bei diesem kräftigen Mann zwischendurch ganz gut sehen. Die Stöcke gibt´s übrigens auch am Baum, falls das Taschengeld gerade nicht reicht.
Und hier zeigt Euch Shivamani noch, wie man mit leeren Plastikkanistern, Gläsern, Löffeln und Metallbechern am Wohnzimmertisch spielt.

Hier sogar im Restaurant mit den Gegenständen auf dem leeren Tisch .... leer ist wichtig, sonst gibt´s unnötigen Ärger. Und mit Wasser, Wasser macht ganz wunderbare Töne. Eigentlich -  tönt sowieso Alles.
(Nein, die Boxen knallen nicht durch - es ist am Ende nur eine schlechte Aufnahme)

Falls Du schon ein wenig englisch verstehst - hier erzählt der Shivamani, wie er doch Trommler wurde, obwohl sein Vater es lieber nicht wollte.
Und wenn Du noch kein englisch verstehst - wirst Du trotzdem vieles verstehen, nur vom Zuschauen und Hören, was dieser Trommler dort zeigt.
Jetzt - nochmal viel Spaß - und laß´ Dich von nichts und niemand aus Deinem eigenen Rhythmus bringen ....

Dienstag, 20. März 2012

"Schlecker-Frauen" - Bildung - ewig worthülsenbildende Pfründesicherer - und Aufbruch

Was für ein Wort schon mal .... "Schlecker-Frauen" ... muß mensch sich mal im Hirn zerschmelzen lassen.
Manche schreiben wenigstens "Schlecker-Leute" - aber "irgendwie leibeigen" scheinen sie wohl zu sein (s.u. zu Wiedereinführung der Monarchie ....).
Eine "Transfergesellschaft" soll die Gestrandeten also nun für 12 Monate offiziell weiterbeschäftigt halten, obwohl sie es nicht sind, um ihnen "das Stigma der Arbeitslosigkeit zu ersparen". Sie würden 60 % ihres Nettolohnes bzw. 67% als Eltern erhalten, für ein Jahr. Und sie sollen bis zu ihrer erneuten "Beschäftigung"  "in Maßnahmen gebracht" werden - "Weiterbildung" also, denn "man könne eine Schlecker-Mitarbeiterin nicht von heute auf morgen in der Dessous-Abteilung eines Kaufhauses unterbringen", las ich eben irgendwo, von irgendeiner Frau geäußert. Ja ne is klar, für den Verkauf von Unterwäsche braucht man ja auch jede Menge "Weiterbildung". Nicht, daß die Leute in den Fachabteilungen der Kaufhäuser nichts dazulernen müssten, wenn sie die Kunden gut beraten wollen - aber dieses Wissen läßt sich doch wirklich am allerbesten in der Praxis bzw. durch "Learning by doing" erarbeiten - nicht durch sinnlose "Beschäftigungsmaßnahmen" der "Arbeitsagenturen" - in denen ein Freund manches Mal saß und verzweifelte, für wie blöde er dort verkauft wurde - obwohl er hochqualifiziert ist. Sie bastelten dort beispielsweise "Osterkränze" - gestandene Handwerker - kein Witz, obwohl definitiv einer.
Ich setze übrigens extra diese vielen "-", denn ich befinde - befand - mich schon seit längerem in diesem Traum einer Welt der "Unsprache" bzw. Gehirnwäsche mittels "Neusprech".
Ich erinnerte mich kurz an einen hinter den Ohren noch grünen Fahrgast, der mir ernsthaft erörtern wollte, daß es hier auch eine dreijährige Ausbildung für Taxifahrer geben sollte wie in London. Worauf ich ihn ausdrücklich bat, meine Intelligenz nicht weiter zu beleidigen. Und er möge bitte auch meine Zunft nicht weiter beleidigen, immerhin gäbe es unter den vielen Tausenden Menschen, die ihr Geld mit Taxifahren verdienen, ungezählte, verschiedene Lebensgeschichten und sicher auch nicht wenige "bildungsmäßige Hochkaräter".
Ich bin durchaus eine Freundin von Weiterbildung, lebenslänglich, habe freiwillig in meinem Leben mehr gelernt, als in der Schule oder bei jeder "staatlich-zertifzierten" Ausbildung - aber ganz sicher bin ich keine Freundin von Schwachsinnsmaßnahmen. Und manche "Ausbildungen" in diesem Lande sind definitv solche. Will sagen - wenn ich irgendwo einen neuen Job anfange, ist es ohnehin in meinem ureigenen Interesse, mir möglichst viel Fachkompetenz anzueignen. Aber bitte - praktisch und ohne sinnfreies Kränzchenflechten (s.o.)....
Habe vor vielen Jahren mal eine vom Amt geförderte Ausbildung an einer privatwirtschaftlichen, also seinerzeit sehr gut durch die Ämter finanzierten Berufsschule der Kolonie begonnen - und nach wenigen  Wochen wieder geschmissen, aus gleichem Grunde. Sagte dem Sachbearbeiter, ich käme mit der massiven Unterforderung nicht zurecht. Immerhin hatte ich bereits während einer Ausbildung und auch während einiger Studienjahre solches Zeugs wie VWL und BWL studiert .... welches ohnehin nur heiße Luft war und ist, besonders in diesen wilden Tagen der Finanzmafia. Aber sie sitzen wohl immer noch dort und lernen viel Unsinn, in den Berufs- und an den Hochschulen.
Der Sachbearbeiter, dem ich die nicht länger zu erduldenden Qualen der Unterforderung mitteilte, geriet ein wenig außer sich und wollte wissen, wieso ich denn wirklich die "Maßnahme" abbrechen wolle. Ich blieb dabei, was mir leicht fiel, denn es kam von Herzen. Manchmal muß frau eben bedingungslos zu ihrer Arroganz stehen, es ist eine Frage der verbleibenden Würde.

Apropos Würde: Was soll denn heutzutage bitte ein "Stigma der Arbeitslosigkeit" sein?! In Zeiten, wo ganze Belegschaften von ehemals alteingessenen und mehr als denn je profitablen Unternehmen zu Tausenden gefeuert werden? Siehe u.a. Nokia, die vor wenigen Jahren nach Rumänien abwanderten. Und anschließend auch aus Rumänien abwanderten, um irgendwo im fernen Osten noch billiger zu produzieren. Neulich hörte ich in einem Bericht über Jeans-Produktion in China - unter grottentief-übelsten Bedingungen für die miserabelst entlohnten SchwerstarbeiterInnen dort - von einem "westlichen Unternehmenssprecher": "Jetzt können wir nur noch nach Afrika gehen - um die Löhne noch geringer zu halten - aber das wäre schwierig wegen der Mentalität = Arbeitseinstellung dort."

Zurück zu Schlecker: Die Familie Schlecker hat schließlich durch ihre muffige, geizige Unternehmenspolitik den Laden abgehalftert, nicht die Angestellten - die aber dennoch einen Teil dieser wahnwitzigen Systeme bilden und diese daher mit unterstützen und am Leben erhalten! Wie wir alle - jeder und jede.
Das Menschen, die die Tage ihres Lebens in solchen unaufgeräumten Dunkelkammern verbringen und dazu für wenig Geld arbeiten, zunehmend weniger Charme versprühen, finde ich menschlich völlig verständlich. Umso mehr freut es mich, wenn ich, wie bei mir ums Eck, in diversen herzlosen Supermarktfilialen auf die dort beschäftigten, oft erstaunlich gut gelaunten Menschen treffe - Hut ab!
Für mich stellt sich das Transfergesülze so dar: Die "Mitgefallenen" dieser  zunehmenden Profit-Kriege werden einfach für 12 Monate aus der offiziellen Arbeitsmarktstatistik herausgeschönt, auf Hartz IV-Niveau, bezahlt durch die gleichen Stellen, aber eben nicht offiziell in der wahren Statistik aufgeführt. Das liest sich besser, wenn es mal wieder um das "Jobwunder Deutschland" geht - welches zum größten Teil aus nicht-überlebensssichernden und schon gar nicht lebensfördernden "Minijobs" besteht. Was soll ich bitte mit einem 325-Euro-Job, der mir hier vielleicht an manchen Ecken offeriert wird? Davon brauche ich mindestens drei, eher vier - um allein meine Lebenshaltungskosten zu bestreiten - und die Kombination von vier solcher Jobs - würde eine Menge Organisationstalent (Managerqualitäten) erfordern, vermutlich wäre keine Zeit mehr zum Schlafen übrig. Amerika läßt schon seit vielen Jahren grüßen. Und  darüberhinaus geht es bei diesem Transfer-Getrickse lediglich darum, den Laden für einen potentiellen Käufer und eventuellen Neustart handlungsfähig zu halten. Es geht nie um die Menschen, sondern nur um ihre Arbeitskraft. Es bleibt die Frage - ob der zunehmenden Zahl der in den um sich greifenden Wirtschaftskriegen "Gefallenen" - was aus diesen = uns wird, wo wir doch noch irgendwie am Leben sind?

Ebensowenig geht es um "Bildung", wenn von Bildung die Rede ist. Es geht immer nur um Konditionierung von neuem "Arbeitsmaterial". In meinen nun knapp 50 Jahren auf dem Planeten - hat sich im "Bildungssystem" wenig getan, was die Inhalte betrifft. Stumpfe, lebensfremde Inhalte sollen auswendig gelernt bzw. geglaubt werden - und kaum jemand wird für´s Leben, geschweige denn die eigene Lebendigkeit geschult. Förderung von eigenem Denken, von Inspiration und Kreativität, von ganzheitlichen Ansätzen, von wirksamer Gesundheit (z.B. "Körperarbeit" und Ernährungsgrundlagen) .... nichts davon weit und breit zu sehen - in den "Bildungsanstalten". Vielleicht ansatzweise und zunehmend über das Netz ... über die Vernetzung der weit außerhalb dieser Vorgaben liegenden Gedanken.

Apropos Bildung und Weiterbildung: Sah mir gestern wirklich interessiert diesen Bericht im TV an, bei dem es darum ging, wie sich Politiker innerhalb der eigenen Reihen gegenseitig gnadenlos die Stuhlbeine absägen. Bei fast exakt 10 Minuten bekennt eine ehemalige Gesundheitsministerin der BRD, Andrea Fischer von den Grünen, daß sie überhaupt keine Ahnung gehabt habe von ihrem Ressort, als sie Ministerin wurde. Ich bin sicher, daß es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt. Also mein Tip: Erstmal Osterkränze flechten (s.o. zum Dritten) in Zwangs-Weiterbildungs-Maßnahmen der "Arge"! Auf Hartz-IV-Niveau, versteht sich! Habe kein wirkliches "Mitgefühl" mit diesen Leuten - die auch keines mit ihren Artgenossen haben, solange sie denn oben bleiben. Sie wissen schließlich sehr gut um die Spielregeln in ihrer Branche. Aber - ich habe Respekt vor solchen, die die Dinge öffentlich benennen - wenn auch größtenteils immer noch in ihrer diplomatischen Verwurstel-Sprechweise - vorsichtig genug eben, um ggf. wieder mitzuspielen.

Zuvor hörte ich mir sogar das komplett humorlose, zutiefst verbissen-dünnlippige Geschwätz von Patrick Lindner an (habe jetzt wirklich lange gebraucht, bis mir sein Name wieder einfiel, der mir in Kürze wieder völlig entfallen sein wird) - ehemaliges, kürzlich beleidigt seinen Dienst quittierendes Mitglied des "FDP-Boygroup-Dreigestirns", der als "Führungskraft" für NRW antreten will.  Ich war bisher selten wirklich gehässig - aber mittlerweile gönne ich all diesen Profil- und Profitneurotikern von Herzen ihren endgültigen Abgang. Und nicht nur denen dieser abgestürzten Randpartei, sondern auch allen anderen, die die Grundbedürfnisse und Existenzen der Menschen verhökern.
Ich wünsche mir was Neues! Was ganz Neues! Und es entsteht - zweifelsohne gerade.
Was das genau ist - weiß ich auch noch nicht. Aber ich bleibe sehr zuversichtlich - daß es etwas werden kann, was uns als Menschen trägt. Etwas, was nicht mehr auf Gold, Geld, Profit und Pfründesicherung basiert. Also etwas, was das Leben selbst schätzt - im Gegensatz zu Politik und Religion.  Etwas, was sich an dieser Existenz erfreut - und sich der Freude daran widmet. Etwas, das aus der Erkenntnis der bereits jetzt vorhandenen Fülle und nicht des vom Mammon und seinen Anhängern herbeigebeteten Mangeldenkens erwächst und blüht.  
Mißgunst, Neid, Mangel, Begrenztheit, Knappheit .... sind schließlich nicht naturgegeben, sondern beruhen auf Glaubenssätzen und knallharten, wirtschaftlichen Interessen. Diese - wieder einmal - zunehmende Panik der Machthabenden und ihrer ZuarbeiterInnen, alles Unkontrollierbare unter völliger Kontrolle zu halten - arbeitet schleßlich nur dem Zusammenbruch von veralteten  Systemen zu. Das Neue - muß schlicht eine Lösung von jeglichen "Systemen" sein. Freiheit also - Herr Gauck. Aber wirk-liche.

Apropos - zutiefst sarkastisch: Trat doch tatsächlich irgendein alberner Adliger in der gleichen Sendung neben dem "Herrn Lindner" auf, der für die Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland plädierte! "Hallooooo ???? - hörte ich mich selbst rufen. Was hat der Mann als Gage bekommen für diesen Ausguss an kaum zu übertreffender überheblicher Selbstbeweihräucherung? Vermutlich locker mehr als ein Jahresgehalt einer Schlecker-Leibeigenen?!

Montag, 19. März 2012

Frauengespräch der selbstverständlichen Art

Traf auf eine „Schwester im Geiste“ und hörte amüsiert zu, nachdem ich eher scherzhaft ein gemeinsames „Thema“ ansprach. Ich begrüße sie mit „Jetzt hätte ich fast gesagt ´Ach, wie schön – eine Frau!´“ und ergänze grinsend „Das bekomme ich öfter zu hören.“ Sie arbeitet in einem Beruf, in dem es auch jetzt nur etwa 2-3 Prozent Frauenanteil gibt- sie fährt große Maschinen auf Gleisen hin- und her und hat vor bald 30 Jahren gelernt, wie man diese bedient und u.a. große Stahlbehälter mit Transportgütern daran an- und abkoppelt sowie noch einiges mehr, was für den Umgang mit diesen großen Maschinen erforderlich ist.
Vor knapp dreißig Jahren war das noch ein anderer Film als heute und ein männlicher Kollegenfreund gab ihr mit auf den Weg, daß die anderen Herren nur darauf warten würden, daß sie einen Fehler mache – dann wüßte es in Windeseile die ganze Zunft der Republik, bis runter nach München. Sie hatte darauf erwidert, daß sie es doch in einem solchen Fall nur ihren vielen männlichen Vorbildern gleichtun würde – die machten schließlich ständig Fehler. Als eine räumliche Umstruktierung verschiedener Verkehrszweige anstand, sagte man ihr, daß der Boss vom neuen Gelände sie nicht haben wolle. Daraufhin entschied sie: Genau da will ich hin. Und dort ist sie heute noch.
Ihren beiden Töchtern hat sie folgendes mit auf den Weg gegeben: Ihr lernt einen Männerberuf! Wenn ihr keinen „Männerberuf“ lernt und als Verkäuferin arbeitet, verdient ihr heutzutage 800 Euro im Monat – und davon kann niemand leben. Außerdem bleibt ihr Euer Leben lang eine Hilfskraft. Wenn Ihr einen „Männerberuf“ lernt, verdient ihr soviel, wie ein Mann verdient – und mancher Mann leistet sich von dem, was er verdient eine Wohnung oder ein Haus, eine Familie, eventuell eine Geliebte, ein Auto und seine Hobbies.
Soweit die Ansage. Tatsächlich haben beide Frauen technische Berufe studiert. Wollten wohl erst gar nicht Friseuse oder Verkäuferin werden. Manchmal klappt´s mit den gutgemeinten Ansagen.
Natürlich - ist auch diese Beschreibung von "Männerberufen" - besonders in diesen sich wandelnden Zeiten - nur mit Einschränkungen zu geniessen -ich arbeite ja auch in einem immer noch vorwiegenden "Männerberuf" - und wie mein Lieblingskollege es gestern morgen noch so gewohnt sonnig formulierte: "Naja, ich habe ein Dach über dem Kopf und für ein Bier und eine Scheibe Brot reicht es auch immer noch."  
Über weitere lustige Themen wie („kann ich ein Frauentaxi bestellen?“ - nein, nicht über die Zentrale … hier: anderes Thema) „Frauenärzte“ kommen wir u.a. auf das neue, alte Gesetz, welches vor wenigen Tagen in Afghanistan verabschiedet wurde. Und auf Beschneidung. Also knallharte Kastration kraftvoller, weiblicher Lust und Energie, meine Ergänzung hierzu - für die, die es nicht wissen wollen oder sollen.
Sie erzählt mir von Saudi-Arabien, dort sei wohl die Beschneidung vor einiger Zeit so gut wie verboten worden – bis einige sehr wohlhabende Scheichs die Aufrechterhaltung dieser „Tradition“ erkauft haben.
 Als ich anmerke, daß leider auch viele Frauen in den betreffenden Ländern diese „Tradition“ aufrechterhalten, weil sie nicht den Mut haben, auszuscheren aus dem Wahnsinn, spricht sie mir weiter aus der Seele und betont genau dies nochmal: Es sind vorwiegend die Frauen, die es für sich ändern müssen. Die Frauen sind die Mütter, die sowohl ihre Töchter als auch ihre Söhne „erziehen“. Sie habe ihren Töchtern immer gesagt, daß sie alles können, was sie wollen – und auch alles, was die Männer können. Auch den Einwand von eventuell geringerer Körperkraft läßt sie nicht gelten – sie selbst hat sich ggf. in der eigenen Not Werkzeuge und Maschinen zuhilfe genommen, bis das geklappt hat, was klappen sollte.
Diese angebliche „Emanzipation“ sei in gewisser Weise ein Witz – auch, solange die Frauen nicht mal eine Kiste Wasser selbst die Treppe hochtragen würden.
Frauen wären sehr stark, könnten immerhin auch die Kinder gebären und noch viel viel mehr. Frauen hätten früher am Feldrand selbst geboren, ohne fremde Hilfe. Es habe keine Leiden wie Wechseljahre oder Alzheimer gegeben – was aber vielleicht daran liege, daß die früher auch nur 35 geworden seien ob der Plackerei.
Sie ist richtig in Fahrt – und ich bin begeistert über ihre „fundierte Argumentation“. 1890 sei in der Schweiz die letzte „Hexe“ verbrannt worden, was ohnehin eine Lüge sei, denn es habe noch nie eine solche „Hexe“ gegeben. Es seien immer nur Frauen verbrannt worden und noch nie eine „Hexe“. Ich bin echt erstaunt über diese Jahreszahl – 1890.  Nicht wirklich lange her …. Hatte mich vor Jahrzehnten recht intensiv damit auseinandergesetzt, aber 1890 verblüfft mich heute kurz. Nur kurz – schließlich brauchte der letzte Kanton der Schweiz bis in die 1990er Jahre, um den Frauen das Wahlrecht „anzuerkennen“.
Zu guter Letzt: Es geht uns beiden nicht darum, irgendwen „gleichzuschalten“. Schlicht darum, daß sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen etwas schaffen können, wenn  sie es denn wollen. Und darum, daß Frauen sich mehr nehmen müssen – wenn sie es denn wollen. War sehr erquicklich, diese Schwester.
Sie erzählt mir noch eine sehr lustige und liebevolle Anekdote von ihrem Partner, der ihr zuliebe die Wäsche abhängen wollte und dabei sozusagen verunfallt ist … zum Piepen! Ich erzähle ihr nur sehr kurz von einem ehemaligen Vater, der 1921 geboren war – und sie jault schon – aber so ist es nicht gewesen, im Gegenteil: Ich habe es als Kind so erlebt, daß dieser Mann sich nie zu schade war,  auch zuhause mitzuarbeiten. Jede Person meiner Eltern hatte eigene „Jobs“ zuhause, sie haben sich Arbeit (auf)geteilt und zusammen gearbeitet - zum Beispiel in einem sehr üppigen Schrebergarten.
Bei mir war es der Vater, der mir alles zugetraut hat.  Das – erzählte ich der Schwester im Geiste nicht mehr, doch es verschlug mich am Abend wunderlicherweise im Vorbeifahren und vor dem Abstellen der Limousine nochmal kurz auf den Friedhof, auf dem es seit wenigen Jahren sein Grab nicht mehr gibt. Bin heute eh immer wieder „spazierengegangen“ wähend der Wartezeiten, durch den üppigen Frühling am Strassenrand - alle paar Stunden blüht etwas Neues auf, so schnell kann mensch kaum gucken. War sehr schön zu sehen auf diesem Friedhof: Über diese Stelle des ehemaligen Grabes ist nun tatsächlich viel Gras gewachsen, die letzte Abendsonne schien exakt auf diese ehemalige Zuflucht vom Irrsinn der Kolonie und die alte, knorrige Kastanie darüber entfaltet wieder üppige Blüten.
Vor  etwa sieben Jahren stand ich dort - ohne Wohnung - und bat nochmal um die Hilfe der Ahnen, die in Windeseile kam. Heute grüßten sie mich, ich hatte um nichts gebeten, mit diesem grasbewachsenen, sonnenbeschienenen Platz und ließen mich wissen: Es ist gut, daß Du jetzt gehst. 

Sonntag, 18. März 2012

49 -13 - 4 und in die 1

Habe die meiste Zeit meines Lebens in der 13 verbracht. Fast jede Quersumme meiner Behausungen verwies mich wieder zurück auf diese ewige, plutonische 13. Die meisten Jahre habe ich in einer 13-er Quersumme und viele in einer 49 verbracht. Wenn es mal keine 13 respektive 4 zu ziehen gab - war ich nicht lange dort.Werde nun mit einer 10 respektive erhöhten 1 neu beginnen - als Quersumme.
Und einfach weitergehen als der unverbesserliche Narr, der ich bin.urch die Ahnen = 13 = Pluto  genährt.
In den vergangenen sieben Jahren auf eine reine 13 heruntergebrochen.
Moderat gesprochen: Viel gelernt.
Vielleicht ein wenig zuviel zum Thema "Überleben".
Möge die 1 viel Leichtigkeit und neue Frische bringen.

Samstag, 17. März 2012

It doesn´t work out well ....

wenn die Jungen den Älteren ihre Lieder stehlen - und dann auch noch vorsingen wollen - diese auf Platz zwei und auf ein Abstellgleis stellend. 
Da fehlt es zutiefst an Respekt - und an eigener Schöpfungskraft. Und so schlägt es eben zügig 13 - für die allzu Ambitionierten - die den Alten ohnehin kein Wasser reichen können und nicht einmal wollen.
Was - auch -  in diesem Fall die Alten betrifft  -  hier die an sich impressionable Chaka Khan - ihr müßt ein wenig mehr Würde zelebrieren und darauf insistieren. Sonst - wird die Welt (wieder) immer flacher.
Hier nochmal das Original - erfrischend kraftvoll im Kontrast zur gestohlenen, flachen Variante.

Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften

This is funny - Wikipedia zu Chaka Khan: "Chaka Khan ist Scientologin". This is also funny - Roncalli, rückwärts in Silben gelesen - heißt "I call Ron". Habe vergessen, wie der Gründer dieser Scientologen-Kirche mit Zunamen heißt ... ist auch völlig wurscht. Dann gibt es ja auch immer wieder Meldungen über solche cruisenden Tom´s, die auch dazugehören sollen. Also überall Scientologists - oder wie? Die sich größtenteils lieber nicht offiziell outen wollem, weil die offizielle "Sektenkommission" der ehemals ebenfalls verfolgten Christenmenschen derartige Gesinnung für abtrünnig hält? This is more than funny. Und nur ein herausgepicktes Beispiel ... welches mir gerade geliefert wurde via Chaka Khan (s.o.). Alle anderen Kirchen, Sekten und sonstigen "Glaubensgemeinschaften" - könnten hier ebenso als Beispiel stehen. Atheisten inkludiert. Politische Bewegungen und Parteien inkludiert. Alle wollen anderen Menschen, die dies nicht für sich wollen - ihren Stempel aufdrücken.
Ich - gehöre selbst keiner Kirche, keiner Sekte und auch keiner "Gruppe" (mehr) an.
Bin aber auf meinen Wegen auf sehr viele verschiedene Glaubensmodelle gestossen - und habe einige davon durchaus für mich erprobt, bevor ich sie alle wieder losließ. Schon als Kind und Jugendliche habe ich mich mit den verschiedenen "Glaubensmodellen" der Menschen interessiert auseinandergesetzt. Mittlerweile interessieren mich weder Kirchen, Sekten noch Glaubensgemeinschaften (politische und soziale inkludiert - s.o.), die ich für mich untersucht habe auf ihre Tauglichkeit. Sie taugen alle nichts. Nicht einmal "persönliche Glaubenssätze" - taugen etwas auf die Dauer. Aber - all das kann zweifelsohne eine Brücke bilden - zu weiteren, neuen und vielleicht eigenen Wegen. Also - lassen wir doch einfach jeder und jedem seines und ihres - auf den ganz eigenen Wegen?!
Would be nice - back to paradise.
Drop your believes - and enjoy the ease.
Wäre ich ein berühmter Pop-Star, würde ich jetzt einen Hit daraus machen.
So aber - darf ich mich nur manchmal wundern, daß viele Dinge einfacher in anderen Sprachen formulierbar sind, als in der, in der ich von Haus aus scheinbar zuhause bin.

Nährende Oase

Verbrachte heute eine schöne Weile in einer Art "Nährende-Mutter-Lokal-Oase" der Kolonie. Brachte Bücher zum Verschenken vorbei und aß in aller Ruhe und angenehmer Gesellschaft ein - wie immer mit sehr viel Liebe - zubereitetes, köstliches Mahl. Jemand kam kurz herein und suchte sich das kleinste Büchlein für sich aus - er freute sich so sehr über den "Gabentisch", daß er mir einen Espresso ausgab - und las uns allen dort zu unserer Belustigung aus dem soeben herausgefischten Mini-Buch mit Orakelsprüchen einen Spruch vor ... den er sich spontan humorvoll aus den Fingern sog: "Das - wird mich teuer zu stehen kommen." Eine mir sehr sympathische "Schwester" kaufte mir ebenso spontan sofort meine erste Buddha-Figur ab, sie wollte eh eine solche erstehen und dieser hier habe ein besonders schönes Antlitz. Stimmt! Ich sage ihr, sie könne gerne mit mir in Verhandlung treten, jetzt sei ich schließlich gerade greifbar. Wir einigen uns zur beiderseitigen Freude. Ich reiche ihr noch ein schweres und regulär recht teures Buch von einem "Yoga-Papst" herüber und meine "Und wie ist es hiermit für Dich? Als Zugabe zum Buddha?" Sie schaut mich entgeistert an und fragt mich, woher ich das wisse? Ich weiß nicht, was ich wissen soll? - aber sie sagt es mir. Sie befindet sich gerade mitten in einer entsprechenden Ausbildung - und schätzt etwas sehr an diesem Yoga-Meister. Lustig! Ich beteure, daß ich weder etwas gewußt noch geahnt habe, nicht einmal eine Eingebung war da. Muß wohl von woanders gekommen sein ...  ebenso wie der sehr günstige, geölte Zeitpunkt heute, dort hinzufahren. Es tat mir - nach ungezählten, zähen Stunden auf der Limousine - sehr gut, auf müheloseste und erfrischende Weise, dazu in bester Gesellschaft, völlig überraschenderweise verköstigt zu werden und Geld nach Hause zu tragen. Und auch für meine nächste Einkehr dort - bin ich bereits verköstigt. Danke, Leute.

Später kommt ein Opernsänger rein ... ich erzähle ihm von den Gepflogenheiten meines neuen Noch-Nachbarns. Von stundenlangem Üben und Weiterschmettern im Treppenhaus, gar beim Müll-Wegbringen .... Wie der denn heiße? Keine Ahnung. Habe mich nur gewundert, was aus so einem recht kleinen  Mann alles herauskommt. Wie der denn aussehe? Ich beschreibe ihn kurz. Er fragt zurück. Ja - genau .... Dachte mir schon, daß auch die Opernwelt sich kennt untereinander. Frage ihn, ob er seine Nachbarn zuhause ebenso "zuschmettert". Nein, das tut er schon lange nicht mehr. Es sei nicht gar nicht gut für die Stimme, diese derart überzustrapazieren. Aber am Anfang hätte er das auch noch gemacht, weil er dachte, er würde seine Stimme sonst nicht spüren. Jetzt - übt er höchstens noch eine Stunde am Tag oder kurz, wenn er vor einen Auftritt merkt, daß seine Stimme nicht ganz so im Lot ist, wie er sie braucht. Er spüre seine Stimme auch so - aber bei einigen wäre das eher nicht so. Interessant! Dachte mir schon fast, daß es nicht wirklich gut sein kann, soviel "zu pressen", haha. Er selbst singe übrigens noch erheblich lauter - die uns unermüdlich nährende Gastgeberin bestätigt dies auch heute wieder - ob ich es mal hören wolle? Zum wiederholten Male verneine ich, lieber nicht - jetzt. Aber ich lausche heute ganz besonders aufmerksam seiner redenden Stimme und dem potentiellen Volumen dahinter, höre sie neu. Beim nächsten Mal werde ich ihn fragen, ob er nicht doch mal etwas anstimmen möchte.
Es ist gut, eine solche nährende Oase mitten in der Kolonie  zu wissen. Kann gut sein, daß ich nach meinem Wegzug wieder öfter mal vorbeischaue, wenn ich mit der Limousine unterwegs bin. Gehalten wird das alles durch diese unermüdliche, kraftvolle und ihre Liebe verstreuende Frau, die den Laden schmeißt.

Freitag, 16. März 2012

Zirkuskarten und Aufkleber-Akrobatik

Heute kam die Nachricht auf´s Display, daß der Zirkus Roncalli jedem Taxi, welches seine Werbung auf die Seiten klebt, vier Freikarten dafür zukommen läßt. Die Taxen sollen einfach zum Neumarkt (ehemaliger „Hexentanzplatz“ laut der Legenden der Kolonie) kommen und sich in irgendeinem Wagen melden … der Sohn des Limousinenbetreibers fragte mich, ob ich das wohl machen würde, wenn ich dort in der Nähe sei? Es gibt viele Kinder mit vielen Freunden in der Familie, er selbst war bereits dort gewesen. Ja, sage ich, klar – kann ich machen, falls ich in die Nähe komme. Allerdings habe ich derzeit einen Umsatz von soundso – und falls ich also nicht in die Nähe gelange, versuche ich lieber, noch ein bischen Kohle einzufangen. Ja, klar … er hatte kurz zuvor auch ein ähnlich frustrierendes Halbschicht-Ergebnis, dann aber noch ein wenig Glück gehabt. So wie ich später am Nachmittag – es ging tatsächlich Richtung Bergisches Land raus, wie ich mehr spaßhalber-hellsehend am Telefon schon angekündigt hatte. Brachte die Dame in Richtung meines zukünftigen Domizils, ein Fahrradwegweiser kündete von nur noch 5 km Wegstrecke von dort bis zu mir im Mai. Ich setze sie in einem schicken, ruhigen Wohnviertel am Waldrand ab, tolle, große Häuser überall. Machte anschließend einen Stop am Wald – den zweiten kurzen  Ausstieg aus dem Tagesgeschäft, um ein paar Schritte in den Wald zu gehen und nach den Kräutern zu sehen, die dort jetzt spriessen. Stellte fest, daß es doch ziemlich laut war dort, die Autobahn läuft wenige Meter weiter und deutlich hörbar. Ging also wieder zur Limousine, ein wenig knackigen, jungen Giersch verzehrend. Köstlich! Und stellte sowohl erfreut als  immer noch ein wenig überrascht fest, daß ich sehr zufrieden bin mit der Wahl bzw. dem Zu-Fall des neuen Wohnortes. Dort, wo ich wohnen werde, ist die Landschaft bereits viel abwechslungsreicher und meine bisherige Affinität zu flachen Gegenden scheint sich gerade zu wandeln – ich freue mich auf die Hügel im Bergischen! Auf die erlaufbare, zu erkundende Gegend – mit viel weniger Menschen auf den Wegen.
Fuhr später von der anderen Rheinseite wieder zurück ins Herz der Kolonie und dachte mir – ach,  jetzt mache ich nochmal was Anderes, als blöde herumzuwarten, alle guten Dinge sind drei – fahre lieber eben zum Zirkus und löse die Freikarten für die Kinder aus. Es ist schon kurz vor dem normalen Schichtwechsel, daher treffe ich auf dem Platz nur noch einen letzten Kollegen an, der gerade sein Modell sorgfältigst und mitten in der Zufahrt stehend beklebt -  aber ich fahre heute eine Stunde länger als die meisten. Er zieht vor und zur Seite, gerade so, daß ich nicht mehr wirklich danebenpasse …. Stelle mich halt ein wenig absonderlich hin (aber wenigstens kommt an mir jeder vorbei) und staune amüsiert über seine Klebekunst, die seinen Abstellkünsten das Wasser reichen kann.  Er fährt das abgerundetere Vorgängermodell der neuen Limousine und hat eine Dauerreklame auf den Seiten, die er also nicht zukleben kann. Ich beobachte ihn dabei, wie er diese Zirkus-Aufkleber auf die runden vordernen Kotflügel fummeln will. Mit gut sichtbaren Wellen, Dellen und Beulen – klebt er das Zeugs fest entschlossen drauf auf´s Blech. Ich grinse mir was, grüße ihn und frage, wo ich denn wohl hinmüsse? Da, in den Bürowagen. Danke! Die freundliche junge Mitarbeiterin dort händigt mir zwei Aufkleber aus und erklärt mir, daß ich gegen den „Müll“ nach erfolgreichem Kleben den Gutschein bekomme. Ich könne ja draußen bei den Kollegen sehen, wie die das machen. Haha! Sage – Naja … da ist gerade nur noch einer – und der geht das eher unkonventionell an - aber es wird schon. Gehe mit den beiden Aufklebern zur Limousine und  bringe zügig je eine Werbung auf jeder vorderen Tür an – der Kollege friemelt immer noch ein wenig herum an seiner Beulenvariante und meint „Bei Dir geht das einfacher.“ Wir lachen. Netter Kerl – vielleicht ein wenig chaotisch? Aber immerhin – fest entschlossen, Zirkuskarten für die Kinder eines Freundes zu erhalten. So, wie ich. Hatte zuvor kurz die Lage durchgerechnet und dachte – so hast Du ein wenig Abwechslung und die Karten machen mindestens 60, vielleicht 100 Euro – und den Kindern viel Spaß! Das rechnet sich doch viel besser, als weiteres blödsinniges Warten – und im Zweifelsfall eine erneute  Kurzfahrt, die nicht wirklich jemanden etwas bringt.
Außerdem – ist es immer wieder mal ganz gut und erfrischend, aus einem zähen Lauf auszusteigen und etwas anderes zu tun. Danach – geht es oft wieder besser voran. Und so ist es dann auch – habe noch zwei angenehme Fahrten und am Ende ein nettes Gespräch mit amerikanischen Fahrgästen. Ein Paar - er eigentlich Deutscher und sogar Kölner, aber schon vor 70 Jahren über verschiedene Länderstationen in die USA abgewandert. Wir verabschieden uns mit Handschlag und gegenseitig bezeugter Freude über die angenehme Konversation.  By the way – habe schon sehr viele angenehme Erfahrungen mit den Leuten aus „USA“ gemacht, die haben eine komplett andere Gesprächskultur und es kommen tatsächlich Gespräche zustande, aus interessierter Nachfrage auf beiden Seiten … worüber auch immer, daß entwickelt sich natürlich aus dem Moment der Begegnung.
Noch eine "Überstunde" am Ende des Tages - als ich gerade in meiner Höhle ankomme - das Auto verboten  zwischengeparkt, weil kein Parkplatz mehr frei ist weit und breit. Siehe oben - einfach mal abstellen, wenn es gerade nicht gehen will, und später nochmal neu drangehen. Kaum hier, klingelt das Telefon. Der erstaunliche Nachtfahrer, der sieben Nächte die Woche durchfährt - wenn er gerade nicht ausnahmsweise mal zwei Wochen Urlaub macht - und Umsätze reinholt, die uns Andere vor Neid erblassen lassen könnten, wären wir denn mißgünstig -  hat den Schlüssel und seine Habe im Kofferraum versenkt und kommt nicht mehr rein in die Limousine. Fahre also nochmal los, mit dem eh noch nicht geparkten Auto, um die Ecke zu meinem Unternehmer - und bringe meinen Schlüssel vorbei. Ein anderer Nachtkollege erscheint gleichzeitig, der wird den Schlüssel zur verschlossenen Limousine bringen. Und dann - wird mir wieder mein Schlüssel gebracht. Merkurianisches Chaos - aber der allernettesten Art, mit schätzenswerten Leuten, die freundlich zusammenarbeiten. So habe ich wieder einen weiteren sehr sympathischen Kollegen kennengelernt, der eines der Fahrzeuge durch die Nächte lenkt - und zu lachen gab´s auch noch was - statt sinnfreiem Stress. Es ist wirklich gut, derart zusammenarbeiten zu können - mit allen Involvierten. Der Mensch, der das hält, ist jemand, den ich schon viele Jahrzehnte kenne, ebenso seine Kinder - aber ich habe einige Jahre gebraucht, um diese seltene Qualität (einer Uranus-Sonne, gemäß Zuckerwürfel-Astrologie) - mit den verschiedensten Leuten nicht nur stressfrei und korrekt auch in recht chaotischen Situationen umzugehen und die Dinge schlicht wieder (so gut es eben gerade geht) ins Lot zu bringen, sondern auch noch ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse in den Limousinenplan einzuarbeiten - derart zu schätzen, wie ich das jetzt tue. Danke!

Donnerstag, 15. März 2012

Wintergemüse ...

... habe köstlichste Wintergemüse zubereitet in der vergangenen Saison - alles einfach ein wenig angereichert bzw. anders kombiniert, als die Ahnen es kannten. Schwöre seit neuestem z.B. auf Grünkohl und Sellerie. Sellerie - ist definitiv nicht nur ein "Suppengewürz", sondern eine göttlich-saturnische Speise. Besonders erfreulich auch der Genuss der Pastinaken, die dem Jupiter zugeordnet werden. Versuche mich - zunächst in Kinderschuhen - den planetarischen Götterspeisen zuzuwenden. Im Winter habe ich damit begonnen - und bin immer noch überrascht über die Fülle, die sich auch zu dieser Jahreszeit ergoß.
Meinen Spargeltopf - werde ich ganz sicher als eines der letzten Dinge in die Kartons packen. Freue mich jetzt schon königlich darauf.  Ebenfalls - venusisch. Heute sah ich den ersten Spargel auf dem Markt - im letztem Jahr erfuhr auf meine erstaunte Nachfrage hin, wieso es den jetzt schon gebe: Der wird angeheizt über eine Leitung, damit er früher sprießt. Was es alles gibt!

Venusisches Aspirin

Die Tänzerin für Ochún trägt den Namen "Aspirina" .... sicher weit gesünder, sich mögliche Kopfschmerzen wegzutanzen, als die gleichnamigen Pillen einzuwerfen. Ismaray Chacon Aspirina seems to need a lot of free space - so do I . hier ist sie nochmal - für Ellegua tanzend. Ochún ist Venus. Die hier auf dem großen Platz viel Raum hat für ihren Tanz.
Eine weiteres, kraftvolles und sehr natürliches Kopfschmerzfreimittel ist für mich diese hier - Chaka Khan, live - look at the faces of women and men. (mit einem Verwandten des Ex-Präser Wulff am Piano? )

In ihrem meerblauen Kleid vielleicht eher Yemayá - die Meeresgöttin? Also neptunisch. Nährend, tragend - solange sie nicht erzürnt wird.   (Lyrics)
Da braucht´s doch wirklich keine Quotenregelungen mehr - die Kräfte sind spürbar und ersichtlich, wenn sie denn freigelassen sind.
Was mich u.a. bei meinen ersten Berührungen mit dem Pantheon der Orishas ansprach, war, daß viele Gottheiten androgyn sind und entsprechend ihre Gestalt, aber auch ihre Anlagen wandeln können.  Zutiefst menschlich also. Explizit androgyn ist Obbatalá - der Orisha der Weisheit. Also - wo sitzt genau dieses überkaute, alberne Problem - welches ich de facto nicht ersehen kann?
Das war natürlich eine fast lupenrein rhetorische Frage. Ich weiß - inzwischen - ganz gut, wo es überall in den von je her konditionierten Hirn-Apparatoren sitzt, von denen es weiterhin lebendig gehalten und gespeist wird.
Ich - für mich - hauche diesem albernen Schmierentheater jedenfalls keinen Atem ein. Was Du willst - bekommst Du. Als Mann und als Frau.
Ich will zutiefst sinn-liche Weise wie  Chaka Khan - und Tina Turner - mit all ihren wilden, überlebten und vor allem - weit hinter sich gelassenen Geschichten!
Nicht mein Wort = Amen .... ich bleibe - inzwischen zurückbesonnen vor die Umkehrung - beim vorchristlichen AWEN .... aber (eine) unglaubliche Stimme(n)
Und - persönlich mehr als gesättigt von vielen sogenannten "spirituellen Gesängen" - dennoch schön, wenn sie ihre zutiefst unterschiedlichen  Stimmen multivers erklingen lassen.
Gods bless Diversity!

Zur Freude des Hasenherzes

Gestern warf ich der hiesigen Vermieterin das Schreiben mit der frohen Botschaft unserer baldigen Trennung in ihren Briefkasten. Eben trafen wir uns im Hausflur, als ich gerade meine schicken, neuen, doppelwelligen Umzugskartons hereinholte. Nach einer beiderseitig breitgrinsenden Begrüßung  frage ich sie, ob sie meine gute Nachricht von gestern erhalten habe? Ja, hat sie. Ob ich denn was Schönes gefunden hätte? Ja - habe ich. Wo ich denn hinziehen würde? Ins Bergische. Ach?! Sie bleiben gar nicht in der Stadt? Nein, sage ich. Schön - meint sie - und - sie habe ja auch noch ein Wochenendhaus auf dem Land, wo sie oft weilt - immer nur in der Stadt würde man ja bekloppt werden. Oh ja - bestätige ich gerne - so ist es. Und meine noch "Dann kann es ja jetzt hier auch wieder weitergehen." Ja - die nächste Großbaustelle - ist ihre Antwort zwischen Freude und Seufzen.
Noch ein bischen Smalltalk ... und dann kann ich es mir doch nicht mehr verkneifen: "Ach, übrigens, Frau Dingens - eines muß ich ihnen noch mitteilen: Ich habe überhaupt nichts gegen Kinder. Und es gab hier auch keinen Vorfall." Gut. Habe alle meine offiziellen Schreiben äußerst sachlich gehalten und auf derartige Spitzen verzichtet, aber diese Gelegenheit heute mußte ich noch ergreifen - es war allzu verlockend - um das letzte, bereinigende Wort in dieser absurden Angelegenheit zu haben..
Jaaaa ... sagt sie "leicht erwischt" - das wäre ja sicher auch, weil es mit dem Beruf halt schwierig wäre und ich ja auch schlafen müsse. Hört hört - verständnisvolle, versöhnliche Töne.
Gut - ist das also auch jetzt sauber geklärt.

Eigentlich ist das "keine Schlechte" und in gewisser Weise hat sie auch viel Klarheit, wenn man sie so trifft und ein paar Worte mit ihr wechselt. Aber sie war halt sehr sehr bissig, als sie dieses Haus übernommen hat - aus verständlichen Gründen bei einem solchen Großprojekt, wenn mensch es aus ihrer Perpektive betrachtet.
Gerade wegen dieser eigentlichen Klarheit - wenn wir uns auf dem Weg persönlich begegneten - hatte ich mich sehr gewundert über etwa dreimalige alberne und hinterfotzige Versuche, mir hier irgendetwas anzudichten ... statt einfach Klartext zu reden - wie ich  i.d.V.  ja bereits schrub.

Jetzt - freue ich mich weiter auf das Neue - und darüber, daß mir in der Zwischenzeit glücklicherweise doch nicht der Himmel auf den Kopf gefallen ist. Vor Monaten senkte sich die abgehangene Rigips-Decke im Bad deutlich sichtbar ab und hing über der einen Ecke nach beiden Seitenwänden hin schief herunter ... dachte erst, es sei wegen Feuchtigkeit? - bis ein geschätzter Freund Soforthilfe leistete und die Decke vorerst ein Stück wieder anhob, vor weiterem Absinken sicherte und mir mitteilte  "Das ist Bauschutt. Da oben drauf liegt überall Bauschutt, schwer schwer, den die beim Samieren der oberen Wohnung einfach haben runterfallen lassen - da hast Du nichts mit zu tun".  Als Hase - im chinesischen System - habe ich keinerlei Ambition auf unnötige Konflikte, mit denen ich mich selbst in (hier: zeitliche ...) Bedrängnis bringen würde. Der größere Schaden war von diesem Engel abgewendet worden und ich beschloß, zu meinem Eigenwohl erst mal keine offizielle Meldung zu machen bei der Dame des Hauses - sie hätte dies sonst vermutlich als Aufhänger genommen, mich sehr schnell loszuwerden. Umso mehr freut es mich, zu wissen, daß hier demnächst eh die Grundsanierung ansteht - und alles radikal rausgerissen wird. Und ich bin sehr sehr froh - daß mir nicht noch mehr Decke auf den Kopf gefallen ist! Hatte es zwar immer wieder rieseln hören während der Bauarbeiten - aber dachte immer, es wäre in den stillgelgten Kaminschächten ....

Es ist gerade ein Segen, noch einige Wochen Luft zu haben. Habe gestern wieder einiges "abgeräumt", die Gunst des loslassenden Momentes genutzt. Und bin noch nicht fertig. Heute morgen wußte ich plötzlich und überraschend - das Sofa wird auch nicht mitreisen. Was für ein sperriges Teil - auf dem ich seit vielen Wochen eh keine Zeit mehr verbringe! Ein schönes Sofa, gut in Schuss und eigentlich wie neu - wird weggehen wie eine warme Semmel auf der Strasse - falls ich es nicht vorher noch verkauft bekomme für einen moderaten Obulus. Da, wo sonst vielleicht ein Sofa stehen würde - paßt aktuell viel besser ein Trainingsgerät hin, mit dem ich meinen hier müde und schwer gewordenen Körper und Geist wiederbeleben kann. Und ein schöner Meditationsplatz, auf dem Boden, der ggf. auch zu einer geselligen Sitzlandschaft ausgebaut werden kann - wie es bei den Orientalen Usus ist..

Und auch dieses Dreigestirn - wird nicht weiter mitreisen ...















Dienstag, 13. März 2012

Ein philosophisches Gespräch ....

--- über die Herkunft des Begriffes "Vögeln" heute und eine Erläuterung des Gesprächspartners über die Gepflogenheiten der Frühlings-Vogelwelt - veranlasste mich zu der naheliegenden Frage, ob denn dann der Begriff des gleichen Vorganges mit "F..." vielleicht gar auf die Welt der Fische zurückzuführen sei?  Die Antwort - mußte vorerst offenbleiben. Wie dem auch sei - es geht sich weiterhin alles gut an.

WADS-Kokon

Ich leide erfreue mich derzeit an einem akuten WADS - wohltuendes Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom.
Nach dem weniger als halbherzigen Anklicken und Überfliegen von drei, vier Beiträgen im www, besonders, wenn es sich um "Tagespolitik" handelt, schaltet das Hirn sich ab und verweigert radikal, irgendetwas von dem Zeug in seinen Speicher zu lassen.
Ein natürliches Wissen vermeldet, daß das alles irrelevant ist  - soll der Irrsinn sich doch selbst sortieren, ohne meine Aufmerksamkeit! Ich tümpel lieber woanders zur Zeit - ohne zu wissen, wo das genau ist. Eine zutiefst nichtwissende Ahnung sagt mir, es muß irgendwo in naher Gesellschaft von Neptun und Pluto sein, also ziemlich weit weg von einer sogenannten "Realität" ... wohlig eingehüllt in warmes, tragendes, tiefes Gewässer und anschließend, nach dem Bade in (welt-) bildfreier Gedankenleere, also geistig zutiefst erholt, hier an Plutos Ofen sitzend und an diesem gut vor der Welt verborgenen Ort mit seiner Hilfe darin neues Gold schmiedend. Nicht einmal einen peripheren Blick auf das Treiben der Welt werfend.
Wiederkehrende Feuerchen im Bauch um den Nabel herum künden von Verbrennungsprozessen. Was genau verbrannt wird - muß ich auch nicht wissen. Der alte Satz "Selig sind die geistig Armen" erfährt eine neue Qualität.

Die Bauarbeiter, Metall flexend und schweissend vorm Fenster (dachte, Alu läßt sich nicht schweissen?), und der unentwegt schmetternde Opern-Manische oben - ein recht schmaler, kleiner Mann, aus dem erstaunlich laute Töne erklingen - dringen so gut wie gar nicht mehr durch diesen Kokon, der sich wattig um mich gelegt hat.
Eine fahrende Kartoffel- und Gemüsehändlerin klingelt am Mittag im Hause und bietet ihre Dienste an - ich freue mich, daß es das wieder gibt, aber heute will ich nichts. Die Nachbarn rufen "Kein Bedarf" im Treppenhaus und ich muß lachen über die Vermieterin, die dem Opernsänger mitteilt, wie schön es klingt, wenn er, wie gerade jetzt, weiterschmetternd die Treppen herunterlaufend auch noch das Treppenhaus mit seiner Penetranz behallt. Nicht, daß er etwa kein guter Opernsänger wäre - aber nicht jede(r) braucht und liebt diese Dauerbeschallung ...
Dennoch - ist es mir gerade wurscht. Ich muß nichts ändern. Und nicht mehr kämpfen. Geniesse das Tümpeln. Danke!

Noch einen Gruß von Merkur - der mir heute eine Sicherung rausgehauen hat, als ich eine Lampe anknipsen wollte ... alter Spaßvogel! Dachte erst - wow, gleich drei Glühbirnen gleichzeitig durchgehauen! - bis mir der Sicherungskasten wieder einfiel.

Und eine weitere, kurze Episode zu meinem laut kundigen Astrologen rückläufigen und nun zu noch mehr Scherzen aufgelegtem Bruder Ellegua - gestern in der Limousine. Ich fuhr einen jungen Mann, der neben mir ein langes, lautes Gespräch führte und dennoch gut alles um sich herum registrierte, ein multitaskingfähiger Mann also. Als er kurz vor dem Ziel sein Telefonat beendete, sagte er "Was ist denn heute los? Das habe ich noch nie erlebt, wie bescheuert die alle fahren!" Immer wieder schön - wenn die Fahrgäste für mich sprechen und ich einfach die Klappe halten kann.
Ich sage mal spaßhalber "Das ist Merkur, der gerade seine Scherze treibt. Er ist laut kundigen Astrologen gerade rückläufig und in solchen Zeiten treibt er gerne seine Späße besonders im Strassenverkehr und mit technischen Einrichtungen." Statt irgendwie verwundert zu sein, antwortet der junge Mann nur "Aha. Gut zu wissen!" Passen Sie gut auf sich auf, sage ich noch. Ja, wird er tun, jetzt - wo er das weiß.

Montag, 12. März 2012

Licht in der Nacht

couldn´t get it right - and will never ever - doesn´t matter - ever
Dedicated to Pluto
Und für alle Nacht-Mär-fahrerInnen
Blinded by the light 
By the way - sahen diese recht bunten Vögel
damals für mich uralt und spießig aus.
Aber manch junger Wein reift nach ....
Davy´s on the road again

That´s funny and uplightening

Traf  eben den Vater zu dem jüngsten Kind der hysterischen Mutter, die mich als "kinderfeindlich" hier in der Wohnstatt diffamierte, im Hausflur - wie er gerade sein Fahrrad umständlich und im Dunklen hineinlaborierte - und ging fröhlich an ihm vorbei, mit der Bemerkung  "UND JETZT:  LICHT DAZU" - den Schalter betätigend. Das war meinerseits durchaus und sehr bewußt doppelzüngig gemeint .....

Beloved Miss M. und eine Lektion in Sachen "radikale Selbstfürsorge"

Gestern - ein weiterer, sich zunehmend verdunkelnder Tag auf der Limousine - wiederholt erhellend.
Nichts läuft, nichts geht.
Hoffen und harrren .... tun nur die Narren.
Ich bin ein NARR!!!
Und ich will was TUN !!!
Jeden Morgen stehe ich wieder auf - und will etwas tun. Frischauf ans neue Werk. Immer wieder hoffnungsvoll, sicher wird es ein guter Tag, alles wird gut laufen .... gehe nochmal durch die frisch spriessenden Frühlingskräuter, die alle schon ihre Köpfe weit herausrecken und mein Herz am frühen Morgen füllen - alle schon da, meine wunderbare Schafgarbe =  die "Augenbraue der Venus", der sich durch jede Asphaltritze seine Bahn brechende Löwenzahn, die saftige, kraftspendende Brennessel und viele andere, die sich erst später namentlich zu erkennen geben, doch ihr gelbgrün aufspringender Geist ist überall zu erkennen.
Erfreue mich dazu seit Wochen schon außerordentlich am Morgenkonzert der Vögel. Die Osterglocken blühen überall unaufhaltsam auf, die Knospen der Bäume und Sträucher sind aufgebrochen, ich befühle die haarigen Kätzchen an dem knorrigsten Exemplar .... 
All diese Schönheit offenbart sich mir an jedem frühen Morgen -  und am Mittag habe ich die Schnauze gestrichen voll ob dieser Sinnlosigkeit des Ausharrens und Wartens in einem Blechkasten.
Zu dem Traum der totalen Verdunkelung dieses Teils der Kolonie gesellte sich heute abend eine tote Amsel vor meinem Fenster.
Alles - überlebt.
Nix wie weg hier.

Die letzte Fahrt gestern mit Frau M. - eine gute Fahrt, die den Tagesumsatz eines mehr als sinnlosen Tages gerade noch ins Glimpfliche bringt. Am Ziel läßt Frau M. hören, daß sie kein Geld dabei hat. Ob ich eben mit hochkommen will? Ich sage ihr, ich warte - sie soll mir den Salär einfach gleich runterbringen.
Frau M. ist Afrikanerin - und ich wache nochmal kurz auf. Hallo, Sati?! Das kann dauern ... Afrikaner haben von Haus ein etwas anderes Zeitgefühl als Du!
Und Frau M. . hat offensichtlich Stress mit ihrem Gatten. Kann also gut sein - daß die ja jetzt endlos palavern - und mich längst vergessen haben. Gehe also zum Haus und durchsuche alle Klingelschilder nach afrikanischer Namensschreibung. Was da steht, ist mehr als abenteuerlich. "Klingeln sie bitte in der Soundso-Strasse, diese Klingel hier funktioniert nicht" - u.a. .... Ich werde ungehalten und klingel einfach mal das halbe Haus an. Bis ich merke, daß die Tür eh zu öffnen ist.
"Hallo???" Frau M. versucht gerade, ihre Nachbarin anzupumpen, um ihre Taxifahrt zu bezahlen. Klappt nicht, die hat keinerlei Kohle im Haus. Ihren Mann erreicht sie nicht. Sie sagt zu mir "Dann müssen Sie eben die Polizei rufen." Ich erwidere "Was für ein Unsinn. Was sollen wir bitte mit der Polizei?!!" 

Frau M. gibt mir ihr Handy in die Hand und sagt - geben sie mir Ihre Nummer, ich rufe sie nachher an.
Eine Nummer, auf die ich gar keine Lust habe - ich will nicht noch stunden- oder tagelang der Kohle hinterherlaufen. Aber was sonst jetzt?
Frau M. läuft noch um die Ecke - vielleicht ist ihr Mann ja dort - mit ihrer Handtasche in seinem Auto? Ich habe ihr Handy in der Hand und überlege gerade, ob ich nicht besser das Handy als Pfand nehme für die knapp 18 Euro?
Ich glaube ihr sogar - daß sie gerade alles versucht, aber es fruchtet nicht.
Setze mich in die Limousine, die völlig verboten steht - und schreibe in Ruhe meine Telefonnumern auf einen Zettel - Handy und Festnetz. Sage ihr "Wissen Sie - ich glaube, ich nehme jetzt mal ihr Handy als Pfand - dann weiß ich sicher, daß sie mir den Fahrpreis erstatten werden." Frau M. - die ich immer gerne noch mag - flippt nicht einmal aus - aber erklärt mir, daß sie dieses Handy unbedingt braucht, u.a., um ihren Mann mit ihrer Handtasche und ihrem Geld zu erreichen. Sie will mir die Pässe ihrer Kinder als Pfand geben stattdessen. Ich sage - ok - um eine Not wissend.
Pässe ... darf ich gar nicht annehmen als Pfand - und was soll ich bitte damit? Aber ich sage - ok. Will nach Hause (wo ist das?).
Sie bringt mir einen Kinderpass - ich gebe ihr das Handy.
Die Geschichte geht abends weiter über einen verpaßten Anruf und einen Rückruf meinerseits, der mich ärgert - sie will, daß ich nochmal vorbeikomme, sie könne jetzt nicht mehr weg wegen ihrem Baby. Ich sage ihr - liebe Frau, ich werde jetzt keinen Meter mehr fahren nach 12 Stunden auf der Strasse. Sie soll mich nochmal anrufen gleich. Nichts dergleichen geschieht. .
Jetzt - habe ich die Wahl - zwischen Ärger und Loslassen. Ich entscheide mich für´s Loslassen.
Was mich zuvor noch kurz ärgerte, war ihre Anmerkung auf der Strasse "Wissen Sie eigentlich- was ich für Probleme habe?!"
Ich entschied - daß ich es nicht wirklich wissen will  Habe aktuell wahrlich genug selbst zu regeln und gehöre auch momentan nicht unbedingt zu den Menschen, denen der Braten ins Maul fliegt. Obwohl ich - siehe oben - grundsätzlich eher die Lilie im Tal bleibe, die trotzdem blüht.
Und - ich entschied mich gegen einen weiteren, sinnlosen Kampf und meldete mich auch nicht mehr bei ihr.
Ging stattdesen sehr früh schlafen, zwecks echter Erholung.

Heute morgen war ich in der Nähe von Frau M. und rief sie kurz an - wir trafen uns kurz danach an der verabredeten Stelle - ich mag sie immer noch gerne - und sie gab mir mein Geld zuzüglich eines von mir moderat festgelegten Aufschlages wegen dem Zusatzaufwand, den ich mit ihr hatte. Ich mag sie wirklich - aber ich mag es nicht mehr, in die Geschichten anderer Leute gesogen zu werden. So - hat sie mir eine gute Übung beschert - und wir haben uns alles Gute gewünscht, in aller Freundschaft. "Wissen Sie - familiäre Probleme" Ich nicke nur .... und heule fast.
Sie sagt noch "Danke danke" und ich sage "Es ist alles gut. Alles ist gut"  Und "Alles wird gut."

Das nächste Mal - falls mir sowas Ähnliches nochmal  passieren sollte - werde ich knallhart das Handy behalten. Was glaubst Du wohl, wie schnell dann die Leute sind, um dieses auszulösen?! Das dauert keine Stunde ..... nicht alle sind so süß und korrekt wie die Frau M.

Leonardo - meine Sonne des Tages

Bekomme eine dieser Schulfahrten - gut! Wie? Nur ein Kind? Ok .... Leonard steht auf dem Display. Ich mag diese Fahrten sehr. Stelle die Limousine auf dem Schulhof ab - das Klingelzeichen ertönt. Gleich wird das pure, frische Leben aus den Türen quillen und alle vorhergegangene Trägheit aufwirbeln und wegblasen!
Erfahrungsgemäß dauert die "Sortierung" in die diversen Taxen eine kleine Weile, also gehe ich nochmal in Ruhe zu den sanitären Anlagen, um meinen heutigen Exklusiv-Fahrgast auf dem Rückweg einzusammeln.  Viele Kinder haben ein "festes Taxi" mit dem immergleichen Chauffeur. Die anderen - fragen nach oder ich rufe mal nach den Namen ... das regelt sich. Rufe also auf meinem Rückweg einfach mal nach "Leonard" ??? Einige kenne ich schon und kann sie ausschließen. Ein sehr quirliger, aufgeweckter Junge kommt auf mich zu und sagt "Ich heiße Leonardo - nicht Leonard!" Wie sein Nachname sei - soundso - ok, dann fährst Du mit mir.  "Hurra!" und "Ich mach das schon alleine".  Gut - das mag ich am liebsten, wenn die Kinder wissen, was sie können. "Schickes Auto!" - Jaaaaa, ganz neu.
Ich fahre mit dem inzwischen in den Ausmaßen vertrauter gewordenen "schickem neuem Auto" durch die Kollegen hindurch, langsam, weil noch andere Kinder wild drum herumlaufen ... und Leonardo seufzt "Ohhh!" Ich meine, daß paßt schon - und freue mich selbst, daß ich nun mit den neuen, unübersichtlichen Abmessungen gut vertraut bin.
Er erzählt mir, daß er so heißt, wie Leonardo da Vinci und Leonardo di Caprio. Der eine sei ein Schauspieler und der andere hat dieses berühmte Bild gemalt - wie heißt das noch? - Anna Lisa?
Der - macht mir Spaß! Ich sage ihm - genau: Mona Lisa. Und erzähle ihm noch ein bischen mehr von Leonardo da Vinci, daß der noch viel mehr gemacht hat als das Bild von der Mona Lisa. Genau - und außerdem wäre der auch Schauspieler! Ne - sag´ ich, das ist jetzt der andere, das ist dieser Leonardo di Caprio. Der da Vinci ist schon sehr lange tot. Aber der hat ganz viel erfunden und schon damals versucht, Flugzeuge zu bauen. Außerdem hat der in Italien ganz viele Gemälde an die Decken von sehr großen Kirchen mit runden Kuppeln gemalt. Ok ....
Ich erfahre noch dies und das - und werde noch dies und das gefragt.
Was mich beeindruckt: Leonardo weiß sehr genau und erzählt es mir ungefragt, was er werden will. Er wird Hotelmanager - Punkt. Deshalb wird er auch auf jeden Fall die Schule zuende machen. Er war mal in einem Hotel, das nannte sich "Leonardo" - und da haben ihn die Leute gefragt, ob das Hotel seinem Vater gehört ....
So - schreibt das Leben manchmal die Drehbücher in frühen Jahren.
Ich will wissen, ob er nachher noch nach draußen geht? Ja - natürlich, er braucht schließlich noch ein bischen frische Luft. Ich freue mich über diesen lebendigen Leonardo aus Bosnien .... der nicht nur vorm Computer sitzt, sondern äußerst lebendig im Leben steht - und sogar noch die Zeit hat, sich dreimal von mir - und ich mich von ihm - zu verabschieden.

Gesinnungswandel und netter Ex-Kollege

Heute vernahm ich durch den Äther in der Limousine eine Nachricht aus Afghanistan - der Sprecher sagte explizit  dazu, daß diese leider quasi unter der Nachricht von einem weiteren völlig durchgeknallten US-Soldaten, der ein unerklärliches Gemetzel veranstaltete, untergegangen sei. Und unter dem Besuch der Merkelschen dort. 
Sinngemäß lautete sie so: In Afghanistan ist in diesen Tagen ein neues Gesetz verabschiedet worden, welches es den Männern dort offiziell erlaubt, Frauen zu belästigen, zu schikanieren und zu schlagen - wenn sie einen Grund dazu haben zu glauben (besser sollte mensch also sagen - ein altes Gesetz der Region wurde aktualisiert).
Hoppla - haben uns nicht Experten in den vergangenen Jahren immer wieder erzählt, daß der Einsatz dort besonders den Frauen genützt haben soll? Die dürften jetzt ohne Schleier und in Schulen gehen?
Besonders verwundert es mich nicht, daß die Herren vor Ort ihre bewährten Regeln erneuern, jetzt, wo die ungeliebten Besatzer ihren Abzug vorbereiten. Menschen können sich und ihre vielen blödsinnigen Glaubens-sätze nur aus ureigener Überzeugung und Erfahrung ändern - nicht, weil andere es ihnen aufoktruieren wollen.
Schließlich war es hier bis in die 60er bzw. 70er nicht viel besser bestellt. Und am gleichen Tage - also heute - folgte eine erneute endlose Debatte um "Frauenquoten" in Vorstandspositionen - aber es ging diesmal nicht um Afghanistan, sondern um Deutschland.
Für mich hat sich die Frage im Grunde nie gestellt, daß ich als Frau ebenso alles schaffen kann, wie irgendein Mann - sofern ich es wirklich will und mich ernsthaft reinbegebe in die Materie. Kann mich auch nicht wirklich an Männer erinnern, die mir in meiner Lernwilligkeit Begrenzungen setzen wollten, fand im Gegenteil immer eher gute Unterstützung  bzw. solche, die meine Entwicklung förderten, statt mich zu blockieren. Danke, Buben! Sage ich hier mal extra flapsig - denn in diesen seltsamen Diskussionen werden junge Frauen allzu oft "Mädels" genannt - auch von den Frauen.
Persönlich habe ich also meist sehr gute Erfahrungen gemacht mit ehemaligen "direkten Vorgesetzten" und anderen  Männern, die ich beruflich traf - dito mit vielen Lehrern und Meistern. Ausnahme-Arschlöcher findet mensch überall. Auch als Mann - wie ich es ebenso miterleben durfte, wenn z.B. mein "Ex-Chef" an seinem Vorgesetzen verzweifelte, weil dieser ihn bzw. unser Team permanent in unseren kreativen Ansätzen ausbremste.
Was ganz offensichtlich aus persönlicher Unsicherheit  geschah - als Arroganz getarnt.
Kleine Rand-Anekdote: Als ich seinerzeit (m)einen Bürojob quittierte und zusammen mit einer anderen Kollegin eine große, lustige Abschiedsparty bis in die Morgenstunden im Firmenkeller schmiss - kam genau dieser Blocker zu mir und meinte "Ja, Frau Dingens, das tut mir ja sooo leid. Wir haben ja noch so viel mit Ihnen vorgehabt." - Worauf ich nur antwortete  "Ja, Herr Dingens - das hätten sie mir vielleicht ein wenig früher mitteilen sollen, mein Eindruck war ein wenig anders geartet." Fataler, erst viele Jahre später folgenreicher Faux-Pas meinerseits auf seine Frage, was ich denn jetzt machen werde: Das wisse ich noch nicht so genau - aber schließlich hätte ich ja einen Taxischein in der Tasche, falls alle Stricke reissen. Habe sogar ein paar Jahre später nochmal in der gleichen Firma mit dem gleichen, sehr geschätzten "Chef" angefangen - nachdem mir dieser Job dreimal auf dem goldenen Tablett serviert worden war - aber ein halbes Jahr später wieder geschmissen - es war nicht wirklich erquicklich im PÜRO....
In meiner Limousinenzeit und auf dem Weg dorthin hatte ich dennoch noch einige Nüsse zu knacken mit den Herren der Schöpfung. Die Hierarchie bei "Buddhistens" und Co. ist auch nicht unalbern.
Und in meiner Limousinen-Anfangszeit, als ich wieder zurück auf der Strasse war, ohne "spirituell-verräucherte-Weltrückzugsräume", in denen ohnehin die gleichen Menschenspiele wie überall, nur auf anderer Bühne, gespielt werden -   wenn mir nämlich einer von den schätzungsweise 70 Prozent muselmanischen Kollegen irgendwie quer oder gar herablassend kam.  In den ersten Jahren war ich jederzeit bereit, mir ggf. eine offene Strassenschlacht zu liefern mit einem solchen Idioten. Einmal gab es eine derartige Schlacht - daß die ganze, belebte Einkaufsstrasse stillstand und die Zeit dazu
Heute - passiert mir das schon länger gar nicht mehr. Sicher, weil ich auch mehr Respekt - hier im positivsten Sinne und ganz sicher weit von jeglicher Unterwürfigkeit entfernt - gelernt habe ihnen gegenüber. Es handelte sich eh nur um wenige  "Ausnahme-Arschlöcher" - und manchmal habe ich bewußt meinen Teil dazu beigetragen, daß es ordentlich krachen mußte. Inzwischen - habe ich mir soagr von vielen und überwiegend liebenswerten etwas von ihrer angenehmen Ruhe und gelassenen Höflichkeit abgeschaut. Das war ganz sicher ein wichtiger Teil meiner eigenen Lektionen auf der Limousine. Wenn es jetzt nochmal zu Differenzen kommt, weiß ich besser, wie die Gesprächskultur funktioniert und schätze dies sogar, z.B. so simple Spielregeln, daß ein Mensch erst mal dem Anderen zuhört. Eine weitere wichtige Spielregel ist - sich nicht unbedingt persönlich angegriffen zu fühlen, und schon mal gar nicht "als Frau". Dann klappt es ganz gut mit den Buben. Nicht von irgendwo liegt mein letzter diesbezüglicher "Kampf" nun schon Jahre zurück. Hätte ich mich nicht selbst in meine eigene Fallgrube stolpern lassen, hier ganz bestimmt einen "respektlosen Frauenhasser" vor mir zu haben, wäre die Resonanz auch entsprechend anders ausgefallen.

Gestern fuhr ich einen sehr geschmackvoll angezogenen  jungen türkischen Mitbürger, der neben mir sitzend deutlich hörbar mit seinem silbernen Gebetskettchen klimperte. Nach wenigen Metern traf er an einer Ampel auf Bekannte und ließ die Beifahrerscheibe runter, um ein paar Sätze mit denen zu wechseln. Mir fiel die klare, laute und sonore Stimme auf, mit der er  zu denen sprach, ohne diese auch nur einmal erheben zu müssen. Und auch seine Bekannten antworteten, ohne unnötig zu "rufen" - trotz lauter Strassenkulisse. Auch das - hat eine andere Qualität bzw. Kultur. 
Anschließend fragte er mich, wie denn die Geschäfte laufen und ich antwortete mal diplomatisch - es könnte ein wenig runder sein
Er war auch Taxifahrer, erzählt er mir wissend und mitfühlend, fünf Jahre, bis letztes Jahr. Jetzt ist er selbstständig, betreibt einen Festsaal, für Hochzeiten und so ..... Ooohhh, sage ich, wie schön, da brummt die Bude ja! Türkische Hochzeiten sind schließlich kein Pappenstiel, sondern da wird ordentlich drauf gespart und aufgefahren. Ja - er ist zufrieden. Und froh, nicht mehr Taxi zu fahren. Ein Kumpel habe ihn vor einem Jahr angesprochen, ob er nicht einsteigen wolle, und er habe es gewagt, ohne eine Ahnung zu haben, ob es überhaupt klappen könnte. Ich merke nur an - das weiß kein Mensch vorher.  Freue mich über sein gut laufendes, frisches Business und registriere, daß da in dem Salonu auch Musikkonzerte stattfinden. Schön!
Zum Abschied sage ich ihm noch, daß ich das als Inspiration mitnehmen werde heute - und in der Nacht werde ich von meinem eigenen Geschäft träumen. Er wünscht mir dazu alles Gute. Geht doch. Und so wie ich das sehe hier in der Kolonie - geht es nicht wirklich um "Integration", sondern mehr um Leben und Leben lassen - innerhalb und inmitten der vielen verschiedenen Kulturen hier.
Wobei dieser junge Mann ohnehin beide Kulturen in sich trägt und lebt - und er ist damit einer von sehr vielen.