Mittwoch, 29. Februar 2012

Ellegua .... Merkur ... Hermes ... Barasuayo

the door-opening-being - or the door-closing-one ----depends on his mood.
A very smoothe version of Barasuayo ....
Einfach traditionell und für mich pur ....
Und hier die Hommage an Lazaro Ros. Experimentierfreudiges Original - einem katholischen Elterhaus entstammend und wie kaum ein anderes die Yoruba-Gesänge hegend und pflegend . Für Ungeduldige - die "Geschichten" werden sehr lebendig gelebt - ab etwa 11. 30 geht´s in die "Jetztzeit". 
Danke an die Schwellenhüter!
Aber auch die tanzbaren Versionen sind wunderbar.
Hier der Wechsel von Brazil nach Cuba und zurück
Und noch unzählige mehr ....

Nur 15 Jahre ....

.... ist es her, seit ich bei meiner seither geliebten Zahnärztin mein Gebiss grundrestaurieren und einige Backenzähne vergolden ließ. Sagte sie mir gestern. Ich staunte nicht schlecht, was alles seither geschehen war in meinem Leben - also auch mit mir. Manchmal - und ganz besonders, wenn ich dieser Illusion nachgehe, es tue sich nicht wirklich viel in meinem Leben - ist es heilsam und sehr erfrischend, auf solche unerwartete Art erinnert zu werden an den Segen, der sich seither ergossen hat über mein Haupt.
Und sicher weit mehr, als mein Gebiss betrifft - doch ist es mir seither jedesmal eine Wonne, mich dort in den allerbesten und liebevollen Händen zu wissen. Was gestern wieder in eine innige Umarmung mündete, nach der erfreuten Begüßung zuvor auf dem Flur. Die ist immer so drauf - ein ständig strahlendes Licht - und einmal fragte ich sie nach ihrem Geheimnis. Sie ist einfach bei sich selbst, meditiert seit jüngsten Jahren. Läßt ihre Sonne weit leuchten - über die gut frequentierte Gemeinschaftspraxis - und läßt dem anderen Geschäftspartner derart wenig Spielraum für sein temporäres Herumgekotze, welches extrem befremdlich rüberkommt in diesen sonnigen Hallen.
An der Rezeption sitzen zwei Mitarbeiterinnen - eine geniale, hellwache Person für "Frau Dr. Sonne", die permanent ebenso gut drauf ist und ihr ganz eigenes Licht leuchten läßt - und eine eher verzagte, die für den Kotzbrocken arbeitet. Interessant jedesmal, diese differenten Spielarten zu beobachten. 
Ich schrub schon ein paar Mal drüber - wie schön es ist, in freudiger Erwartung auf die vielen wunderbaren Menschen dort zur Zahnbehandlung zu gehen. Danke also wieder einmal - und diesmal auch ganz besonders für die Erinnerung an verdichtete, sehr reichhaltige 15 Jahre - die mir wie eine Ewigkeit erscheinen.

Dienstag, 28. Februar 2012

Now I know why he mentioned: Auf keinen Fall weglaufen mit den Gedanken...

... wenn mensch dieser Musik lauscht und mitgeht - erschallen alle die Fragen, die gerade von Wert sind. Das "Wahe Guru" formuliert sich völlig um ...  was sicher bei jedem Wesen divers ist. Nur sehr selten zuvor hörte ich solche direkt und unverzüglich in meine "Essenz" eindringende Musik, die zutiefst ins Eingemachte geht. Und ich habe ganz sicher viel Bezug zu Musik. Besonders auch zu solcher mit sehr archaischen und wilden Rhythmen. Und viel "Indisches" hatte ich ebenso schon gehört ....
Diese ist - wie gesagt nicht beschreibbar - aber zutiefst reinigend von allem möglichen Unsinn - "Brainwashing" im allerbesten Sinne.  Und - unvermeidlich in Bewegung bringend. Die Seele ohnehin unvermeidlich - aber ebenso unvermeidlich meinen träge gewordenen Körper, der sich dazu in Bewegung setzen muß!.Das Tempo am Ende ist ohnehin aus jeglichen Spiralen herauschleudernd. Es spuckt Dich einfach aus! Und am Ende .... fällt es in sich zusammen, die können es wohl nicht weiter halten in diesem Tempo.
Danke ist ein viel zu dünnes Wort an dieser Stelle.
Der Schenkende gab noch als Hinweis mit, mensch solle nicht Weglaufen mit den Gedanken beim Hören - ich als Beschenkte stelle fest, es geht quasi gar nicht. Das Denken ist völlig außen vor beim Hören .... gerade deshalb bin ich ja so "begeistert".

Göttliches Einholen beim Inder ....

Nach dem heutigen, trotz kurzen Restaurierens völlig schmerzfreien und wie immer seelenerfrischendem Besuch bei meiner geliebten Zahnärztin und ihrem wunderbaren Team fuhr ich mit dem Rädchen weiter zum Inder, Okraschoten erstehen. Die gibt´s da immer - und auf dem Markt quasi nie. Während meines Ganges mit Füßen und Augen durch die Gänge, wieder dies und jenes interessante Neue erspähend, lauschte ich der Musik, die da lief und die mir eine gehörige Gänsehaut bescherte. Beschreibbar ist sie zwar nciht wirklich, doch in Stichworten war es satteste Perkussion von Tabla und diversen indischen Trommeln mit einem rufenden "Mutterbaß", die eine gewisse Verwandschaft mit den kubanischen Batás haben und ebenso auf dem Schoß liegend von beiden Seiten bespielt werden. Die Namen weiß ich nicht. Aber ich erinnerte mich an eine Begebenheit am Rhein, als ich mit einer damaligen Freundin dort Batá spielte und ein neugieriger indischer Tourist zu uns stieß, um mir bereits damals mitzuteilen, daß es ähnliche Trommeln und Rhythmen in seinem Land gäbe. Wir tauschten Mailadressen aus, ein freundlicher Gesell, und später fragte er auf diesem Wege dringendst nach den Kontaktdaten der üppig ausgestatteten Freundin, grins ... das nur am Rande, weil´s mir wieder einfiel heute. Der Klang der Batás kann übrigens viele Kilometer mühelos überwinden, sie senden sehr lange Klangwellen aus  - und so geschah es uns auch einmal, als wir komplett und zu dritt am Rhein spielten, daß ein erzürnter Bewohner vom anderen Rheinufer angestürmt kam, um uns vehement aufzuforden, diesen unerträglichen Krach sofort einzustellen. So sind sie, die Menschen - verschieden.

Ich fragte also heute im Laden nach, ob ich diese Musik erwerben könne, die verkaufen auch CD´s. Hatte schon mal vorher nach einer gefragt, aber das hatte sich als nicht fruchtbar herausgestellt. Heute - händigte mir der Ladenbesitzer die angefragte Musik-CD sofort und sehr bereitwillig aus, er hatte einen ganzen Stapel davon direkt hinter sich an der Kasse in einem kleinen Schrank. Freude! Ich fragte, ob denn die anderen Stücke darauf ähnlich perkussiv seien? - und erhielt eine äußerst ergötzliche Antwort: Es gibt nur ein Stück darauf und dieses wird eine Stunde lang gespielt, immer schneller werdend. Ich grinste vor Vorfreude darüber, denn genau das macht für mich  göttliche Musik aus: Konzentration auf einen Focus - und diesen haltend, während die göttliche Energie ständig zunimmt und sich also verdichtet - um dabei den Weltengang aufzulösen und ins Nirwana zu befördern für die Zeit des Spiels.   
Er erklärte mir noch, wie ich zuhören solle - meditativ, das Mantra mitsprechend - "Wahe Guru" (GURU = Ghee! you are you) - und auf keinen Fall weglaufen mit den Gedanken! Ich ersparte mir jeden klugscheißernden Kommentar alá "Das weiiß ich alles schon" oder gar "Ich bin Trommlerin" (hahaha) und hörte gerne zu, ihn scharf beobachtend. - und für eine kurze Ewigkeit in die sehr klaren, tiefbraunen Augen fallend. Nur einen mußte ich noch erwidern, als er mir nämlich mitteilte, daß wir keine körperlichen Wesen seien. Da entfuhr es lachend meinem schnellen Mundwerk "Das weiß ich wohl  - obwohl nicht indisch bin." 
Entgegen seiner Anweisung - erlaubte ich mir, diese Musik zunächst im "Wachzustand" zu hören .... selten habe ich etwas Kraftvolleres vernommen - im Sinne von "sich selbst in Bewegung setzend"! Und recht zügig hat es mich daher mühelos ins Divine Realm gebeamt, besonders aber in das herrliche Feuer gegen Ende, als das Tempo immer mehr anzog - ins Unfassbare-.
Hier wird also eine Stunde lang nur ein Fokus gehalten - während beim Rufen der afrokubanischen Götter ständig die Rhythmen wechseln auf den jeweiligen Ruf der Muttertrommel hin- wenn auch in einem traditionell definierten und sehr festgelegtem Rahmen, der erst mal gelernt werden will. Beides ist göttlich und wunderbar - wenn auch sehr unterschiedlich.
 
Seit wenigen Stunden habe ich also ein neues, eigentlich schon älteres, aber jetzt erklärtes Wunschreiseziel - "The Karnataka College of Percussion" in Indien - welches mir schon seit einigen Jahren, allerdings sehr schwammig im Hirn herumwaberte. Ich weiß nicht einmal, ob die ungeduldige Westler überhaupt als Lernende nehmen ... aber das kriege ich zu gegeben-gelderfrischter Zeit schnell raus. So etwa 12 bis 14 Stunden exzessiven Übens und Spielens pro Tag kämen mir durchaus entgegen. Kann auch eine andere gute Schule sein, vor allem sollte sie idyllisch am indischen Ozean gelegen sein, in einem ruhigen, beschaulichen Ort!
Im Gegensatz zu den vielen "spirituellen KollegInnen" hat es mich ansonsten nie nach Indien gezogen zu den vielen vermeintlich "heiligen Plätzen" an denen die vermeintlich "Heiligen" gesessen haben sollen o.ä. - wenn überhaupt, dann um der göttlichen Musik willen. Und diese, die mich heute erreichte - hat reichlich Anziehungskraft und Feuer. So die Götter also wollen, bin ich gerne dabei.
Als ich bezahlte - meine diversen Einkäufe und die CD - erschien mir der Preis viel zu gering und ich fragte den Geschäftsmann, ob er denn auch die CD berechnet habe? Oh, dafür möchte er nur zwei Euro (also eine Art Selbstkostenpreis) - man müsse ja nicht mit allem Geld verdienen. Ich sagte ihm, daß mich das sehr freut, solches von einem Geschäftsmann zu hören.
Werde mich später nochmal erheblich weiter und lauter "beamen" bzw. mitspielen - am Nachmitag wollte ich die recht angenehm-ruhigen Bauarbeiter nicht allzu sehr von der Arbeit abhalten mit diesen Klängen ....

Montag, 27. Februar 2012

Strange - absolutely strange ....

Habe heute einen Toten gefahren. Michael Jackson ist sein Name.
Der Name auf der Klingel war ein afrikanischer - soviel erkenne ich locker anhand der Buchstabenstellungen. Ja - kommt gleich .... es kam dieser Untote. Ein freundliches, höfliches Wesen .... aber ein Zombie. Das zwillingsgleiche Antlitz und die Figur von diesem Michael Jackson. Aber kein Kostüm - ne, der hat sich die Nase ganz genauso zertrümmern und formen lassen, wie sein Idol. Die ehemals dunklere Haut - hat er sich "auspigmentieren" lassen und hatte ein entsprechend fleckiges Gesicht. Die Kleidung schwarz - Handschuhe und Kopfschutz - gleiche, schlacksige Statur mal vorausgesetzt. Gerade frisch dauergewellt - konnte es permanent riechen während der Fahrt. Die Energie, die wahrnahm, war eine luftige, nervöse.
Bei der Begrüßung sah ich ihn kurz an - und sah jemand, der sich völlig ent-stellt hatte - von sich selbst.
Ich war wirklich perplex - für einen kurzen Moment - über eine derartige Konsequenz der "Selbstaufgabe".
Dachte während der Fahrt und auch noch später darüber nach ... was in so einem Wesen vieleicht alles geschehen mag. Für mich stand zügig fest - ich würde es um kein Geld der Welt über mich ergehen lassen, selbst wenn ich bis zu meinem Ende Kohle und Kohle und Kohle damit machen könnte. Auch nicht, wenn ich die schönste Frau der Welt wäre (was ohnehin nur viel Stress wäre, denke ich ....) nach einem gewaltsamen Zertrümmern meines mir nun einmal mitgegebenen Antlitzes. Aber wer weiß, was ihn treibt? Das Idol? Dann - erst recht nicht! Idole und Vorbilder ändern sich, am besten braucht mensch gar keine solchen.
Ich habe ihn nicht gefragt und auch nicht draufhin angesprochen - habe es einfach arbeiten lassen in mir.
That was really crazy! A so much real Zombie.Beim Abschied schaute ich nochmal gut hin, um zu sehen, ob ich das vielleicht nur geträumt hatte ... aber er sah immer noch so aus.

Mad World - Enlarge it ...

Heute morgen gegen 7 Uhr hörte ich in der Limousine diese sehr (be)ruhige(de) Cover-Version eines meiner mich begleitenden "Spätjugend-Lieder" - und stellte fest, daß der Text noch aktueller geworden ist als seinerzeit vor etwa 30 Jahren. Das etwas lautere Original von "Tears for Fears" kann mensch hier hören.
Lustigerweise lud mich gestern morgen meine erste Fahrgästin nahezu penetrant auf eine Party im März ein, bei der sich quasi meine Generation via Facebook über den nächsten Termin und die Lokalität informiert. Sie war völlig begeistert von diesen Parties, bei der die Musik der 80er und 90er gespielt wird und wo sich wohl alle treffen, die das damals miterlebt haben - und die weiterhin nostalgisch längst vergangenen Zeiten hinterherhängen? Ich bedankte mich für die wirklich freundliche Einladung dieser auch nach durchgemachter Nacht noch wunderschönen Frau, sie wollte mich dazu gar eintrittsfrei halten. Ich ließ es mal offen ... um des Friedens willen. Es ist nur so: Meine Partyzeit ist schon lange vorüber, weil zutiefst gesättigt bereits seit frühester Jugend, und sie hat erklärten Nachholbedarf. Ich wünschte ihr also noch sehr viele tolle Parties zum Abschied. Das nur am Rande, weil das o.g. Original für mich in recht wilde - und glücklicherweise lange abgeschlossene Zeiten anderer Sehnsüchte und Suche - fiel. Exakter: Suche und Sehnsucht bleiben, aber in anderen Formen.

Tatsächlich brauche ich morgens eine Weile, um mich zu sammeln, bevor ich in dieses seltsam kreisende Rad einsteige mit den schicken, neuen Mercedes-Limousinen. Eigentlich steige ich schon auf dem Weg dorthin ein ins sinnlose Kreisen, ob ich nun mit meinem Auto zu der einen Limousine fahre oder zu Fuß zu der anderen gehe - die harte Grenze bleibt die gleiche: Eine sechsspurige, bereits am sehr frühen Morgen stark befahrene Haupt-Trasse der Kolonie. 
Fahre ich in meinem eigenen Auto zu der einen Limousine, habe ich quasi noch einen Schutzmantel aus Blech um mich herum, mit dem ich mich zügig in volle Fahrt begebe. Gehe ich aber zu Fuss zu der anderen Limousine - was ich lieber und öfter tue -  ist der Kontrast spürbarer, da er sich erheblich langsamer und in mehreren Stufen vollzieht.
Es beginnt mit  dem Wechsel aus Traum- zu Wachbewußtsein in meiner Höhle. In diesen Tagen oft mit einem herrlichen Vogel-Morgenkonzert über den Hinterhöfen, wenn alles noch ruhig ist und viele noch schlafen. Ich trinke in Ruhe ein, zwei Tassen Kaffee und  gehe noch mehr Ritualen in dieser Morgenstille nach. Etwa genau so lange, bis ich weiß, jetzt - kann es losgehen. Vor die Haustür auf die Strasse tretend - schaue ich meist erst mal in den Himmel, um den Tag zu begrüßen. Dann gehe ich auf ruhigen Seitenstrassen um verschiedene Ecken, manchmal treffe ich auf ein paar Menschen, sogar manchmal auf bereits gutgelaunte. In den frühen Stunden der Tage  begrüßen sich die wenigen herumlaufenden, sich fremden Menschen auf der Strasse viel bereitwilliger als später, im vollen Lauf der Hamsterräder, wenn alle sich aneinander vorbeilavieren. .
Wenn ich um die letzte Ecke der ruhigen Seitenstrassen biege, weiß ich, daß mir gleich diese sechsspurige Strasse die Grenzlinie sein wird. Habe ich sie, immer wieder neu verwundert, wieviele Autos da schon irgendwohin rauschen, überquert - komme ich nochmal in den Genuss eines Grünstreifens, in dem ich vielleicht eine Ratte, ein paar Hasen oder gar einen späten Fuchs auf seinem Weg zum Bau treffe.  Besonders aber die Bäume, die da hartnäckig allem Irrsinn trotzen und einfach still stehen.
Danach gibt es kein Entrinnen mehr .... das Kreuzen in alle Richtungen ergiesst sich über den ganzen Tag.
Manchmal - wie heute gleich dreimal - erwische ich Halteplätze, an denen ich seligst in eine Art kurzen Tieftiefschlaf falle ... was für ein Genuss. Sogar eine Art  Privileg der freien Wartezeit-Gestaltung.  Niemand treibt mich währenddessen an zu weiteren Drehungen im Hamsterrad.. 
Der Rückweg nach der Schicht gestaltet sich je nach Jahreszeit anders. Im Sommer - muß ich auf diesem durch weitere Menschenmassen im Grünstreifen hindurch, die dort Spielen, Grillen, sich sonnen .... Im Winter trifft Du nur die Leute mit den Hunden - oder sehr sportliche. 
Nach einem Tag auf den Strassen der Eilenden ohne Ziel in eine Höhle im Hinterhof einzuklappen - kann ein Segen sein. War oft einer. Bis auf die Parkplatzsuche nach der Schicht - mein Rekord bisher war eine Stunde durchs Viertel zu fahren - um den letzten zu erwischen, am anderen Ende - und dann doch wieder ein gutes Stück zu Fuss nach Hause zu gehen. Es gibt nicht wenige Stadtbewohner, die davon derart traumatisiert sind, daß sie ihr Auto eine Woche lang auf einem einmal erwischten Parkplatz stehen lassen und lieber mit der Bahn oder mit dem Taxi zu ihrem aktuellen Ziel fahren. Mad World .... s.o.
Hier nochmal ein schöner Spruch dazu: "Wir sind doppelt so schnell geworden - aber wir haben vergessen, wo wir hin wollen."
Also ist es doch sehr weise, ab und zu einfach großzüzgig Zeit zu verschwenden an die eigentlichen Momente des Lebens und des Lebendigseins, finde ich. Zum Nachtisch deshalb ein sehr entspanntes Stück dazu von Jack Johnson: ... wasting time ....

Donnerstag, 23. Februar 2012

Best Bauarbeiters ever ...

Als nächstes Finish der Altbau-Rundum-Grund-Komplett-Sanierung werden gerade Außenbalkone installiert.  Die Ankündigung zum Hofräumen erfolgte vor vielen Wochen und nun schon mehreren Monden, dann kam erst mal lange nichts - und darauf die Kälte, in der mensch das Stahlzeug eh nicht hätte anpacken können, ohne daß ihm die Haut sofort drangefroren wäre. Dann kam mein geschenkter Urlaub - und die unerschütterliche Hoffnung, daß sie sich nun auch noch Zeit lassen werden, zumal Karneval anstand. Hallelujah, Hosiannah - sie kamen erst gestern, an meinem vorletzten Urlaubstag - und ich bin sehr froh darüber. Das bischen Baulärm und Getanze vor meinen inzwischen gut verhüllten Fenstern - waren echte Peanuts! Zumal mir die tief eingestülpten Silikon-Ohrstöpsel ihre goldwerten Dienste leisten - und die kann ich ja jederzeit wieder rausnehmen im Gegensatz zu einem eventuell auslaufenden Brust-Aufblas-Implantat!
Was aber diese Baumenschen zu den Besten bisher macht, ist ihr Arbeitsrhythmus: Die kamen schon gestern spät und heute erst nach elf. Wunderbar! Und sie hören auch friedlich gegen 17 Uhr wieder auf, statt erst um 21 Uhr herum. Einer von ihnen, der enizige, den ich bisher sah, ist zudem eine rechte Augenweide. Ein sehr großer, freundlich-ruhiger Wilder mit Vollbart, ein stattlicher Bär, der mich überhaupt nicht stört, wenn ich ihn vor der Wand auf dem Hof agieren weiß. 
Morgen fahre ich eh wieder, da kann es mir gleich ganz gestohlen bleiben. Aber diese Ruhe während meiner Urlaubstage - das war ein rechter Genuss! Das Geschmettere des täglich stundenlang opernden Vollton-Herauspressers und der ebenso opernden Spitztonfrau ... waren ebenfalls gut zu nehmen. Die Kinder über mir - scheinen erheblich ruhiger geworden zu sein in ihrem Getrampel.
Eine sehr hysterische Trennungsarie erschallte gestern mittag noch über dem Hinterhof, mit vielerlei schrillen Bezichtigungen ... ich hoffte nur, daß kein Kind dabei stehen würde, um sich ein entsprechendes Trauma einzufangen. Die Arie wurde schon seit vielen Monden immer mal wieder geprobt, bis es nun, scheinbar, zur Ur-Aufführung kam.
Die wenigen Male, die ich es in den Wald geschafft hatte, traf ich meine Lieblingshündin - ein sanftes, liebevolles Streichelschaf, wenn sie nicht zuhause das Revier verteidigt, welches ich äußerst gerne massiere, während sie durch ihre bloße und somit völlige Anwesenheit meine Seele massiert. Das Verrückte ist - daß ihrem Halter, einem älteren Mann - im Oktober die Vorgängerin verstorben war, meine ehemalige erklärte Lieblingshündin - und nicht mal vier Wochen später wurde ihm "die flotte Charlotte" per Zufall -  den es ja nicht wirklich gibt - vom Leben zugeführt, die weitaus mehr als Ähnlichkeit mit seiner ehemaligen Hündin aufweist.  
Alles in Allem - durfte ich eine zeitlang wirklich mal wieder Stille auch um mich herum geniessen - danke dafür.
Derart friedich kann es gerne weitergehen. Heute nacht werde ich meinen Rhythmus also wieder um gute 45 Grad drehen, doch auch das habe ich schon oft genug gemeistert, wird also klappen.
Es war mir ein Hochgenuss, bis mittags im Bett zu bleiben. Manchmal schon lange vorher wachgeworden zum ersten Mal, doch lieber im sanft bedeckten Warmen verharrend, weitere Träume träumend, den Körper dabei drehend. Und dann fiel mir auf, wie streng ich mit mir war, wie sehr ich über meine Faulheit schimpfte - bis mir klar wurde, daß ich gerade mal etwas mehr als eine Woche Urlaub hatte - in der ich mich durchaus täglich zum weiteren Selektieren meiner tragbaren, materiellen Güter animiert habe.
Eine Art Zeitschleife, die mir viel länger vorkam.
Ich denke, ich bleibe in dieser Zeitschleife und mache einfach weiter Urlaub - egal, wo ich bin.

Dienstag, 21. Februar 2012

One of the best teachers ever ....

John Santos

Mittags aus dem Schlafgemach kriechend ....

... weil sich die Lebenszeiten teils quer verschieben können, wenn nicht nach Zeitplan gearbeitet werden muß - stelle ich fest: Gut! Leichter geworden! Also - weiter so ... vielleicht im Schneckentempo, aber auch das ist ein Tempo! Und aktuell das meine.
Die Fernseh-Übertragungen - bleiben außen vor. Auch die Internet-Nachrichten.
Urlaub eben ... von "der Welt".
Die meine sieht ohnehin ganz anders aus.
Und ich tue gut daran, in der meinen zu bleiben.
Just a reminder for myself ....

Montag, 20. Februar 2012

Der Opernsänger ....

... schmettert weiterhin mehrmals täglich seine Weise aus dem Fenster in die Weiten des Hinterhofs, die sich aus dem dritten Stock heraus weitläufig zerstreuen. Nicht etwa, daß es etwas an meinem abweichenden Musikgeschmack ändert - aber etwas beeindruckt mich dabei. Zum Einen die unerschütterliche Disziplin im Üben - die mir seit längerem abhanden gekommen war - und zum Anderen scheint er mit seinem gepressten Stimmgeschmetter irgendwie die Luft, besser: die Atmosphäre zu reinigen. Aktuell von stumpfsinnigen, 3-Dur-akkordigen-immergleichen Karnevalsweisen. Die Frau dazu mit ihrem ebenso durchschneidenden Sopran - scheint verreist zu sein
PS: Der Sopran ist wieder da - und sie übten heute gemeinsam über  Stunden - die Wände erzittern und geschlossene Fenster tragen nur wenig zur Hör-Abwehr bei. Dennoch, im Moment - besser als der Drei-Dur-Akkord-Karnevals-Schmarrn.
Und die besagte Erinnerung ans Üben.

Die erste Motte tanzt ....

... klein und fein ist sie - und kündet vom Frühjahr. Ich denke, es wird sehr warm und fruchtbar werden. Zügig. Ob es trocken wird - weiß ich noch nicht. Drehe gerade den sehr großen Regenstab wieder auf den Kopf - der recht still blieb bei der letzten Drehung. Höre jedenfalls schon das Gras wachsen.

Sonntag, 19. Februar 2012

Die Zwillingssonne im Rausch ...

... des Weg-Räumens, immer leichter werdend. Hier und da zäh anmutend, doch leichter werdend.  Step by step. Brick by brick. Day by day. Die wild geträumten Träume korrespondieren. Und der wohlwollende Zufall der Unachtsamkeit kommt ihr zuhilfe: Die Füllung der Duftlampe platscht auf den Boden, den sie ohnedies schon lange mit Orangenöl reinigen wolte. Ecken und Kanten sind freigeräumt.
Ein wenig Raum muß bleiben - für Geliebtes.
Und genug Raum war offen - um in den Keller zu gehen. Thrilling! Schöneres hat sonst niemand darin liegen!

Mittwoch, 15. Februar 2012

Weg- räumen

Alte Scheiße aus dem Weg zu räumen, ist wohl eine Frage der Geduld. Mit meinen rein materiell erzielten Ergebnissen, also im reduzierenden Sinn - bin ich zwar schon durchaus auf einem sehr guten Weg, aber noch immer nicht ganz durch. Heute geht es weiter ...
Noch hartnäckiger als die Materie ist die Vor-stellungswelt, aus der sich die Erstere kreiert.
Immerhin - lösen sich auch in wiederkehrenden Albträumen die Dinge auf und werden leichter. Diese Nacht stand ich in einer meiner ehemaligen Behausungen und war bereit, weiterzugehen. Übrig waren nur ein paar Leblings-CD´s und mein Traumbett.  In dem ich de facto schlafe, seit  vielen Jahren. Ich werde dieses Bett vermutlich auch mitnehmen. Es ist quasi mein einziges, stabiles Möbelstück - sofern es so etwas gibt. Schlafe auch immer noch gut darin, obwohl der ein und andere Albtraum mit drin lag.
 Alles Andere von Wert, sofern mensch dran hängt, hate ich schon viele Jahre zuvor weitergegeben, in gute Verwendung..
Der Traum von vier Wänden, die mir ein Zuhause sein können, löst sich immer mehr auf. Schaue neuerdings ganz neu in einsehbare Wohnräume in der Kolonie - so hübsch sie auch sein mögen, sie sagen mir immer weniger.
Die Frage treibt mich - wieder einmal, doch anders -  um, was denn ein Zuhause ist?
Manches Mal fällt mir der Kollege bei Buddhistens ein, der seinerzeit, als ich meinen Hausstand aufgab, lachte und meinte: "Es gibt kein Zuhause, das kriegst Du auch noch raus"  Vielleicht hatte er recht? Jedenfalls hat er damals sehr praktisch mit seiner Arbeit mitgeholfen bei meinem Umzug in die Klause - dafür danke.
Seinerzeit war ich noch so glückselig-benebelt von all den grandiosen spirituellen Erfahrungen und Erlebnissen, daß ich eh immer nur geantwortet habe - mein Zuhause ist genau da, wo ich gerade bin. Und auch das - war und ist vielleicht immer noch wahr. Denn - wo sollte es sonst sein? Und worin sich äußern - vielleicht manifestieren?
In einer schönen Einrichtung mit Möbeln? Hmmmhhh ....
Das alles kann einen guten Handlungsrahmen geben - aber auch das ist kein "Zuhause".
Ich stimme also zu - es gibt kein "Zuhause" im Sinne von definierten Außenwänden und -welten.
Gibt es vielleicht eines innerhalb von Gemeinschaften?
Hrrrmmmpppfffhhhh ..........
Nein - sage ich. Weil - eine "Gemeinschaft" kann ich nicht sein - als Einzigartigkeit. Ich kann mich also nur in eine solche einfügen wollen  um nicht allein zu sein, und so - werde ich immer nur faule Kompromisse schliessen.  
ff.

Werde dazu weiter träumen.
PS: Vieleicht auch in einem neuen Bett.

Dienstag, 14. Februar 2012

Akkustik im Plus

Heute sind wir in der Kolonie ins Plus geraten - Temperaturen um die 5 bis 6 Grad über der Eiszeit. Und ich habe es gehört. Die Abdämpfung ist raus, die Geräusche werden durch die wärmere Luft weiter als zuvor transportiert. Der Vogel-Frühlingsgesang hat ebenfalls ein weiteres Echo. Ein Weckruf ... es ist Zeit, aufzutauen aus der Eisesstarre.

Vor lauter Lachen sterben

Muriendome de risa ...
Hommage an Merceditas Valdes
Die schönste Form des Gehens ...
Für Ellegua - Merkur ...
der mich hat reisen lassen -
zu meinen Liedern.
So fremd mir die Sprachen und somit die Worte waren -
dennoch waren mir die Lieder und ihre Harmonien
seit sehr langer Zeit bekannt und vertraut.
Vielleicht auch der Habitus, in dem sie gelebt werden.
Es gab nichts wirklich Fremdes oder "Erschreckendes".
Es fand nur eine Erinnerung statt.

Osaín - Der Kräuterkundige

Wie schön, zu sehen, daß Osaín wirkt - der kräuter- und heilkundige Orisha - hier und rund um den Erdball. Erinnern ist das Stichwort.  Die Erde mit all ihren Schätzen würdigen. Sage ist Salbei - und Salbei ist allen alten Kulturen bestens bekannt. Ich - freue mich auf das erneute Spriessen der heilkräfttgen, wohlbringenden Kräuter. Und besonders auf die köstliche, königliche Brennessel.
Eines meiner Lieblingslieder für die Orishas - Osaín von Merceditas Valdes.
Osaín ist übrigens - wie alle Heilkundigen -  selbst vom Leben gezeichnet worden - der unvermeidliche Weckruf - bevor er seine Funktion erlangen durfte. Er hat nur einen Arm und ein Bein und ist auf einem Auge blind.
Osain kubanisch - traditionell gespielt und gesungen von "Abbilona"
Otra - de Brazil  
Introvertierterte, intellektuellere Fassung - auch schön, nur nicht so spriessend, vielleicht gut für´s Herbstkraut ...

Apropos "schmoren lassen" ...

Neulich fuhr ich eine sehr sonnige junge Frau zu ihrer Arbeit in einem renommierten Kölner Traditions-Restaurant. Als sie eingestiegen war, kam auf dem Display eine Anfrage nach auf dem Rücksitz vergessenen Handschuhen. Ich war gemeint, hatte diese Handschuhe zwei, drei Stunden zuvor erst gesichtet auf dem Sitzplatz hinter mir - und bislang vergessen, sie im Kofferraum zu verstauen. Entschuldige mich bei der Fahrgästin und rufe in der Zentrale an. Die schreiben mir die Telefonnummer des Handschuh-Vermissenden runter auf´s Display - ich rufe da auch noch an - Moment, ich verbinde Sie ... aha, da isser. Eine kurze Fahrt am Morgen, ich erinnere mich. Wie und wo er mich denn erreiche, um an seine Handschuhe zu kommen? Sie erreichen mich gar nicht, denn ich fahre in der ganzen Stadt und weiß daher nie, wo ich gerade lande. Im Moment fahre ich gerade zum diametral-entgegensetzten Ende der Stadt und habe keine Ahnung, wo es mich danach hin verschlägt.  Falls ich noch in seiner Nähe lande, bringe ich ihm gerne seine Handschuhe, als Botenfahrt, gegen Gebühr versteht sich. Gefällt ihm nicht wirklich - aber so ist es Usus. Ansonsten wird sich mein Kollege am Folgetag bei ihm melden, denn ich habe frei, und ihm seine Handschuhe bringen, sobald dieser irgendwo in der Nähe sein sollte - gegen Gebühr, versteht sich. Den Kollegen rufe ich auch noch an - keiner da. Handschuhe in Tüte mit Infozettel, in den Kofferraum.  Insgesamt telefoniere ich an diesem Nachmittag fünfmal wegen vergessener Handschuhe, soll niemand sagen, daß das kein Service ist!  Den ich dazu noch selbst in privaten Gebühren zahle, seit es Handies gibt. Die junge Frau neben mir ist gut drauf und wir lachen noch über mein "Gemurre" zu der Aktion.
Unterhalten uns über die Dienstleistungsbranche und diverse Erwartungen, die an uns DienstleisterInnen gestellt werden. Diese können eine breite Palette abdecken, je nach ErwartungshaltungsträgerIn. Der Handschuhmann dachte, ich würde ihm jetzt seine Handschuhe aus reiner Freundlichkeit bringen. Was so eine Limousine im Betrieb kostet, weiß er ja nicht. Um kurz vor sieben bräuchte er nochmal ein Taxi - es handelt sich eine sehr kurze Fahrt, die keinen alten Hund hinterm Ofen hervorlocken würde - und außerdem bin ich da längst zuhause.
Ich frage die Fahrgästin "Und, was denken die Leute in Ihrer Branche so, was alles selbstverständlich und inklusive sei?"  Sie meint, der Job sei eigentlich ganz schön. Ich sage "Ach, kommen Sie, wenn wir mal ehrlich sind - ist es doch manchmal hammerhart, was mancheiner sich so rausnimmt." Sie stimmt ehrlicherweise zu. Ich erzähle ihr von meiner letzten Begegnung, bei der jemand meinte, daß er mich gleich als Sklavin zur Limousine mitgemietet hätte. Das kennt sie - und ergänzt mit Geschichten aus ihrem Metier. Wobei ich glimpflicher wegkomme, denn sie hat diese Typen immerhin für Stunden an der Backe im Restaurant. Ich bin sie meist schnell wieder los. Glücklicherweise sind es eher wenige, und die laufen für mich in den beiden  Kategorien  "Etwas muß definitiv zu kurz geraten sein." und "Nach oben buckeln - nach unten treten." Oft vermischen sich diese beiden.
Grauslich im Gastronomie-Gewerbe sind diese Momente, die sich wie Kaugummi ziehen - wenn alle schon bezahlt haben, aber noch eine Stunde an ihrem letzten Getränk nuckeln und nochmehr dummes Zeug reden! Bei ihr kann sich das bis früh am Morgen ziehen.
Jetzt - wird sie lebhafter und erzählt mir von einem Kollegen, den sie nicht besonders mag und der sich regelmäßig nachts zu Feierabend ein Taxi kommen läßt mit dem Spruch "So - der soll jetzt erst mal eine Viertelstunde da draußen warten, schließlich bezahle ich das ja."  Sie findet das unmöglich und regt sich regelmäßig über solches Gebaren auf. Ich sage ihr, daß ich von Haus aus keine Viertelstunde vor der Tür warte, nach spätestens 10 Minuten bin ich weg, zumal ich ansonsten auch keine "Fehlfahrt" auf mein Display geben kann. Wer nach fünf oder maximal zehn Minuten nicht da ist, braucht meines Erachtens auch kein Taxi. Es sei denn, der Kunde kommt zu mir und erläutert mir, daß sich die Situation entsprechend ergeben hat, daß es noch dauern wird. Dann warte ich auch. Aber ich warte nicht auf solche, die mich verarschen wollen.
Ihre Geschichte vom Kollegen bestätigt mir zwar nur, was ich eh schon weiß - aber dennoch ich es ganz interessant, es mal in dieser Deutlichkeit zu hören. Was muß das für eine arme, erbärmliche Socke sein!
Schade, daß ich soviele Handschuh-Gespräche hatte, sicher hätte sie noch viel mehr erzählen können.

Montag, 13. Februar 2012

Der geborene Geschichtenerzähler

Mittags bekomme ich eine schöne Schulfahrt, vier Kinder einsammeln und den weiten Weg nach Hause fahren. Die rettet meinen weiteren Tag. Schon am Mogen fuhr ich zwei sehr freundliche, kleine Menschen zum Unterricht - als es zu schneien begann. Natürlich freuten die sich! Und retteten so bereits meinen Morgen, denn ich mag definitv keine glatten und vereisten Strassen beim Fahren, doch ihr Entzücken und ihr Lied dazu, welches sie sofort anstimmten, waren köstlich.
Eine alte Frau holte ich an der Tür ab, sie hatte große Angst, auf dem Glatten zu fallen, dann sei es vorbei. Aber - wer weiß, wie es morgen aussieht - also wolle sie heute noch raus und einiges erledigen. Sie hakt sich unter und ich muß einen Buckel machen, da sie ziemlich klein ist. Ob sie keinen Rollator habe? Doch, aber mit dem schmiere sie erst recht ab, da geht es mit dem Stock besser. Es ist schon Zenit und nicht mehr glatt, ich kann sie beruhigen. Gleite sie nochmals buckelnd durch die beiden schweren Glastüren ins große Einkaufszentrum - von da an geht sie alleine ihres Weges. Bedankt sich für die Hilfe mit der trockenen Anmerkung "Sonst hauen die einem hier die Tür vor den Kopf." Ja - lache ich - das kann pasieren. Im gleichen Moment drängelt sich ein Eiliger haarscharf an uns vorbei ... Da gehört schon Mut zu, sich in ihrer wackeligen Verfassung in so einen Molloch zu trauen.
Später die Kinder, vier soll ich einsammeln laut Auftrag - es sind aber nur drei. Auf den vierten warte ich noch, will sichergehen, daß ich ihn nicht vergesse und frustriert stehen lasse. Die anderen kennen ihn nicht - also frage ich Erwachsene, die vorbeikommen, ob sie Lehrer seien und erzähle ihnen, auf wen ich noch warte. In der Limousine  tobt derweil das frische Leben .... heute gab es nur eine sehr lockere Regel: Keine Schneeballschlacht im Auto.
Ein Lehrer kann mir weiterhelfen - der Gesuchte habe sich bereits freudig im Vorbeilaufen bei ihm verabschiedet, er fährt heute zum ersten Mal alleine mit der Bahn nach Hause. Ein Kommunikationsfehler. Gut - dann kann ich mich im Falle einer Reklamation in sechs Monaten locker dran erinnern. Der Lehrer bedankt sich noch für meine Geduld und dafür, daß ich der Sache nachgegangen bin. Lustig - der vorherige Fahrgast hat mich vor seiner Apotheke schmoren lassen, bis ich reinging und laut fragte "Dauert das hier länger?" Darauf informierte er das Apothekenpersonal, daß die Taxifahrerin ungeduldig sei .... und so war es auch, als ich ihn da gemütlich im Stuhl sitzen sah mit einem Glas Wasser und im netten Sozialkontakt. Eine Vorab-Information seinerseits, daß er da Medikamente für mehrere Hundert Euro einkauft, hätte mir genügt, um die Ungeduld erst gar nicht hochkommen zu lassen. Aber dieses Schmorenlassen liegt wohl an der irrigen Annahme, daß wir beim Warten sehr viel Geld verdienen würden  De facto - lohnt sich das Warten kaum und meistens steht man derzeit irgendwo im Weg und muß ggf. Knollen abwehren.
Jetzt - war ich also geduldig, soso. So schnell ändern sich die Fremdwahrnehmungen, wie das Wetter.
Im Auto ist es laut, die beiden Jungs erzählen sich, wie toll ihre Väter sind und was die alles arbeiten. Wieviel Geld sie verdienen. Wollen sich übertrumpfen. Das zierliche Mädchen ist leise. Es sind ein gebürtiger Ukrainer, ein französischsprachiger afrikanischer Wirbelwind und ein italienisches, leises Mädchen. Die beiden Jungs bremse ich irgendwann in ihrem wilden Vater-Wettbewerb aus, indem ich anmerke, daß sie bestimmt beide sehr nette Väter haben. Oh ja ....  Einzelne Wörter werden in die verschiedenen Sprachen übersetzt. Alle drei - sehr freundliche Wesen. Dann prahlen die Jungs damit, daß sie schon mit ihren Vätern auf deren Arbeitsstellen waren - und fragen das Mädchen, ob sie denn auch schon mit ihrer Mutter bei deren Arbeitsstelle war? "Nein" sagt diese "da dürfen keine Kinder mit!" - und wenn sie mich doch mitnehmen würde, würde sie wieder ihre Arbeit verlieren und zuhause sitzen. Und dann würde es wieder mindestens zwei Jahre dauern, bis sie eine neue Arbeit bekäme. Die Mutter arbeitet in einer Spielhölle. Und dieses Mädchen von etwa sieben Jahren hinterläßt bei mir einen gewissen Zorn darüber, wie schwer es bereits mitträgt am Elend der Erwachsenen - statt einfach unbeschwert sein zu dürfen.
Ja - beim Vater des afrikanischen Jungen habe es auch sehr lange gedauert, bis der Arbeit gefunden habe. Der Vater des Ukrainiers ist selbstständig. Ich bin baff erstaunt, wie die sich unterhalten über die Dinge, die den Erwachsenen schwer zu schaffen machen - sie haben es wohl aufgesaugt wie ein Schwamm. Saugen die verrückte, gnadenlose Zeit auf. 
Den weitesten Weg hat der Junge mit der Pelzmütze, der vorne auf dem Beifahrersitz sitzt und mir bereits sehr still, aber entschieden noch während des Tohuwabohus zuvor als "Zweitgespräch" ernsthaft die Begebenheiten seiner Geburt mitteilte: Er war gerade mit seinen Eltern auf dem Weg nach Deutschland, als seine Mutter ihn kurz vor dem Verlassen der Ukraine geboren hat. Deswegen - sei er auch ein Ukrainer. "Im Auto?" - "Nein, in einem Krankenhaus in der Nähe der Grenze. Danach - sind wir nach Deutschland gekommen."
Während unserer weiteren Fahrt zu zweit erzählt er mir in allen Details von seinen Sommeraufenthalten bei seiner ukrainischen Großmutter - es ist eine Wonne, ihm zuzuhören. Diesmal interessiert mich nicht nur diese einzigartige Ausdrucksweise, die seinem Wesen innewohnt - er erzählt "innerlich", sein Blick ist nicht allzu weit in die äußere Welt gerichtet, dazu spricht er eher leise, aber doch so aufgeregt, daß er immer wieder Luft holen muß für die nächsten Worte. Und diese sprudeln. Er erzählt mir von einer Welt, in der die Menschen noch Kontakt haben zur Natur, in der nachbarschaftlicher Handel betrieben wird, in der die Menschen ihre selbsterwirtschafteten  Produkte auf den Märkten verkaufen, in der es viel Raum gibt für ihn, große Gärten mit Obst und Gemüse. Wenige Autos nur, mehr Motorräder. Erzählt mir von Tieren, von einem scharfen Wachhund, an dem es vorbeizukommen gilt und der ihn und seinen Kumpel nicht mag. Von freundlicheren Hunden und von einem Kater. Von seiner Mithilfe im Kiosk seiner Großmutter und davon, daß er jederzeit "freien Zugriff" hat auf alles dort. Hier und da frage ich etwas und bekomme eine gute Antwort. Er berichtet, daß er die Preise zusammenrechnet, ganz schnell, noch bevor jemand an der Kasse ist. Rechnet tatsächlich in Windeseile etwas zusammen. Sprungfedern verkauft sie auch. Weil ... die Leute haben noch Sofas und Betten mit Sprungfedern - und wenn eine kaputt geht, dann wird sie ersetzt! Erzählt von seinen Verwandten und was die so tun. Ein Onkel hat Bienen - wie heißen die Leute nochmal? - Imker - Ja, genau. Sie drehen den Honig dann selbst, mit der Hand, denn in der Arbeit mit Maschinen steckt keine Liebe. Eine Tante macht Kleider aus Tierfellen. Apropos Tierfelle - er bindet mir keinen Bären auf, denn jedes Detail paßt ins Bild seiner Erzählungen, auch, wenn ich einmal eine interessierte Frage sttenelle. Ich bedanke mich bei ihm für vielen interessanten Dinge, die er mir da erzählt hat. Es war fast wie eine Reise in das Dorf seiner ukrainischen Verwandschaft. Ich hoffe, der erzählt weiter seine Geschichten, ein echtes Talent!

Und vielleicht - komme ich ja nochmal in die Ukraine ... solange es diese Menschen dort noch gibt. Auch Mariana Sadovska erzählt von diesen Menschen - sie hat dort ihre Lieder gesammelt.

Noch eines für die, die Angst vor Hexen haben: Calling Bird.

Und hier eines der betagten, inspirierenden Originale
Wer seine Lieder nicht mehr kennt .... dem fehlt das Feuer.

Sonntag, 12. Februar 2012

Sie haben gelauscht ...

... schön wäre es! Das Gegenteil ist der Fall: Ich arbeite daran, wie ich möglichst nicht zwangsläufig mitbekomme, was die Leute so im Innenraum der Limousine alles Intimes erzählen. In meiner Basisstation arbeite ich inzwischen ggf. mit ehemals verhassten Ohrstöpseln, das ist ein Segen, wenn ich noch ein wenig weiterschlafen will, aber keine praktikable Lösung beim Lenken auf den Strassen..
Heute umsatztechnisch glimpflich ausgekommen - nur 7 Fahrten am ganzen Tag. Kaum jemand freiwillig unterwegs bei der Kälte - nicht mal Karnevalisten. Die klappten heute erst am frühen Abend in Scharen aus. Immerhin eine gute Tour zum Stadion erwischt - der Kölner FussClub spielt wieder am Ball. Die Spieler auf beheiztem Rasen! - die Zuschauer machen sich irgendwie anders warm.
Auf die erste Fahrt warte ich etwa 99 Minuten ... kurz bevor der Zähler auf zwei Pünktchen = ".." springt, das erwartete Signal. Adresse und Namen kenne ich, mein Elefantenhirn meldet mir "Da hast Du schon mal sehr lange vor der Tür warten müssen, bis auch die Frau von dem Mann endlich kam". Das kann locker 3 oder 4 Jahre her sein, aber es ist alles im Speicher ... Heute geht es schneller und der Mann kommt alleine, mit einer Morgenflasche Bier. Setzt sich schräg hinter mich und fragt höflich, ob er denn sein Bier trinken dürfe in meinem Auto. Ja, sage ich, kein Problem, wenn sie meine Sitze verschonen.  Während der Fahrt erfahre ich viel über sein Leben, was ich nicht nachgefragt habe. Eine gute Seele, aber ziemlich ausgelaugt schon in relativ jungen Jahren. Er trinke, seitdem er keine Arbeit mehr habe. Das Zuhausesitzen hält er nicht aus. Die Ehe sei auch daran kaputt gegangen, meint er. Ob ich seine Frau kennen würde, so eine kleine, zierliche .... Ich lache - und sage "Keine Ahnung. Im Laufe der Jahre kommen so einige Leute zusammen, die ich mal gefahren habe". Er fragt mich dies und das zum Taxifahren - wollte selbst mal den Schein gemacht haben, aber ein taxifahrender Kumpel habe ihm abgeraten.  Ich denke "Scheint ein guter Kumpel zu sein."  Sage ihm, ich wäre auch mit einem guten Hobby und reichlich Geld zufrieden - Arbeit bräuchte ich nicht unbedingt. Ja, früher hat er sehr viel Sport gemacht, aber dann kam eine Verletzung .... und so geht es eine ganze Weile - aber, aber, aber. Wie gesagt - eigentlich eine gute Seele, aber ... ziemlich perpektivlos. Kommt mir ab und zu bekannt vor. Und ich denke an einige Millionen weiterer derzeit "Perspektivloser".
Aber ... Ävver, mir sin ja in Kölle un da sare m´r immer: Loß d´r Kopp nit hänge. Et weed alles widder jot.
Später fahre ich einen Rentner, der ist ebenfalls Vieltrinker, ich sehe es an den geplatzten Äderchen im Gesicht und der schon etwas knollenartigen, großporig-roten Nase. Ävver fründlisch. Gute Tour für mich - einmal hin- und zurück, will nur einen Brief einwerfen bei einer gut auffindbaren Adresse, den die Post ihm als "Unzustellbar" zurückgeschickt hat - und die auch ein Briefträger-Frischling leicht hätte finden können. Nicht, was er erzählt, faszininert mich, sondern wie er erzählt. Denn er muß mir mal was erzählen .... Ich finde es oft viel spannender, diesen Eigenarten der Menschen zu lauschen, Gestik und Mimik zu erfassen - dieser hier spricht sehr langsam und bedächtig - holt jedesmal vorher aus - und habe immer noch hier und da meinen Spaß daran. Die Geschichten sind meist zweitrangig. 
Bekomme wieder eine gute Fahrt, zum Flughafen. Ein Mann und eine Frau, Nachbarn, gehen zusammen auf Geschäftsreise und unterhalten sich im Fond über ihre Wochenenden. Sie hatte ein schönes - und er eines von der Sorte "Naja." Ich sage es nochmal - ich lausche nicht, im Gegenteil. Wäre froh, eine für mich praktikable Methode zum Verschließen gegen Geräuschüberflutung zu finden! Jedes Wort - unüberhörbar, und ich habe einfach gute Ohren. So ein "geschützter Limousinen-Innenraum" ist oftmals privater als jedes Wohnzimmer.
Seine Tochter habe ein Zeugnis bekommen und hat versucht, es wegzubunkern. Ihm erzählt sie, sie habe es bei der Mutter gelassen, von der er getrennt lebt. Die Mutter weiß davon am Telefon nichts. Das Kind hat also gelogen. Darum ginge es - das sei das Problem. Wie die Mutter, die Bulimie hat und ebenfalls Dinge zu vertuschen sucht. Dann hat er das Zeugnis doch zu sehen bekommen - und das Kind habe zwar in Fächern wie Sport, Kunst, Musik, Religion lauter Einser und Zweier - aber in den Hauptfächern nur Dreier und Vierer. Ich halte meine Zunge im  Zaum - habe keine Ambitionen, mich einzumischen - und denke bei mir, was für ein Scheiß! Offenbar ist es ein musisch veranlagtes Wesen, und genau das könnte mensch unterstützen. Aber nein, sie wollen Konformisten. Jetzt soll das Kind einen "Coach" bekommen - natürlich sei das auch Nachhilfe, aber Nachhilfe wolle sie nicht und auf keinen Fall zusammen mit anderen Kindern, weil sie Angst habe, deshalb ihre Freunde zu verlieren. Meines Erachtens sollen die Eltern sich mal coachen lassen. Daß ein (musisch veranlagtes) Trennungskind Angst haben kann vor weiteren, menschlichen Verlusten bzw. "Liebes-Einbussen" - ist doch nicht so schwer nachzuvollziehen.
Am Nachmittag also raus zum Stadion, über einen willkommenen Umweg, der junge Mann setzt zuvor noch eine Kommilitonin an der Uni ab. Anschließend fragt er mich, wie ich denn als Frau auf die Idee gekommen sei, Taxi zu fahren? Vor meinem geistigen Auge erscheint ein gemaltes "HÄ???" - doch er meint die Frage genauso. Und ich sei die erste Dame, mit der er im Taxi fahre. Was kann ich hier antworten? Als Frau, haha. Erst mal flapsig. Na, sage ich, Autofahren kann ich ja nun schon seit gut dreißig Jahren, unfallfrei. Jaja - das wäre ihm wohl klar. Ergänze flapsig, daß ich als Frau ja schließlich auch meine männlichen Anteile ausleben müsse. Jetzt lacht er ein wenig irritiert. Worauf er hinaus will, ist die Gefahr. Die pöse pöse Gefahr. Ich erkläre ihm, daß im Grunde das ganze Leben gefährlich sein kann - oder eben auch nicht. Diesmal ernsthaft. Was wäre denn das für ein Leben, wenn mensch sich ständig um irgendwelche potentiellen Gefahren Gedanken machte? Erzähle ihm von den über 70-jährigen, die gerne lamentieren, wie gefährlich doch alles geworden sei - und wenn ich sie frage, wie oft sie schon überfallen und beraubt worden sind im Leben ..... Hier bitte eine persönliche Antwort memorieren, danke. Im  zähflüssigen Verkehr nahe des Stadions unterhalten wir uns über die heute verstorbene Pop-Ikone Whitney Houston. (Wegen diesem Song "Step by step, brick by brick, day by day - go your own way" habe ich mir überhaupt mal eine CD von ihr gekauft). Er findet das schade, bei so einer Stimme. Ich stelle nur fest - daß es ihr vermutlich jetzt ganz gut geht. Und in dem Business braucht es vermutlich viel Charakter, um sich nicht fressen zu lassen. Wer zuviel gegensteuert - ist weg vom Fenster. Aber .... mit der Stimme hätte sie ja noch ganz andere Sachen vollbringen können - allerdings nur mit einem Charakter, der stark genug ist, auf einen 100-Millionen-Dollar-Vertrag zu verzichten. Wir unterhalten uns noch über eine ihre Jugend konservierende Madonna und über viele andere jung verstorbene Musik-Industrie-Ikonen, neulich die stimmgewaltige ... ja, wie hieß die denn noch? So geht´s. Amy Winehouse natürlich, mit 27. ,  Unplugged - ohne kurzes Röckchen und Arschgewippe, was sie nicht nötig hatte bei der Stimme!  Und mir fällt Tina Turner ein - über die hat niemand zu lachen gewagt, obwohl sie mit über 60 im Miniröckchen daher kam. Einfach, weil sie den Hintern voll Feuer hat - und keine Kunstfigur darstellte. Ergänze noch bezüglich bissiger Journalisten-Bemerkungen über eine "sich geriatrisch-bewegende Madonna": "Welche Frau will denn bitte einen geriatrischen Mick Jagger sehen?!!"
Jetzt - fahre ich mal zum Abstellplatz ... es sei denn ... und da sind sie schon, die Winkenden. Gut. Zwei befrackte Herren von der Karnevalssitzung, schön angeschickert. Sitzen beide hinten, das ist schon mal gut. Haha - hähä - Immis, Besucher aus dem Schwabenland, im Karneval gestrandet. Sie lachen sich einen über die Ereignisse während der Sitzung und die Kollegen ab. Reden viel über die Nummer Acht, muß ein schönes "Nummerngirl" gewesen sein ... anderer Planet. Und wo gehen wir jetzt noch hin, fragt der eine den anderen. "Ins Pascha!" (Kölner Haupt-Puff) lachen sie sich eins. Ich freue mich schon auf meine freie Zeit über Karneval. Von hinten kommt eine Ansprache "Sagen Sie mal .... wo kann man denn am Sonntagnachtmittag um Viertel nach Fünf noch so hingehen in Köln?"
Ich sage "Ins Pascha!" Hrrmmppffhhh ..... (die wären sicher ein leichter Job für die Damen gewesen). Nein nein nein, das wäre ja nur ein Spass gewesen. Ja, erwidere ich, das sagen sie dann alle. "Sie haben gelauscht!" Siehe oben. Ich empfehle ihnen also die kölschen Brauhäuser und/oder die Altstadt. Das Trinkgeld ist nicht schwäbisch. Vielleicht waren die tatsächlich noch nie im Puff - ich würde es ihnen fast zutrauen, daß sie zu dieser Randgruppe zählen.  Es ist Karnevalszeit und der Bär tanzt gerade überall. Die Stadt ist schon im kollektiven Rausch vernebelt.
Hier noch ein Karnevalsslied von Jupp Schmitz - weltberühmt und topaktuell.- aus 1949: "Wer soll das bezahlen - wer hat das bestellt - wer hat soviel Pinkepinke - wer hat soviel Geld?" 
Und jetzt noch die gute Nachricht zum Thema Pinkepinke: Der unüberhörbare Frühlingsgesang der Vögel - ist für alle frei!

Freitag, 10. Februar 2012

Geschenkte freie Zeit

Hurra - freie Lenkzeit zu Karneval!
Nicht, daß ich etwa drum gebeten oder nachgefragt hätte.
Mein Unternehmer fragte mich, ob und wie bzw. ob ich überhaupt fahren wolle. Hat sich an meine chronische Karnevals-Allergie erinnert. Und da gerade genug Leute einsatzbereit sind - brauchte ich nicht wirklich darüber nachdenken und mache gerne taxifrei - habe genug Anderes zu tun.
Das ist übrigens einer von diversen Pluspunkten in dem Job:  Du bist auswechselbar und somit jederzeit entbehrlich. Original kölsches Krätzjer von Willy Ostermann -  über die Mücke
Hans Süper - kölsche Karnevalslegende - mag ihn sehr!
Und Süper im Duett - auch zum letzten Mal

Auch im Karneval gibt es schöne Momente - ävver isch muss et nit mi han. Und wie meine karnevalsverrückte Haarschneiderin so treffend bemerkte: Das Publikum hat sich sehr gewandelt.
Früher zogen noch "Lappenclowns"  mit der dicken Trumm in die Kneipen und machten Musik - heute stehen die Immis Hundert Meter vor der Kneipe Schlange, um überhaupt reinzukommen - fragt sich der Einheimische nur: "Hä? Wofür dat dann?"

Fremde Be-Zeugnisse ...

... flogen gestern raus. Sowohl alte Schul- und andere -zeugnisse - von anderen über mich ausgestellt - als auch, höchste Zeit, eine Dokumentensammlung meines lange verstorbenen Erzeugers. Militärdokumente. Sowohl aus der Nazizeit als auch von den Alliierten ausgestellte Papiere und Zeugnisse. Eine Blech-Kennung mit Soldatennummer. Passierscheine.  Identitätspapiere. Arbeitszeugnisse - aus der Kriegsgefangenschaft und nachfolgenden Beschäftigungen bei den Amis.  Gerade noch in amerikanische und nicht in russische "Gefangenschaft", was für ein Wort!, geraten. Nicht immer leicht - neue Wurzeln zu finden. Damals wie heute. Anders eben.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Ein Wasser-Tag ....


... von Neptun angeordnet.
Beginnend mit einer Karte aus dem Orakel von Judith Bärtschi.
Weiterführend über Wasser-Weisheiten oder -Narreteien auf Youtube - muß jedes selbst für sich eruieren, doch Wasser ist nun einmal grundlegendes Thema auf dem blauen Planeten.
Setze nur diesen Link - zu einem begeisterten Redner. 
Er referiert über Wasser und Salz.
Als Kern-Informationsträger unserer Energie(n). Wie innen - so außen
und umgekehrt. Er referiert ganze 5 Stunden lang, ohne jeglichen Energieabfall  Mit vielen Querverweisen auf unseren "(ernährungs-) technischen Irrsinn" - meine Worte.  Mir leuchtet es ein, was er da erzählt. Werde über meinen heute gestarteten Selbstversuch zu gegebener Zeit berichten. Wer die 5 Stunden inklusive aller wiederkehrenden Füllwörter schafft - wird kaum noch was lesen müssen und viel Nützliches, Einfaches erfahren haben. Finde ich. Peter Ferreira heißt der enthusiastische Vortragende - der übrigens außer Grundlagenwissen nichts verkauft.