Freitag, 31. Dezember 2010

Macht´s gut im neuen Zählwerk

Mir fällt nichts Kluges oder Sinn-volles ein zum Jahreswechsel. Meine Aufmerksamkeit ist dazu erheblich mehr der Percht und den Geistern gewidmet, denen der Jahreswechsel eh unter ihrem Flug vorbeirauscht. Ja, das Rad des Lebens dreht sich weiter. Die Jahreszeiten .... Ich atme noch, mein Blut fließt spürbar warm durch´s Kraftwerk, mein Herz schlägt kräftig und langsam.  Ich höre Musik, die ich mag und die meinen Herzschlag und die Zirkulation der Körperflüssigkeiten erfreut. Ehrlich gesagt - interessiert mich die Welt der Menschen mit dem ewiggleichen Geschrei nach Besserung und dem ewig gleich weitertobenden Krieg wenig in diesen dunklen und stillen Wintertagen, die es so komprimiert in sich haben. Ich gehe nur vor die Tür, wenn ich etwas einkaufen muß, also höchstens zweimal die Woche - ansonsten habe ich die Bronchitis in diesem Jahr als echtes Geschenk genommen - sie beschert mir einen langen Rückzug von der gefährlich vereisten Straße.
Ein offensichtliches Paradoxon - dieses Leben. Einerseits bin ich schon lange gestorben und einverstanden damit, andererseits möchte ich dann aber doch nicht bei einem Verkehrsunfall auf Eis in der Limousine verenden. Ein weiterer Ego-Scherz von so vielen, der da lautet "Nein nein nein, nicht so ....  und etwas später bitte - ich will nochwas er-leben!"

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Einheit

»Das ist der größte Fehler bei der Behandlung von Krankheiten,
dass es Ärzte für den Körper und Ärzte für die Seele gibt,
wo beides doch nicht getrennt werden kann.« PLATON

Was ist Luxus?

Für jede(n) von uns vielleicht etwas Anderes?!
Ich will nur notieren, was für mich dazu gehört.
Ich definiere hier Luxus als Fülle, als etwas, daß mich erfüllt.

Zum Beispiel erfüllt es mich mit Freude, daß ich mich in einer Arbeitssituation befinde, bei der sich die Beteiligen noch mit "Handschlag" und Kommunikation verständigen - oder anders gesagt: Sich auf Vertrauensbasis begegnen.
Konkret - bin ich sehr glücklich darüber, meinen Unternehmer= Geschäfts- und Vertragspartner einfach anrufen zu können in diesem (seltenen) Krankheitsfall  - und nicht etwa ein Attest beibringen zu müssen/sollen von einem Dritten - also irgendeinem Arzt, der bescheinigen soll, daß  ich tatsächlich krank bin.
Das - weiß ich selbst am besten.
Wieso zum Teufel also soll ein Dritter das bestätigen?
Wieso zum Teufel - Verzeihung - zum Mammon - um den Teufel hier nicht unnötig hereinzuziehen - soll ich mir, angefangen von meiner Existenz als solcher bis zum Tode, alles Mögliche durch Dritte und "offiziell Bevollmächtigte" bestätigen lassen?
Wer - ermächtigt hier wen, wem was zu bescheinigen?
Und mit welcher bzw. wessen Be-Recht-igung?
Das ist doch völlig verrückt !!!
Umso verrückter wäre es übrigens gewesen, mich im akuten Bronchitis-Fall auch noch in ein überfülltes Wartezimmer schleppen zu müssen für eine derartige Bestätigung dessen, was mensch mir auch so glauben kann.
Stimmt, in meinem Gewerbe gibt es auch keinen Verdienstausfall im herkömmlichen Sinne - wenn ich nicht fahre, nehme ich nichts eiu. Aber der Unternehmer auch nicht, wenn er keinen Ersatz findet. Und das ist mir schon klar, für beide Seiten. Das meinte ich wohl mit "Handschlag-Geschäft" in diesem Fall.
Für mich ist es auch (nervlicher) Luxus, mit korrekten Leuten zusammenzuarbeiten - nachdem ich u.a. ein paar andere Erfahrungen gemacht habe.

Interzone ....

.... heißen die. Gestern nacht im Bett, als ich nicht einschlafen konnte wegen akuter Bronchitis, fiel mir dieser Schrei des Sängers ein, der da ruft "Aus Liebe ...." Heute kurz mal NDW und den Titel eingegeben im kollektiven bipolaren oder dualen Gedächtnis namens Internet - schon ist das Schatzkästchen mit den dazugehörigen Erinnerungen und den Liedern von "Interzone" aufgesprungen.

Diese Meldung heute - bzw. gestern - mit der Forderung nach "ethnischer Selektion" hat mich getroffen, sonst hätte ich sicher nichts verlinkt. Wie weit waren die Wege jeweils von Rufen nach "ethnischer Selektion" hin zu "ethnischen Säuberungen" in der Vergangenheit? Der aktuelle Vorstoss scheint schnell abgewendet - aber es wird vermutlich nicht der letzte dieser Art sein. Das sagt mir auch ein Buch von einem Sarrazin auf den Bestsellerlisten. Und vieles mehr, was dafür spricht, daß die herrschende Klasse gerade bemüht ist, möglichst viele Schlingen zuzuziehen. Andererseits - gibt es mehr Gegenwind denn je und somit Grund für Zuversicht. Das Imperium - fällt. So oder so.

Wovor hat das Mensch am meisten Angst, seit es ihn/sie gibt? Vor dem "Fremden". Wo genau ist das "Fremde"? Da - wo sich das Mensch nicht auskennt. Wo kennt sich das Mensch am wenigsten aus? In sich selbst. Wovor hat das Mensch also die größte Angst? 
In der Matehmatik nennt sich eine solche Fragestellung Kettensatz .... Das ist ein Verwandter vom Dreisatz, aber kann beliebig erweitert werden, hat mehr Spielraum und ist dazu noch leichter zu bewältigen. Das Fragezeichen ganz am Anfang führt am Ende zur Lösung der Aufgabe - sobald beide Seiten miteinander in Bezug gebracht wurden. Oder so ....

Sonntag, 26. Dezember 2010

S´kommt doch alles raus ....

Eben habe ich diese alte Familien-Dokumentenmappe gesichtet und aussortiert. Dabei kamen noch Dinge ans Licht, die meine leibliche Mutter mir immer verschweigen wollte. Als ich die Bundeswehr-Unterlagen meines Vaters sichtete, stand bei jeder Beförderung jeweils die Besoldung mit drauf. Was Geld betraf bzw. Verdienst, so wurde mir gegenüber immer ein Geheimnis daraus gemacht. Nun - weiß ich´s doch noch.
Interessant auch eine Urkunde, in der meinem Vater "im Namen des deutschen Volkes" für 25 Jahre treuen Dienst am selbigen gedankt wird, datiert auf meinen ersten Geburtstag im Jahre 1964 und bezeichnend für die (Nicht-) Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit: Zu diesem Zeitpunkt war mein Vater nämlich gerade wieder 10 Jahre Soldat - aber gerechnet haben die ab 1939, als er als 18-jähriger in den Krieg zog - sprich: Ohne Unterbrechung.
Außerdem traf ich nochmal auf den ehemals großen Clan und die Kennenlern- sowie andere Geschichte der Liebe meiner Eltern, alle nötigen Einzelheiten hatte ich meiner Mutter vor Jahren für eine Familienaufstellung geduldig aus der Nase gezogen - sie war ein sehr verschwiegener und wenig redseliger Mensch, wenn es um derartige Dinge ging. Umso erstaunter war ich eben nochmal über das recht plastische Bild und die Erkenntnis, daß sie sicher keine leichte Geschichte miteinander hatten - von den jeweiligen Familien nicht wirklich mitgetragen. Besser gesagt von den Frauen der Clans - es gab ja kaum noch männliche Familienmitglieder zu dem Zeitpunkt.
Eine sehr helle Lampe ging dann an, als ich las, wie die Mutter ihre beiden Töchter mit wenigen Worten charakterisieren  sollte. Bei meiner Schwester steht "Sehr bestimmend; heute strebsam, sparsam" und bei mir - Zitat wörtlich, als ich es ihr aus der Nase zog  "Recht umgänglich sag ich jetzt nicht, das wäre zuviel des Guten, trotzdem recht lieb und recht freundlich und nett - wenn das Eigenwillige nicht da ist."  und weiter "Ich habe immer sehr viel von ihrem Verstand gehalten - und manchmal war ich damit überfordert." Letztere Aussage ist ein sehr ungewöhnliches Eingeständnis seitens dieser Dame - und läßt mich so manche verbale (Total-) Verweigerung und zahlreiche Gesprächsabbrüche ihrerseits mir gegenüber nochmal in anderem Lichte sehen.
Kein Wunder eigentlich, daß meine Schwester mich so abgrundtief hasst(e) und mir das Verderben an den Hals wünschte bei den deutlich differierenden Beschreibungen - sowas spürt man ja als Tochter. Obwohl sie dafür oft den Zucker in den Allerwertesten gestreut bekam. Die offizielle Version lautete immer "Alle bekommen gleich."
Sehr interessant die Ähnlichkeiten der Sterne meines Vaters und meiner in unseren Geburtshoroskopen - fand seine Geburtszeit in seiner Geburtsurkunde - beide Zwillingssonne im gleichen Haus, gleicher Aszendent und einiges mehr.
Der Tod ist allgegenwärtig auf beiden Familienseiten, Kinder sterben früh, 4 von 9 Kindern meiner Oma mütterlicherseits kommen nicht durch. Brüder fallen im Krieg. Selbstmorde sind keine Seltenheit. Die Väter meiner Eltern sterben früh - beide durch eigene Hand. Mein Vater als jüngster Sohn von dreien hat zwei ältere Brüder mit Abitur und macht selbst nur mittlere Reife - mit einem Vater, der Lehrer und Autoritätsperson war. Vermutlich hat er sich für seine unbarmherzigen Schwestern und seine hilflose Mutter "geopfert" und um deren Anerkennung gebuhlt später. Ein älterer Bruder kam nicht aus dem Krieg zurück - der andere wurde ihm jahrzehntelang als der Erfolgreichere serviert. Alles nicht leicht. So ein bischen stöbern - versöhnt. Mit den Ahnen und mit der eigenen Situation.
Ein altes Adressbuch landete noch noch im Altpapier - etwa 90 Prozent der aufgeführten Personen sind bereits von dannen gegangen - und beim Blättern fühlte ich mich kurz an das Foto mit den Verstorbenen in "Shining" erinnert . Jetzt - ist wirklich nur noch eine einzige Mappe übrig. Mehr will ich auch nicht mehr mitnehmen in die Zukunft.

Zum zweitenmal krank ....

... in meiner sechsjährigen Zeit als Limousinenlenkerin. Seit ein paar Tagen schwächelte ich schon, aber nun hat´s mich weggehauen. Anders gesagt: Ich bin sonst auch mit Bronchitis und/oder Fieber gefahren, aber dazu noch Schnee und Eis und eine Periode, die sich nun dich wieder pünktlich auf den Vollmond eingependelt hat und so heftig ist, wie seit Jahrzehnten nicht - das ist zuviel. Ohne Schnee und Eis - wäre ich vermutlich dennoch gefahren, also darf ich mich nun bei den WettergötterInnen bedanken, daß sie mir freie Weihnachtstage beschert haben in diesem Winter.
Ich mag die Ruhe draußen an diesen Tagen sehr.
Mit Weihnachten selbst habe ich gar nichts mehr zu tun - außer, daß ich mich ab und an nochmal mit den seltsam-verrückten kollektiven  Ideen dazu befasse, die mir ja einst auch eingepflanzt waren.
Die Geschichte von Jesus, die die Kirchensekte weiterhin propagiert, während sie und wir alle uns diametral entgegengesetzt verhalten, hat für mich schon lange jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Ich denke nicht einmal mehr, daß es Jesus in dieser Form gegeben hat. Übrigens gilt das auch für Buddha - vielleicht gab es diese Herren, doch die vielen Geschichten dazu haben sie ja nicht selbst geschrieben, sondern sie werden bis heute durch Eliten via Aufzeichnungen instrumentalisiert, die erst erheblich später entstanden. Im Falle Jesus handelt es sich gar um eine Wiederholung noch älterer immer gleicher Geschichten, die über verschiedene Kulturen hinweg immer neu aufgelegt wurden - schrieb ich ja bereits im vergangenen Jahr mit Bezug auf den Film "Zeitgeist", erster Teil. Ich glaube auch nicht (mehr) an andere Propheten, die von religiösen Despoten und Fanatikern benutzt werden, um ihre Mitmenschen weiterhin dumm und gefügig zu halten. Auch nicht an die Sekte des Mammon, die aktuell wohl den größten Zulauf und die meisten ergebenen Anhänger verzeichnet.
Der Polytheismus verschiedenster Kulturen und seine Archetypen liegen mir da erheblich näher, sind doch die vielen GötterInnen auch fehlbar und verkörpern sowohl Licht als auch Schatten - wie im richtigen Leben der Mensch auch.
Der Konsumzwang der Vorweihnachtszeit und gesellschaftliche bzw. familiäre Verpflichtungen tangieren mich also nicht. Früher war das auch bei mir anders, als noch Erwartungen an mich gestellt wurden seitens meiner leiblichen Mutter - die am 26.12. Geburtstag hatte und zu diesem meinen Pflichtbesuch wie selbstverständlich voraussetzte. Und natürlich eine Visite auf Heiligabend ... Gut, daß das alles endgültig vorbei ist.
Ich frage mich am Rande, wieso soviele Leute von einer "ruhigen, besinnlichen Zeit" reden, obwohl sie gerade jetzt von einem Termin zum anderen hetzen - oft, mit Leuten, die sie nicht wirklich mögen und nur, um es allen Anderen recht zu machen. Sylvester kommt da vermutlich für viele recht, als Ventil im Anschluß.
Heute gibt es mein erstes Festmahl, bestehend aus Reis, Möhren, Zwiebeln und Kidney-Bohnen, im Handumdrehen gleich für zwei Tage gezaubert.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

tao te king - laotse - 63 ...

als Kostprobe entdeckt in einer Rezension 
zur Übersetzug von Richard Wilhelm

"Wer das Nichthandeln übt,
sich mit Beschäftigungslosigkeit beschäftigt,
Geschmack findet an dem, was nicht schmeckt:
der sieht das Große im Kleinen und das Viele im Wenigen.
Er vergilt Groll durch LEBEN.
Plane das Schwierige da, wo es noch leicht ist!
Tue das Große da, wo es noch klein ist!
Alles Schwere auf Erden beginnt stets als Leichtes.
Alles Große auf Erden beginnt stets als Kleines.
Darum: Tut der Berufene nie etwas Großes,
so kann er seine großen Taten vollenden.
Wer leicht verspricht,
hält sicher selten Wort.
Wer vieles leicht nimmt,
hat sicher viele Schwierigkeiten.
Darum: Bedenkt der Berufene die Schwierigkeiten,
so hat er nie Schwierigkeiten."
_________________________________________________

Und noch ein schöner kurzer Satz:
»Wen der Himmel retten will, den schützt er durch die Liebe.«

Dienstag, 21. Dezember 2010

Bumerang

"Es gibt keine gerade Linien im Universum. Jeder Gedanke und jede Handlung kehren irgendwann einmal an seinen/ihren Ausgangspunkt zurück - wie ein Bumerang."   
So gelesen in Charles Fielding´s Buch "Die praktische Kabbala".  
Und so erlebe ich das auch. Zwar   bin ich keine Freundin von sogenannten "Lebensgesetzen", wie ich neulich schon mal schrieb, doch wie der Herr Fielding es beschreibt, damit kann ich was anfangen. Er sagt, daß es sich eben um Hypothesen handelt, die sich ggf. ändern können. Es ist in der okkulten Wissenschaft somit nicht anders als in den "Naturwissenschaften".  O.g. Hypothese - bestätigt sich jedenfalls bei mir immer wieder. Im Osten heißt das "Karma".
Das war mir schon als Kind klar - daß von sich Gewiesenes oder gegen Andere Gerichtetes wie ein Bumerang zurückkommt. Trotzdem staune ich nun wieder einmal - weil die Erfahrung es 
mit den Jahren tatsächlich bestätigt.

Montag, 20. Dezember 2010

Noch spontaner ....

... als ich es bin - ist (m)eine Kollegin in Sachen Tanz und Musik. Vor knapp 5 Wochen verabredeten wir uns für eine gemeinsame Veranstaltung am Vorabend von Weihnachten und sagten "Ja, das machen wir."- und dann sprachen wir gar nicht mehr zusammen. Eben rief sie doch noch an und wir haben kurz ein paar Dinge besprochen, telefonisch - das Programm für den Abend werden wir eine knappe Stunde vorher besprechen. So arbeite ich im Grunde am allerliebsten. Dennoch mußte ich ihr heute sagen - daß ich inzwischen davon ausgegangen war, daß die Sache erst gar nicht stattfindet - weil ich eben dachte, daß wir uns gegebenenfalls etwas rechtzeitiger kurzschließen. Das hat sie widerum verwundert. Sie ist also noch spontaner und unberechenbarer als ich. Wie schön, so jemanden zu kennen.

Eis wegtanzen .....

"Upside Down" von Diana Ross

Ein besonderer Schneemann ...

.. auf der Kölner "Nord-Süd-Fahrt" zwischen Reichensperger - und Ebertplatz auf dem Mittelstreifen erfreute mich an diesem Wochenende gleich mehrmals beim Vorbeifahren. Er hatte nur einen Bauch und einen Kopf, keine Möhre als Nase oder Augen, dafür aber ein Schild im Arm mit dem netten, gut lesbaren Gruß "Fröhliche Weihnachten - ihr Arschnasen."

In der Kolonie gibt es kein Salz ...

... zum Streuen der vereisten Strassen. Auch die meisten Bürgersteige vereisen immer wieder - obwohl viele  Menschen diese tapfer freischaufeln. Heute nachmittag blieb ich stehen und unterhielt mich mit einer Dame, die zum wiederholten Male den Bürgersteig freischaufelte und -hackte, weil alles vereist war. Sie schaute mich an, ich las in ihren Augen und lachte - über die Situation und sie an, nicht aus. Sie fragte mich "Haben Sie noch Kraft?" und erzählte vom täglichen Schneeschaufeln. Ich erzählte ihr vom Rutschen mit der Limousine über festgefahrene Eisplatten. Als ich nach fast einer Stunde zurückkam, traf ich sie immer noch auf der Strasse und sagte "Gehen Sie mal lieber rein und erholen sich - dies ist der Radweg.".  "Ach so ...." sagt sie. Sie hatte sich vielleicht schon in Trance geschaufelt ...

Im Fernsehen laufen tausend Sondersendungen, Katastrophenberichte auf allen Kanälen. Viel Geschrei.
Ich stelle mir vor, man würde stattdessen aufbauende Nachrichten senden, zum Beipiel über gut funktionierende Projekte oder Übungen zur Gesundheitsvorsorge, vielleicht Yoga oder Selbstmassage oder .... oder etwas irgendwie Herzerwärmendes senden - und das Geld für die Katastrophen- und Wetter-Sondersendungen in Streusalz und in die Strassendienste investieren. Dies dann natürlich über die Grenzen der Kolonie hinaus, über NRW hinaus, bundesweit und weiter, überall dort, wo es aktuell not-wenig ist. Ich fände das sinnvoll. Weit sinnvoller, als LKW-Fahrverbote und überfüllte Krankenhäuser zum Beispiel. Auch sinnvoller als auch in diesem Winter wieder propagierte Rufe nach Zwangsarbeit für Hartz-IV-Empfänger.

Übrigens, für alle neurotisch-diktatorisch veranlagten Dogmatiker und Leutetreter: Ich bin sicher, daß ein Aufruf zur frei-willigen, also freien und willigen Mithilfe beim Freischaufeln durchaus Früchte tragen könnte. Und was die vielen Menschen betrifft, die es nicht (mehr) alleine schaffen, die Bürgersteige freizuhalten: Manchmal hilft auch Nachfragen, ob die Nachbarn mal mithelfen können. Ich habe meinem bereits gesagt, er möge mir bitte mitteilen, wenn er Hilfe braucht dabei.

In einem Blog-Kommentar las ich heute, daß eine Frau irgendwo eine halbe Stunde auf der Strasse im Schnee nach Hilfe gerufen haben soll, nachdem sie gestürzt war, ohne daß ihr geholfen wurde von anderen Passanten. Das - kann ich mir sehr schlecht vorstellen in der Kolonie. Denke, wir heben uns gerne gegenseitig auf hier. Heute fiel mir wieder ein junger Mann fast vor die Füße, haha .... ne, war nicht wirklich lustig, die Straße war sauglatt! Und ich hätte ihm sofort eine Hand gegeben .... wie auch anderen Mitbewohnern.

Letzte Woche hörte ich im Kiosk, daß die Stadt Köln zwar keinen Strassendienst ans Laufen bringt - aber die Bürgersteige kontrolliert, ob sie von den Bewohnern geräumt wurden.
Derlei zweierlei Maß - läßt mir ja den Kamm anschwellen!

Also - wo ist das Salz, Leute? Letztes Jahr hat es doch nach ein paar wenigen müden Anfängen wirklich gut geklappt?!
Und wo ist das Salz - nach den Erfahrungen vom vergangenen Winter?
Welche Pappnase hat da Planungs-
und Bevorratungsverantwortung?
Gebt mir den Job - ich kann es nicht schlechter machen!

PS:  Eben heißt es im WDR, es gebe eine gute Nachricht für die Kölner Autofahrer - die Stadt habe nun 3.600 Tonnen Salz für die kommenden Wochen nachbestellt. Daraufhin werde ich einige Hallelujah´s und Hosianna´s ertönen lassen - sowie hoffen, daß die Bestellung auch zügig eintrifft und ebenso großzügig auf die Strassen geworfen wird, wie Kamelle zu Karneval.

Und nu freu ick mir uff ...

morjen: Zwillinge-Vollmond, Wintersonnenwende und Beginn der Rauhnächte, Perchtenflug ums Haus. Äußerst zauberhaft! Habe sogar die Fenster geputzt heute für die Rauhnächte - war mal was anderes mit dem Hocker draußen im tiefen Schnee .... und erstmals mit Abzieher, das ging ratzfatz.
Wenn ich nicht Limousine fahre, geniesse ich diese tiefe Winterzeit und die Ruhe, die um mich herum herrscht. Weihnachten selbst - ist mir wurscht und ich feiere es ja auch schon lange nicht mehr. Dennoch - wohnt dieser Zeit eine Feierlichkeit inne, eben diese Aufforderung zur Besinnlichkeit und Einkehr. Der Schnee ist für mich ein verstärkendes Symbol dafür.  Außerdem hat sich mein eigenes Konsumverhalten geändert, was für mehr Ruhe sorgt. Ich war nur ein einziges Mal für einen gezielten Zugriff auf einem der vielen Weihnachtsmärkte der Kolonie und auch sonst ist Einkaufen sehr zweckmäßig bei mir inzwischen. Am liebsten gehe  ich noch auf den Markt, wo es frisch und lebendig ist.
Ich Grunde habe ich alles, was ich brauche. So habe ich z.B. ein paar nagelneue Boots mit dicker Profilsohle eingelaufen, die angenehm rutschfest sind auf den vereisten Wegen. Die habe ich schon ein paar Jahr hier gehabt. Manchmal und am liebsten kaufe ich so etwas, wenn es mir gerade zufällig über den Weg läuft - weil ich einfach keine Lust habe, Dinge zu suchen, wenn es dringend ist. Nur Lebensmittel u.a. Verbrauchsgüter müssen halt immer wieder besorgt werden.
Heute habe ich in ca. 5 Minuten auf ein DIN-A4-Blatt geschrieben, was ich in 2011 gerne machen möchte, so als Rahmen quasi. Ging so schnell, weil es das Gleiche bleibt und nur intensiver werden soll/darf ... werde es den Perchten und den anderen Geistern flüstern morgen.
Diese noch ruhige Zeit bis Neujahr will ich nun weiterhin geniessen, so gut es geht. 
Und das - wünsche ich euch auch: Viel Genuss - in aller Ruhe.

Rutschpartien ...

... mit der Limousine sorgen für große Müdigkeit am Abend. Es ist anstrengend, den ganzen Tag so höllisch aufzupassen - und dennoch zu schlittern, da die Limousine mit Heckantrieb und Automatikgetriebe auch bei sehr vorsichtiger Fahrweise beim Bremsen gerne wegrutscht. Als es gestern nachmittag erst schneite und dann selbst die sechsspurigen Hauptverkehrsadern nur noch eine einzige Eisdecke boten - hatte ich genug. Für ein paar Euros hatte ich keine Lust mehr, mich und andere diesem Risiko auszusetzen - und habe zwei Stunden früher abgestellt  Bin dann selbst mit meinem eigenen Fahrzeug, welches über Frontantrieb verfügt, hier und da gerutscht. Den Göttern sei Dank kam ich heil hier an und fand sofort einen Parkplatz mit brauchbarer "Einfahrschneise" - kurz vorher war jemand herausgefahren aus den Schneehaufen. Eben hörte ich, daß zwei von drei Nachtfahrern diese Nacht nicht gefahren sind - nämlich die, die die Limousinen fahren. Das will was heißen. Der dritte Wagen, ein Touran, hat Frontantrieb, das geht wohl etwas besser. Dennoch alles gefährlichst gerade.
Besonders gefährlich, weil die Mitmenschen, die mit ihren Autos noch unterwegs sind in der Kolonie, einfach nicht wirklich mitdenken und weiterhin dreispurig nebeneinander fahren, statt z.B. zweispurig versetzt mit viel Abstand. Jedesmal, wenn ich viel Abstand halte, kommt irgendein Weltmeister (ein Arschloch also) und schneidet mich. Und jedesmal, wenn mir wieder einer bis auf einen halben Meter hintendrauf fährt und mich zum Schnellerfahren nötigen will, werde ich kurz zum wütenden Tier und rede mit den Händen ... Hoffentlich ist das bald vorbei.
Ein offenbar recht einfältiger männlicher Fahrgast fragte mich vormittags, warum ich denn so langsam fahren würde .... ich war erstaunlich ruhig und antwortete ihm sogar, daß ich Hinterradantrieb und Automatik fahre und schon seit Stunden rutsche mit der Kiste. Na und, er fahre auch Hinterradantrieb ... jaja, sicher ist er ein viel besserer Fahrer, haha. Ich erkläre ihm mit der nötigen Bestimmtheit, daß ich es bin, die 12 Stunden pro Schicht durch diese Stadt und ihre Umgebung fährt - und daher entscheide ich auch über den jeweiligen Fahrstil. Grummelndes Schweigen rechts neben mir ...
Auf dem Autobahnzubringer meint er, es sei doch gar nicht glatt. Tatsächlich - sind die Autobahnen erheblich freier, in Köln wird gar nichts getan und fast überall fährst du auf Eisplatten. Ich erwidere, weiterhin ruhig, daß ich bei diesem Wetter ausnahmsweise mal vorschriftsmäßig fahre. 80 km/h. Als das Schild mit 100 km/h kommt,  trompetet dieser Unsympath, ich könne jetzt 100 fahren. Jetzt - fahre ich erst mal 90 - aus Frack. Wir sind ohnehin in Windeseile am Flughafen. Und erwidere scharf, doch unberührt, wenn er privat mit seinem eigenen Wagen gerne schneller fahren würde bei diesem Wetter, so sei ihm das ja unbenommen. Danach lache ich vor mich hin über diesen Weltmeister für den Rest der Fahrt. Natürlich gibt es kein Trinkgeld von diesem Schnulli, "zur Strafe". Einer von der Sorte, die gerne den Ton angeben - würden. Jedesmal an diesem Tag, wenn´s mich wieder weghaut mit der Limousine, denke ich an diesen Vogel und lache wieder über "Es ist doch gar nicht glatt." Heute hörte ich dann eine weitere lustige Bemerkung - es sei sicher auch ein subjektives Empfinden. Hä? Wenn et rötsch, dann rötsch et ....
Alle anderen freuen sich, daß ich langsam und umsichtig fahre. Und ich weiß auch, daß meine wichtigste Übung bei Eis und Schnee ist, mich durch nichts und niemanden ernsthaft aus der Ruhe bringen zu lassen. Fluchen aber über zuviel Blödheit - erleichtert manchmal.

Freitag, 17. Dezember 2010

Tips für Prekäre ....

.... neue Postreihe seit eben hier bei mir - ich zähle monetär gesehen auch zu dieser "Kategorie". Heute: Gönnt Euch von allem nur das Allerbeste - weniger können wir uns nicht leisten.
Übrigens - Julian Assange gehört auch dazu. Der hat nichts an Dingen angesammelt - und macht dennoch hübsche Wellen.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die Welt heilen wollen ...

Ich zitiere mal etwas von Sylvie Winter aus einem ihrer Bücher namens "Meditation für starke Frauen", eines von solchen Büchern mit Anmerkungen/Anregungen für jeden Tag. Unter dem 17.12. steht dort (u.a.) etwas was sich kaum jemand so klar zu sagen traut:

"Ich halte es für maßlose Arroganz, zu glauben, daß gerade wir die Welt heilen sollen .... Sind wir es doch, die sie in den jetzigen Zustand versetzt haben. Es wäre besser, unsere Finger aus dem "Heilungsprozess" der Erde herauszuhalten und den Kräften der Natur zu vertrauen!" Da hat sie sicher nicht unrecht.

Heute war ich zu Fuß im Schnee und im Herzen der Kolonie unterwegs, bin endlich auf den Weihnachtsmarkt auf dem "Alter Markt" zugesteuert, um dort wieder erlesenes orientalisches Räucherwerk und pures Sandelöl zu erstehen. Anschließend rutschte ich an der Peripherie eines weiteren Weihnachtsmarktes über die Domplatte gen Bahnhof - und beobachtete auf meinem Weg durch die Stadt diverse Obdachlose, die mitten im Schnee und in der klirrenden Kälte auf dem Boden saßen, durchnäßt und steifgefroren, ohne Handschuhe den Pappbecher für ein paar hineingeworfene Münzen haltend. Wie so oft war ich geneigt, die alleinige Schuld dafür zu übernehmen, aufgrund meiner Trägheit und Bequemlichkeit, daß es immer noch und auch in diesem Jahr keine Wärmestube gibt für diese Leute - die immer mehr werden.
Gestern sah ich im Fernsehen eine Dokumentation über Menschen hier in der Kolonie, die sich von Weggeworfenem aus Mülleimern ernähren - wollte erst abschalten, dann schaute ich aber genauer hin. Sehen tue ich sie ja in der Limousine seit Jahren - aber da erzählten sie mal von sich. Andere Berichte handeln davon, daß kein Geld für Kindermahlzeiten da sein soll etc. pp.
Gier - erzeugt Mangel las ich dieser Tage bei der Frau Krattinger und dachte noch, genau so ist es. Wieso aber fällt es bloß und nur zu Weihnachten so vielen auf?
Allerdings stimmt es auch so herum: Mangeldenken - erzeugt Armut. Und in diesem Land seit Jahren eine Gier, noch weniger für alles bezahlen zu sollen und nichts mehr so recht wertzuschätzen. 
Auf meinem Weg heute war es mir ein Vergnügen, festzustellen, was ich alles doch nicht kaufen wollte, obwohl ich´s auf meinem Zettel hatte - weil ich es gar nicht wirklich brauchte. Wichtiger war mir, mit meiner Energie gut hauszuhalten, statt Dingen hinterherzujagen.
Und - heute besonders - heil wieder in der Basisstation anzukommen bei der Eispartie draußen. Ein junger Mann fiel mir fast vor die Füße und auf seinen Hintern. Wir stellten fest, daß Schuhe ohne Profilsohlen nicht viel taugen im Moment.

Hurra - Neues von Simon´s Cat zu Weihnachten

Simon´s Cat in "Santa Claws"
Hatte es mir heute gewünscht, auf eine neue Episode zu treffen - und solche Wünsche erfüllt mir das Leben oft und gerne sofort. Bei den großen Wünschen- scheitere ich meist selbst an meiner eigenen Wankelmütigkeit ...

Dienstag, 14. Dezember 2010

Wie wahr ....

Einst, als Rabbi Pinas das Studierhaus betrat, sah er, wie seine Schüler, die eifrig ins Gespräch vertieft waren, bei seinem Kommen erschrocken innehielten.
Er fragte sie "Worüber habt ihr gesprochen?"
"Rabbi", sagten sie, "wir sprachen gerade darüber, wie sehr wir davor Angst haben, daß der böse Trieb uns verfolgen wird."
"Macht euch keine Sorgen", entgegnete er, "Ihr seid noch nicht hoch genug entwickelt, daß er euch verfolgen würde.Derzeit seid ihr noch diejenigen, die ihn verfolgen."   (Chassidisch)

Montag, 13. Dezember 2010

Namen und Strassennamen

Namen konnte ich mir noch nie richtig gut merken.
Heute wieder ge-merkt nach einem wunderbaren Seminar mit weiteren Menschen, die ich bis heute morgen noch nie sah. In der Vorstellungsrunde nannte jede von uns Frauen - Männer waren nicht vertreten - ihren Namen. Danach erwähnte fast jede ihre Profession oder Broterwerb, etwas zu ihrem Interesse an diesem Seminar und zu möglichen Vorerfahrungen.
Die Namen - hatte ich in Windeseile vergessen, Anderes habe ich mir gemerkt, als "Anhaltspunkt".
Will sagen, ich bin so konditioniert, daß ich mir offenbar eher eine Profession oder aber auch gerne eine interessante An- oder Be-merkung merken kann (doppelt ge-merkt), als einen Namen.
Zum Mittagessen gingen wir alle zusammen in ein italienisches Restaurant - und da ich meist außen sitze, sagte ich dem Ober als er mit den Essen kam gerne, wer genau zuvor welches Gericht bestellt hatte. Auch die besprochenen bzw. demonstrierten Abfolgen des heutigen Massage-Seminars konnte ich mir recht gut merken und sie so ex memo in die Praxis bringen. Nur mit den Namen ... das klappt nicht auf Anhieb. Aber heute habe ich auch dies geübt - und dann ging es plötzlich besser. Es ist auch eine Frage des Interesses. Wie eigentlich alles in diesem Leben.
Ach ja - Strassennamen sind ganz andere Namen - das sind für mich, seit ich elfenbeinfarbene Karrossen kutschiere, mehr "Werkzeuge" als Namen  .... und mein Werkzeug - kann ich mir gut merken.

Seltsame Reliquien

Seit jetzt 32 Jahren ist mein leiblicher Vater tot - und immer noch gibt es eine Mappe mit Papieren und wenigen Aufzeichungen von ihm, die u.a. noch aus seiner Zeit als Soldat bei den Nazis stammt. Mit 18 Jahren hat er sich damals pünktlich 1939 in einem irrsinnigem Krieg wiedergefunden, von dem er sich seelisch nie wieder erholt hat. Seit seine Frau, meine leibliche Mutter, tot ist, befindet sich diese Mappe bei mir und erweist sich immer mehr als Ballast. Vorgestern nacht im Bett dachte ich, ich werde sie meiner leiblichen Schwester zukommen lassen ... und dann fiel mir ein: Ich werde das ganze Zeugs einfach entsorgen. Dem Universum zurückgeben. Verbrennen - am Rhein (den mein Vater auch liebte) - oder zerreissen und als Schnipsel in den Fluß geben. Warum soll Mensch das alte Zeug ernstlich aufheben? Zumal ich extra keine Kinder gemacht habe, die die vielen tragischen Familienschicksale weitertragen müßten - dieser DNS-Strang ist an seinem Ende angelangt. Schon - stellte sich Erleichterung ein.
Ob ich den Ahnenpass der Mischpoke mütterlicherseits behalte - muß ich noch entscheiden. Der geht zurück bis etwa 1750, ist kleinformatig und leicht .... aber was tue ich eigentlich mit all diesen Dingen - außer Traditionen bewahren, die nicht (mehr) meine sind?

Sonntag, 12. Dezember 2010

Einverstanden mit Visionslosigkeit

Mein Interesse, mich weiterhin mit den großen "gesellschaftspolitischen" Themen zu befassen und mich über diese im Netz und in den ÖR-Pinocchio-Medien zu informieren - beschränkt sich bereits wieder, geht deutlich bemerkbar zurück nach der Welle mit Wikileaks. Diese allseits hysterischen Nachrichten stressen einfach nur. Bis auf ein Radio-Highlight gestern - dort hieß es endlich ganz offiziell, daß der Herr Assange wegen einem geplatzten Kondom in Schweden angeklagt ist. Ansonsten - freue ich mich über "das große Erwachen" und - wundere ich mich nicht die Bohne über die endlich verlautbarten Internas der vielen etablierten MaskenträgerInnen, die für Geld mit den Leben ihrer Artgenossen jonglieren. Ich sage aber auch nicht (mehr?), das ich ein besserer Mensch sei und mich anständiger verhalten würde in entsprechender Position. In die ich wiederum gar nicht kommen konnte - weil ich bisher zu anständig war (logisches Paradoxon).
Für einige Tage war es sogar in der Limousine ganz spannend, zu hören, wie die Leute so über die aktuellen Geschehnisse denken und inwieweit sie heute besser informiert sind als noch vor ein, zwei Jahren .... allerdings ist auch hörbar, daß viele jetzt einfach Sorge haben um die eigenen Felle, die wegschwimmen.
Da ich keine Visionärin bin, habe ich keine Vorstellung, wie eine "bessere Welt " rein praktisch, pragmatisch, tatsächlich aussehen soll. Es gibt da soviele An- und Aussichten - mit denen ich mich keineswegs identifiziere. Und soviel öffentlich verlautbarten Schwachsinn - wie zum Beispiel eine "anvisierte Erdklimaerwärmungsbegrenzung auf höchstens zwei Grad" ..... die ticken doch alle nicht sauber, wollen sie Gott spielen? Als wenn ein Mensch eine klimatische Änderung auf/unter/über der Erde im Zusammenspiel mit unendlichen Faktoren in unserem Sonnensystem und in den vielen Universen beeinflussen könnte ... Schade, daß auch viele sonst ganz gewitzte Menschen auf diese monetär-fixierte Klimamär hereinfallen und sie bereitwillig nähren mit reichlich Sorge - und Geld.
Ahja - monetär: Ob der Euro früher oder später kracht oder gar nicht - ist mir persönlich auch ziemlich egal, da ich über keine gehorteten Besitztümer verfüge, um die ich mich sorgen müßte - außer über zuviele Instrumente und, immer noch, Bücher - um die ich mich nicht mehr wirklich sorge.
Ja - so isses -  ich bin viel zu ungeduldig für "große (Welt- und andere-Menschen-Verbesserungs-) Visionen". Bis heute habe ich nicht einmal mich selbst ver-bessern können. Was ich in einem Moment erlebe, ist mir mehr wert, als jede "große Vision", die sowieso ganz anders eintrifft, als ich sie mir vorab in meiner Beschränktheit erdenke.
Gerade dieser Tage las ich erstmals etwas Erfreuliches zum Thema Visionslosigkeit in einem der Bücher von Franziska Krattinger (in denen es um die Macht von Worten geht) : "Wer seine Zukunft nicht mehr beschreiben kann, hat seine Vergangenheit besiegt."

Dienstag, 7. Dezember 2010

"Wikileaks" ist doch nicht Assange allein - es sind soviele Menschen ...

... mutige Menschen. Punkt. Nein - wir brauchen keinen FÜHRER mehr. Schon lange nicht mehr - haben die das nicht begriffen?
Assange ist ein Repräsentant - ein sehr mutiger. Nicht umsonst hat der Mann in jungen Jahren sehr graue Haare - er hat viele Bürden auf sich genommen. Danke, Herr Assange !!! Und danke an alle, die Wikileaks machen.

Nur mal so zur schnellen Erhellung ...

... eben lese ich, daß Julian Assange festgenommen ist. Dazu werden wir noch mehr hören. Vielleicht ist der Zeitpunkt sogar klug von ihm gewählt - denn jetzt sind die Augen der Welt auf ihn gerichtet und das - möge ihn schützen - mehr am Rande auch gegen Vergewaltigungsvorwürfe aus Schweden. Laut ASR gilt in Schweden Verkehr ohne Kondom als Vergewaltigung (wobei ich hier explizit nicht den kompletten Artikel und die Kommentare gutheiße, lediglich die Information über die schwedische Definiton von "Vergewaltigung") .... will sagen - der Vorwurf der Vergewaltigung wird nicht zum ersten Mal erhoben, um (nicht nur) politisch unbequeme Männer fertigzumachen.  Ich glaube davon jedenfalls kein Wort

Was ich aber hier posten möchte ist ein schönes Bild, wie die etablierten Medien voneinander abschreiben.
Der gleiche Tippfehler enthüllte den gleichen Wortlaut - sowohl bei Stern-online als auch bei Welt-online ....

Wortlaut Stern online:
Auf der Plattform Wikileaks sind tahlreiche geheime oder vertrauliche US-Dokumente veröffentlicht worden - in den vergangenen Tagen waren es Schriftstücke von US-Diplomaten aus aller Welt.
Wortlaut Welt online:
Auf der Plattform WikiLeaks sind tahlreiche geheime oder vertrauliche US-Dokumente veröffentlicht worden - in den vergangenen Tagen waren es Schriftstücke von US-Diplomaten aus aller Welt.

Qualitäts-Journalismus? Oder Kopierfunktion?

Trägheit in Bewegung ....

In jüngster Zeit bin ich wieder mehr der Versuchung erlegen, mich mit den offiziellen Aktualitäten der Welt zu befassen, natürlich auch bzw. vor allem durch die erstaunlich-explodierte Popularität von Wikileaks. Die gibt es ja nicht erst seit gestern - aber jetzt kennt sie jeder. Wunderbar - dieser Medienhype bei den Offiziellen! Sie kommen nicht mehr dran vorbei, wenn sie ihre Pfründe irgendwie sichern wollen. Habe in der Limousine ein wenig Radio gehört und stelle schon seit vielen Monden fest, daß der Großteil der Hörer, die in diversen Sendungen zu diversen poltischen Themen anrufen, sehr gut informiert ist - oft via Internet, sich also selbst-und-ständig eigene Informationen einholen- und dazu kritisch-analytischen und gesunden Menschenverstand besitzt. Von wegen nur "Doofe" ....
Interessant finde ich, daß die Damen und Herren Journalisten nun wieder händeringend darauf hinweisen, daß nur ihre Informationen wichtig, richtig, sinnvoll selektiert, gut recherchiert und glaubhaft seien - und keine Sau glaubt es ihnen mehr, da die Foren, also die Menschen im Netz viel schneller recherchieren und sich Meinungen bilden.
Noch interessanter die offensichtliche Zensur-Attacke auf´s Netz, die nun in verschiedenen Ansätzen daherkommt: Voran für 2011 "Jugendschutz" (sehr witzig, nachdem es nun seit vielen Jahren schon freie Hardcore-Porno-Seiten gibt - hat es nun etwa jemand gemerkt?).
Außerdem sollen die Nutzer je nach Geschwindigkeitshierarchie zahlen, wer schnellere Übertragung wünscht, soll mehr löhnen. Entsprechende Akquise finde ich täglich im Briefkasten.
Die Seiten der gutzahlenden Giganten sollen vorrangig erscheinen etc. pp. ... Es sollen also Netzhierarchien aufgebaut werden - nix mehr mit gleichem Recht für alle im Netz. 
Als ich vor zwei Tagen auf der Spiegel-online Seite etwas zu Wikileaks lesen wollte - wurde ich überraschend schnell attackiert, mein Virenprogramm meldete mir einen schweren Angriff. So ein Zufall? Es gibt tatsächlich einen Cyber-War - wenn er auch schwer zu fassen ist.
Dazu viele Bürgerbewegungen in Europa. Ja, es bewegt sich einiges - und das ist wohl gut so. Wie sonst sollten die knorrigen Hierarchien aufgebrochen werden? Also Politik und Kirche - und allen voran die gierige "Privatwirtschaft", für die die beiden Vorgenannten arbeiten. Der Euro kracht zusammen. Virtuelle Geldblasen - müssen platzen, ist doch nur eine Frage der Zeit. Was dann kommt? Weiß ich doch nicht ... und auch sonst niemand jetzt, obwohl viele anderes behaupten! Übrigens oft gegen gutes Geld - Hiier sind nicht nur HellseherInnen gemeint, sondern besonders auch anerkannte, studierte "Prognostiker", die sich nicht hellseherischen sondern wissenschaftlichen Nimbus geben und sogenannte "Wirtschaftsweise", die auch nichts wissen und sehr oft gegen sehr ansehnliches Salär voll danebenliegen mit ihren Voraussagen.
Den Griechen und den Iren wird ein totalitäres System seitens einer nicht von Bürgern gewählten "EU-Regierung" aufoktruiert, Bargeld wird abgeschafft, um Menschen noch gläserner zu machen. Schulden werden von denen bezahlt, die nie welche gemacht haben in ihrem Leben - während diverse PolitikerInnen über (mehrstellige) Millionenbeträge verfügen. Wo haben sie die wohl her?
Wer das Wort "Umverteilung"  benutzt - wird als Kommunist verlacht. Dabei ist das - nach wie vor- das dringlichste Projekt auf dem Planeten: Eine menschenfreundlichere Verteilung von Lebens-Mitteln (Nahrung, Kleidung, Obdach, Wärme - hier: thermisch und menschlich  ...).
Der Hype um 2012 scheint mir leiser geworden zu sein - doch Bewegungen in der Wahrnehmung der Menschen dafür größer.Ich selbst - beobachte das alles nur noch von der Peripherie aus, denn allzuviel mag ich nicht mehr lesen - im Netz und auch sonst. Auch auf den Seiten der Wahrheitssucher bzw. in den dortigen Kommentaren wird viel Panik und Krieg geschürt, gespalten, statt erst einmal aufrichtig bei sich selbst zu schauen. Auch Zensur herrscht dort, seit ich zensiert wurde, bin ich beleidigt und habe nur noch wenig dort gelesen. Lieber freue ich mich über die vielen Menschen, die jetzt dafür sorgen, daß Wikileaks nicht einfach abgeschaltet werden kann. Das Amazon, PayPal und diverse Geldinstitute Wikileaks ihren Service entziehen, mag schäbig anmuten - doch mal ehrlich, wem gehören diese Firmen wohl? Liegt also nah. Ich bin zuversichtlich, daß sich genug Geldgeber finden werden - vielleicht sogar noch viel mehr als vorher. Viele Menschen wollen nicht mehr länger verarscht werden und möchten eine freundlichere und etwas gerechtere Welt. Eine, die nicht mehr nur ausgeschlachtet wird von wenigen. Nein, die Menschen sind nicht alle von Haus aus dumm. Nur träge.
Und das kenne ich sehr gut von mir selbst.

Montag, 6. Dezember 2010

Nikolaus und Personenbeförderungsschein

Eine junge Mutter erzählt in der Limousine ihrem bezaubernden etwa zweieinhalbjährigem und sehr aufgewecktem Sohn eine hahnebüchene Geschichte vom Nikolaus. Das sei ein gaaaaanz toller Mann gewesen, der beste Mann auf der ganzen Welt ... dem Kleinen wird unbehaglich bei der Geschichte und sie wiederholt "Du brauchst gaaaaaaar keine Angst haben vor dem Mann". Er "Doch." Sie gehen in die Kirche - zu einer Nikolausfeier. Ich erinnere mich, daß ich als Kind auch ein bischen Angst hatte vor dem, man verkaufte ihn mir schließlich als richtende und strafende Instanz. Kinder - müssen sich ziemlich viel Mist und viele Lügengeschichten anhören, finde ich. Dennoch -einen schönen Nikolaustag wünsche ich heute allen.

Bei mir kam der Nikolaus schon heute morgen: Ich erwachte mit einem Albtraum, der mich aus dem Bett springen ließ. Ich hatte plötzlich die fatale Befürchtung, ich hätte im vergangenen Frühjahr lediglich meinen Taxischein beim Taxiruf verlängern lassen, nicht aber den Personenbeförderungsschein bei der Stadt Köln. Somit würde ich seit einem dreiviertel Jahr ohne gültige Erlaubnis fahren und nun auch noch auf Schnee und Eis. Denke noch "Scheiße - sowas ist mir früher nie passiert!"  Gucke sofort nach - und tatsächlich steht dort als Datum April 2010. Autsch! Ich kann´s kaum fassen, daß ich das vergessen haben soll. Fahre den Rechner hoch, um nach den Öffnungszeiten des Amtes zu schauen. Gucke nochmal in die Papiere ...... und siehe da - große große Erleichterung: Gültig bis 2015. Was für ein schönes Nikolausgeschenk. Anschließend fällt mir ein, daß ich ja zuallererst beim Amt war und daß man ohne den verlängerten PBefSchein auch keine andere Verlängerung bekommt. Alles ist gut .... So erstaunlich können sich Traum und Realität vermischen .... Aktuelle "Existenzsicherungsprojekte" lassen via Albtraum grüßen und erinnern mich freundlicherweise daran, mich zu entspannen.

Wiederholter Ekel ....

Heute morgen - fuhr ich zum zweiten Mal diesen Mann, der nach purer Pisse stinkt und bei dem ich neulich schon gut aufpassen mußte, daß ich nicht kotze vor Ekel, nachdem er ausgestiegen war.
Da - hatte er noch nicht diesen rostigen, schmuddeligen Gehwagen dabei. Dafür hat er den Beifahrersitz verlassen und eine Lache des Ekels hinter sich gezogen. Ich vermag nicht zu sagen, ob es pure Pisse war oder "nur" sein Schweiß. Jedenfalls habe ich sehr schnell saubergemacht - um nicht kotzen zu müssen.
Heute morgen  - kriege ich den verpissten Typen wieder - hoffe noch, ich könne mich irren - leider nein. Eigentlich habe ich auch eher dieses sprichwörtliche "Elefantengedächtnis" - und hätte es direkt wissen können.
Heute - bekomme ich also zu dem scharfen Pissegeruch noch einen Gehwagen mit jeder Menge Rost und Dreck dazu. Er versucht noch, mir zu erklären, wie herum ich dieses dreckige Teil laden soll - ich aber bin bereits sehr ungehalten ob der Geruchsfolter, die da auf mich zukommt. Ich denke also "Ach du Scheiße, diese Pisse wieder auf dem Sitz!" und habe das Fenster sehr weit auf bei knapp unter Null.
Dennoch ist es beissend und widerlich - und es macht mich aggressiv, diese Pisse aushalten zu sollen aufgrund von "Beförderungspflicht". Ich denke mir- wer saufen fahren kann in seine Stammkneipe - der kann sich auch waschen. Jetzt wird der Typ auch noch nervig. Er will  mir erzählen, wie ich seinen verdreckten und rostigen Rollwagen am besten einlade in meinen Kofferraum - während ich schon davon träume, ihn wieder los zu sein und den bepissten Sitz geputzt zu haben. Ja - ich bin sehr ungehalten.

Der merkt das -durchaus. Aber hat keine Idee, daß es seine Ausdünstung ist. Ich habe keine Lust, ihm zu erklären, daß er abartig ab stinkt und antworte auf sein Generve ("Ich wollte ja nur behilflich sein. Das kann man ja auch anders sagen. Haben Sie nicht gut geschlafen heute nacht?!") - er soll mich einfach an einem friedlichen Sonntag morgen meine Arbeit tun lassen - nämlich ihn ans Ziel zu fahren. Punktum. Er versucht danach nochmal, zu nerven, erzählt von den Kollegen und was die gesagt haben letzte Woche - gähn gähn gähn - das höre ich 1002 Male ... in jeder Schicht. Und sage  maximal noch - was die andern tun - interessiert mich nicht. Standardspruch - wiederholt sich am Nachmittag wieder, mit alter Dame.Der Kofferraum ist anschließend voller Rostflecke von der nassen, dreckigen Gehhilfe und er tönt wissend "Sehen sie, daß wollte ich vermeiden."

Liebe Romas ....

Neulich stand ich auf Platz 2 in der Reihe und die türkische Kollegin an der Spitze bekam einen Auftrag für eine Asylanten-Wohneinrichtung in der Nähe. Sie kam daraufhin zu mir und fragte mich, ob ich "Zigeuner" fahre. Ich gucke sie an - fragend - und frage sie auch, wieso sie es nicht tun will. Könnte ja sein, daß sie rassistisch ist? Ich bin jedenfalls neugierig .... Sie habe vor zwei Jahren Ärger mit denen gehabt. Ich sage "Ok, dann fahre ich jetzt mal dahin." Es ist schon fast Rush-Hour - und als ich etwa noch 30 Meter von den bereits sichtbaren Kunden entfernt bin - haben die sich ein anderes Taxi herangewunken und steigen dort ein. Ich darf zusehen ... hupe sogar noch ... und Ärger steigt bei mir hoch! Diese Romani - sind noch ungeduldiger als ich - und noch hektischer. Während ich für manche schon sehr hektisch wirke, einfach, weil ich in gewissen Dingen sehr schnell bin - sind die noch viel hektischer und ungeduldiger. Das war nicht das erste Mal, das mir das mit dieser Adresse passierte. Die warten am Strassenrand - und hauen aber dennoch jedes vorbeifahrende Taxi an - obwohl sie eines bestellt hatten. Ich rufe in diesem Fall die Schichtleitung an, erkläre die Situation - und der sehr freundliche und erfahrene Kollege setzt mich wenigstens auf die Spitze, very nice - hätte er nicht tun müssen. Beim nächsten Mal - fahre ich wahrscheinlich auch nicht mehr dort hin. Und das hat nicht die Bohne mit Rassismus zu tun. Aber viel mit berechtigtem Ärger.

PS: Eine Wiederholung - und eine gute Heizung bei diesen Temperaturen ... dafür danke.

Reines Nerventraining

Heute fuhr ich eine Dame im sich verdichtenden Schneeregen und bereits bei Dunkelheit zu einer Feier. Sie sprach mich auf meinen Job an und insbesondere darauf, daß Taxifahren im Winter wohl ein rechter Horror sei. Ein Bekannter von ihr fährt auch - und erzählt ihr so einiges aus seiner Sicht. Ich erwidere etwas wie "Das kommt immer darauf an, wie man es betrachtet. Es ist ein sehr gutes Nerventraining ..." und meine das in gewisser Weise sogar so. Schneematsch, Glatt- und Blitzeis ist nochmal eine Art Spezial-Nerven-Training. Und besonders natürlich, wenn andere Menschen mit in der Limousine sitzen. Beispielsweise auch, wenn Mütter einsteigen mit ihren Babies, die sie im Arm halten, beim Kinderkrankenhaus .. und ich darf die gar nicht so mitnehmen, weil in diesem Land ein "Maxi-Cosi" vorgeschrieben ist, eine Hartschale, die angeschnallt werden muß. Darüber darf Mensch erst gar nicht nachdenken ....

Dieses Jahr zeigt sich das Leben bezüglich des Spezial-Nerventrainings schon früh von seiner großzügigen Seite.  Dazu noch ein paar nervenstählende Kotzbrocken und diverse Existenzsicherungsprojekte - ein reichhaltiges Training. Allerdings - gilt mein Mitgefühl nun wieder besonders den Menschen, die die Nachtschichten fahren. Und auch den vielen Rettungsdienstleistenden, Versorgenden, Ärzten. Etc. pp. .... Dagegen habe ich quasi entspannte Bedingungen.
Richtig herzerwärmend heute: Mein Geschäftspartner, der Limousineninhaber und -betreiber (einen Chef habe ich ja nicht), ruft an und erkundigt sich, rein menschlich interessiert, wie es denn so aussah gestern und in der Nacht - wegen den angekündigten Katastrophen.
Und auch sonst gab´s wirklich nette Begegnungen- neben den ohnehin chronisch-notorischen Kotzbrocken.
Ich erinnere mich noch gut an einen Sonntag-Nachmittag - oder war es einer der Weihnachtsfeiertage? - im letzten Winter, an dem ich in der City quasi alleine unterwegs war, mit "Monopolstellung" ... kein anderes Taxi irgendwo eingeloggt an irgendeinem Halteplatz und weit und breit auch keines mehr zu sehen. Frischer Schnee auf allen Strassen der Kolonie. Kein Mensch draußen, der nicht mußte - nur weißes Pulver überall.  
Auch heute dachte ich mir - eh alles Kismet in diesem Leben. Wenn nicht heute, dann vielleicht morgen - oder erst in vielen Jahrzehnten. Obwohl es schon feststeht - bleibt es doch spannend.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Da warte ich schon ewig drauf ...

Gestern nachmittag um 5 ist es dann soweit: Hole zwei Iraner an einem Hotel ab und sie wollen - nach Holland. "Holland Casino !!!" Ne, kenne ich nicht, weiß nicht, wo das ist. "20 Kilometers behind Aachen!!!" Ok ... dann fahren wir jetzt mal Richtung Aachen - Adresse haben die keine für mich - und da sehe ich dann mal weiter. Navi geht eh nicht - bräuchte eine andere CD für diesen. Manchmal erinnere ich mich daran, daß ich einige Jahrzehnte auch ohne Navi immer gut mein Ziel gefunden habe - werde einfach in Aachen einen Kollegen fragen. Schlimmstenfalls- können die ja dort das Taxi wechseln. Aber die Fahrt - mache ich. Kurz vor Aachen frage ich an einer Tankstelle nach - keiner weiß was. Die Iraner - wissen auch nichts, sagen mir aber, wo es langgeht. Erinnern sich sehr dunkel im Dunklen an die Richtung. Ich bin schon froh, daß die Autobahn frei und trocken ist, kein Schneesturm weit und breit - Hallelujah. Meinen Kollegen von der Nachtschicht habe ich informiert, daß ich etwas später abstelle, der ist sehr nett.
Ich frage meine Fahrgäste wiederholt "Are you sure?" - und bekomme keine klare Ansagen. Werde also nochmal an der nächsten Tankstelle fragen. Die Karte, die mir einer der beiden Iraner reicht, zeigt einen Ort namens "Geldig" - den der Navi gar nicht findet.
Übrigens - sind die beiden Iraner  eigentlich Perser. Und sie sagen daher "Du hast viele persische Kollegen?!" Ich antworte "Oh ja - viele Iraker" ... und lande voll im Fettnapf, weil ich den Irak mal wieder kurzerhand  mit  dem Iran verwechselt habe. Sie klären mich auf - ohne beleidigt zu sein - und machen noch ein paar politische Scherze. So do I. 
An der zweiten Tankstelle an der ehemaligen Grenze zu den Niederlanden brennt zwar Licht, doch die Tür öffnet sich nicht und niemand ist da. Ich klopfe. Denke "Auha - wen frag ich jetzt wohl?" und gehe gerade wieder weg, als eine Frau drinnen erscheint. Sie ist Holländerin - und sie weiß Bescheid. Uff! Sie kennt sogar zwei verschiedene Casinos in der Umgebung und beschreibt mir die Wege .... Als ich ihr die Karte zeige und nach "Geldig" frage, lacht sie. Und ich auch - weil ich gerade kapiere, daß das "gültig" bedeutet.
Mit den Iranern einige ich mich anschließend vage auf eine von zwei Möglichkeiten.  Ab jetzt wird die Limousine quasi magnetisch vom Ziel angesogen - ein modernes, schick ausgeleuchtetes Gebäude auf großem Gelände - die beiden Herren, die bis kurz vor Aachen zuvor recht entspannt geschlafen hatten, werden auch lebhafter und gesprächiger, in very broken English - aber allein die Jubelgeräusche von uns dreien und der von einem angestimmte orientalische Gesang verkünden, daß alle zufrieden sind mit dem Ergebnis. Ob ich sie nachher wieder abholen will? Ne - danke für´s Angebot, aber ich muß jetzt zurückfliegen und die Limousine abstellen. Ob ich meinen Freund schicken will? Ne, auch nicht, danke. Es ist ein schwerer Schneesturm angekündigt (der zum Glück nicht kommt in der Kolonie), da will der Kollege sicher nicht nach Holland fahren in der Nacht. Aber very nice. Ne, mit reingehen und Kaffee trinken geht auch nicht mehr, danke für die Einladung. Ja, wir sehen uns.
Mit 150 kann ich zurückfliegen, alles frei und trocken. Gerade mal eine halbe Stunde zu spät - geht doch noch. Und endlich mal eine wirklich gute Fahrt! Fast wie Urlaub - in der hübschen holländischen Stadt sah alles komplett anders aus als bei uns in Deutschland. Und der Limousine tut es auch gut - mal wieder freigefahren zu werden auf dieser Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Neulich war ich das erste Mal zu spät dran mit dem Abstellen - da stand ich allerdings zwei Stunden im Stau auf einer vierspurigen Autobahn auf dem Ring der Kolonie - für zwei Kilometer ...

Nette Botenfahrten ...

Gestern vormittag habe ich mal wieder auf mein Glück vertraut und mich entschieden, einfach an der äußeren nordöstlichen Peripherie der Kolonie zu verbleiben, nachdem ich eine Kundin ein wenig außerhalb abgesetzt hatte. Hatte keine Lust, den weiten Weg Richtung Herz leer zurückzufahren. Außerdem erfahre ich mir so immer mal wieder ein paar noch unbekannte Wege und Strassen. Recht schnell bekam ich Arbeit - ein alter Mann stand bei der Zieladresse oben im Fenster und wollte, daß ich raufkomme - er könne nicht runterkommen. Oben gab er mir einen Zettel in die Hand, ich sollte in einer Bäckerei 6 Croissants für ihn abholen und eine recht anspruchsvolle Zeitung in einem anderen Laden. Die Bäckereiadresse lesend, frage ich ihn kurz zweifelnd, wieso er bitte die Croissants aus Bergisch-Gladbach geholt haben möchte - und nicht etwa aus seinem Viertel? Er behauptet, die wüßten dort Bescheid, hat extra einen Namen für mich notiert von einer Dame dort im Geschäft. Ich denke mir "Gut." Habe mir im Laufe der Jahre abgewöhnt, für Andere denken zu wollen. Er ist zwar alt, unbeweglich und sieht nicht mehr gut - aber er läßt sich eine FAZ von mir bringen - blöd wird er also nicht sein. Ich mache mich auf den Weg ....
Die Bäckerei liegt mitten in der Fußgängerzone, der Navi meldet "Sie haben ihr Zielgebiet erreicht" - sehr witzig - ich finde sie recht zügig per pedes, nach zwei Drehungen ums Zentrum mit der Limousine, die ich nun am Ende eines Halteplatzes für einheimische Kollegen abstelle. Die Frau in der Bäckerei - ist ebenso verwundert über die Bestellung wie ich. Nein, sie kennt ihn nicht, den alten Mann. Und ich dachte - er ist vielleicht ein ehemaliger Stammkunde. Seltsam. Und doch nicht meine Angelegenheit. Die mit der Zeitung - kennen ihn. Ich fahre zurück - mit 6 Croissants aus der nächsten kleineren Stadt- und einer Zeitung aus dem "Veedel", in dem es den gleichen Bäcker auf der Ecke auch gab. Macht 24,50 Euro - Fahrtkosten. Der alte Mann erwartet mich bereits hinter seinem Fenster im 2. Stock und freut sich über die Lieferung. Er gibt mir 30 Euro. Hatte mir ein schönes Trinkgeld versprochen zuvor. Bis zum nächsten Mal dann, sagt er.
So - lasse ich mir den Job gefallen. Früher hätte ich versucht, ihm zu erklären, daß er das doch alles viel günstiger haben kann - heute weiß ich, daß das Leben einfach nicht logisch ist - und gar nicht sein will. Ich lasse mich also gerne auf diese Weise "sponsern". Unten denke ich - er steht sicher am Fenster und winkt zum Abschied. Als ich hochschaue - steht er am Fenster und winkt zum Abschied. Ich winke zurück.

Heute morgen - erklärt mir eine junge Frau an der Taxirufsäule über´s Telefon, daß sie auf dem Weg in eine andere Stadt die Tasche mit den Trikots für ein Auswärtsspiel ihres Sohnes und seiner kompletten Mannschaft zuhause vergessen hat - ihre Mutter würde gleich zur genannten Adresse kommen und mir die Tasche geben - die ich dann ans andere Ende der Stadt zur Autobahnauffahrt bringen soll. Ich stehe im Regen - und sie erklärt alles sehr genau und ausführlich, damit es auch wirklich klappt - während ich nasser werde. Aber wieder eine nette Fahrt am Morgen, danke.

Freitag, 3. Dezember 2010

Seit gestern bete ich wieder ....

... nach langer langer Zeit. Für den Herrn Assange, der weltweit gejagt wird, weil er viel Wahrheit offenbart. Uns allen, die wir viel lernen könnten davon. Die wir aber in der Mehrheit immer noch geneigt sind, zu glauben, was uns von den wahren Kassierenden aufoktruiert wird. Früher via Adel - heute via Medienadel .. gähn. Habe mich ja einige Jahre über das ausgelassen. 
Er ist nicht der erste Mensch auf diesem Planeten, der für diverse "Offen-Bar-ungen" gejagt wird. Ich bete für sein Wohlergehen. Ehrlich. So richtig ernsthaft. Und das - ist eher selten bei mir.

Dümmste Werbung: "Mehr von Allem!"

Dieser selten doofe Slogan "Mehr von Allem" schlug mir neulich in irgendeinem Reklame-Blättchen im Hausflur entgegen. Blitzschnell listete mein Hirn visuell auf, was wir dann - auch - alles bekommen: Mehr Armut, mehr Katastrophen, noch mehr Gier, mehr Blödheit, nochmehr Arbeit für noch mehr Sklavenlohn, noch mehr Lügen über die Finanzlage im Lande und in der EU-Zone und über "bevorstehende Vollbeschäftigung", noch mehr dummen kulturübergreifenden Argwohn gegen die eigenen Brüder und Schwestern, nochmehr geheimdienst-inszenierten "Internationalen Terrorismus", nochmehr Überwachung  etc. pp. ....
Da geht doch diese alte Regel: Plus und Plus - stößt sich auch ab. 
"Weniger ist mehr" - klingt mir oft plausibler.