Dienstag, 28. September 2010

Beim siebten Training in der Muckibude ....

... habe ich mal wieder gestaunt, wie schnell sich die Körperin stärkt und welchen Biss sie manchmal hat - wenn es denn um die Ausschüttung von Serotonin geht. Während ich beim allerersten Mal, also beim Training unter Anleitung, noch echt Schwierigkeiten hatte, überhaupt 5 Minuten auf diesem Crosstrainer durchzuhalten, habe ich gestern bereits mit anschaulichen 27 Minuten Warmmachen (statt der empfohlenen 10 Minuten) begonnen ...
Insgesamt war ich bereits 47 Minuten auf dem Ding und bei den Gewichten habe ich ebenfalls schon draufgelegt.
Die Grundsubstanz ist wirklich gut!
Und das Lotterleben bzw. die Trägheit vom ewigen Sitzen in der Limousine lassen sich zügig wegtrainieren - mit viel Lust. Es ist fast so schön wie Sex - und die interessanten Geräusche der Herren beim Stemmen der richtig schweren Gewichte im Keller erinnern auch daran ....
Diese Woche will ich mal sehen, daß ich endlich 3 Trainings schaffe.
Statt der empfohlenen 70 Minuten war ich gestern bei schon 110 angelangt. Ein 20-jähriger hat mich neulich angefixt - er meinte, 70 Minuten wär doch gar nichts, er trainiert immer locker 3 Stunden ....
Ich bin jedenfalls heil-froh (literal), mich dort richtig auspowern zu können und so den Energiestau zu lösen. Kann das gut im Körper fühlen. Und ich habe nach ewigen Zeiten mal wieder ein paar Gramm verloren, statt weiter zuzunehmen.
Habe (immer noch) einen erstaunlich starken Rücken nach der jahrelangen Rumsitzerei in ausgelutschten Autositzen und vorm PC  ....

Samstag, 25. September 2010

Timeless Blues

Sagt doch heute einer glatt - er steigt eh nicht aus, bevor das Lied zuende ist .... habe ihm dann gleich die CD empfohlen, kostet eh kaum was. Freue mich immer mit, wenn die Leute sich über die Musik freuen. Heute war´s John  Mayer - Live in L.A.
Eine geniale Textzeile auf der CD:
I wanna check out LOVE
before I check out .......
und jetzt ist es dieses satte Vergnügen hier  
BB. King und "Rock me baby - like my back ain´t got no bones"

Mittwoch, 22. September 2010

Nachtrag zu Keilabsätzen ...

... und Sondermüllassoziationen: War gestern in einem schönen Schuhladen und habe mir ein paar klassische Biker-Stiefel geschenkt - zeitlos, robust und edel. Interessanterweise führen die dort neben solchen bequemen Modellen auch krasse Modelle für die Damenwelt,
auf denen ein Mensch unmöglich laufen kann - vermutlich "Sitzschuhe".
Die supernette junge Verkäuferin erzählte mir von einem Typen, der neulich auch ein paar dieser unverwüstlichen Biker-Stiefel kaufte - nachdem er das gleiche Modell nun bereits 27 Jahre getragen hatte. Schuhe für den Rest meiner Tage also ....
Wir unterhielten uns so über verschiedene Moden, die immer wieder kommen - z.B. gerade diese seltsamen Keilabsätze - und sie erwähnte die Plateausohlen, die es ja auch mal gab. Ja, darauf freue ich mich schon aufrichtig, daß die wiederkommen. Da hab´ich dann eine Menge zu lachen, wenn alle darauf rumeiern. Und wieviel Sondermüll sich erst zu Plateausohlen verarbeiten läßt ....

Nur mal für mich - zur Erinnerung

"Seid nicht zu begierig darin, die Versprechen zu erfüllen; fürchtet nicht, Flüche zu ertragen. Ihr, sogar ihr kennt nicht die ganze Bedeutung." (Liber al vel legis)

Dienstag, 21. September 2010

Taxi xy - Reklamation - bitte bei Zentrale melden

Heute hatte ich zwei Reklamationen ... war echt spät beim Kunden, unangenehm spät. Und das, wo ich eher zu hören bekomme, daß es so schnell ging. Dumm gelaufen eben.
Für die eine kann ich nicht viel: Hatte einen Auftrag für eine Tankstelle im Kölner Süden, Westseite eines Verteilerkreises. Checke kurz, wo Westen ist in dem Kreis - es gibt zwei Tankstellen der gleichen Öl-Company dort - und als ich Richtung Eingang fahre, winkt mir schon eine große blonde Frau. Ich frreue mich, daß es keine Fehlfahrt ist (hätte gut sein  können) und fahre die Dame zu ihrem Arbeitsplatz - es ist der Strassenstrich um die Ecke. Die Zuhälter setzen ihre "Pferdchen" dort an der Tanke ab - und die Taxen fahren den Rest. Die große Blonde ist sehr symphatisch und sieht elegant aus - bis auf das bauchfreie Top. Etwa 1,80 groß, gertenschlank, Jeans und schicke Stiefel mit flachem Absatz bis unters Knie, ein kurzes Jacket und eine gutgeschnittene Kurzhaarfrisur. In keiner Weise "nuttig" (ein altes Wort ...). Freundlich, fröhlich .... ich auch, habe ja einen feinen Lauf bisher, das hebt schon mal die Stimmung. Es geht uns also beiden gut.
Ich fahre sie also an ihren Standplatz- literal. Auf dem Weg kommen wir an einem bekannten Parkplatz vorbei, dort stehen die Prostituierten aus den osteuropäischen Gefilden. Sie raunt etwas von "Bulgarenparkplatz" und ich frage "Ach - heißt der so?". "Bei mir heißt der so" sagt sie und "Zum Glück haben die Hells Angels dort neulich mal aufgeräumt." Ich sage nur sowas wie "Tja - es gibt viele Welten ..." und wünsche ihr von Herzen alles Gute und sie soll sich nicht ärgern lassen. Nene, sie sowieso nicht, meint sie ....
Ich denke kurz "Scheiße - so eine Frau und so ein Scheiß-Job!" und fahre zurück zum Halteplatz - bin auf Spitze und alleine dort. Da - kommt die Reklamation! Ich habe keine Ahnung, wieso? Rufe die Znetrale an und erfahre, daß ein äußerst aufgebrachter Mann mit ausländischem Akzent dort schon mindestens 15-20 warten soll. Sage, daß ich eine Kundin aufgenommen habe dort und bereits ans Ziel gebracht habe ..... Ja, leider - die falsche Person. "Ja, dann fahre ich eben jetzt nochmal dahin." Die Kollegin am Telefon meint fürsorglich, ich solle mir "einen Helm aufziehen, so wie der drauf sei ....." Ich amüsier mich über das Bild - und bin schon unterwegs. An der Tanke registriere ich einen dunklen Typen in einem fetten BMW, der mich ins Visier nimmt und irgendein völlig verwaschenes Zeichen macht. Ich denke  "Ne, der kann´s nicht sein - außerdem sitzt der ja im Auto, braucht also kein Taxi, oder?!" Fahre langsam weiter auf dem Gelände .. der mir langsam hinterher. Kriegt seinen Hintern nicht aus dem BMW gehoben .... brauche also den Helm nicht wirklich und höre auch nicht, was der sagt  Er fuchtelt wieder ein wenig vor sich hin - und schickt mir die blutjunge blonde Beifahrerin rüber, die ich dann wieder zum Strich fahre. Diesmal in die Abteilung schäbige, rostige Wohnwagen, wobei sie letztlich nur den Schlüssel für einen Bully hat. Was für ein Elend ....  Diese junge Frau ist komplett anders drauf als die davor, schon viel mehr eingeknickt und kraftlos, kampflos, vermutlich hat sie schon aufgegeben - ich höre das an der Stimme, während sie per Handy einige Seufzer losläßt alá "Und dann hat er dies und das gesagt und dies und das getan .... "
Wünsche auch ihr alles Gute, von Herzen, und auch sie möge sich nicht ärgern lassen.

Es gibt Momente, da denke ich, ich hab den besten Job der Welt!
Nach den beiden Frauen  mache ich mich vom Acker dort - habe keine Lust mehr auf irgendwelche von schwachen Wesen schmarotzenden Zuhälter und die anderen Wichser, die sogar noch auf dem "Bulgaren-Parkplatz" zu feilschen beginnen. Schau mal, wenn einmal Vögeln im bekannten Kölner Puff schon für 30 Euro zu haben ist - was glaubst du, geben diese Typen den Mädels auf der Strasse?

Als die Taxen noch Goldkutschen hießen ...

... bin ich noch nicht gefahren.
Hatte heute meinen zweitbesten Umsatz im Laufe meiner nun etwa sechsjährigen Laufbahn als Limousinenlenkerin - und es war völlig egal, wo ich angesetzt habe - es kam fast immer der Hauptgewinn. War heute -zig Mal am Flughafen, einmal auch am Düsseldorfer, nach vielen Monden wieder. Hätte heute auch in Usampataschote ansetzen können, der gute Lauf war einfach nicht aufzuhalten. Hallelujah ... fühlt sich gut an, wenn sich schwierige Phasen lösen. Die Polizei kam dann auch noch auf ihre Kosten - die 10 Euro für verbotenes Linksabbiegen habe ich heute gerne gezahlt und mich ob der grauslichen Belehrungen des "Wachtmeister-Schutzmannes" (wat für Worte ...) hübsch zusammengerissen in meinem manchmal etwas überschäumenden, ungehaltenen Temperament solchen Menschen gegenüber, die sich für Autoritäten halten.
Die Fahrt nach Düsseldorf wurde mir an einem Platz zuteil, an dem man auch übel hängenbleiben kann - nach wenigen Minuten Wartezeit kamen vier junge Schweizer, die es relativ eilig hatten und daher auch die schnellere und teurere Tour über die Autobahn bevorzugten - anstatt durch die für Kölner ohnehin verbotene Stadt, deren Namen man nicht laut aussprechen darf, zu zuckeln ...
Diese jungen Schweizer (vielleicht Anfang bis Mitte 20) bleiben mir in bester Erinnerung, da die Atmosphäre im Innenraum angenehm und erstaunlich ruhig blieb, obwohl die sich die ganze Zeit durchaus lebhaft unterhielten. Auf dem letzten Weg-Drittel drehten sie ein wenig auf - und dennoch blieb es einfach irgendwie ruhig.  Interessante Mentalität ... sehr erdig.

Freitag, 17. September 2010

Technosound in der Muckibude

In der Muckibude läuft die ganze Zeit Musik - meistenteils derart, die ich sonst einfach als "übelstes Techno" bezeichnet hätte. Aber beim Training kommt das gut, das gibt einen stoischen Rhythmus und Biss ....

Keilabsätze und Sondermüll-Assoziationen

Diesen Herbst sind ja die Keilabsätze wieder modern geworden. Das gab´s schon mal vor ein paar Jahrzehnten, kommt eh alles wieder. Komischerweise werde ich die verrückte Idee nicht los, daß man so doch prima Sondermüll entsorgen kann: Einfach zusammenpressen und Keilabsätze draus machen. Spart jede Menge Entsorgungsprobleme und -kosten. Komme drauf, weil doch auch jeder diese grellbunten und hochgiftigen superleichten Plastikschuhe mit Löchern drin gekauft hat, und dazu dann noch Sticker - das war doch auch so eine Sondermüll-Neuverwertungsaktion, die richtig viel Kohle gebracht hat ....
Himmel - schick mir doch auch mal so eine lukrative Idee.

Heute ein Plakat mit "Skunk Anansie" gesehen .....

... und gedacht: Ach, gibt es die jetzt auch wieder? Die ersten beiden CD´s von denen habe ich lange rauf und runter gehört.  Vielleicht hat mein Neffe doch kein schlechtes Erbe von mir angetreten, als er meine komplette Platten- und später auch CD-Sammlung  übernahm .... und ich fast nur noch die Latin-Sachen mitgenommen habe für mich . Geld habe ich keins zu vererben .... aber viel Musik.
Hedonism
Twisted 
Charity
We love your Apathy
Weak

Dienstag, 14. September 2010

Für die Trickster aller Kulturen - und besonders für Elleguá

Mal eine Hommage an alle "Trickster" des Universums.
Elleguá, Eshú, Pomba Gira, Hermes, Merkur, Hanuman, Enki, Loki, Pan, Kokopelli  und alle, die ich hier vergessen habe. Eine Hommage an alle vermeintlichen Narren quasi.  
Und hier eine Radio-Hommage zu verschiedenen Trickster-Mythen.
Bei (m)einer "Einweihung" auf Kuba war der zuständige Trickster, hier Elleguá, auch anwesend:
Der Babalawo hat sich einen Wolf mit den Kauris (Orakelmuscheln) geworfen - und kriegte trotz wiederholter Nachfrage an die Götter einfach nicht raus, wer denn nun mein zuständiger Schutzpatron sei. Als die anderen Anwesenden, also seine Helfer und mein geliebter Padrino und Trommelmeister, ein wenig irritiert waren und die Stimmung entsprechend indifferent im Raum - gab er es auf und hatte keine Lust mehr, das Orakel ohne klares Ergebnis weiterzuwerfen. Er machte es sich selbst einfacher und einen Deal mit mir: Ich sollte mir aussuchen, wen ich lieber will - Elleguá oder Changó.
Ich spürte kurz nach - und schon war die Antwort da, aus dem Bauch: Elleguá. Dieser lockte mich mit seinen schelmenhaften Versprechungen und Verlockungen in den diversesten Grenzbereichen, versprach mir viel Spaß auf den Wegkreuzungen, auf denen er sich vorzugsweise aufzuhalten pflegt und die Leute an der Nase herumführt - im harmlosesten Fall, wenn sie ihn nach dem Weg fragen.

Da ich mich schon immer gerne draußen herumgetrieben habe (vermutlich auch, weil ich "drinnen", also bei der Mischpoke, keinen eigenen Raum hatte) und auf den Strassen bzw. überall dort, wo die Menschen sind, hat es mich nicht gewundert, daß es Elleguá ist. Nach diversen anderen Possenreitereien - hat es mich später schon gar nicht mehr gewundert, daß ich mit ihm auf dem Taxi gelandet bin. Das Paradies für den Orisha der Wegkreuzungen schlechthin ......

Hätte ich wirklich "überlegt", will heißen kalkuliert, hätte ich mich sicher eher für Changó, den Herrn der Trommeln und vieler anderer kraftvoller und speziell erotischer Qualitäten entschieden. Doch, wie gesagt, der Trickster war ohnehin bereits da - und hat sich von Anfang an einen schönen Spaß aus der Situation gemacht.

Einige Jahre später, nachdem die geweihten Halsketten aus Kuba bereits mehrmals gerissen waren, als ich am morsch gewordenen Faden hängenblieb - habe ich mir selbst neue Perlen aufgefädelt und mich bei der Gelegenheit für alle beide als Patron entschieden. Zumal ich von Haus aus nicht monogam bin ....

Erkältung weggeströmt und -trainiert ....

Gestern geströmt - das im JinShinJyutsu sogenannte "körpereigene Antibiotikum" und aus Frust, nicht zur Muckibude zu können, endlich mal wieder etwas wohltuend-dehnendes Yoga gemacht....
Eben trotz leiser Zweifel an der Kraft in die Muckibude zum Training, den Rest ausschwitzen. Danach schön duschen - und schon ist alles wieder wie neu.
Sehr nette junge Leute dort als Ansprech- und Trainingspersonal.
Heute war erst mein drittes Training - und schon gibt der Körper mehr her ... sie freut sich eben sehr über die Bewegung und das Auspowern, das hat ihr gefehlt. Das Muskeltraining ist nicht wirklich meine Schwierigkeit, eher ein Genuss, aber an der Ausdauer werde ich knacken dürfen. Wobei selbst das heute schon viel besser lief und ich meinem inneren Schweinehund sogar ein paar Fleiß-Minuten abgerungen habe. Sicher auch wegen einer übergreifenden "Cross-Trainer-Trance" - es war nur noch eines von 4 Geräten frei und auf den anderen waren lauter Hardcore-Trainierende, die mal eben ein Stündchen durchlaufen auf dem Teil, das steckt wohl ein wenig an. Ich bin am kläglichen Anfang, doch habe heute schon bemerkt, daß sich etwa an dem Punkt, an dem ich derzeit wieder aufhöre und zum Zirkeltraining übergehe, so eine Art angenehmer gedankenfreier und süßer Zustand einstellt ... (Serotonin-Ausschüttung)
Auch erstaunlich: Die gemessene Herzfrequenz war heute bereits unter dem Richtwert, während sie beim ersten Mal deutlich drüberlag. Regenerationskräfte scheinen also vorhanden zu sein.
Habe ein paar Schüssler-Salze angesetzt, die die Muskel- und Gelenke-Entspannung unterstützen, "statt Anabolika".
Dieser Crosstrainer belastet ja die Gelenke zum Glück relativ wenig.
Nebenbei und ab und zu oder nur mit stumpfer Disziplin geht die Sache allerdings nicht - es muß schon eine gewisse Passion dabei sein. Habe schon mal vor vielen Monden bei "Kieser" trainiert, sehr regelmäßig - bis ich dann über´s Trommeln ins Schludern kam. Hier ist aber das Training anders konzipiert - immer im Wechsel von Ausdauer und Muskelaufbau - fühlt sich gut und effektiv an.
Bin gespannt, was hier nächstes Jahr zu dem Thema steht ....

Montag, 13. September 2010

Hübsches Liebeslied - Tip von einem klugen und süßen 20-jährigen

... laut Kommentaren unten hat es sogar einen "gestandenen Mann" fast zum Heulen gebracht ...Ich find´s auch sehr schön - inspirierende Wortspiele - philosophisch, romantisch und melancholisch! 
Unplugged & Life mit Ina Müller und Musikern - auch schön.

Lesarten-Wechsel

Als ich vor vielen Jahren per Zu-Fall auf dem sogenannten "spirituellen Weg" (was immer das sein soll) landete und dachte "DAS ist es jetzt - für immer" - wollte ich ein besserer Mensch werden und mich läutern sowie schnellstmöglich Erleuchtung erfahren - am besten für immer erlangen und auf diese Weise dem Leben mit seinen Unbilden und Wechselfällen entkommen.
Gelesen habe ich viel buddhistische Sekundärliteratur und nach einer kurzen Weile die "Originaltexte" - die ja auch keine sind, ebensowenig wie eine Bibel oder ein Koran oder eine Bhagavad-Gita oder ..... Dachte, das geht alles ratzfatz, wenn ich nur bemüht genug bin und enthusiastisch, was ich ja auch für einige Jahre war. Im richtigen Leben dämmerte mir aber, daß die Menschen, die ich traf und die so wissend, heilig und wichtig taten, im Grunde auch nur Blender sind, wie wir alle. Ja, sogar mehr: Teilweise ist es eine echte Nische für notorische Klugscheisser und aufgeblasene Egozentriker - die aber so tun, als seien sie gerade das nicht. Hehre Begriffe wie "Ego-Überwindung" und "Achtsamkeit" sind für mich seither ein rotes Tuch.

Nach dieser "Phase 1"  - habe ich also gespürt, daß ich kein besserer Mensch geworden bin - und auch nicht mehr werden will. Wollte lieber zurück ins weltliche Treiben und meine "spirituelle Selbst-Schulung" mit den ganz "normalen Menschen" im echten "Alltag" fortsetzen. Setzt mich das Leben auch prompt auf´s Taxi und also mitten auf die Strasse. Traf gleichzeitig - wieder ein Zu-Fall - auf Samarpan, dessen zeremonielles Satsang-Brimborium mir zwar überhaupt nicht liegt, gar zutiefst widerstrebte - doch was er sagt, teile ich meistens von Herzen, besonders seine Radikalität. Das Brimborium mit der Musik habe ich überlebt, indem ich irgendwann selbst mitgespielt habe ... das hat mir die Wartezeit vor dem Satsang verkürzt, weil ich etwas zu tun hatte, und ich habe auch mal was Sanftes gespielt - war für eine Weile ok. Mantren singen ist nicht verkehrt, weil es entspannt und das Nervensystem beruhigt, ja, fast "von Schlacken bereinigt". Führt aber nicht zur Erleuchtung - würde ich sagen ... Da führt eh nichts hin - die gibt es nämlich so gar nicht. Jedenfalls nicht auf Dauer. Daher - strebe sie auch schon sehr lange nicht mehr an und finde das befreiend. Dafür war der Trip gut.
Nun habe ich also in "Phase 2" Satsang-Literatur gelesen, teils sehr widersprüchliche, und dieses ganze "Wunschzeugs", schnelle Manifestierung von dem, was ich will etc. blabla .... ein bischen was mit Engeln hier und da, Tröstliches eben. Ab und zu ein bischen Balsam, die Illusion, dem normalen Leben doch noch irgendwie entfliehen zu können über Paralleluniversen .... eine Reise durch die Esoterik-Abteilung von großen Buchhandlungen sozusagen.
Fazit: Auch alles nicht wahr. Oder: Kommt drauf an, was Mensch glaubt und sich so als Wahrnehmung zurechtschustert. Natürlich kann ich alles sehen, was ich gerne sehen will ... aber ist es dann auch wirklich da? Oder ist es nur da, weil ich es wahrnehme(n will)? Und besonders: Wozu will ich das denn überhaupt wahrnehmen? Usw. ...
Zur gleichen Zeit habe ich mich mit diversen gesundheitlichen Theorien befasst, z.B. Ernährungsmodelle und -philosophien. Bin mit JinShinJyutsu in Kontakt gekommen, habe endlich Fußreflexzonen-Massage gelernt (wollte ich schon sehr lange ....). Bin im Taxi aber gleichzeitig immer fetter geworden und habe derzeit nur noch einen Minimal-Stoffwechsel - früher auch schon, aber jetzt noch weniger.
Ach ja - war auch bei den "Wahrheitssuchern" auf der weltlich-historisch-politischen-Ebene unterwegs und habe viel Anderes erfahren. Nehme ich mal mit in "Phase 2".

Jetzt bin ich nach einer "Das-ganze-Zeugs-wieder-vergessen"-Pause in "Phase 3" wieder anders zurück auf der Erde gelandet und habe mich ein wenig mit verschiedenen Mythen und deren Archetypen  befasst, die so wunderbar menschlich und fehlbar sind. Und die ich bereits damals beim Trommeln in Form der Orishas fasziniert kennenlernte. Diese Götter und Mythen wollte ich schon sehr lange kennenlernen, doch war die Zeit nicht reif gewesen. Jetzt - sind sie von alleine zu mir gekommen. Die GötterInnen der anderen alten Kulturen sind ebenfalls wunderbar fehlbar und haben so ihre mehr- oder weniger liebenswerten Marotten. Besonders mag ich die vermeintlich unmoralischen und völlig unheiligen Aspekte dieser mythischen Gestalten, die so lebendig unter uns weilen. Die sind egoistisch, besitzergreifend, eigensinnig, verschlagen, sogar hinterfotzig, streitlustig, eifersüchtig, polygam und polyandrisch, androgyn, machen ziemlich verrückte Deals ....
U.a. mit ihrer Hilfe lerne ich was ganz Anderes - nämlich wirklich loszulassen von allen Vor-stellungen und Vor-Urteilen, wie etwas sein soll. Beschäftige mich nun besonders mit dem, was mir zuvor zu unangenehm war, weil es mir meine eigenen Schatten aufzeigt und auch meine eigene "Opfer-/Täter-/-Haltung". Habe mir "Symbolon" von Peter Orban angeschafft und beschäftige mich so mit meinen eigenen Lebenslügen. Lese nach etwa 15 Jahren "Jeder bekommt den Partner, den er verdient (ob er will oder nicht)" von Hermann Meyer und stelle erstaunt fest, daß ich die gleichen Stellen wie damals wieder gerne anstreiche. Danach will ich mir erneut den netten Titel "Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen (wer hat, dem wird gegeben)" von ihm vornehmen. Er beschreibt unsere kollektiv-neurotischen  Muster so schön, der Herr Meyer. Alles ganz langsam, in homöpathischen Dosen. Studiere auch, ebenso langsam, (Ritual-) Magie aus eher männlicher Perspektive und durchaus von "vermeintlich durchgeknallten" Autoren - nachdem ich in Phase 2 eher die meist doch sehr "sanfte Magie aus weiblicher Sicht" erkundet habe.  Muß aber feststellen, daß ich für zuviel Brimborium (s.o.) von Haus aus viel zu faul und somit also "konsequent pragmatisch" bin - je komplizierter ein Zauber, desto weniger Wirkung = Das Einfache ist meist das Wirksamste - lautet meine eigene Formel hier. Im Grunde braucht es herzlich wenig. Besonders, um Geister zu rufen - die kommen gerne. Sie wieder loszuwerden, ist schwieriger.

Bin gespannt auf "Phase 4" - vielleicht schaffe ich einfach alle Bücher ab und beschränke mich auf´s Internet und so einen E-Book-Reader? Sehr unromantisch und wenig haptisch, doch äußerst pragmatisch und platzsparend .... besonders in einer Phase, in der ich merke, daß mich die vielen "fremden Ideen und Konzepte" nicht mehr wirklich befruchten.

In allen Phasen habe ich viel gelernt - beim Lesen, Verinnerlichen und Experimentieren mit dem Gehörten. Dafür bin ich dankbar - das ist Reichtum. Und vermutlich werde ich immer - irgendwie - und - auch - über´s Lesen = Zuhören weiter lernen wollen ...

Pläne ...

... sind eine feine Sache, aber nicht immer durchführbar. So war mein Plan, diese Woche dreimal in die Muckibude zu gehen, hochmotiviert, wie ich bin. Mein erstes Alleine-Training nach dem mit Coach letzte Woche war wunderbar und ich war sehr zufrieden mit mir- und meinen Muskeln. Heute sollte es also weitergehen - und jetzt sitze ich hier und fröstel vor mich hin mit einer einsetzenden Erkältung. Also: Plan B = Strömen und warm Einkuscheln .... und besonders: Nicht ärgern, drüber schmunzeln. Immerhin habe ich für ein Jahr gebucht und bin zuversichtlich, daß ich es so doch noch schaffe, viele Male dort zu trainieren.
Hatte gestern wohl zu oft die Klima an in der Limousine, wegen diverser Hitzewallungen ... Wechseljahre eben. Neulich war es sogar schon einem männlichen Fahrgast zu kühl, haha ... Habe mich mal kurz mit dem Thema beschäftigt und festgestellt: Bin tatsächlich schon mittendrin. Vermutlich werde ich kommenden Winter auf diese Weise unbeabsichtigt Heizkosten sparen.

Wiederkehrende Träume und Umzugsstatistik

Habe ab und zu wiederkehrende Träume - die sind nicht unbedingt deckungsgleich, aber ähneln sich in Thematik, Ort und Mitwirkenden. Oft sind es Albträume (eines der Wörter, bei dem ich mir zeitlebens nicht merken konnte, ob es mit b oder p geschrieben wird ....). Heute nacht war es mal wieder einer, der vom Darben meiner verstorbenen Mutter handelte und von meiner Rolle in dem Spiel. Sehr intensiv - und sehr aufschlußreich. Danke dafür. Auch mein Vater erschien mir damals über einige Jahre hinweg immer wieder im Traum, aber ganz anders, eben mit seiner Geschichte. Heute morgen habe ich schnell mal alles aufgeschrieben, was ich erinnern konnte und dabei fiel mir auch gleich der letzte Albtraum ähnlicher Art wieder ein, der noch weit heftiger und aggressiver war, als dieser neue .... es verarbeitet sich langsam. Sowas braucht Seelenzeit - nicht Menschenzeit. Und dort findet es auch statt: In der Seelenlandschaft.

Diese Träume von der Mutter finden seltsamerweise immer in der Wohnung statt, in der ich als kleines Mädchen die ersten sechs Lebensjahre verbrachte. Sie stirbt also dort .... will sagen, daß sie dort wohl nie wirklich weggegangen ist (und ich habe dort auch nochwas zu tun!). Tatsächlich zog sie auch nur zweimal danach um, einmal ein Stück weiter im gleichen Viertel mit uns allen - und dann nach dem frühen Tod meines Vaters mit mir (natürlich, ohne mich gefragt zu haben, wie ich das so als Sechzehnjährige finde .. mit 18 war ich dann auch entspechend schnell weg) - in eine Wohnung, von der aus man auf diese erste schauen konnte. Das fand ich immer ein wenig seltsam.  Und nun stirbt sie auch dort in der alten Wohnung in den wiederkehrenden Träumen, wenn sie nicht gerade mal wieder ins  Krankenhaus eingeliefert wird.

Wiederkehrend ist auch die Zahl 13 in meinem Leben. Das ist auch die Zahl von Pluto, der mich so freundlich begleitet und belehrt .... In meinen "schwereren Zeiten" habe ich immer in Wohnungen gelebt, die als Quersumme die 13 ergeben (jaja, ich weiß - da fehlt was - kommt jetzt). Gerade habe ich die 13 sogar "pur" ... Und in den letzten Wochen sehe ich quasi mehrmals am Tag sowas wie 444 oder 4444 ..... Vielleicht sollte ich die 13 endlich mal auf die 4 runterbrechen? Mal sehen, was dann geschieht.
Und bei der Gelegenheit mit der Hausnummer-Betrachtung habe ich auch gleich mal nachgezählt, wie oft ich eigentlich umgezogen bin bisher: 9 Mal bislang, macht im Schnitt etwa alle 5 Jahre ....  das geht ja noch, kommt gerade tröstlich bei mir an.  Ich mag es nämlich gar nicht, dieses Gefühl "irgendwie festzusitzen und nicht aus- und aufbrechen zu können". Kürzlich las ich in einem Blog von einer jungen Frau unter 50, die gerade umzieht, einen Kommentar, in dem ernstlich sowas stand wie "Das wird ja sicher dein letzter Umzug sein" und fiel fast vom Stuhl! Was für eine schreckliche Vorstellung ... für eine Zwillingssonne. Bei mir kommt nicht einmal ein Dübel in die Wand, so seßhaft bin ich ...wobei ich gegen ein schönes Zuhause auch nichts einzuwenden habe - doch scheint es bisher nicht a priori zu stehen. Bzw. habe ich schon einige Wohnungen wieder verlassen, nachdem sie für mich von sehr netten helfenden Männern grundsaniert und nach meinen Wünschen ausgestattet waren. Dort hätte ich nach "nomalen Maßstäben" wohl länger bleiben sollen, doch ich habe nie wirklich dran gehangen .... Letzte Woche ging es sogar soweit mit meinem derzeit unheimeligen Basislager daß ich lieber außer der Reihe auf die Limou gegangen bin, statt einen weiteren Tag den ewigen Baulärm und die vielen Fremden vorm Fenster zu haben ... Und was die Seele bzw. das Unterbewußtsein betrifft - die halten sich sowieso nicht an Standorte.

Samstag, 11. September 2010

Abschied nehmen = "Nehmen"

Heute vormittag bekam ich einen Auftrag per Telefon-Rufsäule an einem Halteplatz, der unter anderem eine sehr (sehr sehr) große "Alten-Wohnanlage" bedient. Die Dame am Telefon sagte mir, ich solle bitte zu "Haus S - wie Susi kommen, ich komme direkt runter ... achja, und meine Appartment-Nummer lautet soundso." Alles klar, erwiedere ich, ich bin sofort bei Ihnen. Fahre dorthin - schnell wie immer, also ratzfatz - und bei der Einfahrt aufs Gelände denke ich so leise bei mir "Hier wird viel gestorben".
Fahre Haus "S - wie Susi" am Ende des Geländes an und stelle die Limousine vor die Tür, Motor aus, ist noch niemand da. Die Sonne scheint schon ganze eine Weile und ich ziehe ein T-Shirt aus in der Zwischenzeit, es wird heiß heute. Eine Dame kommt nach Hause, wir wechseln ein paar Worte ... ich warte erstaunlich geduldig. Gehe auch noch zweimal mal klingeln bei der Appartment-Nummer ... und denke dann bei mir "Scheiße, schon die zweite Fehlfahrt heute morgen".  Nach einer angemessenen Weile - es kommt wirklich niemand - gebe ich die Fehlfahrt auf mein Display und fahre zurück zum Halteplatz.
Dort klingelt nach ein paar Minuten wieder das Telefon an der Rufsäule - und die gleiche Dame ist wieder dran. Sie fragt mich sofort, ob ich auch die gleiche Dame bin wie vorhin. "Ja - bin ich. Ich war vorhin bei Ihnen, Frau Schatz (Name geändert) - und habe eine Weile auf sie gewartet."
Ja, es tut ihr leid, sagt sie - aber ihre Nachbarin ist eben gestorben. Und sie sei ja froh, daß sie mich wieder erwische, weil sie mir doch meine vergebliche Anfahrt vergelten möchte. Süß - denke ich. Und sag ihr, daß ich gleich wieder da bin.
Als ich zum "Susi-Haus" komme, winkt sie mir schon mit ihrem Stock zu. Eine etwas hutzelige Frau, gebeugt und mit Rollator - aber auch mit viel lebendiger Energie, etwa Mitte 80.   
Die eben verstorbene Nachbarin kennt sie schon ewig lange .. noch aus ihrem Berufsleben. Und gerade zuvor war halt die Ärztin da, die den Tod festgestellt hat - und die hat sie aufgehalten. Eigentlich wollte sie lieber dem Tod entfliehen und hat auch gesagt, daß sie nun runter zum Taxi muß - aber die Ärztin hat sie zurückgehalten und ihr gesagt, sie solle nun erst einmal zu dem Sohn der Verstorbenen kommen, der dort saß und fürchterlich geweint hat. Sie fügt hinzu "Die wollte gerne selber weg und wollte, daß ich mich kümmer. Aber ich kann das nicht. Ich muß dem Tod immer mal wieder entfliehen dort. Mit dem Taxi."
Ja, sage - das glaube ich gern.
Sie sagt "Wir sind die Kriegsgeneration. Es ist jetzt an der Zeit für uns, wir sterben jetzt halt alle weg."
So ist es.
Die Frau erinnert mich in ihrer sehr klaren, offenen und resoluten Art - also vom Temperament - an eine verstorbene Tante von mir, die allerdings noch älter war.
Ich denke so bei mir "Hut ab - daß sie sich jetzt nicht umwerfen läßt und nochmal ein Taxi ruft, um das zu tun, was sie tun wollte. Und besonders für die klaren Worte - die zwar auch Angst und Trauer mit rüberbringen - und dennoch beklagt sie sich nicht mit einem Wort, berichtet nur." 
Sie wechselt das Thema, nimmt mich ins Visier und meint, daß sie meine vielen Ohrringe sehr hübsch findet. Und die langen Haare gefallen ihr auch. Wir lachen zusammen. Es geht gar nicht um Worte, es geht wie so oft ums zusammen Lachen und ein paar Augenblicke. Sie will nur zum Supermarkt um die Ecke - muß dringend Schokolade kaufen. Am Samstag vormittag. Wir wissen beide - daß sie dringend die Lebendigkeit trinken und dem nahenden Tod nochmal ein paar süße Momente abringen will. So sagt sie es auch - sie weiß, daß sie bald dran ist und nichts mitnehmen kann, also fährt sie halt gerne mal mit dem Taxi raus, um dem allseitig räumenden Tod in diesem großräumigen Ghetto nochmal für eine Weile zu entkommen.
Sie berührt mich, die Frau Schatz - mit ihrem starken Temperament. Heute abend - war sie sofort wieder bei mir - als ich Feierabend hatte. Mental. Würde sie gerne nochmal fahren und ein bischen mit ihr lachen.
Zum Abschied sagt sie - ich soll mir noch ein paar Ohrringe anschaffen .... und ich sage ihr, sie soll auf jeden Fall ihren Humor behalten, egal, was kommt. Sie meint, das sei Galgenhumor
Das ist aber egal - lieber du hast einen schönen schwarzen Galgenhumor, als keinen. 
Und besser, du lachst über dich selbst, als über nichts und niemand.
Und noch besser - du kannst auch ganz alleine mit dir lachen über dieses Leben - und darüber, wie verrrückt du bist.
Danke an die süße Frau Schatz - für die starke Lektion in Sachen Schnitter heute mal wieder .... und Schokolade .... gibt es sicher gaaanz feine hinter den Toren des Schnitters.

Freitag, 10. September 2010

Liebe ist Abstand

"Ein wunderbares Zusammenleben kann entstehen, wenn die Menschen es erreichen,den Abstand zwischeneinander zu lieben - denn nur so können sie einander ganz betrachten und vor dem Hintergrund eines weiten Himmels" (Rainer Maria Rilke)

Pluto

Übersetzt bedeutet Pluto "der Reiche" und/oder "Reichtum".
Einfach eine "interne" Erinnerung für mich selbst ....

Mittwoch, 8. September 2010

Die Mucki-Bude ...

... ist genial und schön! Habe mich lange nicht so ausgepowert und war anschließend schmerzfrei, alle Verspannungen weg .... dabei hatte ich so einige Ressentiments vorab, die sich als falsch herausgestellt haben. Muß eben weiter lernen - immer weiter, weiter, weiter. Und mich vor allen Dingen - erst mal wieder richtig auspowern ..... Danke.

Viel Raum für Hand- und Herzgemachte Musik - und Erinnern an die einfachen Dinge

Es scheint wieder viel Raum offen zu sein für hand- und herzgemachte Musik -  heute traf ich in dieser Abteilung auf den Herrn Charlie Winston.
"Like A Hobo" brannte sich heute quasi durch den Rhythmus des Refrains über den Bauch hoch ins Ohr - muß ich vorher schon mal gehört, aber noch nicht recht wahrgenommen haben. Ganz feine Musik - mit ebenso feinem Text. Nur eine Kostprobe - der kann noch viel mehr .... sogar das Video gefällt mir richtig gut, hat eine dichte Atmosphäre... vermutlich aber liegt es daran, daß ich bereits als Kind von Vagabunden (Hobo) völlig fasziniert war .... und mir einen deutsch-gesungenen Vagabunden-Song stunden- und tagelang lang auf Schellack und Kurbel-Grammophon durchgezogen habe als kleines Mädchen..
Hier die akkustische Variante des Hobo-Vagabunden  - very lovely and alive
Die Lyrics sind diese:

I’ve always known
Since I was a young boy
In this world,
everything’s as good as bad

Now my father told me
always speak a true word
And I have to say that is
the best advice I’ve had

Because something burns inside of me
It’s everything I long to be
And lies, they only stop me
from feeling free

Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me
Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me

I’ve never yearned
for anybody’s fortune
The less I have
the more I am a happy man

Now my mother told me
always keep your head on
Because some may praise you
just to get what they want

And I said mama I am not afraid
They will take what they will take
And what would life be like
without a few mistakes

Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me
Like a hobo from a broken home
Nothing’s gonna stop me, no

Ich würde diesen Text jederzeit besiegeln und unterzeichnen ...
Ich konnte noch nie gut lügen und hatte nie Lust dazu- finde es eher anstrengend und krampfig. Außerdem habe ich eine Mimik, die sich nicht gut verstellen läßt - die ist von Haus aus unbestechlich.
Es sei denn, ich habe mir einen echten Spaß draus gemacht und richtig aufgefahren, dann geht´s ... aber dann hat es auch eine ganz andere Qualität als eine Lüge aus Unfreiheit - dann ist es die völlige (Narren-) Freiheit, einfach mal nach Herzenslust und ohne Begrenzungen das Blaue vom Himmel herunterzulügen
Ja - und irgendwo stimmt das auch mit dem "Je weniger ich habe - desto freier fühle ich mich."
"Nothin´ left to loose" ist ja auch so eine vielbesungene Zeile.
Es ruckelt noch ein wenig damit - ist noch nicht richtig rund bei mir ....ich schaue gerade sehr gut nach, was ich noch zu verlieren bzw. zu gewinnen habe -
obwohl ich weiß: Siehe oben - erste Zeile.
Und wie im richtigen Leben macht die Mama dich verrückt für nichts und wieder nichts - "Paß auf,  paß auf, daß dir nichts geschieht" .... und fang erst gar nicht an, wild zu leben. Doch, schon - aber halt ein paar Federn lassen dabei.  Und ein paar Verletzungen - oder sollte ich lieber vornehm Blessuren sagen? -  in Kauf nehmen für den großen Spaß und das Wunder.
Danke an den Herrn Winston für die schöne und treffliche Zusammenfassung.

PS: Und wenn du mal wieder in die Kolonie kommst aus Richtung A 57 und ganz am Ende rechts Richtung Innenstadt fährst - dann werden dir ein paar sehr geschickte Vagabunden die Zeit an der langwierigen Rotschaltung der Ampel mit ihren äußerst beeindruckenden Jonglagen vertreiben ... solltest du immer aus einer anderen Richtung kommen - fahr doch mal einen kleinen Schlenker.

Dienstag, 7. September 2010

Pressemitteilung der Polizeigewerkschaft zu Atompolitik-Entscheidung und Nähe der Politik zu Wirtschaftslobbyismus

Erstaunlich klare Worte, danke dafür.
Ist auch mal wichtig, zu wissen, daß unter den gepolsterten, olivgrünen Kampfanzügen der Hundertschaften auch ein paar kluge Menschen zu finden sind. 

Und noch eine Randbemerkung dazu von mir - auch, wenn ich mich hier mal wieder wiederhole: Dieser "Integrations-Affentanz", der da zum -zigsten Male durch alle Medien der Republik wabert - ist m.E. wieder so ein typisches und übliches Ablenkungsmanöver, hinter dem ganz andere Beschlüsse durchgeprügelt werden.

Integration ist ....

.... wenn man sich gegenseitig als Menschen begegnet. Punkt.
Halt, warte .... ganz wichtig: Bist du integer? Dann können dir andere Menschen keine Angst machen. Punkt.

Es ist ja so öde, wie alle paar Jahre bzw. inzwischen Monate dieses mediale "Integrations-Theater" als Kanonenfutter für´s vermeintlich dumme Volk abgeschossen wird - und voll am richtigen Leben vorbeizielt. Dabei - sind wir doch inzwischen alle wesentlich klüger, als uns diese gleichgeschalteten und gekauften  Medien-Pusher je zutrauen würden. Die letzte Debatte dieser sinnlosen Art ist doch erst wenige Monate her? Wie dem auch sei - ich lerne für mich dazu. Freundlichkeit und Respekt muß es auf beiden Seiten geben, wenn Menschen sich begegnen.  Dann kann man auch viele kulturelle Gräben überschreiten. Sonst nicht.
Fuhr kürzlich einen sehr quicklebendigen jungen Mann iranischer Herkunft, der mir viel Freude gemacht hat! Habe ihn von einem Krankenhaus abgeholt. Erst mal fiel er sozusagen mit einem Kopfsprung in die Limousine, dabei mir fast auf den Schoß, den Rückspiegel im Flug mit der Stirn mitnehmend - Autsch!
Ich bin verwundert und amüsiert und sage etwas wie "Ähm, das ist ja eine sehr interessante Art, einzusteigen - aber einfacher ist es vielleicht andersrum?" Geht nicht, sagt er - ein (= 1 !!!) Haar  im Gesäßbereich ist verkehrt herum gewachsen, also in den Körper hinein und hat so innerlich eine Entzündung verursacht, die schon auf etwa eineinhalb Zentimeter herangewachsen war und herausgeschnitten wurde. Er kann nur auf einer Pobacke sitzen. Und das einem vitalen, lebendigen hübschen jungen Mann von Anfang 20 - ich lache mir einen Ast! Wenn es wenigstens irgendwas Bedauernwertes, besser noch Bewundernswertes gewesen wäre - aber so .... einfach nur peinlich, wie die Bekannten drauf reagieren.
Ich amüsiere mich königlich - er hat´s ja recht fidel überlebt und war etwa drei Tage in "Krankenhaus-Haft" - und ich staune mal wieder über unsere perfekten Körper - robust und fragil gleichzeitig. Wir unterhalten uns auf der Fahrt über ebendiese Körper, teils amüsiert, und kommen sogar in Windeseile auf Dinge wie Menstruation und Imtimrasuren zu sprechen ... der ist wirklich locker drauf und entspannt. Nicht unbedingt die Regel - daher umso erbaulicher, ihn zu fahren. Er berichtet mir u.a. von einem Imam, der ernstlich  stundenlang darüber referiert, daß Frauen keine vollwertigen Menschen seien. Erzählt von seinen Eindrücken aus dem Iran, den er neulich zum ersten Mal in seinem Leben überhaupt bereist hat und von den Menschen dort, von den "wirklichen Verhältnissen" jenseits der offiziellen Poltik und Religion, eben vom Leben ... .
Wir stellen fest, daß auch hier der Irrsinn tobt, wenn man auf Politik und Religion schaut - und wir sind uns einig, daß die meisten Menschen auf dem Planeten durchaus völlig in Ordnung und sehr liebenswert sind.
Es gibt keine Differenzen. Im Gegenteil.  Sogar Übereinstimmung darüber, daß inzwischen immer mehr Leute durchblicken durch diese "mediale Zersplitterungshysterie".  Freue mich, seine angenehme und unterhaltsame  Bekanntschaft in der Limou gemacht zu haben.
Abends treffe ich noch eine ehemalige "türkisch-stämmige" Nachbarin auf der Strasse und wir unterhalten uns - ich mag diese ziemlich dicke und grell geschminkte Frau, die hat eine ganz eigene Power. Und ihre wilden Söhne - voll im Griff.
By the way - auch die vielen muselmanischen Kollegen aus den verschiedensten Ländern haben mich viel über mich selbst und meine eigene Voreingenommenheit gelehrt während meiner Arbeit auf der Limousine in den letzten Jahren.

Ja - natürlich gibt es de facto so etwas wie "Parallelgesellschaften" - aber davon gibt es jede Menge! Im Grunde ist jede "Gesellschaft" eine "Parallelgesellschaft", mit der du nicht in Berührung kommst. Und das sind soviele - daß du sie nicht einmal zählen könntest.

Wenn ich mir die (jungen) Leute so anschaue - ist doch alles in Ordnung auf dem Planeten. Das integriert sich von selbst.  Und nur so.

Sonntag, 5. September 2010

Nachtrag zu John Mayer

Ganz feine Musik
Der spielt (besonders im ersten Stück) gleich den Bass und die Rhythmusfraktion mit auf seiner Gitarre. Der braucht keine Band - der ist eine !!! Habe auch eine sehr schöne Gitarre hier .... und die Herren Johnson und Mayer finde ich äußerst inspirierend.

(Taxi-) Alsheimer .... Stadtplanungs-Possen ... und rollende Limou-Räder nach der großen Sonne

Merke gerade, wie schnell ich vergesse .... im Moment erinnere ich mich gerade noch in Fragmenten an den heutigen Tag - den gestrigen müßte ich mir jetzt echt "zusammensuchen" im Hirn. Weiß nur noch, daß er gut lief und daß ich ziemlich enstpannt war in der Limousine. Sicher auch, weil ich fast nur Jack Johnson - En Concert gehört habe den ganzen Tag ... schrub ich ja bereits, daß der so entspannt singt, wie sonst kaum jemand (keiner?). Habe also gestern und heute fast nur diese Musik laufen lassen und gemerkt, das ist echt gut gegen jegliche Form von Straßenstress! Gestern fragte mich direkt ein English-Native-Speaker - glaube, der ist Ire - nach der Musik und bedankte sich nach der Fahrt sogar expilizit für d  iese. Das passiert schon mal ... und dieser Mensch gab mir noch einen schönen Tip im Austausch - John Mayer. Very nice sound  - I´ll go for that one .... Soviel habe ich mir also doch gemerkt von gestern.
Heute habe ich dann noch eine Amerikanerin geimpft mit der Musik, sie war auch direkt infiziert. Ansonsten - beschweren sich nicht mal die älteren Damen, wenn ich diese sanfte Musik etwas lauter laufen habe. Das ist wirklich viel wert, wenn ich bei der Arbeit hören kann, was ich will - und solche Annehmlichkeiten rechne ich auch durchaus ein in meinen manchmal doch etwas prekären Stundenlohn! Außerdem die Zeit zum Lesen- und sicher nicht zuletzt die Zeit für wohltuende kurze Tiefschlaf-Anfälle ... die eine besondere Süße haben. Also, bis hier: Akut wieder mehr Liebe als Hass in der Hassliebe-Geschichte zwischen mir und meinem Job.
Das liegt auch und besonders daran, daß die Ferien und die mauen Sommerzeiten nun vorbei sind und wieder mehr Bewegung in die Kolonie und in die Limou kommt. Heute war´s recht lebendig und ich habe wieder viele nette Fahrgäste gehabt. Gestern hatte ich zwar mehr Touren, aber alle sehr kurz - da fährst du durch die verstopfte Stadt - und kommst zu nix; abgesehen von ein paar netten Begegungen. Wobei das jetzt auch nicht ganz stimmt, weil die Leute gestern erstaunlich gerne gute Trinkgelder gegebene haben - so daß es am Ende auch gepaßt hat.

Die Kolonie wacht also wieder auf - und zwar gründlich. Während gestern, also am Samstag, nur der normale Einkaufswahnsinn gepaart mit ein paar quasi albernen Absperrungen wegen diverser Stadtteilfeste - und später der Komplettsperrung der Zufahrt in die Altstadt/Innenstadt wegen Konzertauftakt der "Schwarzen  Füsse" vor dem Dom - tobte ... ging es heute dann richtig zur Sache. Die halbe Stadt gesperrt und "rien n´e va plus", das gibt es glaube ich in der Häufigkeit nur hier - weil wir eben jeck und deshalb sehr belastbar sind.

Das Rheinufer Richtung Norden ab Deutzer Brücke - gesperrt, nichts
geht mehr dort bis zum Fühlinger See wegen Triathlon ... Die A 3 komplett für´s Wochenende gesperrt wegen Bauarbeiten ... Endlich mal wieder Messe ... wie gesagt, diverse Stadtteilfeste .... und im südlicheren Bereich dazu verkaufsoffener Sonntag. Die Altstadt von allen Seiten ab mittags wieder abgeriegelt wegen noch einem Jubiläums-Konzert der "Schwarzen Füsse" und dem Lauf der Triathleten - die ich leider nicht zu Gesichte bekam - auf die andere Rheinseite. Sicher habe ich was vergessen ....

Heute sprachen dann die einheimischen Fahrgäste von einer gewissen "Duisburg-Mentalität" in dieser Stadt - nachdem ich zuvor allein und ohne Gäste eine gute dreiviertel Stunde gebraucht hatte, um durch den Stau im Rheinufer-Tunnel zu kommen .... mit heftigen Kopfschmerzen wegen dem Abgas-Dreck.  Als hätten sie´s gewußt. Gut, daß ich so entspannte Musik gehört habe (s.o.) ... Um an den nächsten Halteplatz zu kommen, hat die Stadtplanung der Kolonie mich heute einmal über den Rhein und wieder zurück fahren lassen. Und das ist nur ein Bonbon aus der großen Schüssel.

Die einzige wirklich fast immer freie und wunderbar befahrbare Strasse der Stadt - "Nord-Süd-Fahrt" als Ganzes genannt - soll umgebaut werden.  Da ich keine Zeitung lese, erfahre ich auch das von meinen Fahrgästen. Das ist wie die Story mit dem Stuttgarter Bahnhof ... irgendwer scheint sich daran zu reiben, wenn etwas wirklich gut funktioniert. Teils soll sie untertunnelt werden. Sagt heute einer mit Bezug auf die  Kölner U-Bahn-Posse: "Wo wir da doch jetzt so richtig gut drin sind."
Die nächste Dame erzählt mir von der bevorstehenden Sperrung dreier Auffahrten auf die sogenannte Zoobrücke - die sei so morsch, daß im Grunde kein LKW mehr drüber fahren sollte, wegen Einsturzgefahr ....
Naja,egal - Hauptsache, wir haben hier viel Spaß! Und den gibt es ja hier wirklich. Im September noch ein Oktoberfest - das hat den Kölnern und Kölnerinnen dringendst jefählt für die feierarme Lücke zwischen CSD und Sessionsauftakt am Ellleften Ellleften (nä, dat es kei türrekisch, dat es dä 11.11.).

Übrigens, da muß ich nochwas zur Rosa-Olympiade der Schwulen und Lesben neulich richtigstellen - wie auch ich zuerst, haben viele das wohl etwas mißverstanden, gerade hier in unserer Kolonie, diesem Eiland der gleichgeschlechtlichen Liebe - an der sich schon seit vielen Monden keine Sau mehr reibt: Die erste Olympiade dieser Art fand bereits vor 36 Jahren in USA statt. Hat mir ein sehr netter und kultivierter US-amerikanischer Herr erzählt, der Mitglied des Organisations-Kommittees ist und den ich zum Auftakt der Veranstaltung fuhr. Also zum ersten Mal zu einer Zeit, in der es durchaus noch viel Diskrimination weltweit gab. Der Kölner an sisch, der dat nit weiß - denkt halt nur "Wat wollen die denn noch? Immer ne Extraveranstaltung für jeden Furz?".

Tja - und jetzt ist der Tagesreport schon so lang ... unn´ isch han no mi jeliert hück vun denne bunte Lükscher - dat kütt ävver später .... (sinngemäß: Die bunten und freundlichen Mitmenschen haben mir noch mehr über das und aus ihrem Leben erzählt heute ....)

Freitag, 3. September 2010

Wunschtraumlosigkeit

Was mir auffiel in jüngster Zeit: Früher hatte ich immer mal Träume, was so in meinem Leben noch sein soll, was ich mir wünsche, was ich gerne tun würde .... jetzt bin ich seit zwei Jahren traumlos.
Ich habe nie weiter geträumt als bis zu meinem 45. Geburtstag bzw. Lebensjahr, an dem ich spätestens Richtung Spanien auswandern wollte - früher mal. Spanien oder ein spanischsprachiges Land, mit viel Sonne und Gelassenheit. Ganz früher war es mal der Traum von einer Reparatur-Klitsche mit Café-Betrieb, irgendwo in der Wüste .... war wohl mit zuvielen KFZ-Spastlern liiert und mochte immer gerne diesen Geruch nach Werkstatt und Motoröl .... 
Einige andere Träume hatte ich auch. Manche sind eingetroffen, viele Wünsche haben sich sofort realisiert (besonders solche der bescheideneren materiellen Art oft im Handumdrehen). Manche ganz anders, als ich es vermutet hätte, manche so, wie ich es mir nie erträumt hätte und andere gar nicht. Bei einigen der letzteren Sorte kann ich erleichtert sagen "Gött sei Dank, daß dieser Traum-Kelch an mir vorüberging".

Zu meinem 45. Geburtstag ist dann "im richtigen Leben" meine Mutter gestorben, und damit im Grunde das letzte und vielleicht eines der hartnäckigsten ehemals vielen Clan-Mitglieder an sich. Meine noch lebende ältere Schwester - lasse ich hier außen vor, sie hat keine echte "Clan-Kompetenz" und manch eine freundliche Verkäuferin im Supermarkt steht mir näher als sie. Mein Neffe - lebt sein eigenes Leben und ist froh, wenn er Ruhe hat vor den alten Gespenstern, viele kannte er ja gar nicht erst. Als ich ihn das letzte Mal traf - war er eben so vogelfrei, wie ich es bin, nur mit der Sicherheit eines selteneren Jobs im Rücken, den er überall auf der Welt ausüben kann und in dem er gefragt ist. Hallelujah! Abgesehen davon - hatte er die schwere Bürde der Dinge auf sich genommen - und hatte den Dachboden voll mit Dingen aus der Wohnung seiner verstorbenen Großmutter. "Oh nein danke, ganz sicher nicht, dachte das wäre lange klar!" - war meine Antwort auf seine Frage, ob ich nochwas haben wolle von ihren Sachen. Habe ihm angeboten, ihm beim Flohmarkt bzw. endgültigen Entsorgen zu helfen ... auch Dinge binden - und zwar schwer.

Es geht also immer weiter um Ent-Bindung. Keine "Bindungen" mehr im Außen zu haben - entbindet noch nicht automatisch von den Clan-Energien oder gar denen des menschlichen Kollektivs. Im Gegenteil, eine ganze zeitlang haben die vielen Toten eher an mir gezogen und mir zugeraunt, ich solle doch auch kommen. Und eben in diesem Zusammenhang - komme ich erst in den letzten Tagen drauf, daß ich keine Träume mehr habe für mein Leben. Zwar tauchen hier und da ein paar Bilder auf, doch die taugen nix, halten sich nicht, platzen schnell, entwickeln kein Eigenleben ...viele alte Träume der Menschen, nicht einmal meine, die ungelebt blieben und sich jetzt zu meinem Erstaunen zeigen- aber wie gesagt keine echte Substanz, höchstens noch mehr Leere erzeugen.

Ziele soll mensch sich setzen ... und erreichen. Und dann ... neue Ziele. Und dann ..... (und dann und dann und dann - Kinder wissen noch gut, warum sie so hartnäckig fragen!)
Denke, es ist gut, wie es gerade ist - diese Langeweile und der Überdruß an unterhaltenden und/oder tagesfüllenden Tätigkeiten haben mir etwas Wertvolles mitzuteilen, was ich bisher nicht fühlen wollte.
Ideen der Endlichkeit, Angst vorm Altwerden, Todesängste ....
Sehn-Süchte nach Sicherheit, Geborgenheit, Liebe ...
Alte Menschenträume - die selten so erfüllt wurden, wie gedacht und erhofft.

"Der Tod ist eine Erfindung derer, die sich nach Sicherheit sehnen" -
habe ich heute sinngemäß gehört und mich davon beeindrucken und berühren lassen. Ist was dran. Sehnsucht nach Ruhe. Aber: S´geht halt immer weiter ....

PS: Die Amsel war nicht wieder hier .... 
dafür vor zwei Abenden ein buntes Punker-Pärchen,welches über die Dächer der Hinterhöfe wandelte und sich einen Platz zum Kuscheln suchte. Freundlicherweise - haben sie einen außerhalb meines direkten Blickfeldes gewählt und mir nicht länger in mein Fenster geschaut.

Lobbyismus-Kungelei mit amtierenden PolitkerInnen fällt langsam auf ....

Gestern abend auf 3Sat eine Folge von "Scobel" zum Thema Lobbyismus in Deutschland. Sehr interessante Diskussion - die Kinder werden beim Namen genannt. Voran als offensichtliches Beispiel die absurde Debatte um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke - zugunsten der Betreiber, gegen jede Wirtschaftlichkeit und auch gegen die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. 
Sehr interessant bei etwa Minute 35: Die gleichen "Experten", die  jahrelang für die Tabak-Lobby gelogen haben - lügen nun in Sachen Klimaerwärmung .... U.a. wird auch auf die vermehrten Anschluß-Karrieren von abgetretenen Politkern in der Energiebranche hingewiesen. Die Pharma-Lobby kommt natürlich auch noch vor.

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich auch den aktuellen Widerstand der Stuttgarter Bürger gegen den Bau eines teuren Bahnhofes, beschlossen in den 90érn (!!!) den heute niemand dort braucht und/oder will. Als Kölnerin mit absurder U-Bahn-Großbaustelle vor der Tür habe ich so eine Idee, wieso die das Projekt nicht brauchen ...

Habe nun einige Wochen kein TV mehr gesehen und höchstens mal Radio-Nachrichten in der Limou gehört .. aber auch die meistens abgedreht. Im Moment interessiert mich Politik wenig, auch nicht mehr die "Wahrheitssucherblogs", nachdem ich dort zensiert wurde mit einem Beitrag, der dem Betreiber nicht das Wort geredet hat. Aber dieser Beitrag bei "Scobel" gefällt mir, denn es wird erstaunlich viel Tacheles geredet.

Ich denke, bevor nicht die nächste Grippe-Pandemie und dazugehörige Zwangsimpfung angekündigt werden - werde ich es bei diesem wohltuenden Abstand zu allzuviel Information aus Absurdistan belassen.

Mittwoch, 1. September 2010

Körperhaare und -säfte nochmal

Ja, das ist ja so - als Frau von nun bald in wenigen Jahren einem halben Jahrhundert alt - habe ich ja schon viel gehört über das Blut, das ich jeden Monat zurück ins Universum geben durfte, ohne dabei zu verbluten.
Allerlei Schwachsinn, Unsinn, vielleicht auch Wunschvorstellungen .... soviel: Es scheint vieles unklar zu sein auf diesem Planeten, was die Natur des Blutens von Frauen betrifft.
Eine Fahrgästin kam gerade aus Portugal zurück von einem  Weingut - und sie berichtete, daß dort keinerlei Frauen mehr die Weintrauben treten dürfen, weil sonst angeblich der Wein kippt. Ich dachte kurz über eine eventuelle "physikalische bzw. chemische Option" nach - eine Art geschmacksverhindernde Kombination von Weintrauben und Blut in der Nähe? Aber meine Nachfrage ergab - auch hier wieder nichts Genaues, sondern die Verbindung von Mentsruationsblut und seltsamen Mythen.
Umso mehr erfreute mich nun eine rein magisch-kraftweisende-psychologische Erklärung dieses uralten Sachverhaltes seitens des Herrn Ralph Tegtmeier alias Frater V.D. in seinem Buch zur Sexualmagie: Es ist schlicht so, wie in anderen Bereichen des Lebens auch - die Männer fürchten die Kraft der Frauen - im magischen Bereich insbesondere die Kraft des Blutes ... bzw. er erläutert es nochmal so, daß die Stammes-Magier - also die Schamanen und andere Angst hatten vor dieser Kraft der Frau ... die armen Jungs .... weil sie eben ja auch nicht wissen, wie man blutet, ohne zu verbluten. Deswegen gehört alles, was stärker ist von Natur aus, wenigstens für die Zeit der Blutung, weggesperrt. In vermeintlich besseren Zeiten in Menstruationshütten.
Soviele Ideen gibt es - und sowenig kreative und lustvolle Umsetzung von uns heute, die wir es vieleicht besser wissen könnten ...
Und was die Sache mit den Körperhaaren betrifft: Ich habe früher immer gesagt "Lieber einmal im Monat menstruieren als mich jeden Tag rasieren zu müssen" - das bezog sich seinerzeit auf die tägliche Bartrasur der Männer ... heute müssen Frauen das scheinbar auch, wenn auch nicht am Bart, um "gesellschaftsfähig" zu bleiben.

Hermann Hesse, Jethro Tull, Ian Anderson, Körperhaare, Körpersäfte und Zauberei

Der Herr Hesse soll dies hier gesagt haben:
"Ohne das Tier in uns sind wir kastrierte Engel"
Eben höre und schaue ich eine Sequenz aus "Thick as a brick" von Jethro Tull an, Live-Concert aus 1978, und staune nicht schlecht über diesen wirbelnden, kraftvollen Zauberer. "Thick as a brick" (en aleman mas o menos "dumm wie Bohnenstroh") war eine meiner beiden ersten LP´s - die durfte ich mir mit 12 Jahren aussuchen aus einem großen Stapel LP´s von einem älteren Cousin ... und heute liebe ich die Geschichte immer noch. Besonders die ungezügelte Wildheit und Kraft von so einem magischen Flötenspieler und seinen Kollegen. Das waren noch die Zeiten, in denen die Menschen nie auf die Idee gekommen wären, sich etwa ihre Schambehaarung abrasieren zu müssen, uhahahaha .....
Im Gegenteil, damals ließ man sich alle Körperhaare lieber noch extra lang wachsen - und die Deo- und Parfum-Industrie war vergleichsweise noch kein Thema. Wie vor vielen vielen Äonen die Menschen schon wußten, daß gerade im Haar und natürlich in allen Körpersäften besonders viel magische Kraft steckt.
Äh, das würde jetzt aber thematisch zu weit von Jethro Tull an sich wegführen - denen ich hiermit eine ehrerbietige Hommage widmen möchte. Und dazu allen Menschen, die um die Aussage im Spruch des Herrn Hesse wissen.

Guck mal am Ende von obigem Ausschnitt - wirft dieser Typ seine vermutlich "etwas teurere" Flöte durch die Luft wie ein Berserker ... ich schmeiß mich wech vor Lachen. Hier ein Link zum Original-Album von "Thick as a brick". Ian Anderson ist für mich der echte Rattenfänger von Hameln - kaum jemand anderem würde ich derart vertrauensselig hinterhergehen wollen ....